Ansturm auf ersten Corona-Massentest in Österreich

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Ansturm auf ersten Corona-Massentest in Österreich

Die Schneekanonen nicht weit vom Feuerwehrhaus schießen aus allen Rohren, und vor dem Gebäude steht an diesem Dienstagvormittag eine kleine Menschenschlange in der eisigen Kälte: Annaberg im Salzburger Tennengau ist Österreichs erster Schauplatz eines Corona-Massentests. Und der lockt gleich zum Auftakt bei Tagesanbruch nicht nur Einheimische hinter dem Ofen hervor, sondern auch massenweise Journalisten und Fernsehteams zur einzigen Foto- und Filmmöglichkeit im Feuerwehrhaus.

Selbst aus dem Ausland sind Reporter angereist, wobei sich vor allem Interesse aus Deutschland feststellen lässt, wie Teams der deutschen Fernsehsender RTL oder NTV zeigen. Die Wartenden, Frauen wie Männer, Jung wie Alt, verschwinden zuerst kurz in einem roten Vorzelt, in dem mit Unterstützung eines Feuerwehrmannes Daten aufgenommen werden: die Nummer der E-Card etwa oder die Telefonnummer.

Drei Testlinien

In der nächsten Station, einem überdachten Vorgebäude, wird dann die Identität überprüft. In größeren Ortschaften wäre dafür ein Lichtbildausweis notwendig, in Annaberg fällt das fast bei jedem weg: Man kennt sich in einer Gemeinde mit rund 2.300 Einwohnern. Dann erhalten die Teilnehmer noch eine laufende Nummer und schon geht es ab in die Teststraße, die in der Feuerwehr-Fahrzeughalle mit drei Testlinien errichtet worden ist.

Zwei Feuerwehrleute regeln den Zugang und zwei Helfer übernehmen Registrierung und Erstellen des Testverzeichnisses. Drei Rot-Kreuz-Helfer nehmen die Antigen-Schnelltests ab, drei weitere werten diese dann gleich aus. Und dann gibt es noch zwei Assistenten und zwei Kontakt-Tracer, die positiv getestete Probanden später informieren und mit ihnen einen Termin für den PCR-Test heute ab 19.00 Uhr vereinbaren.

Bürgermeister vor Ort

Bürgermeister Martin Promok (SPÖ) steht selbst den ganzen Vormittag beim Feuerwehrhaus, begrüßt die Menschen in der Warteschlange, spricht mit ihnen und bedankt sich für die Teilnahme am Massen-Screening. “Mit der Beteiligung bisher bin ich sehr zufrieden”, meinte er kurz zur APA. Franz Wieser, der Sprecher des Landes, kann bereits mit einer ersten Zahl aufwarten: “In der ersten halbe Stunde sind schon rund 70 Personen beim Test gewesen. Wir hoffen, dass es heute schon noch gut 500 werden.” In Summe erwarten sich die Organisatoren eine Beteiligung von 50 Prozent der 2.200 zum Test gebetenen Gemeindebürger.

“Der Test ist sehr schnell über die Bühne gegangen, es ist nichts dabei und man braucht sich nicht davor fürchten”, berichtet eine 45-Jährige der APA nach Verlassen des Feuerwehrhauses. Und ihr 15-jähriger Sohn ergänzt: “Ich finde es auch sehr sinnvoll, wenn man weitere Menschen mit dem Virus so herausfiltern kann.” Antworten, die bei allen Befragten ähnlich ausfallen. Ein Pensionist vergleicht den Ablauf des Tests mit einer Wahl, “anders ist nur, dass man getestet wird. Und es hat leicht gekitzelt.

In dem regen Treiben vor dem Feuerwehrhaus bleibt an diesem Dienstagvormittag nur einer mehr oder weniger “arbeitslos”: ein im Wartebereich aufgestellter Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände. Denn bei fünf Grad unter Null kommt fast jeder mit Handschuhen hier angestapft.

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