Chefvirologe auch für Österreich

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Chefvirologe auch für Österreich

Wann immer in der Vergangenheit ein Virus im Anflug auf Österreich war, eilte Pamela Rendi-Wagner ins ZiB 2-Studio. Als Generaldirektorin für Gesundheit nahm die spätere SPÖ-Chefin eine Bestandsaufaufnahme der Lage vor und wies je nach Situation Apokalyptiker oder Beschwichtiger in die Schranken.

Als Beate Hartinger-Klein das Gesundheitsministerium übernahm, wurde die Stelle gestrichen – aus Angst, Rendi-Wagner könnte auf ein Rückkehrrecht pochen. Der FPÖ ist zu verdanken, dass Österreich keinen Chefvirologen wie Anthony Fauci (USA), Christian Drosten (Deutschland), Anders Tegnell (Schweden) besitzt.

Reorganisation im Ministerium

Im Zuge der für den Herbst geplanten Reorganisation seines Hauses wird Gesundheitsminister Rudolf Anschober wieder einen Generaldirektor für Gesundheit installieren. Dieser soll nicht nur als „Virologe der Republik“ als Gesicht nach außen fungieren, sondern auch über einen schlagkräftigen Krisenstab verfügen. Corona traf das Gesundheitsministerium ziemlich unvorbereitet, das Haus am Donaukanal erwies sich als wenig krisentauglich. Wegen der behäbigen Behördenstrukturen zog Anschober im März Personal aus den Abteilungen zusammen und schuf eine 100-köpfige Corona-Taskforce. „Wir müssen die Krisentauglichkeit wiederherstellen“, so Anschober,

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Die Corona Krise macht auch vor den Städten nicht halt. In Wels etwa stellt man sich darauf ein, dass es künftig pro Jahr 5 Millionen Euro weniger Kommunalsteuer geben wird. An den geplanten Investitionen hält man jedoch fest. Um die Wirtschaft langsam wieder anzukurbeln.

Angesichts steigender Corona-Todeszahlen haben mehrere US-Bundesstaaten Kühlwagen für Covid-19-Tote bestellt. In Texas und Arizona gaben die Behörden wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Bestellungen auf, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Die in Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität meldete am Samstagabend (Ortszeit) mehr als 60.200 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Derweil wurde landesweit weiter über die Maskenpflicht gestritten. “Wir können sie nirgends unterbringen. Es klingt schrecklich, aber es ist wahr”, sagte der Bürgermeister des texanischen San Antonio, Ron Nirenberg, vor einigen Tagen über die Todesopfer. Bisher starben in Texas mehr als 3.700 Menschen an Covid-19. Auch im Bundesstaat Arizona, der bisher 2.500 Todesfälle verzeichnete, bestellten die Behörden im Bezirk Maricopa 14 Kühlfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Opfern. Erinnerungen an New York Zu Beginn der Pandemie war bereits die damals besonders stark betroffene Stadt New York gezwungen gewesen, Kühlwagen einzusetzen, da die Leichenhallen, Friedhöfe und Krematorien Mühe hatten, die vielen verstorbenen Menschen zu lagern und zu bestatten. Die USA sind das Land mit den weltweit meisten Todesfällen, 140.103 Menschen starben mit oder an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Erst am Freitag hatten die USA mit mehr als 77.600 Corona-Fällen einen neuen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beläuft sich inzwischen auf knapp 3,7 Millionen. Ungeachtet der rasant steigenden Zahlen wurde weiter heftig über die Anordnung einer Maskenpflicht gestritten. Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Georgia reichte eine Klage gegen die demokratische Bürgermeisterin von Atlanta wegen einer von ihr angeordneten Maskenpflicht ein. Keisha Lance Bottoms sei nicht befugt, strengere Maßnahmen zu fordern als der Bundesstaat, der das Tragen von Masken nur empfohlen habe, hieß es in der Klage. Zudem dürfe sie die Stadt nicht eigenmächtig in eine Virus-Eindämmungsphase zurückversetzen. Klagen gegen Lockdowns und Maskenpflicht In Texas ordnete Gouverneur Greg Abbott angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen eine landesweite Maskenpflicht an. Mehrere lokale Politiker der republikanischen Partei kritisierten die Maßnahme und warfen ihm laut Medienberichten unter anderem vor, gegen die Grundsätze der Gewaltenteilung sowie des freien Unternehmertums zu verstoßen. Zudem wollte der demokratische Bürgermeister von Houston, der größten Stadt in Texas, einen erneuten Lockdown ausrufen, der Schritt wurde jedoch von Gouverneur Abbott abgelehnt. Experten gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten nie aus der ersten Infektionswelle herausgekommen sind. Seit einigen Wochen schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen der USA, die ein frühzeitiges Ende der Corona-Beschränkungen eingefordert hatten.

Texas und Arizona bestellten Kühlwagen für Tote

Bei den Miami Marlins aus der Major League Baseball sind vier weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit sind bereits 15 Spieler mit dem Virus infiziert. Eine offizielle Bestätigung des Clubs steht noch aus. Am Dienstag hatte es allerdings eine weitere Testreihe im Team gegeben. Die MLB setzte daraufhin weitere Partien des Teams vorerst aus. “Unter den gegebenen Umständen glaubt die MLB, dass es das Beste ist, den Marlins Zeit zu geben, sich um ihre Spieler zu kümmern und die Wiederaufnahme der Baseball-Aktivitäten Anfang nächster Woche zu planen”, erklärte die MLB am Dienstag. Insgesamt sind bereits 15 MIami-Spieler mit dem Virus infiziert. Die Spiele der Marlins gegen die Baltimore Orioles am Montag und Dienstag waren bereits abgesagt worden, genauso wie die beiden Partien der Philadelphia Phillies und den New York Yankees. Die ersten vier Fälle im Team von Miami sollen bereits am Samstag bekannt gewesen sein. Dennoch waren die Marlins bei den Philadelphia Phillies noch, sie gewannen das Spiel mit 11:6.

Weitere Baseball-Spieler bei Miami Covid-19-positiv

Der Eishockey-Weltverband IIHF hat am Samstag die Weltmeisterschaft in der Schweiz aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. “Es ist eine harsche Realität, die es für die Eishockey-Familie aber zu akzeptieren gilt”, wurde Verbandspräsident Rene Fasel in einer Aussendung zitiert. Ob die vom 8. bis 24. Mai angesetzten Titelkämpfe in Lausanne und Zürich nachgetragen werden, müsse zuerst im Kongress diskutiert werden, schrieb die IIHF. Bereits am Dienstag war die WM der Division I (Gruppe A) mit Österreich in Ljubljana (Slowenien) sowie jene der Division I (Gruppe B) in Kattowitz abgesagt worden.

IIHF sagt Eishockey-WM 2020 in der Schweiz ab

Die Einigung der europäischen Staats- und Regierungschefs auf das 1,8 Billionen Euro schwere Finanzpaket ist am Dienstag in den verschiedenen EU-Ländern durchwegs auf positive Resonanz gestoßen. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire lobte das Ergebnis gar als “Geburt eines neuen Europas”, überaus zufrieden zeigten sich auch Deutschland, Italien und Spanien. Das beschlossene Konjunkturprogramm werde zu mehr Solidarität und einer umweltfreundlicheren Politik führen, sagte Le Maire dem Radiosender “France Info”. Le Maires deutscher Kollege Olaf Scholz sprach von einem “Wendepunkt zu einem stärkeren Europa”. Die Coronavirus-Pandemie sei eine beispiellose Herausforderung, die die EU meistere, teilte Scholz mit. “Wir kämpfen gegen diese Krise in Solidarität und mit vereinten Kräften.” Italien begrüßte ein “historisches Resultat”. “Das endlose Gipfeltreffen ist mit einem historischen Resultat zu Ende gegangen, dem wichtigsten wirtschaftlichen Beschluss seit der Einführung des Euro”, kommentierte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Auch der spanische Regierungschef Pedro Sánchez, dessen Land besonders von den vereinbarten EU-Hilfen profitieren wird, zeigte sich erfreut. Er sei “zu 95 Prozent zufrieden” mit dem Ergebnis, sagte Sánchez vor Journalisten in Brüssel. Auch die Niederlande, Schweden und Dänemark, die als Teil der “Sparsamen Vier” für Budgetkürzungen gekämpft hatten, verspürten Freude über die Einigung. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem “umfangreichen und guten Paket, durch das die niederländischen Interessen gewahrt bleiben.” Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven bezeichnete es angesichts der “vielen Herausforderungen” für Europa als “wichtig, dass das Budget steht”. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wertete die Einigung als sowohl für ihr Land als auch für Europa “äußerst zufriedenstellend”. Positiv gestimmt war der tschechische Ministerpräsident Andrej BabiÅ¡. “Das ist ein sehr wichtiges Signal für Europa, ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte”, sagte der Multimilliardär. Die Verhandlungen seien sehr anspruchsvoll gewesen. “Es war wirklich ein großer Marathon”, sagte der Gründer der populistischen Partei ANO. Selbst Ungarns EU-kritischer Ministerpräsident Viktor Orban zog eine positive Bilanz. Er betrachtete die Vereinbarungen des EU-Gipfels als Sieg für die Regierungen in Budapest und Warschau. “Ungarn und Polen ist es nicht nur gelungen, sich ernsthafte Geldsummen zu sichern, sondern auch ihren nationalen Stolz zu verteidigen”, gab sich der rechtsnationale Politiker überzeugt. Auch in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sorgte die Einigung für eine erhellte Stimmung. Für sie zahlten sich die Verhandlungen über das EU-Budget aus: Sie erhalten allesamt deutlich mehr Geld aus Brüssel als in den vergangenen sieben Jahren. Dementsprechend zufrieden zeigten sich die Regierungschefs der drei EU-Staaten.

Große Zufriedenheit in EU-Ländern über Gipfel-Einigung

Der ehemalige Techniker und Servicemann Emanuel M. ist am Montag am Landesgericht Innsbruck wegen Beitrags zum Sportbetrug zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der 35-Jährige soll unter anderem vom deutschen Sportmediziner Mark S. Wachstumshormone für mehrere Sportler besorgt haben. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Zudem muss der 35-Jährige eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen a 14 Euro – also insgesamt 3.360 Euro – zahlen. Der Angeklagte soll auch Fahrten für den Sportmediziner übernommen haben. Außerdem habe er selbst gemeinsam mit Mark S. Blutdoping praktiziert, gab der Angeklagte zu, der sich zu Prozessbeginn teilweise schuldig bekannt hatte. An die ehemaligen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke habe er Wachstumshormone übergeben, so der während des Prozesses vorgebrachte Vorwurf. Aber auch der ehemalige Trainer Gerald H. habe ihn gefragt, “ob es möglich wäre, etwas für Hannes Reichelt zu besorgen”, gab der 35-Jährige vor Gericht an. Er habe daraufhin “etwas” von Marks S. besorgt – ob es ein Wachstumshormon war, daran könne er sich jetzt nicht mehr erinnern – und dies an H. übergeben. Ob dieser es dann weiter an Skistar Reichelt gegeben habe, wisse er nicht, meinte der Servicemann. “Immer wenn mich jemand um etwas gebeten hat, habe ich es halt gemacht”, sagte der Angeklagte zu seiner Vermittlerrolle zwischen dem Sportmediziner und den Sportlern. Gegen Reichelt war im vergangenen Jahr wegen eines möglichen Dopingvergehens ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck stellte die Ermittlungen im Rahmen der “Operation Aderlass” dann Mitte Oktober jedoch ein. Die Vorwürfe eines ehemaligen nordischen Servicemannes, wonach Reichelt über einen ehemaligen österreichischen Langlauftrainer Dopingmittel bezogen habe, hätten sich nicht bestätigt, hieß es. Der 40-jährige Salzburger Ex-Super G-Weltmeister hatte die Vorwürfe stets vehement bestritten. Auch er selbst habe über Mark S. Doping betrieben, erklärte der Servicemann. So habe er vier Blutdopingbehandlungen bei Mark S. in Anspruch genommen, gestand der 35-Jährige. Er sei damals ein “fanatischer Hobbysportler” gewesen. Zudem warf die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Servicemann vor, bei der Beschaffung eines Kühlschranks zur Aufbewahrung von Blutbeutel mitgewirkt zu haben. Dies bestritt der Angeklagte jedoch. “Ich habe den Kühlschrank nie gesehen”, beteuerte er. Er habe aber von seinem damaligen engen Freund Johannes Dürr mitbekommen, dass dieser einen Kühlschrank kaufen wollte. Kennengelernt hatte er Mark S. bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Jahr 2014. Damals habe Dürr ihn gebeten, Mark S. vom Flughafen abzuholen. Einen Tag später habe er den Sportmediziner dann wieder zum Flughafen zurück gebracht. Vom Blutdoping habe er aber erst nach Sotschi erfahren. Laut dem angeklagten 35-jährigen Servicemann “schwebte das Thema Doping immer über den Athleten”. Er selbst sei früher im Spitzensport gewesen. Begonnen habe das Thema Doping bereits sehr früh, nämlich damit, welche Infusionen zur Regeneration dienen können. Trotz mehrmaliger Nachfrage des Staatsanwalts wollte der Angeklagte aber keine konkreten Namen von Trainern nennen, von denen er zum Doping aufgefordert worden war. “Dazu will ich nichts sagen”, meinte der 35-Jährige. Den Athleten sei aber gesagt worden, welche Mittel hilfreich wären. Namen nenne er aber keine, weil er unter anderem eine Klage des ÖSV fürchte, sagte der Angeklagte auf Nachfrage seines Verteidigers. Auch der als Zeuge geladene ehemalige Langläufer Johannes Dürr bestätigte, dass der Angeklagte den deutschen Sportmediziner Mark S. in Sotschi bei den Olympischen Winterspielen im Jahr 2014 kennengelernt hatte. “Ich habe ihn darum gebeten, Dr. S. in Sotschi vom Flughafen abzuholen”, sagte Dürr. “Die Person, die heute da sitzt, ist Opfer seiner Naivität und seines grenzenlosen Ehrgeizes”, meinte der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer. Dieser Drang ein guter Sportler zu sein, habe ihn zu “Wahnsinnstaten” hingerissen, führte der öffentliche Ankläger aus.

Doping-Prozess gegen ehemaligen Servicemann in Innsbruck