Analyse: Handel und Produktion leiden am meisten unter Coronakrise

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Analyse: Handel und Produktion leiden am meisten unter Coronakrise

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung setzen der Wirtschaft schwer zu. Anders als in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 sind diesmal alle Sektoren betroffen. Der Thinktank “Agenda Austria” hat die Schäden nun näher analysiert.

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Im ersten Quartal, in dessen später Phase die Coronakrise begonnen hat, gab es deutlich weniger Unternehmenspleiten und weniger Privatinsolvenzen als im Vorjahreszeitraum. Wie heftig sich die Krise schlussendlich auswirkt, ist offen: “Wie viele Insolvenzen es über das ganze Jahr geben wird, hängt davon ab, wie sich die nächsten drei Monate entwickeln”, sagte KSV-Experte Hans-Georg Kantner zur APA.

Corona-Stillstand sorgt bei Insolvenzen für Ruhe vor möglichem Sturm

Große Lust aufs Spielen verspürt das Schauspielensemble des “Jedermann” bei den diesjährigen Salzburger Festspielen, die coronabedingt in verkürzter Form von 1. bis 30. August stattfinden. Die neue Buhlschaft Caroline Peters wird ihre Rolle “hintergründig und tiefgründig” interpretieren, mehr verriet sie nicht. Tobias Moretti kündigte indes an, nächstes Jahr nicht mehr den “Jedermann” zu spielen. Peters freut sich, nach der wegen der Coronapandemie monatelangen Pause endlich wieder spielen zu dürfen. Die Proben für den “Jedermann” im 100. Jubiläumsjahr des Festivals sind Anfang der Woche im Schüttkasten angelaufen, für kommenden Dienstag ist die erste Probe auf dem Domplatz geplant. Erste Konturen haben sich schon herauskristallisiert. “Man überlegt, stellt sich etwas vor, und in der Realität ist es dann zu 100 Prozent wieder anders”, bilanzierte Peters nach den ersten Proben im Gespräch mit Journalisten am Freitag auf der Festspielpresseterrasse. Sie sei hier in Salzburg sehr freundlich aufgenommen worden und sehe sich als “Teil einer Gang von lauter starken Schauspielerpersönlichkeiten”. Welches Kostüm sie tragen wird, darüber hüllte sich die Schauspielerin noch in Schweigen. “Es wird eine Entblätterung”, schmunzelte Schauspielchefin Bettina Hering. Die Coronapandemie mit all den aus Sicherheitsgründen eingeführten Maßnahmen nehme in der Rollengestaltung keinen Einfluss auf sie, erzählte Peters. Regisseur Michael Sturminger meinte, die Kraft des Stückes sei das Erbauende, es solle das Publikum vergessen lassen, wie schwer diese Zeit gerade ist. Peters meinte, vielleicht würden Sätze in dem Stück von Hugo von Hofmannsthal wegen Corona einen anderen Widerhall finden und der Tod weniger sinnbildlich, sonder realer vorkommen. In den vergangenen Monaten seien die Menschen mit der Frage konfrontiert gewesen, “ob der Tod vor der Tür steht oder nicht”. Auch das “Drumherum” beim Theater sei anders geworden. “Wie wir sitzen, ist eine andere Welt”, verwies Peters auf die Abstandsregelung bei der Sitzordnung. Tobias Moretti freute sich, mit Peters “so eine hervorragende Schauspielerin” an seiner Seite zu haben. Was den “Jedermann” und die anderen Festspielproduktionen in diesem Sommer betrifft, so gehe es “um die Essenz des Machbaren”, sagte Moretti. Die Produktionen hätten heuer einen besonderen Charakter. “Das hat auch einen inhaltlichen Kontext für mich.” Er sehe es als eine Wechselwirkung aus Bürde und Lust und Herausforderung. Und er fühle sich “gebettet in einer Gang und in einem Konglomerat von großartigen Schauspielern und Regisseuren”. “Vor zwei, drei Tagen wurde uns wie einer Schulklasse gesagt, was wir alles nicht dürfen. Das war so eine komische Distanz wie vor einer Prüfungskommission”. Beim Fotoshooting, als er mit der neuen Buhlschaft posierte und dabei auf die Abstandsregel aufmerksam gemacht wurde, antwortete er: “Wir dürfen ja. Wir sind die rote Gruppe”. Damit gemeint sind jene Künstler und Mitarbeiter der Salzburger Festspiele, die den Mindestabstand und die Maskenpflicht bei ihrer Arbeit nicht einhalten können. Aufhorchen ließ Moretti mit dem Sager, dass er im nächsten Jahr nicht mehr den Jedermann bei den Salzburger Festspielen spielen wird. “Ich werde im nächsten Jahr nicht mehr der Jedermann sein.” Wer im Jahr 2021 gegebenenfalls an seine Stelle tritt und ob es eine Neuinszenierung geben wird, darüber war am Freitag nichts zu erfahren. Neu im “Jedermann-Team” sind heuer Pauline Knof als Schuldknechts Weib und Gustav Peter Wöhler als Dicker Vetter. Knof sagte, sie habe sich “wahnsinnig gefreut”, als Schauspielchefin Hering sie gefragt habe, ob sie die Rolle übernehmen wolle. “Ich habe auch noch nie Freiluft gespielt.” Wöhler hat “sofort zugesagt, ohne zu überlegen”. Der Schauspieler und Musiker freute sich auch, dass er im Chor singen darf. Er wirkte bereits 1999 beim “Jedermann” mit, als Geselle an der Seite von Ulrich Tukur. “Damals hat es in Salzburg “zu viel geregnet”. Für die diesjährige Rolle hat er dennoch “sofort zugesagt, ohne zu überlegen”.

Tobias Moretti will 2021 nicht mehr "Jedermann" sein

Die Feuerwehr musste in der Nacht auf Dienstag zu einem Müllcontainerbrand in den Welser Stadtteil Neustadt ausrücken.

Nächtlicher Brand einer Großraummülltonne vor Jugendzentrum in Wels-Neustadt

Im Einsatz gegen das Coronavirus haben nach Militärangaben 500 Soldaten die Straßen der thailändischen Hauptstadt Bangkok desinfiziert. Die Aktion in der Nacht auf Montag war demnach der fünfte solche Einsatz. In der Corona-Krise ist das öffentliche Leben in Bangkok eingeschränkt: Schulen, Einkaufszentren und Restaurants sind offiziell geschlossen. Auch der Königspalast, eine große Touristenattraktion, hat bis Mitte April zu. Ausgenommen von der Schließung sind Supermärkte und Drogerien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag stieg die Zahl der bekannten Coronavirus-Fälle in dem südostasiatischen Land um 122 auf 721.

Soldaten desinfizieren Bangkoks Straßen

Im Vergleich zum Vorjahr sind um 27,9 Prozent mehr Menschen ohne Job. Die Zahl der Personen in Kurzarbeit ist seit Ende Juli in etwas konstant. Aktuell sind es 452.499. Die Coronakrise wirkt sich weiterhin stark auf den österreichischen Arbeitsmarkt aus. Im August waren 422.910 Personen ohne Job, das sind um 92.219 Personen bzw. um 27,9 Prozent mehr als im August 2019. Davon waren 371.893 Personen (+33,2 Prozent zum Vorjahresmonat) beim AMS arbeitslos gemeldet und 51.017 Personen (-1,0 Prozent) in Schulung. In Kurzarbeit sind aktuell nach Angaben des Arbeitsministeriums 452.499 Menschen, die Zahl ist laut Ministerium seit Ende Juli in etwa konstant. Die Covid-19-Krise führte seit Mitte März 2020 zu einem extremen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen geht zwar seit Mitte April zurück, dennoch liegt die Zahl der beim AMS vorgemerkten Personen weit über dem Niveau des Vorjahres. Von den Branchen am stärksten betroffen ist der Tourismus mit Beherbergung und Gastronomie, wo sich die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) gegenüber dem Vorjahr um 55,7 Prozent auf 50.788 Personen massiv gesteigert hat. 

422.910 Personen ohne Job, 452.499 in Kurzarbeit