73 Tote und 2.750 Verletzte bei schwerer Explosion in Beirut

Merken
73 Tote und 2.750 Verletzte bei schwerer Explosion in Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut hat sich am Dienstag eine gewaltige Explosion mit Dutzenden Toten und mehreren Tausend Verletzten ereignet. Die Ursache der Detonationen im Hafengebiet ist noch unklar, die Sicherheitsbehörden vermuteten veraltetes explosives Material als Auslöser. Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht.

Mindestens 73 Menschen seien getötet und weitere 2.750 verwundet worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad am späten Dienstagabend. Die Krankenhäuser in Beirut waren stark überlastet. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden.

Über der Stadt stieg am frühen Abend eine riesige Rauchwolke auf. Durch die Wucht der Explosion am Hafen der Küstenstadt gingen Fenster zu Bruch, Straßen waren mit Trümmern und Glasscherben übersät. Große Teile des Hafens wurden vollständig zerstört.

Augenzeugen sprachen von Leichen auf den Straßen und Menschen, die unter Trümmern verborgen seien. Die Armee half, Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden.

Die Nachrichtenagentur NNA berichtete, am Hafen sei in einem Lagerhaus Feuer ausgebrochen. Innenminister Mohammed Fahmi sagte, nach vorläufigen Informationen sei ein hochexplosives Material detoniert, das seit Jahren am Hafen gelagert wurde. Anderen Berichten zufolge ereignete sich die Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper.

Am Abend gab es Spekulationen, eine große Menge Ammoniumnitrat sei im Hafen explodiert. Die Zersetzung des Stoffs, der auch zur Herstellung von Sprengsätzen dienen kann, führt bei höheren Temperaturen zu Detonationen. Die Substanz diente zum Raketenantrieb und vor allem zur Düngemittelherstellung. Berichten zufolge hatten libanesische Behörden vor einigen Jahren 2.700 Tonnen des Stoffs an Bord eines Schiffs sichergestellt und ihn seit mehreren Jahren im Hafen gelagert. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Im Internet kursierten Fotos von zerstörten Fenstern an Wohnhäusern und Trümmern auf den Straßen. Dutzende Autos wurden beschädigt. Ein Polizist sagte, die Schäden erstreckten sich kilometerweit. Kurz nach der Explosion fielen Telefon und Internet in der Stadt aus. Der Hafen liegt nur wenige Kilometer von der Innenstadt Beiruts entfernt.

Wenige Kilometer vom Ort der Explosion entfernt waren 2005 der damalige libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri und 21 weitere Menschen bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Die Residenz seines Sohnes, der frühere Ministerpräsident Saad Hariri, wurde bei der Explosion am Dienstag beschädigt. An diesem Freitag will das UN-Libanon-Sondertribunal in Den Haag sein Urteil gegen vier Angeklagte in dem Fall von 2005 verkünden. Viele Libanon machen die Führung des Nachbarlandes Syrien für den Anschlag auf Hariri verantwortlich. Er hatte vor seinem Tod den Abzug der damals im Libanon stationierten syrischen Truppen verlangt.

Regierungschef Hassan Diab erklärte den Mittwoch zum Tag landesweiter Trauer in Gedenken an die Opfer. Präsident Michel Aoun berief eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats ein.

Regierungen anderer Länder zeigten sich betroffen und stellten dem Libanon Unterstützung in Aussicht. Seine Gedanken seien beim libanesischen Volk und den Familien der Opfer, teilte EU-Ratspräsident Charles Michel mit. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sicherte die “uneingeschränkte Solidarität und ihre volle Unterstützung” der Europäischen Union zu.

Frankreich, frühere Mandatsmacht des Libanon, kündigte Hilfen an. Auch Israel, das mit dem benachbarten Libanon keine diplomatischen Beziehungen pflegt, bot über ausländische Kanäle “medizinische humanitäre Hilfe” an. Offiziell befinden sich beide Länder noch im Krieg. Spekulationen, dass Israel hinter der Explosion stecken könnte, räumte Außenminister Gabi Ashkenasi aus. Auch US-Präsident Trump wurde über die Situation unterrichtet. Man “bete für die Sicherheit der Menschen im Libanon”, schrieb eine Sprecherin des Weißen Hauses auf Twitter.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Wusstet ihr schon. Auch die SCW ist Partner bei der Wels CARD. Guthaben kann am InfoPoint zu Gutscheinen umgetauscht werden.🤗

Wels CARD in der SCW
Gesponsert
Merken

Wels CARD in der SCW

zum Beitrag

Bereits Mitte März hatte sich Donald Trump auf das Coronavirus testen lassen, damals unter öffentlichem Druck. Trump war zuvor bei einem Besuch des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago mit mindestens zwei Personen in Kontakt gewesen, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Trump zum zweiten Mal negativ auf Covid-19 getestet

Anlässlich des Welttages der Humanitären Hilfe am Mittwoch haben sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) zu “solidarischer und wirksamer internationaler Hilfe” als zentralem Anliegen der Bundesregierung bekannt. Mit bisher mehr als 24 Mio. Euro habe Österreich 2020 in Krisenregionen rasch geholfen, hieß es in einer der APA übermittelten Aussendung. Österreich komme dieser Verantwortung in besonderem Maße, zuletzt in Beirut durch Hilfe in Höhe 1,9 Mio. Euro, nach und werde dies auch weiterhin tun, sagte Bundeskanzler Kurz. “Die Covid-Pandemie trifft ärmere Länder und Gesellschaften um ein Vielfaches härter. Damit sich diese möglichst effizient selbst helfen können, braucht es internationale humanitäre Hilfe. Die Bundesregierung wird sich dieser globalen Verantwortung nicht entziehen und ihren Teil zur humanitären Hilfe in diesem Zusammenhang beitragen”, so Kurz. “Das werden wir auch in den anstehenden Budgetverhandlungen noch stärker vorantreiben”, fügte Vizekanzler Kogler hinzu. Neben den Leistungen für Covid-relevante Humanitäre Hilfe aus dem Auslandskatastrophenfonds hat das Außenministerium demnach weitere umfangreiche Covid-relevante Leistungen in der Entwicklungszusammenarbeit erbracht. So habe die Austrian Development Agency (ADA) mit 13,7 Mio. Euro Covid-Hilfsprojekte unter anderem am Westbalkan, in Libyen, Afghanistan und in Bhutan unterstützt. Zähle man all dies zusammen, habe sich Österreich heuer bereits mit 24,5 Mio. solidarisch gezeigt und in Krisenregionen rasch geholfen, teilte die Bundesregierung weiter mit. Bei Bildung der türkis-grünen Koalition hätten sich beide Parteien auf wirksame Hilfe vor Ort – vor allem in Krisenregionen – als zentrales Anliegen geeinigt, um das sich die Bundesregierung verstärkt kümmern werde. Der Auslandskatastrophenfonds (AKF) sei daher auch auf 25 Mio. Euro aufgestockt worden. Vor allem in der Corona-Pandemie, die in vielen Ländern bereits vorher vorhandene Probleme noch vertieft habe, zeige sich Österreich solidarisch und helfe zahlreichen von der Krise betroffenen Ländern. Aus dem Auslandskatastrophenfonds wurden in den vergangenen Monaten bereits 10,8 Mio. Euro für Humanitäre Hilfe beschlossen. Darin umfasst sind Hilfen für die von Bürgerkriegen schwer getroffenen Länder Syrien und Jemen, für Flüchtlinge auf den griechischen Inseln, für die von einer Heuschreckenplage heimgesuchten Länder Äthiopien und Uganda sowie zuletzt die Soforthilfe für den von der Explosionskatastrophe betroffenen Libanon. Um sicherzustellen, dass die Hilfe auch wirklich bei den Betroffenen ankommt, übernehmen Organisationen wie das Internationale Rote Kreuz (IKRK) oder die Weltgesundheitsorganisation WHO, aber auch österreichische Hilfsorganisationen, die bereits in den jeweiligen Krisengebieten aktiv sind, die Abwicklung. Der Welttag der Humanitären Hilfe ist ein internationaler Aktionstag, an dem humanitärer Helfer und derjenigen gedacht wird, die ihr Leben bei humanitären Einsätzen verloren haben. Der Aktionstag geht auf einen Beschluss der UN-Generalversammlung zurück und wird jedes Jahr am 19. August begangen.

Tag der Humanitären Hilfe: Regierung betont Anliegen

Fünf Verletzte forderte am späten Sonntagabend eine Kollision zwischen einem Auto und einem Pferdetransporter auf der Traunuferstraße in Schleißheim (Bezirk Wels-Land).

Kollision zwischen Auto und Pferdetransporter in Schleißheim fordert fünf Verletzte

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) werden heute, Freitag, über Aktuelles zum Coronavirus berichten.

PK Anschober/Nehammer um 10.00 Uhr

Im Kreuzungsbereich Wimpassinger-Straße und Schmierndorferstraße ist ein Wasserrohrbruch (Siehe Markierung auf dem Bild) aufgetreten. Es wird umgehend mit den Reparaturarbeiten begonnen. Die Dauer der Arbeiten kann derzeit noch nicht verbindlich bekannt gegeben werden, allerdings wird sie auf einige Stunden geschätzt. Aus derzeitiger Sicht ist und bleibt der Baustellenbereich passierbar.