Am 15. Oktober kommt es zu einem Warnstreik im MAN-Werk Steyr

Merken
Am 15. Oktober kommt es zu einem Warnstreik im MAN-Werk Steyr

Angesichts der Pläne des deutschen Lkw- und Busherstellers MAN, den Standort in Steyr in Oberösterreich mit 2.300 Beschäftigten bis 2023 zu schließen, sind Dienstagnachmittag dort die Spitzen der österreichischen Gewerkschaft, allen voran ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, aufmarschiert. Sie demonstrierten Rückenstärkung für die Belegschaft und deren Betriebsräte. In einem Gespräch mit ihnen sollten auch die nächsten Schritte koordiniert werden.

Katzian zeigte sich einerseits “sehr enttäuscht”, andererseits kämpferisch. VW und MAN hätten in den vergangenen Jahren immer Handschlagqualität und Vertragstreue bewiesen.Dass nun die gerade erst im vergangenen Jänner unterschriebene ganz klare Standortgarantie aufgekündigt worden sei, sei ein “Schlag ins Gesicht der Kollegen”. Jetzt werde die Gewerkschaft eine gemeinsame Strategie mit dem Betriebsrat erarbeiten.

Warnstreik am 15. Oktober

Im Gespräch mit dem Betriebsrat wolle man hören, was diesem von der Konzernleitung gesagt wurde, und was mit den anderen Betriebsräten im Gesamtunternehmen besprochen wurde. Es gebe eine große Palette von gewerkschaftlichen Maßnahmen. Der Betriebsrat müsse entscheiden, welche gewählt werde, hielt Katzian fest, aber er wolle grundsätzlich nichts ausschließen.

Konkret wird es am 15. Oktober. Für diesen Tag kündigten die Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE einen Warnstreik samt öffentlichem Protestmarsch an.

Der MAN-Arbeiter-Betriebsratschef in Steyr, Erich Schwarz, betonte die Wichtigkeit der Unterstützung durch die Gewerkschaft als Signal an die Belegschaft. “Die Stimmung ist nach wie vor im Keller.” Die Arbeitnehmervertretung helfe aber unter anderem auch in rechtlichen Fragen. So durchleuchte die Rechtsanwaltskanzlei Jarolim und Partner die Verträge zur Standortgarantie. Er lehnt es ab, dass MAN die in diesen enthaltene wirtschaftliche “Schlechtwetterklausel” ziehe.

Überschüsse aus Steyr

Steyr habe zuletzt 20 Millionen Euro Überschuss nach München abgeliefert, in den Jahren davor seien es 33 und sogar 97 Millionen Euro gewesen. Andere bereits bestehende MAN-Werke in Ländern mit niedrigerem Lohnniveau hätten dies nicht gebracht. In dem Vertrag stehe auch, dass es bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung Gespräche mit dem Betriebsrat geben solle, aber nicht, dass die Vereinbarung gekündigt werde.

Zu den hohen Lohnkosten in Steyr rechnete Schwarz vor, dass diese maximal 10 Prozent vom Umsatz ausmachen würden. Überzahlungen seien durch massive Mehrleistungen der Mitarbeiter gerechtfertigt.

Dass MAN trotz der geplanten Schließung in Steyr erst vergangenes Wochenende in einem ganzseitigen Inserat wieder neue Lehrlinge suchte, erklärte der Betriebsrat damit, dass zusätzliche zu jenen, die nach erfolgreicher Aufnahmsprüfung anfangen können, weitere benötigt werden. MAN bildet in seiner überregionalen Lehrwerkstätte auch für andere Unternehmen in Steyr, beispielsweise BMW, ZF, GFM und SKF aus.

Kämpfen mit “kühlem Kopf”

Der oberösterreichische ÖGB-Vorsitzende und Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer sieht augenblicklich eine emotionale und eine sachliche Seite: Frust und Zorn, dass nicht zähle, was ein Konzern zusage. Aber auch, dass jetzt kühler Kopf bewahrt werden müsse und alle Möglichkeiten zu nützen seien, um den Standort zu erhalten.

Von dem Arbeitsgipfel mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern auf Einladung von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) Dienstagvormittag im Linzer Landhaus, zu dem per Video auch Bundeskanzler Sebastian Kurz(ÖVP) zugeschaltet war, berichtete er, sei es um einen “atmosphärischen Austausch” gegangen. Alle seien einig gewesen, dass man miteinander den Standort in Steyr erhalten wolle und es dazu eine koordinierte Vorgangsweise geben müsse. Unterschiedliche Botschaften wären kontraproduktiv.

Das Gipfeltreffen in Linz habe aber auch grundsätzlich ergeben, dass es zur Bewältigung der coronabedingten Wirtschaftskrise einen “Schulterschluss von Land und Sozialpartnern zur Absicherung von Arbeitsplätzen und dem Wirtschaftsstandort Oberösterreich” benötige. Dazu müsse man “die Kräfte bündlen”, so der gemeinsame Tenor der Teilnehmer. Es gehe um den Erhalt jedes Arbeitsplatzes.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Aufgrund des dritten Corona-Lockdowns vom 26. Dezember bis inklusive 17. Jänner wird der Großteil der heimischen Händler wohl die freiwillig gewährte Umtauschfrist für Weihnachtsgeschenke verlängern. Das erwarten WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik und Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Zeit nach Weihnachten ist normalerweise für den Handel eine umsatzstarke Zeit,Geldgeschenke und Gutscheine werden eingelöst und Präsente umgetauscht. Bei Waren, die in Geschäften gekauft wurden, gibt es kein gesetzlich geregeltes Umtauschrecht. Viele Händler räumen aber freiwillig eine Umtauschoption ein. Durch den Lockdown können die Waren erst ab 18. Jänner in den Geschäften umgetauscht werden. Freiwillig längere Frist “Gerade im Weihnachtsgeschäft und angesichts des dritten Lockdowns ab 26. Dezember wird sich wohl ein Großteil der heimischen Händler kulant zeigenund den Konsumenten freiwillig eine längere Umtauschmöglichkeit einräumen”, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Will. “Vor dem Lockdown wurde die Frist vielfach bis Mitte Jänner zugesichert. Durch den neuerlichen Lockdown – der sich damit terminlich schneidet – wird nun die Umtauschfrist in vielen Fällen bis 31. Jänner ausgeweitet.” Händler “sehr kulant” Trotz fehlendem Umtauschrecht gibt auch WKÖ-Handelsobmann Trefelik Entwarnung. “Ich würde mir da keine Sorgen machen.” Auch nach dem 17. Jänner würden “Händler sehr kulant sein” – zumal jeder, der etwas umtauscht, ein potenzieller Kunde mehr im Geschäft sei. Trefelik wies aber darauf hin, dass nur unbenutzte Ware umgetauscht wird. Anders sieht die Situation im Internethandel aus. Bei online gekauften Waren haben Konsumenten ein 14-tägiges Widerrufsrecht (Fernabsatzgesetz), damit sie die Produkte wie im stationären Handel zur Begutachtung in Händen halten können.

Großteil der Händler wird Umtauschfrist bis 31. Jänner verlängern

Eine provisorische Verkehrsinsel hat am späten Mittwochabend auf der Pyhrnpass Straße bei Sattledt (Bezirk Wels-Land) einen Alkolenker aus dem Verkehr gezogen.

Alkofahrt auf Pyhrnpass Straße bei Sattledt endet in einer Verkehrsinsel

Ryanair schließt mit Jahresende seine Basis in Wien. Daher werden auch die bisher drei Boeing-Maschinen nicht mehr in Wien stationiert sein. Die Mitarbeiter von Ryanair in Wien wurden vor die Alternative gestellt, nach Dublin, Athen oder Thessaloniki umzuziehen oder ihren Job zu verlieren, schreibt das Luftfahrtportal “aviation.direct” unter Berufung auf ein internes Schreiben von Ryanair. Unklar sei, wie viele Mitarbeiter von der Schließung der Basis in Wien betroffen sein werden, so das Portal. Ryanair ist die Muttergesellschaft der österreichischen Laudamotion, die allerdings inzwischen den Flugbetrieb eingestellt hat. Das Geschäft ist auf die in Malta neu gegründete Lauda Europe übergegangen, österreichisch ist nur mehr der Namen. Ryanair bleibt ab 1. Jänner mit den Töchtern Lauda Europe und der polnischen Buzz vertreten, die hier Flugzeuge stationiert haben, schreibt “aviation.direct”. Angeflogen wird Wien außerdem von der ebenfalls zu Ryanair gehörenden Malta Air und der Muttergesellschaft des Konzerns, der Ryanair DAC, die aber hier keine Flugzeuge stationiert haben. Alle Tochterunternehmen fliegen unter Ryanair-Flugnummern.

Ryanair schließt zum Jahresende die Basis in Wien

Der Wissenschafter geht davon aus, dass sich in Europa vor allem die britische Mutation – und nicht die in Südafrika entdeckte – verbreiten wird. Es sei davon auszugehen, dass dies auch in Österreich schon vor wenigen Wochen begonnen habe. Aber das Virus baue sich erst langsam ohne größere Spuren auf, und “wenn es dann einmal da ist, geht es wirklich sehr schnell”, so Wagner in der Sonder-“ZiB”. “Schon sehr große Sorgen” mache den Wissenschaftern, dass die Mutation “sehr wahrscheinlich” zu einer größeren Infektiosität führt, sagte er. Und das sei “teuflisch”: Denn wenn das Virus um 50 Prozent ansteckender ist, bedeute das bei gleichbleibender Gefährlichkeit binnen ein paar Wochen “mindestens eine Verfünffachung der Sterbefälle”. Wäre hingegen das Sterberisiko um 50 Prozent höher, käme es im selben Zeitraum nur zur Verdoppelung. Die MedUni Wien hat auf Ersuchen von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vom vergangenen Donnerstag zunächst positive PCR-Tests einer Teststraße analysiert – und mittlerweile alle positiven Proben aus Wien. Laut den der APA bekannt gegebenen ersten Ergebnissen wurde bei der Untersuchung einer Stichprobe von 83 positiven PCR-Tests in 14 Fällen die für das britische Virus typische Mutation nachgewiesen. Die Untersuchung ist aber noch nicht fertig, die Ergebnisse der Sequenzierung liegen noch nicht vor. Hacker sah aber bereits den Verdacht bestätigt, wonach die Variante schon länger in Österreich sein dürfte. Er hat den Auftrag erteilt, alle positiven PCR-Befunde in Wien auch automatisch auf Mutationsmarker mittesten zu lassen. Nun gebe es den ersten Outcome des Auftrags. “Wichtig ist, dass es sich hierbei – Stand jetzt – immer noch um Verdachtsfälle handelt und die endgültige Bestätigung durch Sequenzierungen aussteht”, sagte der Ressortchef. Offen sei auch noch, um welche Mutation es sich tatsächlich konkret handle. Hacker hatte bereits wiederholt die Vermutung geäußert, dass eine Verbreitung zwischen 15 und 20 Prozent nicht überraschend wäre. “Für eine definitive Beurteilung dieser Situation und eine etwaige Neu-Beurteilung der Situation der letzten Wochen ist es noch zu früh, da die Ergebnisse der Sequenzierungen erst im Laufe der kommenden Woche einlangen. Danach gibt es ein klareres Bild, das dann eben zu beurteilen sein wird”, betonte der Stadtrat. Mit 14 Verdachtsmomenten auf die britische Mutation des Virus bei 83 positiven Proben kann natürlich unmöglich auf die derzeitige Ausbreitung der Version B.1.1.7. geschlossen werden, sagte Peter Klimek vom Complexity Science Hub (CHS) Vienna. Der Komplexitätsforscher wies darauf hin, dass aufgrund der PCR-Vorproben auch erst einmal eine hohe Wahrscheinlichkeit auf das tatsächliche Vorhandensein der Mutation gegeben ist, aber auch diese erst nach der Sequenzierung endgültig ist. Um das tatsächliche Ausmaß der Mutations-Anteils festzustellen bräuchte es eine ausreichend große Stichprobe, ähnlich wie bei einer Meinungsumfrage. So gesehen haben diese 14 Fälle der möglichen Mutation, die bei den positiven Corona-Tests an einer Teststraße in Wien registriert wurden, keinen neuen Erkenntniswert, erläuterte Klimek, denn dass die aufgetretene Coronavirus-Mutation bereits im Wiener Abwasser ihre Spuren hinterlassen haben könnte und damit in der Bundeshauptstadt kursiert, stand ja bereits fest. Die in der Wiener Hauptkläranlage am Dienstag entnommene Probe wurde in einer Vortestung ebenfalls positiv auf die neue Variante getestet. Es sei so auf jeden Fall noch zu früh, um neue Schlüsse zu ziehen. Man könne aber davon ausgehen, dass sich B.1.1.7. in einer ähnlichen Geschwindigkeit wie in Dänemark ausbreiten werde. Dort wurde anhand der dort hohen Rate an SARS-CoV-2-Sequenzierungen festgestellt, dass der Anteil von B.1.1.7 an den untersuchten Virusproben binnen drei Wochen von 0,2 auf 2,3 Prozent gestiegen war. Daher könne man auch im Fall von Österreich davon ausgehen, dass die Probleme mit der Mutation nicht erst in zwei Monaten auftreten werden, sondern eher bereits davor.

Offenbar schon "relativ starke" Verbreitung der Mutation

Der Internationale Motorsportverband (FIA) hat nach der ersten Spielberg-Woche eine erfreuliche Sicherheitsbilanz gezogen. “Gott sei Dank ist die Bilanz sehr, sehr positiv”, sagte Generalsekretär Peter Bayer der APA am Montag nach dem ersten Formel-1-Rennen. Der Österreicher machte die gute Vorbereitung sowie die beispielhafte Disziplin der Teams dafür hauptverantwortlich. “Einige Teams sind mit ihren Maßnahmen sogar weiter gegangen, als die Vorschriften es erfordert hätten”, lobte Bayer den Formel-1-Tross. “Ihre Liebe zum Motorsport hat uns da sicher sehr geholfen”, sagte der bei der FIA für den Motorsport zuständige Spitzenfunktionär aus Vorarlberg der APA am Telefon aus Paris. Insgesamt seien für den Formel-1-Auftakt in Österreich bisher an die 7.000 Tests vorgenommen worden. 2.500 im Vorfeld, 4.500 waren es demnach vor Ort. Zu den Lerneffekten hätte auch der Umgang mit den sogenannten “falsch positiven” Ergebnissen gehört, also Verdachtsfällen, die isoliert und nachgetestet werden müssen. “Das liegt in der Natur der Sache. Am Ende gab es für alle aber wieder grünes Licht”, bestätigte Bayer die gute Bilanz. Auch die dabei erkannten Datenschutzprobleme seien letztlich mit “Hausverstand” gelöst worden. “Man kann ja einen Covid-19-Test nicht einfach ans schwarze Brett hängen, sondern braucht eine Brücke zwischen medizinischer Schweigepflicht und operativer Event-Umsetzung.” Das Problem der Schnittstellen zwischen den Sicherheitsclustern und der lokalen Bevölkerung war der FIA stets bewusst. Disziplin sei auch hier Teil des Erfolges, und die Teilnehmer hätten sich im adaptierten Teil des Sporting-Codes verpflichtet, alle Sicherheitsmaßnahmen auch außerhalb ihrer “Blase” einzuhalten, betonte Bayer. Die Kernpunkte: genügend Abstand, Handhygiene und vor allem Maske. “Dann ist man auf relativ sicherem Eis.” Die Verwunderung des großteils aus England, Frankreich und Italien angereisten Formel-1-Trosses über das schon wieder sehr freizügige Verhalten der Bevölkerung versteht Bayer. “Hier in Paris tragen 60 bis 70 Prozent der Menschen Maske. Für Teams, die aus dem Lockdown nach Österreich kommen, ist das anfangs schwer zu verstehen. Man muss aufpassen, damit nicht der Eindruck entsteht, alles sei schon wieder erlaubt.” Innerhalb der Formel 1 habe jedenfalls alles sehr gut funktioniert, versicherte Bayer. So gut, dass man vor dem zweiten Rennen sogar punktuelle Erleichterungen überlegt. Vorstellbar ist etwa, dass die Formel-1-Piloten künftig bei Interviews im “Außenbereich” die Masken ablegen dürfen.

Positive Sicherheitsbilanz der ersten Spielberg-Woche

In Österreich sind derzeit über 1,8 Millionen Menschen ohne Job oder in Kurzarbeit. Wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte, sind 503.494 Menschen als arbeitslos gemeldet, weitere 46.168 Personen in Schulungen. Dazu kommen rund 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Gegenüber dem bisherigen Höchststand Mitte April ist in Österreich die Zahl der Menschen ohne Job bis 11. Mai von 588.205 um rund 39.000 Personen gesunken. Vor allem am Bau habe es einen Rückgang gegeben, sagte Arbeitsministerin Christine Aschbascher (ÖVP).

Über 1,8 Millionen ohne Job oder in Kurzarbeit