Auch Rendi-Wagner für Millionärssteuer

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Auch Rendi-Wagner für Millionärssteuer

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner unterstützt die Forderung von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), zur Finanzierung der Krisenkosten eine Erbschaftsteuer für Millionäre einzuführen. “Wir müssen jetzt darüber reden, wer die Kosten der Krisen zahlt. Das dürfen nicht nur die Arbeitnehmer sein. Alle müssen ihren Beitrag leisten. Wir müssen über das Thema Verteilungsgerechtigkeit in Österreich reden.”

Es brauche “eine Millionärssteuer auf Vermögen und Erbschaften, und natürlich eine gerechte Besteuerung von Finanztransaktionen und Online-Konzernen, die jetzt von der Krise stark profitieren”, sagte Rendi-Wagner gegenüber der APA. Es solle auch einen Beitrag der Banken, die 2008 und 2009 sehr viel öffentliches Geld bekommen haben, um gerettet zu werden, geben.

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Die Verwaltung des Europaparlaments meldet einen ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus. “Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass ein Kollege des Europaparlaments an Covid-19 gestorben ist”, heißt es in einer Email der Personalabteilung an Mitarbeiter des Parlaments. Die Kollegen des Betroffenen in der Generaldirektion Innovation und Technologische Unterstützung seien bereits informiert. Die Verwaltung bot allen Mitarbeitern bei Bedarf psychologische Hilfe an, weil nun immer mehr Menschen mit Covid-19-Fällen in der Familie oder bei Freunden konfrontiert würden.

Erster Todesfall unter Mitarbeitern des EU-Parlaments

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) erwartet ein Kind. Das gab die Ministerin auf Facebook bekannt. “Unsere zweiköpfige Familie wird ab Jänner um ein Wunder größer sein. Unsere Freude ist unbeschreiblich”, schrieb Zadic Freitagabend. Die 36-Jährige ist schon die zweite Justizministerin, die im Amt ihr erstes Kind bekam. Vor ihr tat das Karin Gastinger vom BZÖ im Jahr 2006. Auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat 2018 als amtierende Ministerin ihr erstes Kind bekommen. Zadic stellt sich auf eine “intensive Zeit” ein. “Aber so wie viele andere Eltern werden wir das gut planen und auch gemeinsam meistern. Ich werde die ersten Wochen nach der Geburt unseres Kindes zu Hause bleiben und danach weiterhin mit Leidenschaft und vollem Einsatz meine Funktion als Justizministerin ausüben. Mein Mann wird in Karenz gehen und gemeinsam werden wir liebevolle Eltern für unser Kind sein.”

Justizministerin Zadic erwartet ein Kind

Es beginnt mit einem gesprochenen Gedicht – was schon mal ein guter, feierlicher Anfang ist für einen Konzertfilm über einen Songpoeten. “Once there was a song…”, deklamiert Nick Cavemit seinem klangvollen Bariton, danach geht es um Elvis Presley, Las Vegas, die Flügel einer Taube und dunkle Liebesbotschaften. Der vor knapp 63 Jahren in Australien geborene, seit langem in England lebende Sänger durchschreitet die leeren Räume des Londoner Alexandra Palace und setzt sich ans Klavier, um als Solist ganz ohne Publikum seine Lieder für Coronazeiten zu singen. Der Auftritt aus dem Juni wird am Donnerstag (23. Juli) als “globales Streaming-Event” präsentiert. “Idiot Prayer – Nick Cave Alone at Alexandra Palace” dürfte all jene bestärken, die den Singer-Songwriter für eine der faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit halten. Das anfangs rezitierte Gedicht “Idiot Prayer” stammt von der puristischen Pianoballaden-Platte “The Boatman’s Call” (1997), Cave singt den rätselhaften Text dann mit mächtiger Stimme gleich noch zum Auftakt seines gut 80-minütigen Konzertprogramms. Die Lieder sind der gedrückten, wie so oft bei diesem Künstler auch düsteren Stimmung angemessen – traurige Musik für eine katastrophale Pandemie eben. “Sad Waters” etwa – erstmals tauchte das Stück 1986 auf “Your Funeral … My Trial” auf, einem frühen Werk von Nick Cave & The Bad Seeds. Diese kongeniale, bis heute existierende Rockgruppe hat der Sänger, den Kontaktbeschränkungen und Corona-Abstandsregeln entsprechend, für seinen neuen Konzertfilm außen vor gelassen. Auch Grinderman, Caves ruppige Zweitband, taucht im Alexandra Palace nur mittels Songauswahl auf (“Palaces Of Montezuma”, “Man In The Moon”). Besonders berührend gelingen im Londoner Solokonzert “Girl In Amber” und “Waiting For You” – zwei Lieder aus aktuelleren Alben, die der Musiker seinem bei einem Unfall getöteten Sohn Arthur widmete. Diese mit enormer Konzentration gesungenen und gespielten Stücke enthalten – wie auch die monumentalen Epen “The Mercy Seat” und “Galleon Ship” – typische Facetten des Songdichters Cave: Trauer, Angst, Melancholie, Pessimismus, aber auch Romantik und christliches Hoffen auf Erlösung durchziehen sein Gesamtwerk aus fast vier Dekaden. Der Film “Idiot Prayer” geht auf Caves Soloauftritte aus dem vorigen Jahr zurück. “Ich mochte es, bei diesen Shows dekonstruierte Versionen meiner Lieder zu spielen (…)”, sagt er. “Ich spürte, dass ich die Songs wiederentdeckte, und begann darüber nachzudenken, im Studio diese neu erschlossenen Versionen bei Gelegenheit noch mal aufzunehmen. Doch dann ging die Welt bekanntlich in den Lockdown. Die Welttournee mit den Bad Seeds wurde verschoben, Studios und Veranstaltungsorte machten zu. Und die Welt fiel in eine unheimliche, selbstreflexive Stille.” Zu dieser Stille passen die in einer nur sehr sparsam ausgeleuchteten Konzerthalle aufgenommenen, andächtigen Cave-Songs aus mehreren Karriere-Jahrzehnten perfekt. Der 62-Jährige mit der pechschwarzen Prinz-Eisenherz-Frisur wirft sich hinein in seine intensiven Klaviermelodien, einmal lacht er kurz über einen Anflug von überzogenem Pathos. Am Ende verlässt Nick Cave den Saal durch eine offene Tür – dem gleißenden Licht entgegen. Mit Stimmungen und Symbolbildern wusste er schon immer zu spielen. “Idiot Prayer” ist der dritte Cave-Film in einer Trilogie, nach “20.000 Days On Earth” (2014) und “One More Time With Feeling” (2016). Die Heldenverehrung für den Sänger und Romanautor (“Der Tod des Bunny Munro”) befindet sich gerade auf einem Höhepunkt. Seine Live-Auftritte mit den Bad Seeds waren zuletzt hoch emotionale, auch tränenreiche Begegnungen eines Künstlers mit seinem Publikum. Und in Kopenhagen wurde kürzlich, coronabedingt verspätet, die Ausstellung “Stranger Than Kindness” mit rund 300 Objekten aus Nick Caves kreativer Welt eröffnet – eine besondere Ehre für einen Rockmusiker.

Streaming-Film von Nick Cave: Traurige Musik für eine katastrophale Pandemie

Die lange Schließung der Autowerke und Autohändler und der Einbruch der Kundennachfrage haben Audi tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Die VW-Tochter verkaufte im ersten Halbjahr weltweit 22 Prozent weniger Autos, der Umsatz fiel um 29 Prozent auf nur noch 20,5 Milliarden Euro, der operative Verlust betrug 750 Millionen Euro. Seit einer Woche werde an allen Standort weltweit wieder produziert, sagte Audi-Chef Markus Duesmann am Freitag in Ingolstadt. Aber “trotz erster positiver Signale aus den Märkten bleibt das Jahr 2020 weiterhin extrem herausfordernd”, betonte Finanzvorstand Arno Antlitz. Für das Gesamtjahr erwarte der Vorstand eine weltweit geringere Nachfrage, deutlich weniger Umsatz und ein Betriebsergebnis “erheblich unter Vorjahr”, jedoch “klar positiv”. Im vergangenen Jahr hatte Audi 4,5 Milliarden Euro zum Betriebsgewinn des VW-Konzerns beigesteuert. Jobabbau vor Corona beschlossen Duesmann sagte, der Abbau von 9.500 Arbeitsplätzen in Ingolstadt und Neckarsulm sei schon im November und damit vor Ausbruch der Coronapandemie beschlossen worden. “Ich bin überzeugt, dass das für uns hinreichend ist. Darüber hinaus ist nichts geplant.” Antlitz sagte: “Wir investieren beherzt in unsere Produktprogramm und E-Mobilität. Wir können uns das leisten”, denn der Konzernverbund eröffne Synergien. Das soeben gestartete Projekt Artemis solle ein völlig neues Bordnetz für viele Fahrzeuge im VW-Konzern entwickeln und E-Autos “schnell an den Start bringen”, sagte Duesmann, der als VW-Vorstand auch die Forschung und Entwicklung des gesamten Konzerns leitet. Die gemeinsame Elektro-Plattform PPE von Audi und Porsche sei schon weit gediehen. Artemis laufe parallel und gehe viel weiter. Künftig würden die Baureihen nicht mehr “nach dem Blechkleid” und der Länge der Fahrzeuge sortiert, sondern nach dem Stand der Bordnetze. “Das ist eine mittelgroße Revolution.” Das erste Artemis-Modell soll ein Audi sein und in vier Jahren auf den Markt kommen. 20 E-Autos im Jahr 2025 Audi wolle die CO2-Vorgaben der EU selbstverständlich einhalten, sagte Duesmann. Angesprochen auf die angekündigte Senkung des CO2-Ausstoßes bei BMW in den nächsten zehn Jahren, sagte er: “Wir haben ein ähnliches Ziel wie BMW.” 2025 wolle Audi 20 batterieelektrische Autos anbieten. Die Audi-Hauptversammlung am Freitag soll online auf Antrag von VW den Squeeze-Out, also den Ausschluss der letzten noch verbliebenen Kleinaktionäre, beschließen. Diese halten gerade einmal 0,4 Prozent der Aktien. Den Unternehmenswert der Audi AG bezifferte ein gerichtlich bestellter Wirtschaftsprüfer auf 66,7 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr hatte Audi 707.000 Fahrzeuge verkauft und damit einen ähnlichen Rückgang wie die größeren Konkurrenten Mercedes-Benz und BMW verkraften müssen. In China brach die Audi-Nachfrage um 3 Prozent ein, in Europa um 37 Prozent. Antlitz sagte: “Die aktuelle Situation scheint sich zu stabilisieren.”

Audi will bis Jahresende aus der Verlustzone kommen

Eine Allianz aus 40 Umweltschutzorganisationen sowie Vertretern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft warnt vor einem “ungezügelten” Ausbau der Wasserkraft auf Kosten der Allgemeinheit. Die Initiative von WWF Österreich und Umweltdachverband forderte am Dienstag von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) wirksame Naturschutzkriterien für das geplanten Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Ziel ist es, dass “keine neuen Kraftwerke in Schutzgebieten sowie an den letzten intakten Flussstrecken subventioniert werden”. Mit dem geplanten Erneuerbaren Ausbau Gesetz wird die Ökostrom-Förderung neu geregelt. Die Regierung hat das Ziel, dass bis 2030 bilanziell übers Jahr gerechnet 100 Prozent der Stromversorgung aus Erneuerbaren Quellen kommen. Dafür müssten weitere rund 27 Terawattstunden (TWh) Erneuerbare dazukommen. Davon wird bei Photovoltaik in Zubau von 11 TWh angestrebt, bei Wind sind 10 TWh vorgesehen, bei Wasserkraft 5 TWh und bei Biomasse 1 TWh. Österreich habe einen viel zu hohen Energieverbrauch, so WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Es reiche daher nicht aus, nur auf Ausbau zu setzen, es müsste stattdessen massiv Energie gespart und das Steuersystem komplett ökologisiert werden, um die Abhängigkeit von Öl und Gas stark zu verringern. Anstatt auch noch die letzten freien Fließgewässer zuzupflastern, müsse das Fördersystem grundlegend reformiert und auf Modernisierung und Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerke gesetzt werden, so Umweltdachverband-Präsident Franz Maier.  

Umweltschützer warnen vor ungezügeltem Wasserkraft-Ausbau