Antonio Banderas wird 60

Merken
Antonio Banderas wird 60

Antonio Banderas ist einer der größten europäischen Hollywood-Stars. Der Leinwand-Latin-Lover aus Andalusien, der am Montag 60 Jahre alt wird, hat mit dem Film-Mekka derzeit allerdings wenig zu tun.

“Schuld” ist der 26. Jänner 2017. Vor dreieinhalb Jahren erlitt er beim Sport in seinem Haus in der südenglischen Grafschaft Surrey unweit von London einen Herzinfarkt. “Der Infarkt hat mir das Leben gerettet. Plötzlich räumst du den wirklich wichtigen Dingen Vorrang ein”, bilanzierte Banderas in mehreren seiner jüngsten Interviews. Es gebe inzwischen einen “neuen” Antonio Banderas. “Vielleicht ist es nicht mal so schlecht, den (alten) Banderas zu töten”, sagte der Schauspieler (“Die Maske des Zorro”) jüngst der Zeitung “El Periódico”.

Er ist überzeugt: “Den Infarkt habe ich mir ganz alleine eingebrockt. Weil ich Dinge gemacht habe, die mir nicht gefielen, und weil ich Projekte verteidigt habe, an die ich nicht geglaubt habe, nur weil der Produzent neben mir saß.” Nur 15 seiner etwa 60 Filme seien wirklich gut gewesen. Eine Rolle spiele auch das Alter, räumte er ein. “Ich werde jetzt 60. Da kann ich nicht mehr den Jungen herauskehren, der gern den Zorro spielt.”

Das bedeutet aber nicht, dass Banderas seit dem Anfall eine ruhige Kugel schiebt. Der Ex-Ehemann von Hollywood-Kollegin Melanie Griffith bezeichnet sich weiter als “Workaholic, der ohne Arbeit nicht leben kann”, auch wenn ihm drei Stents eingepflanzt wurden. Er spielte zuletzt unter anderem die Hauptrolle im Filmdrama “Leid und Herrlichkeit” (2019) seines Entdeckers Pedro Almodóvar und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen für den besten Darsteller, unter anderem in Cannes, sowie den spanischen Goya-Preis.

Die meiste Zeit widmete Banderas in den Monaten vor der Pandemie aber dem – wie er sagt – “Projekt meines Lebens”. Im November eröffnete er in seiner Geburtsstadt Málaga das von ihm gestiftete Teatro del Soho. Bei der Premiere und in späteren Aufführungen des Musicals “A Chorus Line” trat er selbst auf. Und das tat ihm gut: “Durch das Tanzen habe ich zehn Kilo verloren. Ich fühle mich gut”, verriet er erst vor ein paar Monaten. “Ich rauche nicht mehr, ich esse nicht mehr jeden Tag Fleisch und mache mir nicht mehr so viel Stress.” Ehrgeizig bleibt Banderas aber: Mit “A Chorus Line” will er sich so bald wie möglich in New York präsentieren.

Unter “schrecklichem Stress” habe er vor allem 2014 während der Scheidung von Griffith nach 18-jähriger Ehe gelitten – auch wegen der gemeinsamen Tochter Stella del Carmen (23), die sich seit zwei Jahren als Schauspielerin versucht. “Die Scheidung war für mich sehr hart. Wir hatten 20 Jahre lang unser eigenes Universum aufgebaut, und plötzlich ging alles in die Luft.” Mit Melanie (62) verbinde ihn aber noch eine enge, “wunderbare Freundschaft”.

Banderas war derweil nach der Scheidung nicht lange allein. Schon seit Ende 2014 ist er mit der 20 Jahre jüngeren deutsch-niederländischen Anlageberaterin Nicole Kimpel zusammen. Die beiden waren eines der Paare, die von der Corona-Pandemie monatelang getrennt wurden. Während Kimpel den Lockdown in Genf mit ihrem Vater und ihrer Zwillingsschwester verbrachte, war Banderas nach eigenen Angaben 70 Tage allein in seinem Haus in Marbella. “Ich habe Wäsche gewaschen, gebügelt, den Boden mit Lauge geputzt”, erzählte er im Juni der Zeitung “El País”.

Alles andere als ein Don Juan. Banderas war allerdings im wirklichen Leben schon immer mehr ein Kämpfer als ein Latin Lover, ein Lebens- und Überlebenskünstler. Der Sohn eines Polizeibeamten und einer Lehrerin verließ schon mit 18 das Elternhaus in Málaga mit umgerechnet nur 90 Euro in der Tasche, um in der Hauptstadt Madrid den Durchbruch als Schauspieler zu schaffen.

Berichten zufolge wurde er Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre neun Mal aus Pensionen geworfen, weil er mit den Zahlungen für die Unterkunft in Verzug geriet. Aber dann kam Almodóvar. Mit dem schrillen Provokateur drehte er unter anderem “Labyrinth der Leidenschaften” (1982) und “Matador” (1986), bevor das Duo 1988 mit der Komödie “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs” weltweit den Durchbruch schaffte. Der Streifen wurde unter anderem für einen Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert – und diente Banderas als beste Visitenkarte für Hollywood.

Der Andalusier sprach damals nicht ein einziges Wort Englisch, er packte aber dennoch die Koffer und zog nach Los Angeles. Für seine erste Rolle in “Mambo Kings” (1992) studierte er – ganz Kämpfer – den Text phonetisch ein, ohne ihn wirklich zu verstehen. Es klappte aber. Der Ruf von Top-Regisseuren wie Bille August (“Das Geisterhaus”, 1993), Jonathan Demme (“Philadelphia”, 1993) oder Alan Parker (“Evita”, 1996) ließ nicht auf sich warten.

Er drehte auch an der Seite der attraktivsten Frauen seiner Generation. Zum Beispiel mit Pop-Ikone Madonna in “Evita”, mit Catherine Zeta-Jones in “Die Maske des Zorro” (1998) oder mit Angelina Jolie in dem Melodram “Original Sin” (2001). Vor der Kamera lernte er auch Melanie Griffith kennen – bei der romantischen Komödie “Two Much – Eine Blondine zuviel” (1996).

Banderas Erfolgsrezept? “Man muss Geduld haben und auf die Details achten. Ich habe mir alles immer hart und ganz allein erarbeitet, Schritt für Schritt, habe überall Castings gemacht, und auch viel Mist ertragen müssen”, erzählte er im Gespräch mit “La Opinión de Málaga”. Um fit zu bleiben, trinkt der “geständige” Hypochonder nach eigenen Angaben viel Tee und macht viel Yoga. Und nach Ende des strengen Corona-Lockdowns joggt er wieder jeden Tag – auch wenn er auch in Málaga von Paparazzi gejagt wird. Sich unters Messer zu begeben, um Altersfalten zu beseitigen, lehnt er strikt ab. “Erst wenn dein Körper nicht das tut, was dein Gehirn will, dann kannst du sagen: Houston, wir haben ein Problem.”

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Während des Lockdowns sind deutlich mehr Senioren mit Verletzungen nach Stürzen und Ähnlichem auf dem Operationstisch der Unfallchirurgie gelandet als in anderen Jahren. Das ergab eine Untersuchung im Krankenhaus Braunau in Oberösterreich. Primar Jürgen Barth führt das u.a. darauf zurück, dass die Betroffenen “mehr als sonst auf sich selbst angewiesen” waren. In der Gruppe der Über-65-Jährigen habe die Zahl der alterstypischen Verletzungen wie Frakturen an Oberschenkeln, Wirbeln und Oberarmen um fast 40 Prozent zugenommen, berichtete Barth. Im Zeitraum von Mitte März bis Ende Mai zählte er 51 Patienten mit diesen Diagnosen, im Vergleichszeitraum des Jahres davor waren es nur 33. Ein großer Teil der Verletzungen war auf Stürze etwa mit dem Rad, aber auch im Haushalt zurückzuführen. Die Untersuchung bezieht sich zwar nur auf das Spital in Braunau, laut dem Primar habe man aber auch in anderen Häusern ähnliche Erfahrungen gemacht. Generation 65+ besonders betroffen Besonders stark betroffen war die Gruppe der 65- bis 80-Jährigen. “Das sind vor allem jene Personen, die noch zuhause und nicht in Pflegeheimen betreut werden”, so Barth. Daheim sei aber die eine oder andere Pflegekraft ausgefallen und die Angehörigen seien weniger präsent gewesen, weil man ihnen geraten hat, den Kontakt zu betagten Menschen einzuschränken. “Dadurch waren die älteren Personen viel mehr auf sich selbst angewiesen und das Resultat waren mehr Unfälle als sonst in diesem Zeitraum.” Todesfälle während des Spitalsaufenthalts oder der Remobilisierung waren laut Barth in Braunau nicht zu beklagen. Allerdings würden manche Verletzungen wie etwa Oberschenkelhalsbrüche sehr häufig zu Pflegebedarf oder letztlich sogar zu geringerer Lebenserwartung führen.

Studie zeigt: Mehr verletzte Pensionisten während Lockdowns

Österreicher können ohne einen triftigen Grund nicht mehr nach Slowenien einreisen. Seit Sonntagabend gilt ein neues Grenzregime, mit dem die slowenische Regierung ihre am Freitag verkündete Grenzöffnung wieder zurückgezogen hat. Nunmehr können nur Bürger jener EU-Länder ohne Einschränkungen einreisen, mit denen es bilaterale Vereinbarung gibt. Die Liste der Länder steht noch nicht fest.

Nach nur drei Tagen: Slowenien führt wieder Einreisebeschränkungen ein

Im Einsatz gegen das Coronavirus haben nach Militärangaben 500 Soldaten die Straßen der thailändischen Hauptstadt Bangkok desinfiziert. Die Aktion in der Nacht auf Montag war demnach der fünfte solche Einsatz. In der Corona-Krise ist das öffentliche Leben in Bangkok eingeschränkt: Schulen, Einkaufszentren und Restaurants sind offiziell geschlossen. Auch der Königspalast, eine große Touristenattraktion, hat bis Mitte April zu. Ausgenommen von der Schließung sind Supermärkte und Drogerien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag stieg die Zahl der bekannten Coronavirus-Fälle in dem südostasiatischen Land um 122 auf 721.

Soldaten desinfizieren Bangkoks Straßen

Nach gewaltsamen Protesten wegen des Todes eines Afroamerikaners bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat der Gouverneur von Minnesota die Nationalgarde mobilisiert. Gouverneur Tim Walz erklärte den Notstand für Minneapolis und umliegende Gebiete. Bei erneuten Protesten drangen Demonstranten in eine Polizeistation ein. An anderen Orten kam es zu Plünderungen und Brandstiftungen.

US-Nationalgarde nach Tod eines Schwarzen mobilisiert

Ein Auffahrunfall auf der Innviertler Straße in Wels-Neustadt forderte Samstagvormittag zwei Verletzte.

Auffahrunfall auf Innviertler Straße in Wels-Neustadt fordert zwei Verletzte

Papst Franziskus hat sich erneut hinter einen Aufruf der Vereinten Nationen zu einer weltweiten Waffenruhe angesichts der Coronakrise gestellt. Ein “globales und sofortiges” Schweigen der Waffen würde den Frieden und die Sicherheit ermöglichen, die unverzichtbar seien “für die so dringend benötigte humanitäre Hilfe”, sagte Franziskus beim Angelusgebet am Sonntag. “Ich hoffe, dass diese Entscheidung zum Wohle der vielen Menschen, die leiden, wirksam und rasch umgesetzt wird. Möge diese Resolution des Sicherheitsrates ein mutiger erster Schritt in eine friedliche Zukunft werden”, sagte Franziskus. Der UNO-Sicherheitsrat hatte am vergangenen Mittwoch nach langen Debatten eine Resolution verabschiedet, die wegen der Coronavirus-Pandemie eine weltweite Waffenruhe verlangt. Der Text fordert eine weltweite 90-tägige Feuerpause mit Ausnahme der Militäreinsätze gegen Jihadisten. Schon im März hatte sich der Papst einem Appell von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres nach einer globalen Waffenruhe angeschlossen.

Papst unterstützt UNO-Forderung nach globaler Waffenruhe