CO2-Emissionen des Flugverkehrs auf niedrigstem Wert seit 1991

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CO2-Emissionen des Flugverkehrs auf niedrigstem Wert seit 1991

Der Flugverkehr ist im Vorjahr coronabedingt stark zurückgegangen und damit auch seine klimaschädlichen Emissionen. Die Treibhausgas-Emissionen des Flugverkehrs in Österreich lagen im Vorjahr mit rund 1,1 Millionen Tonnen auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 1991, macht der VCÖ aufmerksam. Eine aktuelle große repräsentative Umfrage der Europäischen Investitionsbank zeigt, dass 76 Prozent der Steirerinnen und Steirer nach der Coronakrise für den Klimaschutz nicht oder zumindest weniger als vorher fliegen möchten. Der VCÖ fordert mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen in Europa, damit die Klimabilanz des Reiseverkehrs künftig deutlich besser ist als vor der Coronakrise.

69 Prozent weniger Flüge

Um rund 69 Prozent weniger Flüge wurden in Österreich im Zeitraum März bis Dezember des Vorjahres gezählt. Mit minus 93,9 Prozent gab es im April während des ersten Lockdowns die stärkste Abnahme, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Eurocontrol zeigt. Im waren es um 91,4 Prozent weniger Flüge, im Juni um 82,1 Prozent. Im zweiten Halbjahr war der Rückgang im November und Dezember mit rund drei Viertel weniger Flügen am stärksten und im August am geringsten, als sich der Flugverkehr auf die Hälfte reduzierte.

 

Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 1991.

VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen

 

Treibhausgas-Emissionen stark gesunken

Der Sinkflug des Flugverkehrs macht sich auch bei den Treibhausgas-Emissionen bemerkbar. Diese gingen von fast drei Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf rund 1,1 Millionen Tonnen im Vorjahr zurück, informiert der VCÖ. “Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 1991”, verdeutlicht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Der VCÖ betont, dass jetzt Maßnahmen zu setzen sind, damit der Reiseverkehr nach der Coronakrise deutlich klimaverträglicher wird als davor. Die Bereitschaft der Bevölkerung aus Klimaschutzgründen künftig weniger zu fliegen, ist groß, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) zeigt. EU-weit gaben 74 Prozent an, künftig seltener oder gar keine Flugreise machen zu wollen. Bei den Steirerinnen und Steirern ist die Bereitschaft für den Klimaschutz nicht oder zumindest weniger zu fliegen mit 76 Prozent noch größer. 67 Prozent der Steirerinnen und Steirer möchten bei Strecken unter fünf Stunden künftig die Bahn statt das Flugzeug nehmen.

“Das Bedürfnis nach Reisen wird auch in Zukunft hoch sein. Europa braucht mehr internationale Bahnverbindungen, damit auch der Reiseverkehr auf Klimakurs kommt”, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die im Dezember von ÖBB, SBB, DBB und SNCF bekannt gegebene Ausweitung des Nachtzugangebots in den kommenden Jahren ist ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen. “Die EU ist gefordert, sowohl den Green Deal als auch ihre Klimaziele ernst zu nehmen. Die Schieneninfrastruktur im internationalen Bahnverkehr ist rasch auszubauen und zu modernisieren”, so VCÖ-Expertin Rasmussen.

Im Widerspruch zu den Klimazielen stehen die Steuerbegünstigungen für den Flugverkehr. Die Flugkonzerne zahlen für den Treibstoff Kerosin keine Mineralölsteuer. Allein dadurch wurde der Flugverkehr in der EU vor Covid-19 mit rund 30 Milliarden Euro pro Jahr indirekt subventioniert, weitere 40 Milliarden Euro machte die fehlende Mehrwertsteuer auf Flugtickets aus. Der VCÖ fordert ein rasches Ende von Steuerbegünstigungen für den Klimasünder Flugverkehr.

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