Alaba lässt Zukunft bei Bayern weiter offen

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Alaba lässt Zukunft bei Bayern weiter offen

David Alaba hat noch keine Entscheidung über eine Vertragsverlängerung beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München getroffen. Über diese Frage mache er sich “im Moment keine Gedanken”, sagte der österreichische Teamspieler dem “Kicker” (Donnerstag). “In den letzten Wochen lag der Fokus auf den sportlichen Aufgaben, daran ändert sich auch in den nächsten nichts”, meinte Alaba.

Der 28-jährige Wiener, der seit zwölf Jahren für die Bayern spielt, hat bei den Münchnern noch einen Vertrag bis 2021. Wann er seine Entscheidung trifft, ließ der Abwehrchef offen. “Das weiß ich nicht. Aber ich werde sie irgendwann treffen müssen”, sagte Alaba, der neben Franck Ribery und Thomas Müller mit neun Meistertiteln Rekordhalter in Deutschland ist.

Der Hamburger SV verabschiedet sich nach dem verpassten Aufstieg in die deutsche Bundesliga von Martin Harnik und Louis Schaub. Die Leihverträge der beiden Österreicher werden nicht verlängert, gab der Club auf seiner Homepage bekannt. Der gebürtige Hamburger Harnik war im Sommer des Vorjahres von Werder Bremen ausgeliehen worden. Bei seinem Stammverein, der in der Relegation gegen Heidenheim um den Klassenerhalt in der Bundesliga spielt, hat der 33-jährige Offensivspieler noch einen laufenden Vertrag. Der 25-jährige Schaub war im Jänner vom 1. FC Köln geholt worden und kehrt nun zum Bundesligisten zurück.

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Auch nach Jahrzehnten im Filmgeschäft hat die britische Oscar-Preisträgerin Helen Mirren noch Angst davor, neue Rollen anzunehmen. “Man hat Angst vorm Scheitern, weil man dort etwas von sich preisgibt”, sagte sie vergangenes Jahr. An ihrem 75. Geburtstag diesen Sonntag kann die Schauspielerin auf eine überaus erfolgreiche Karriere zurückblicken, deren Ende nicht in Sicht ist. “Man möchte seine Schauspielkollegen, den Regisseur und natürlich das Publikum nicht enttäuschen. Man will ja nicht, dass die sagen: ‘Naja, irgendwie hat sie das nicht hingekriegt, oder?'” Bisher ist allerdings kein Fall bekannt, in dem Mirren es nicht hingekriegt hat. Im Gegenteil: Selbst in weniger gelungenen Produktionen wird sie meist noch als Lichtblick gelobt. Helen Mirren wurde als Helen Lydia Mironoff am 26. Juli 1945 in London geboren. Ihre Mutter war Engländerin. Ihr russischer Vater war im Kindesalter kurz vor der russischen Revolution mit seinen Eltern nach Großbritannien gekommen. Den Familiennamen änderte Mirrens Vater, damit er nicht russisch klang. “Er hat gesagt: ‘Wir sind jetzt britisch, wir vergessen das alles, das ist vorbei'”, erzählte sie dpa zum Start ihrer Miniserie “Catherine the Great”. Ihre russischen Wurzeln seien für sie trotzdem immer präsent. In der Serie spielte sie die russische Kaiserin Katharina die Große. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Mirren im Küstenstädtchen Southend-on-Sea und dem Vorort Westcliff-on-Sea. Schon in der Schule spielte sie Theater. Später wechselte sie ans New College of Speech and Drama, eine unabhängige Schauspielschule in London. Denn “Schauspielerei war das einzige, worin ich was taugte”, erklärte sie. Mit 18 Jahren sprach sie am National Youth Theatre vor und wurde engagiert. Kurz darauf spielte Mirren am Londoner Old Vic-Theater die Rolle der Cleopatra in Shakespeares “Antonius und Cleopatra”. “Das war eine großartige Plattform für mich”, sagte sie dem “Telegraph”, “und das hat meine Karriere gestartet.” Es folgten ein Angebot der Royal Shakespeare Company und erste Filmrollen – in der Konsum-Satire “Herostratus” (1967) und Shakespeares “Ein Sommernachtstraum” (1968). Auch Mirrens Sexappeal sorgte damals für Aufsehen. In “Das Mädchen vom Korallenriff” (1969) zeigte sich die Schauspielerin erstmals sehr freizügig. In dem biografischen Drama “Savage Messiah” (1972) über den französischen Bildhauer Henri Gaudier-Brzeska trat sie sogar für mehrere Szenen nackt vor die Kamera. Auch in dem beinahe pornografischen Historienfilm “Caligula” (1979) wirkte sie mit. Mirren nannte ihn eine “unwiderstehliche Mischung aus Kunst und Genitalien” und verglich die Dreharbeiten mit einem Nudisten-Camp. Mit Nacktheit hat sie kein Problem – im Gegenteil. “Ich bin von Herzen Nudistin”, gestand sie vor einigen Jahren der “Radio Times”, “ich bin gern an Stränden, wo alle nackt sind.” Der Durchbruch als Filmschauspielerin gelang Mirren 1980 mit dem Gangsterfilm “The Long Good Friday” (“Rififi am Karfreitag”) – heute ein Klassiker des Genres. Sie hatte die Macher zuvor nach eigener Aussage überzeugt, ihre Rolle als Gangsterbraut Victoria auszubauen. 2006 kam dann ihr größter Erfolg: als britische Königin Elizabeth II. in dem Drama “The Queen”. Dafür bekam sie den Oscar als Beste Hauptdarstellerin, den Golden Globe, den BAFTA-Award und zahlreiche andere Preise. In ihrer Oscar-Rede lobte sie den Mut und die Beständigkeit der Queen. “Und ich danke ihr, denn ohne sie wäre ich mit ziemlicher Sicherheit nicht hier.” Einige Jahre zuvor hatte sie Queen Elizabeth II. schon am Theater dargestellt. Außerdem spielte sie in der Miniserie “Elizabeth I.” die Titelheldin, die im 16. Jahrhundert regierte. All das, obwohl sie in einem antimonarchistischen Haus groß wurde. “Ich weiß nicht, was meine Eltern davon gehalten hätten, dass ich die Königin spiele”, scherzte Mirren vor der Oscar-Verleihung in einem TV-Interview. Die Filmdatenbank “Imdb” listet rund 130 Rollen in unterschiedlichen Genres für Helen Mirren – biografische und Historienfilme, künstlerisch anspruchsvolle Produktionen, Krimis und Komödien. Auch vor typischem Popcorn-Kino schreckt die Britin nicht zurück. In der Comic-Komödie “R.E.D.: Älter. Härter. Besser.” (2010) überzeugte sie als coole Agentin. In Luc Bessons Actionthriller “Anna” (2019) gab sie eine eiskalte russische Geheimdienst-Ausbilderin. Sogar in der etwas trashigen “The Fast and the Furious”-Reihe mit den muskelbepackten Actionstars Dwayne “The Rock” Johnson und Vin Diesel gehört sie zur wiederkehrenden Besetzung. Mit amüsanter Ironie spielt sie die prollige Mutter eines Ex-Soldaten. Auch in “Fast & Furious 9” wird die 75-Jährige wieder mitwirken. Ihr Name im Film: Queenie. Seit 1997 ist Mirren mit dem US-Regisseur Taylor Hackford verheiratet, den sie 1985 beim Dreh zu “White Nights” – sie spielte in dem Drama eine russische Ballerina – kennengelernt hatte. Kinder hat sie nicht. Die Angst vorm Scheitern ist für Helen Mirren inzwischen übrigens eher ein Ansporn als ein Hindernis. Denn eins habe sie als Schauspielerin mit den Jahren festgestellt. “Die Dinge, die dir wirklich Angst machen, sind die Dinge, die du machen solltest. Denn es bedeutet, dass sie anspruchsvoll sind und dir eine Menge abverlangen. Aber sie machen auch Spaß. Wenn man die Angst einmal überwunden hat, dann wird es großartig.”

Britische Oscar-Preisträgerin Helen Mirren wird 75

Trotz der Corona-Krise zieht es immer mehr Menschen in die japanische Hauptstadt. Nun ist die Zahl der Bewohner der Präfektur erstmals über die Marke von 14 Millionen gestiegen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Samstag. Tokio ist die bevölkerungsreichste Präfektur Japans, mit lediglich rund 2.000 Quadratkilometer Fläche zugleich eine der kleinsten des Landes. Zur Metropolregion Tokio werden jedoch auch die umliegenden Präfekturen Kanagawa, Saitama und Chiba sowie neuerdings die Provinz Ibaraki gezählt. Je nach Definition schwankt die Einwohnerzahl zwischen 30 und 40 Millionen, rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Tokio ist damit die größte Metropolregion der Welt. So zieht es junge Menschen auf der Suche nach Arbeit oder Ausbildungsstätten zunehmend in die Stadt. Wegen der zunehmenden Abwanderung in Großstädte wie Tokio sterben ganze Landstriche in Japan aus. Zurück bleiben oft nur noch die Alten. Während die Einwohnerzahl in Tokio zwar weiter steigt, schrumpft Japans Gesamtbevölkerung wegen niedriger Geburtenraten und zunehmender Alterung. Nach amtlichen Schätzungen könnte die Zahl der Bewohner des Landes bis 2053 auf unter 100 Millionen Menschen sinken. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist älter als 65 Jahre.

Tokio platzt aus allen Nähten

Angesichts des Lockdowns verschärfen auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Wie Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) am Sonntag in einer Aussendung mitteilte, wurden zusätzlich zu den bereits geltenden Vereinbarungen weitere Maßnahmen vereinbart, die ab Dienstag 0.00 Uhr gelten. Konkret bedeute dies, dass öffentliche Gottesdienste weiterhin möglich sind. Wie bisher ist während des gesamten Gottesdienstes ein Mund-Nasenschutz zu tragen. Desinfektionsmittel sollen ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Zwischen den Gläubigen ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Dieser gilt nicht, wenn dies die Vornahme religiöser Handlungen erfordert – dann ist ebenfalls ein Mund-Nasenschutz zu tragen. Gemeinde- und Chorgesänge werden bis auf Weiteres ausgesetzt. Und aufschiebbare religiöse Feiern wie z.B. Trauungen werden aufgeschoben. Jede zweite Kirchenbank gesperrt Darüber hinaus werden die Kirchen und Religionsgesellschaften weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus setzen. Als Beispiele nannte Raab den Einsatz von Online-Angeboten, kürzere Dauer von Gottesdiensten und eine Absperrung jeder zweiten Kirchenbank. Raab bezeichnete es als “wichtig, dass eine gemeinsame Religionsausübung in Form von öffentlichen Gottesdiensten weiterhin möglich sein wird, weil sie den Gläubigen in dieser herausfordernden Zeit auch viel Halt geben.”

Auch Kirchen verschärfen Corona-Maßnahmen

Die Corona-Ampel wurde am Donnerstagabend für ganz Oberösterreich auf Rot – also auf sehr hohes Risiko im gesamten Bundesland – geschaltet. Österreichweit gibt es nur mehr vereinzelt orange oder gelbe Regionen.

Corona-Ampel in Oberösterreich im gesamten Bundesland auf Rot

Der Begriff Shootingstar trifft auf Joana Mallwitz ebenso zu, wie er falsch ist. Zum einen hat sich die junge deutsche Dirigentin (Jahrgang 1986) in den vergangenen Jahren zu einer der größten Nachwuchsstars ihrer Zunft aufgeschwungen. Zugleich hat sie ungeachtet ihres Alters diesen Weg fundiert von Heidelberg über Erfurt bis Nürnberg vorbereitet. Am 2. August wird die Nürnberger Generalmusikdirektorin nun bei den Salzburger Festspielen die Premiere von Mozarts “Cosi fan tutte” in einer von ihr miterarbeiteten Strichfassung dirigieren. Mallwitz sprach mit der APA aus diesem Anlass über den Schmerz, bei Mozart zu streichen, die Verantwortung einer Generalmusikdirektorin für ihre Stadt, und warum sie die aktuelle Partitur immer bei sich trägt. APA: Eigentlich hätten Sie heuer Ihr Salzburg-Debüt mit der “Zauberflöte” geben sollen. Nun ist es mit der “Cosi” doch gleich eine Premiere geworden. Erhöht das den Druck oder ist es für Sie die Gelegenheit, gleich richtig durchzustarten? Joana Mallwitz: Auch die “Zauberflöte” hätte sich eigentlich wie eine Premiere angefühlt, da sie ja komplett überarbeitet worden wäre. Aber es kommen jetzt einfach viele Dinge für mich zusammen: Mein Debüt in Salzburg und das erste Mal das gemeinsame Arbeiten mit den Wiener Philharmonikern. Insofern macht die “Cosi” aus diesem Aspekt gar keinen solchen Unterschied. APA: Gehen Sie als Dirigentin anders an eine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern heran, oder ist jeder Auftritt vor einem neuen Orchester gleichermaßen mit Anspannung verbunden? Mallwitz: Die Wiener Philharmoniker sind natürlich ein besonderes Orchester und haben eine unglaubliche Tradition hinter sich, die sie mittransportieren. Zugleich kann ich selbst als Dirigentin meine Herangehensweise nicht ändern. Da muss ich genauso konzentriert und vorbereitet sein wie bei jedem anderen Orchester. Das ist eine Frage der Authentizität. Die wirkliche Zusammenarbeit gelingt nur, wenn ich dem Orchester vertraue und die Musiker umgekehrt mir vertrauen. APA: Sie haben – wie auch die “Zauberflöte” – die “Cosi” bereits dirigiert. Wie sehr greifen Sie in diesem Falle bei der Vorbereitung auf Ihre alte Arbeit zurück? Mallwitz: Als mich Markus Hinterhäuser angerufen hat mit dem Angebot, die “Cosi” zu machen, habe ich sofort zugesagt, ohne nachzudenken. Und ich habe dann gemerkt, dass es natürlich einen Unterschied macht, wenn Sie eine Partitur aufschlagen und sich gleich alles sehr warm anfühlt. Man kann direkt beginnen, in der Tiefe zu schürfen und muss sich das Werk nicht von Null weg erarbeiten. APA: Sie tragen Ihre aktuelle Partitur tatsächlich stets bei sich? Mallwitz: (lacht) Es ist richtig, dass ich die Partitur in diesem Falle immer sehr nah bei mir habe. Es steht einfach auch so unglaublich viel drin, was ich über die langen Monate notiert habe. APA: Zugleich haben Sie nun für Salzburg eine Streichfassung der “Cosi” erarbeiten müssen. Wie sehr hat Ihnen da das Herz geblutet? Mallwitz: Die Vorgabe war, dass wir – weil es keine Pause geben darf – in etwa auf zwei Stunden und zehn Minuten kommen. Und das ist natürlich massiv kürzer als das Original mit seinen drei Stunden. Ich habe dann gleich am ersten Tag mit Regisseur Christof Loy telefoniert, und wir sind praktisch zwei Tage durchgängig daheim mit unseren Partituren gesessen und haben uns permanent angerufen mit den Ideen. Das war ein beinahe schmerzhafter Prozess, bis ich irgendwann gesagt habe: Versuchen wir nicht den Ansatz, was wir alles streichen müssen, sondern eher, wie viel wir von Mozarts Geist in die neue Fassung übernehmen können. APA: Sie hatten nicht das Gefühl, dass das Werk gleichsam sakrosankt ist? Mallwitz: Klar ist, dass es sich um eine ganz spezielle Fassung für eine ganz spezielle Situation handelt. Ohne Corona würde man das nicht machen. Zugleich wäre aber Mozart der Erste gewesen, der seine Oper für die örtlichen Gegebenheiten bearbeitet hätte. APA: Das Endergebnis ist nun also gewissermaßen ein Kondensat, oder haben Sie auch ganze Passagen gekürzt? Mallwitz: Es ist tatsächlich eine sehr schnelle Version mit hohem Tempo geworden, weil wir sehr viele kleine Schnitte gesetzt haben. Andererseits sind teils auch ganze Arien entfallen – anders geht das nicht, wenn man 50 Minuten kürzen muss. APA: Nun haben Sie in Salzburg die Sondersituation, dass Sie mit Christof Loy einen Regisseur an der Seite haben, der auch die Partitur lesen kann. Wie geht es Ihnen als Dirigentin grundsätzlich mit der Regie als zweites Machtzentrum bei einer Inszenierung? Mallwitz: Wenn ich mir anschaue, wie es hier gerade in Salzburg funktioniert, kann ich ohne Übertreibung sagen: So soll es sein. Christof Loy und ich arbeiten Hand in Hand mit den Sängern. Es bleibt letztlich immer das gleiche Ziel: Wie kann ich den bestmöglichen Ausdruck für eine Situation finden? Da muss man als Dirigentin vielleicht auch einmal sagen, dass man an der einen oder anderen Stelle nicht sofort ins Piano gehen kann. Umgekehrt ist das aber auch der Fall. Und das ist nicht mit allen Theatermachern möglich. Es gibt definitiv Regisseure, bei denen ich aus meiner Erfahrung als Generalmusikdirektorin weiß, dass ich mit denen nie wieder zusammenarbeiten werde. APA: Ist die Rolle als Dirigentin bei Mozart eine andere als beispielsweise bei einem Spätromantiker wie Mahler und seinem weit größeren Orchesterapparat? Mallwitz: Bei Mozart ist man als Dirigent eher ein Mitspieler als bei Mahler. Mahler war ja Dirigent und hat die Musik auch in dieser Hinsicht geschrieben. Das heißt aber nicht, dass man bei Mozart die Führung aus der Hand gibt. Als Dirigent ist man letzten Endes immer der, der auch die Richtung vorgibt. Und da habe ich viel Erfahrung bei Mozart gesammelt: Ich habe tatsächlich jedes Jahr, seit ich 19 bin, zumindest eine Mozart-Oper dirigiert – bis auf vergangenes Jahr. Als ich Generalmusikdirektorin in Erfurt wurde, habe ich etwa eingeführt, dass wir jedes Jahr eine Mozart-Oper gespielt haben. APA: Mittlerweile sind Sie ja Generalmusikdirektorin in Nürnberg. Können Sie sich vorstellen, eine solche Position auch in 20 Jahren noch auszuüben, oder zieht es Sie doch in Richtung der freischaffenden Dirigentin? Mallwitz: Ich hatte nach meinen vier Jahren in Erfurt eigentlich gedacht, dass ich eine Zeit lang als freie Dirigentin tätig sein werde. Und dann hat sich doch Nürnberg ergeben. Man hat als Generalmusikdirektorin eine große Verantwortung für das Orchester, das Haus, das Kulturleben in der Stadt, und sollte sich daher gerade in einer Krisensituation wie dieser nicht ins Private zurück ziehen. Und natürlich muss ich ganz ehrlich sagen, dass es die freien Künstler in der jetzigen Coronakrise weit schwerer haben als diejenigen, die wie ich das Glück haben, an einem subventionierten Stadttheater engagiert zu sein. Insofern kann ich jetzt nicht sagen, was die Zukunft bringt. APA: Dass Sie zugleich aber auch jemand sind, der gerne die Gestaltungsmöglichkeiten einer Musikdirektorin nutzt, zeigt sich ja etwa am Format der “Expeditionskonzerte”, bei denen Sie Werke gleichsam in ihre Einzelteile zerlegen und den Menschen näher bringen… Mallwitz: Ich war immer jemand, der über einer Partitur gesessen ist und am liebsten rausgerannt wäre, um den Menschen auf der Straße zu sagen, wie wunderschön die eine oder andere Passage ist. Und jetzt kann ich das! (lacht) Und genau auf die Expeditionskonzerte sprechen einen dann auch Menschen an, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Damit erreicht man ein Publikum, das sonst vielleicht gar nicht so häufig ins Konzert oder die Oper geht. Und das ist tatsächlich ein Format, das man nur an einem fixen Haus umsetzen kann. APA: Sie haben Ihren Berufsweg ja sehr fundiert aufgebaut und ernten nun die Früchte, dass auch Ihr Ruhm sich stetig mehrt. Wie gehen Sie mit diesem Aspekt ihrer Tätigkeit um? Mallwitz: Es war mir anfangs gar nicht so klar, dass ich den klassischen Weg von der Repetitorin über die Kapellmeisterin eingeschlagen habe. Es ist aber etwas, das ich jedem angehenden Kollegen empfehlen würde! Im Bezug auf den Ruhm bedeutet er für mich vor allem, dass ich zunehmend weniger Kompromisse in der Arbeit eingehen muss, mehr Freiheit bei Projekten habe. APA: Zum Abschluss noch ein Blick auf das Thema Nr. 1 dieser Monate: Befürchten Sie gerade in der Musikwelt irreparable Schäden durch den Corona-Lockdown? Mallwitz: Dass es sich im Herbst noch nicht auf das Niveau von zuvor einpendeln wird, das ist uns mittlerweile, glaube ich, allen klar. Die Frage ist, wie lange die Phase dauert, bis ein Impfstoff gefunden ist. Und natürlich leiden hier vor allem die freien Künstler am meisten, aber auch all die Branchen, die damit verbunden sind – von der Agentin über den Tontechniker bis hin zur Gastronomie nahe dem Theater. Zugleich merke ich, dass der Hunger nach Kunst und Kultur bei den Menschen noch nie so groß war wie jetzt. Und das ist etwas, das wir einfach befeuern müssen in dieser Krise. Ich habe die Hoffnung, dass man begriffen hat, dass Kunst und Kultur etwas ist, das ganz essenziell zum Menschsein dazu gehört. APA: Sehen Sie die Abhaltung der Salzburger Festspiele deshalb als entsprechenden Schritt in die richtige Richtung? Mallwitz: Es ist ein enorm wichtiges Zeichen. Und zugleich haben wir alle natürlich die große Verantwortung, dass nichts passieren darf. Deshalb sind wir hier praktisch in einer freiwilligen Isolation: Restaurantbesuche in geschlossenen Räumen und Treffen mit Menschen außerhalb des Teams sind derzeit einfach nicht drin, damit im August alles gut über die Bühne geht.

Salzburger Festspiele - Dirigentin Mallwitz über Ruhm

Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmannvom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen. Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält.

Nach Infektion wahrscheinlich immun