Anschober: "Ein Jahr, das wir nie vergessen werden"

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Anschober: "Ein Jahr, das wir nie vergessen werden"

Nächste Woche jährt sich der erste Corona-Fall in Österreich zum ersten Mal. Gesundheitsminister Rudi Anschober zieht heute in einer Pressekonferenz dazu Bilanz. Mit dabei sind Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, Nikolas Popper, Simulationsforscher der TU Wien, Günter Weiss, Direktor der Uniklinik für Innere Medizin in Innsbruck, Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Virologin an der Medizinischen Uni Wien und Michael Musalek, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

“Ein Jahr, das wir nie vergessen werden”, beginnt der Minister seine Rückschau auf dieses Pandemie-Jahr. Am 25. 2 gab es in der Österreich die ersten Infizierten, am 16.3 kam es zu ersten Lockdown.  “Unvorstellbar, dass so etwas einmal einsetzt”, sagt der Minister dazu. Bei 2.000 bis 3.000 täglichen Testungen “Wahrscheinlich, hat es in den letzten Jahre kein anderes Ereignis gegeben, dass unser Leben so verändert hat”, betont Anschober.

So hat es nach dem ersten Lockdown fünf bis sechs Monaten gegeben, in denen das Leben wieder halbwegs normal war. Mit einer zweiten Welle hat man aber gerechnet, nicht aber mit der Gewalt und Vehemenz, mit der sie dann eingetreten ist. Es folgte der zweite Lockdown und eine Stabilisierung der Infektionszahlen. Im Moment 1.818 Fälle in den vergangenen 24 Stunden. 439.000 Menschen wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Österreich einmal positiv gegeben.

Ein Blick in die Pflegeheime: Derzeit gibt es 400 Fälle in den Heimen in ganz Österreich. Man sehe, das Impfen wirke, betont Anschober. Die Zahlen der Infektionen und Todesfälle nehme rapide ab.

Zu den Mutationen: In manchen Regionen im Osten gibt es bereits eine Dominanz der britischen Variante, erklärt Anschober.

Man stehe nun an am Scheideweg, die Fälle gehen wieder leicht nach oben. “Die Wochen bis Ostern sind entscheidend”, erklärt der Minister.  Fünf Punkte-Plan soll uns durch diese Phase helfen:

–  Alle PCR-Test auf Mutationen untersuchen

– FFP2-Maske überall

– Mehr Tests  –  dadurch würde man natürlich mehr Fälle finden.

– Contact Tracing muss schnell funktionieren

– Impfungen: 500.000 Impfungen wurden gemach, rund 200.000 Menschen haben bereits den Vollschutz.

Plan für die Zeit nach Ostern

Psychosoziale Auswirkungen sollen untersucht und gegengesteuert werden. Außerdem geht es um eine klare Strategie für ein Leben nach der Impfung. Vor allem in der Zeit nach Ostern, wenn eine Million Menschen geimpft worden sein sollen.

Langzeitfolgen

Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, spricht über ihre Erkrankungen und die Langzeitfälle. Nach zwei Monaten kamen bei Spera Atemprobleme und der Geruchs- und Geschmackssinn ist noch nicht zurückgekehrt. Mit den Langzeitfolgen hat sie nicht mehr gerechnet. Sie ist froh, dass sich die Medizin damit beschäftigt.

Was kann die Medizin bei der Behandlung leisten? Dazu spricht Günter Weiss, Direktor der Uniklinik für Innere Medizin in Innsbruck. Keine Infektionskrankheit sei bisher so gut erforscht werden, das sei wichtig. Doch es gebe unterschiedliche Präsentationen der Krankheit  – das mache die Behandlung schwierig.

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