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Ausbildung österreichischer Kampfpanzer-Soldaten in Wels

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Ausbildung österreichischer Kampfpanzer-Soldaten in Wels

Österreich verfügt nach diversen Reformen im Heeresbereich derzeit nur mehr über ein einziges verbliebenes Panzerbataillon – das Panzerbataillon 14, das in Wels in Oberösterreich stationiert ist. Bei einem Lokalaugenschein am Montag zeigte sich, dass die Ukraine selbst nach Erhalt von westlichen Kampfpanzern noch einige Herausforderungen zu meistern haben wird, bevor sie das Gerät am Schlachtfeld einsetzen kann: Die Ausbildung dauert Monate, aufwendig ist auch die Logistik.

48 Kampfpanzer Leopard 2A4 zählen zum Panzerbataillon 14, erklärte dessen Kommandant Oberst Jörg Loidolt. Rechne man die Fahrschulgeräte und eine strategische Reserve dazu, komme man auf bis zu 58 Stück Kampfpanzer in Österreich. Eine Panzerkompanie besteht aus drei Zügen à vier Panzer, hinzu kommt noch ein Kommandofahrzeug. Rund 160 Berufssoldaten sind derzeit an dem schweren Gerät tätig, zudem sind noch etliche Milizsoldaten am Panzer ausgebildet.

„Die Ausbildung in Österreich dauert ca. dreieinhalb Monate“, schildert Loidolt, „wir bilden Grundwehrdiener auf den Positionen Richtschütze, Ladeschütze und Panzerfahrer aus.“ Das Team eines Panzers, das aus diesen drei Personen und einem Kommandanten besteht, muss bestens auf das Gerät und aufeinander eingespielt sein. Die Abläufe müssen sitzen, weshalb sie unzählige Male – meist am Simulator – trainiert werden. Der „Drill“, wie man es im Militärjargon nennt, hilft, sich auch in brenzligen Situationen zu konzentrieren und die Beengtheit des Kampfgeräts zu ignorieren.

Zum Umgang mit dem „eigenen“ Panzer kommt dann noch die Zugs- und Kompanieausbildung, also das strategische Zusammenwirken im Verbund. Das benötigt wieder wochenlanges Training, sodass unterm Strich mindestens ein halbes Jahr an Ausbildungszeit einzuplanen ist. Zeit, die die Ukraine wohl nicht hat. „Es ist davon auszugehen, dass die Ukraine einsatzerfahrene Panzersoldaten zur Ausbildung an westlichen Kampfpanzern schickt. Daher kann man dort gewisse Zeiten einsparen. Aber ein neues Modell zu erlernen ist trotzdem zeitintensiv. Und wenn ich zu viel einspare, kann ich am Gefechtsfeld vielleicht nicht so reüssieren, wie ich mir das vorgestellt habe“, so Loidolt.

Eine große Herausforderung in der Praxis ist die Logistik: Ein Leopard-Panzer braucht etwa drei Liter Diesel pro Kilometer. Bei einem Tank von 1.200 Litern kommt man somit auf eine Reichweite von maximal 400 Kilometern. Im Einsatz benötigt man also auch Tankwagen, zudem einen Sanitäts- und einen Bergepanzer sowie natürlich Techniker – wobei diese mittlerweile weniger in die Kategorie Mechaniker denn Mechatroniker fallen.

Mit welcher Stärke eine Panzertruppe am Feld auftreten muss, hängt u.a. davon ab, ob man in der Offensive oder in der Defensive ist. Zur Verteidigung rechnet man mit einem Schlüssel von eins zu zwei – also ein eigener Panzer auf zwei gegnerische – , führt man selbst den Angriff, ist drei zu eins angezeigt. Eine Kompanie kann in etwa eine Breite von rund 800 Metern verteidigen. Die verwendete Pfeilmunition trifft – die entsprechende Ausbildung der handelnden Personen vorausgesetzt – über eine Entfernung von bis zu 2.500 Metern aus der Fahrt heraus punktgenau.

Bildquelle: APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER

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