Abschluss in Regelzeit an Unis nur die Ausnahme

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Abschluss in Regelzeit an Unis nur die Ausnahme

Ein Studienabschluss in der Regelzeit ist an den Universitäten nur die Ausnahme: Nur sechs Prozent der Bachelor-Studienanfänger des Wintersemesters 2012/13 haben ihr Studium in der üblichen Regelstudiendauer von sechs Semestern beendet, zeigt ein Zusatzbericht der Studierenden-Sozialerhebung 2019 des IHS, der am Donnerstag bei einer Tagung präsentiert wird. Nach acht Semestern steigt die Erfolgsquote auf 24 Prozent, nach 14 Semestern beträgt sie 47 Prozent.

Nach diesen sieben Jahren haben dann (neben den 47 Prozent Absolventen) 36 Prozent ihr Studium abgebrochen und 17 Prozent sind noch inskribiert – diese letzte Gruppe kann also ihre Ausbildung durchaus noch erfolgreich abschließen. Drop-Outs werden übrigens vor allem bereits im ersten Studienjahr verzeichnet: Nach den ersten beiden Semestern hat knapp ein Fünftel aller Bachelor-Anfänger alle Universitätsstudien abgebrochen, das ist schon mehr als die Hälfte aller bis zum 14. Semester gezählten Abbrüche.

In den Uni-Diplomstudien (Anfänger-Jahrgang 2010) ist die Lage ganz ähnlich. Nach der dortigen Regelstudiendauer von acht Semestern haben nur drei Prozent ihr Studium abgeschlossen, nach zehn Semestern elf Prozent und nach 14 Semestern 38 Prozent. Nach 18 Semestern war knapp die Hälfte fertig.

Ganz anders ist die Situation an den Fachhochschulen (FH): 71 Prozent der Bachelor-Studienanfänger des Studienjahrs 2012/13 in Vollzeit- und 55 Prozent der Studenten in berufsbegleitenden Studiengängen schafften ihre Ausbildung in der Regelzeit von sechs Semestern, nach acht Semestern waren es 78 bzw. 63 Prozent. Später stieg diese Erfolgsquote kaum mehr an, nach zwölf Semestern lag sie dann bei 80 bzw. 66 Prozent. Praktisch der gesamte Rest hat nach diesem Zeitraum abgebrochen. Drop-Outs erfolgten auch an den FH vor allem in den ersten beiden Semestern.

Frauen schließen übrigens ihr Studium häufiger erfolgreich ab als Männer: An den öffentlichen Unis beträgt die Differenz der Erfolgsquoten nach 14 Semestern etwa vier Prozentpunkte (Frauen: 48 Prozent, Männer 44 Prozent, an Fachhochschulen zwölf Prozentpunkte (Vollzeit-Studiengänge: 85 Prozent gegenüber 73 Prozent, berufsbegleitende: 73 gegenüber 61 Prozent). Falls Frauen abbrechen, tun sie das an den Unis allerdings früher als Männer.

Weitere sozioökonomische Charakteristika: Ältere Studienanfänger schließen ihr Studium mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ab als jüngere, Erstsemestrige mit Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung haben niedrigere Erfolgsquoten als jene mit AHS- oder BHS-Matura. Außerdem schaffen Maturanten von Bildungsanstalten für Elementar- oder Sozialpädagogik seltener ihr Studium als andere BHS-Maturanten. Und: Studenten aus Südtirol und Deutschland studieren an den Unis schneller und bis zum 14. Semester erfolgreicher als Österreicher – Studierende aus anderen Staaten brechen dagegen häufiger ab und kommen langsamer voran.

Nach Studiengruppen haben an den öffentlichen Unis die medizinischen Diplomstudien die mit Abstand höchsten Erfolgsquoten (76 Prozent). In den Bachelor-Studien sind genaue Aussagen dagegen schwieriger: Hier wird unterschieden, ob das 2012/13 begonnene Studium absolviert wurde oder nach einem Studienwechsel irgendein anderes. Die höchsten Erfolgsquoten im begonnenen Studium gibt es in der allerdings nur kleinen Studiengruppe Dienstleistungen (v.a. Sport) mit 54 Prozent sowie in bildungs- (37 Prozent) und sozialwissenschaftlichen Studien (34 Prozent).

Im Gegensatz dazu wird von den Studienanfängern in den Bereichen Geisteswissenschaften und Wirtschaftsrecht häufiger ein anderes Studium als das 2012/13 begonnene abgeschlossen (Geisteswissenschaften: 21 Prozent Abschluss im begonnenen Studium gegenüber 27 Prozent in einem anderen; Wirtschaftsrecht: 14 Prozent im begonnenen, 36 Prozent in einem anderen Studium). Im Wirtschaftsrecht dürfte dies vor allem daran liegen, dass an der Wirtschaftsuni zumindest bis zur Einführung von Aufnahmeverfahren im Studienjahr 2013/14 häufig sowohl Wirtschaftsrecht als auch Wirtschafts- und Sozialwissenschaften inskribiert haben.

An Fachhochschulen werden Bachelorstudien in Gesundheit/Sozialwesen besonders häufig abgeschlossen (Vollzeit-Studiengänge: 91 Prozent, berufsbegleitende: 89 Prozent), technische Studien dagegen seltener. Am niedrigsten ist die Erfolgsquote in der Informatik (Vollzeit: 63 Prozent, berufsbegleitende: 53 Prozent).

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Kommentare:
  1. Manuel Schnidl sagt:

    na toll

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