Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus wird 40 Jahre alt

Merken
Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus wird 40 Jahre alt

Das Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus wird 40. Am 17. Juli 1980 wurde es nach langjährigen Diskussionen vom damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger eröffnet. Seitdem wurde das Gebäude 1996/97 bzw. 1998 zweimal erweitert und vor 15 Jahren abermals ausgebaut und generalsaniert. In den kommenden Jahren steht die nächste Sanierung an. Über 400.000 Gäste begrüßt das Festspielhaus pro Jahr.

Betrieben wird das Haus ganzjährig von der Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus GmbH mit der Stadt Bregenz als alleiniger Eigentümerin. Rund zwölf Millionen Besucher strömten seit der Eröffnung in den markanten Bau am Bodenseeufer, die Auslastung des Hauses über das ganze Jahr gesehen liegt bei rund 93 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden bei 349 Veranstaltungen rund 438.080 Besucher – inklusive der 249.500 Festspiel-Gäste – gezählt.

1955 wurde ein erster Ideenwettbewerb zur Planung eines Festspielhauses durchgeführt. Damals stand die Seetribüne für die Festspiele noch hinter dem Bregenzer Fußballstadion, und die Sporthalle wurde als “Festspielhaus” genutzt. Die erste Aufführung im Rahmen der Bregenzer Festspiele hatte 1946 auf zwei Kieskähnen in der Bregenzer Bucht stattgefunden.

1971 wurde die Idee geboren, das Festspielhaus mit der Seetribüne zusammenzulegen, ehe schließlich 1974 der Bregenzer Architekt Wilhelm Braun den Auftrag für Planungsarbeiten für das Festspiel- und Kongresshaus am neuen Standort erhielt. In den Jahren 1977/78 wurde das Festspielhaus neu gebaut, ein Jahr später erstmals die Seeaufführung – Puccinis “Turandot” – an heutiger Stelle dargeboten. Im Juli 1980 wurde das Festspielhaus schließlich feierlich eröffnet.

Die rasant positive Entwicklung der Bregenzer Festspiele führte dazu, dass das Festspielhaus 1996/97 durch Zubauten (Verwaltungstrakt, Seestudio und Werkstattbühne) auf die doppelte Kubatur vergrößert wurde. 1998 wurde die Osttribüne auf der Seebühne erweitert und die Sitzplatzkapazität von 4.600 auf rund 7.000 ausgebaut. Der bisher letzte Meilenstein in der Geschichte des Festspielhauses datiert aus den Jahren 2005/06: Für 38,5 Mio. Euro wurde das Gebäude nochmals größer gestaltet und generalsaniert. Unter anderem wurde auch der Große Saal mit rund 1.600 Sitzplätzen erneuert.

Nun steht von voraussichtlich 2021 bis 2024 die nächste Sanierung an, die diesmal auch Seebühne und -tribüne umfasst – sie wurden bereits mehrfach repariert, aber nie saniert. Investiert werden insgesamt rund 55 Mio. Euro. Auf dem Sanierungsplan stehen die Außenhülle des Gebäudes, die rund 40 Jahre alte Bühnentechnik des Haupthauses und die technische Infrastruktur der Werkstattbühne, die außerdem einen Zubau erhalten soll.

Veranstaltungshighlights hatte das Bregenzer Festspielhaus in den vergangenen 40 Jahren auch abseits der Festspiele viele zu bieten. Tänzer-Legende Rudolf Nurejew gab sich ebenso die Ehre wie Dirigent Leonard Bernstein oder die Popstars Elton John, Peter Gabriel, Herbert Grönemeyer oder Falco, die auf der Seebühne auftraten. 2006 trafen sich die EU-Verkehrsminister im Festspielhaus, und 2008 war sogar Daniel Craig alias James Bond zu Dreharbeiten für das Bond-Abenteuer “A Quantum of Solace” zu Gast.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Eine generöse Geste nicht zuletzt dank einer Versicherung gegen eine Pandemie haben die Veranstalter des Wimbledon-Turniers in London gezeigt. Der Rasen-Tennisklassiker, der vom 29. Juni bis 12. Juli hätte ausgetragen werden sollen, schüttet insgesamt 10 Mio. Pfund (11,15 Mio. Euro) an 620 Spieler aus. Profitieren werden all jene, die aufgrund des Rankings teilnahmeberechtigt waren. Die Auszahlung des All England Lawn Tennis Club (AELTC) richtet sich an Einzel-Hauptbewerbs-Spieler sowie Qualifikanten und auch Doppel sowie Rollstuhl-Spieler. 256 Spielerinnen und Spieler, die im Hauptbewerb gestanden wären, erhalten 25.000 Pfund (27.884,67 Euro), Qualifikanten die Hälfte. “Wir sind erfreut, dass es unsere Versicherungspolitik es erlaubt hat, die Auswirkungen der Absage auf die Spieler zu erkennen und wir in der Position sind, diese Zahlung anzubieten”, meinte AELTC-Boss Richard Lewis. Andere Grand-Slam-Turniere verfügen über keine Pandemie-Versicherung. Auch in Wimbledon wird diese außergewöhnliche Maßnahme wohl ein Einzelfall bleiben: 2021 ist das Turnier gegen eine Pandemie nicht mehr versicherbar.

Wimbledon verteilt 2020er-Preisgeld an 620 Spieler

Mit einer “fröhliche Ansammlung stilisierter Fliegenpilze” wirbt die Viennale für ihre 58. Ausgabe, die von 22. Oktober bis 1. November stattfindet. Neben dem diesjährigen Plakatsujet stellte Direktorin Eva Sangiorgi am Donnerstag auch den Trailer vor, der von der Regisseurin Alice Rohrwacher gestaltet wurde und in dem der große Autor Pablo Neruda zu Wort kommt, und verriet erste Schwerpunkte. Um die geltenden Abstandsregeln einzuhalten, die damit verbundenen Kapazitätseinbußen aber einigermaßen wettzumachen, hat das gegenüber den Vorjahren um drei Tage kürzere Filmfestival mit Admiralkino, Blickle Kino, Filmcasino, Le Studio und Votiv Kino fünf Säle zu den offiziellen Festivalkinos der Viennale hinzugefügt. An der “Erfahrung des Film-Sehens im Kinosaal” halte man auch in Zeiten des stark ausgeweiteten Streamings unverändert fest. “Ich glaube, wir haben eine gute Lösung gefunden”, sagte Sangiorgi. “Solange es nicht möglich ist, die Auswirkungen von Covid-19 in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht abzuschätzen, bleibt auch uns nichts anderes übrig, als flexibel zu sein, unser Augenmerk auf den jeweiligen Moment zu richten und für allfällige Veränderungen offen zu sein”, hieß es in den Unterlagen. “Die Pandemie zwingt uns zum Nachdenken über die Möglichkeiten eines Festivals unter besonderen Voraussetzungen.” Dieses Nachdenken hat auch zu einem stärkeren Zusammenrücken geführt: Dem abgesagten Filmfestival Diagonale wird Platz eingeräumt, Teile des ursprünglich geplanten Programms im Rahmen von “Austrian Days” zu zeigen. Einige erste Filme: Oleg Sentsov, der nach seiner unrechtmäßigen Inhaftierung wieder auf freiem Fuß ist, präsentiert seine politische Allegorie auf den Totalitarismus “Nomery (Nummern)”, “First Cow” von Kelly Reichardt wird als einer der wichtigen Filme des Jahres annonciert, “El Gran Fellove” ist der erste Film des Schauspielers Matt Dillon, eine Doku über den kubanischen Musiker Francisco Fellove Valdés (1923-2013). “Never Rarely Sometimes Always” von Eliza Hittman kommt mit dem Großen Preis der Jury der Berlinale nach Wien. Angekündigt wurde u.a. auch “Die letzte Stadt” von Heinz Emigholz und “City Hall” von Frederick Wiseman. Aus Österreich sind u.a. “Epicentro” von Hubert Sauper, “Aufzeichnungen aus der Unterwelt” von Tizza Covi und Rainer Frimmel und “Zaho Zay” von Georg Tiller und Maéva Ranaivojaona dabei. Dazu gibt es die Reihe “Austrian Auteurs”, die sich dem heimischen Filmschaffen der 1970er-Jahre widmet. Weitere Specials gelten “Passagen durch das filmische Werk von Christoph Schlingensief” und dem jugoslawischen Filmemacher Zelimir Zilnik. Die Filmmuseums-Retrospektive “Recycled Cinema” widmet sich dem Umgang mit Found-Footage-Filmmaterial. “Die Frage, wer die Hoheit über die Bilder hat, war immer schon eine politische Frage”, sagte Filmmuseums-Direktor Michael Loebenstein. Das Plakatsujet der Viennale 2020 präsentiert an Strandschirme erinnernde Fliegenpilze, die wie das Kino “zu ungeahnten Erkenntnissen und Visionen anregen” sollen. “Ich hoffe, diese Pilze werden unsere Erfahrungshorizonte erweitern”, schmunzelte Eva Sangiorgi. Im Viennale-Trailer von Alice Rohrwacher werden dagegen Äpfel gegessen. Am Ende dieses kurzen Spiels von Licht und Schatten, Versuchung und Unschuld, ist ein von Neruda selbst vorgetragener Auszug aus seiner “Ode an den Apfel” zu hören.

Viennale 2020 mit Fliegenpilzen, mehr Abstand und Kinos

Kardinal Christoph Schönborn hat zum ersten Mal seit den zwischenzeitlichen Kirchenschließungen aufgrund der Coronakrise wieder einen öffentlichen Gottesdienst gefeiert. Dies sei ein “bewegender Moment”, sagte er zu Christi Himmelfahrt im Wiener Stephansdom. Wenngleich der Beginn “zaghaft” sei und “unter Bedingungen, die wir nicht selber gewählt haben, sondern freiwillig annehmen, um uns gegenseitig zu schützen”, fügte der Wiener Erzbischof hinzu.”

Schönborn feierte ersten Gottesdienst seit Kirchenschließungen

Einen ausgedehnten Zimmerbrand im Dachgeschoß eines Wohnhauses musste die Feuerwehr in der Nacht auf Donnerstag in Wels-Pernau bekämpfen.

Ausgedehnter Zimmerbrand in einem Wohnhaus in Wels-Pernau

Angesichts der Corona-Krise hat die italienische Ärzte-Gewerkschaft gefordert, zum Schutz der Patienten alle Ärzte auf das Virus zu testen. Bisher würden nur solche Beschäftigte im Gesundheitswesen getestet, die für das Virus typische Symptome aufwiesen, kritisierte die Generalsekretärin der Gewerkschaft, Pina Onotri, in einem Schreiben an Regierung und Gesundheitsbehörden am Montag.

Italiens Ärzte wollen alle getestet werden

Das Bundesheer ist aktuell in der Corona-Krise mit rund 900 Soldaten im Einsatz. Interesse am freiwilligen Zivildienst haben bisher 2.500 Ex-Zivildiener gemeldet, so die jüngsten Zahlen aus dem Verteidigungs- und dem Zivildienstministerium, die der APA Dienstagmittag vorlagen.

900 Soldaten im Einsatz