Astrid-Lindgren-Welt wehrt sich gegen Corona-Regelauslegung

Merken
Astrid-Lindgren-Welt wehrt sich gegen Corona-Regelauslegung

Der schwedische Freizeitpark zu Ehren von Astrid Lindgren geht gegen Corona-Bestimmungen der Polizei vor. Die Astrid-Lindgren-Welt moniert, dass ein polizeilicher Beschluss dazu geführt habe, dass der Park diesen Sommer nach nur knapp einer Woche wieder habe schließen müssen. Deshalb gehe man gegen die Entscheidung der Polizei und die Auslegung der schwedischen Corona-Regeln in Berufung.

Im Zentrum des Streits steht eine von den schwedischen Behörden ergriffene Maßnahme gegen die Coronavirus-Ausbreitung, wonach sich nicht mehr als 50 Menschen am selben Ort versammeln dürfen. Die Polizei hatte nach Angaben des Parks kurz vor Saisonstart mitgeteilt, dass alle gleichzeitig stattfindenden Theatervorstellungen als eine einzige öffentliche Versammlung betrachtet werden und die Maximalzahl an Zuschauer der Vorführungen deshalb bei insgesamt 50 liegen müsse.

Der Park sei der Ansicht, dass dies eine “seltsame Deutung” des Versammlungsverbotes darstelle, erklärte Parkleiter Joacim Johansson. “Kein Zuschauer kann ja an zwei Plätzen gleichzeitig sein. Es ist merkwürdig, dass die Polizeibehörde Leute zusammenzählt, die sich mehrere hundert Meter voneinander entfernt befinden.” Trotz entschiedener Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos habe der Entschluss die Astrid-Lindgren-Welt letztlich dazu gezwungen, zu schließen. Besonders bitter ist das für den Park, weil in diesem Jahr anlässlich des 75. Jubiläums der Erstveröffentlichung eines Pippi-Langstrumpf-Werks viele Aktionen geplant waren.

Die 1981 gegründete Astrid-Lindgren-Welt befindet sich in der Heimatstadt der weltberühmten Kinderbuchautorin, Vimmerby, in der Provinz Småland. Sie hat eine Fläche von 180.000 Quadratmetern und neun Theaterbühnen. Fans von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und der weiteren Lindgren-Romanfiguren können in dem Park in die Schauplätze aus den Kinderbüchern eintauchen, darunter etwa Pippis Villa Kunterbunt oder die Krachmacherstraße, in der das kleine Mädchen Lotta wohnt. Jährlich hat der Park nach eigenen Angaben rund 490.000 Besucher, darunter ein knappes Drittel aus dem Ausland.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Konzerte, Veranstaltungen, Jamsessions – alles abgesagt. Musiziert wurde am Wochenende in Wels dennoch. Und zwar auf besondere Art und Weise. Nach italienischem Vorbild – wurde am Sonntag in den Wohnzimmern und auf den Balkonen quasi in Quarantäne Musik gemacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leitet eine großangelegte Studie zur Wirksamkeit von fünf Medikamenten bei der Behandlung von Coronavirus-Infizierten. Krankenhäuser in neun Ländern beteiligten sich bereits daran, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Darunter sind Frankreich, der Iran, Norwegen und Spanien. Unter den getesteten Wirkstoffen sind antivirale Medikamente, die etwa gegen das HI-Virus entwickelt wurden, das die Immunschwächekrankheit AIDS auslösen kann. Das deutsche Robert-Koch-Institut hat indes die Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus gedämpft. “Ich persönlich schätze es als realistisch ein, dass es im Frühjahr 2021 sein wird”, sagte Präsident Lothar Wieler.

WHO koordiniert Studie mit fünf Medikamenten

Nur jede fünfte Frau glaubt, dass Frauen und Männer in allen Lebensbereichen gleichberechtigt sind. Bei den Männern gilt dies für etwas mehr als ein Drittel. Sehr deutlich ist die Wahrnehmung einer “gläsernen Decke” für die Karrieren von Frauen – drei Viertel der Frauen und 55 Prozent der Männer nehmen eine solche wahr, zeigt eine Umfrage unter 2000 Österreicherinnen und Österreichern durch “Karmasin Research & Identity” im Auftrag der Regionalmedien Austria (RMA). Dabei glauben 60 Prozent der Männer – und 72 Prozent der Frauen -, dass ein ausgewogener Anteil von Männern und Frauen in allen Hierarchien Unternehmen erfolgreicher macht. Satte 84 Prozent der Frauen stimmen zu, dass sie mehr leisten müssen als Männer, um denselben Erfolg zu haben, diese Aussage lehnen nur drei Prozent der Frauen ab. Aber auch 57 Prozent der Männer stimmen dieser Einschätzung zu, nur 20 Prozent lehnen sie ab. Knapp die Hälfte der Männer und gut zwei Drittel der Frauen glauben, dass Frauen ihre eigenen Leistungen unterschätzen. Männer bevorzugt Weitgehend einig sind sich Frauen und Männer, dass Mängel in der Kinderbetreuung und bei flexiblen, mobilen Arbeitsbedingungen Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern – mit Zustimmungsraten um die 70 Prozent. 50 Prozent der Männer und 71 Prozent der Frauen glauben, dass Männer bei Stellenbesetzungen bewusst oder unbewusst bevorzugt werden. Zweifel haben die Österreicherinnen und Österreicher offenbar an der überbordenden technischen Begabung der männlichen Bevölkerungshälfte. Jeweils rund 40 Prozent der Befragten gaben dazu keine klare Meinung ab, weitere etwa 40 Prozent stimmten dem zu. Der Rest sieht dies nicht als gegeben.

Österreicherinnen glauben nicht an ihre Gleichberechtigung

Sechs Verletzte hat Sonntagnachmittag ein schwerer Kreuzungscrash zwischen zwei Autos in Gunskirchen (Bezirk Wels-Land) gefordert.

Sechs Verletzte bei schwerem Kreuzungscrash in Gunskirchen

Ein Experiment von NHK World, dem internationalen Ableger des japanischen Rundfunks, soll zeigen, wie lange Mikrotröpfchen in der Luft verbleiben. Dieses heute auf Youtube hochgeladene Video zeigt, dass die bis zu 0,1 Mikrometer kleinen Partikel viele Minuten lange in geschlossenen Räumen durch die Luft schwirren können. Auf so einem Mikrotröpfchen befinden sich zwar viele Viren, ob das Coronavirus so übertragen wird, wurde aber noch nicht bewiesen, sagt Kazuhiro Tateda, Präsident der japanischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten.

Wie sich Mikrotröpfchen verteilen