Covid-19 Infizierte in OÖ Stand 12:00

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Wladimir Putin hat – wie bereits vorher angekündigt – am Dienstag die Zulassung des ersten SARS-CoV-2-Impfstoffs weltweit in Russland bekannt gegeben. Details sind nicht bekannt, allerdings erfolgte die Zulassung offenbar noch ohne große Wirksamkeitsprüfung (Phase-III) an tausenden Probanden, was bei österreichischen Experten und international zu Skepsis führte. Finanziert wurden die Arbeiten vom russischen Staatsfonds. Die Entwicklung erfolgte am Gamaleja-Institut in Moskau, das der Wissenschafter Alexander Ginzburg leitet. Die Vakzine soll eine robuste Immunantwort hervorrufen. An Nebenwirkungen wurden vor allem vorübergehendes Fieber genannt. “Es gibt über das Projekt bisher keine genauen und verfügbaren Informationen. Daher kann ich dazu nichts sagen. Zulassung nach einer Phase-II? Das ist offenbar wirklich nur in Russland möglich. Zum Glück und richtigerweise undenkbar ohne Phase-III für unsere Breiten!”, erklärte die Wiener Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt (MedUni Wien) nach Bekanntgabe der Zulassung der russischen Covid-19-Vakzine gegenüber der APA. Offenbar handelt es sich um eine Vakzine auf der Basis von genetisch veränderten Adenoviren, auf die SARS-CoV-2-Antigene (Spike-Protein; S-Protein) quasi “aufgepfropft” werden. “Es scheint sich um rekombinate Adenoviren 26 (für die Erstimpfung; Anm.) und um rekombinante Adenoviren 5 für den ‘Booster’ (zweite Dosis zur Verstärkung des Immunisierungseffektes; Anm.) zu handeln”, erklärte der Wiener Impfstoffexperte Otfried Kistner, der viele Jahre lang beim US-Konzern Baxter in Wien Vakzine mitentwickelt hat und jetzt als Konsulent und Mitglied von WHO-Expertengremien jener des Kandidat-Impfstoffes, der von der Universität Oxford in Kooperation mit dem Pharmakonzern AstraZeneca entwickelt wird. Kandidatvakzine diesem Prinzip aus China mit humanen Adenoviren als Ausgangspunkt hatten bisher das Problem, dass die Vektoren bei Probanden selbst eine Immunantwort gegen sich verursachen, was eben den Impfeffekt reduziert. Die in Oxford entwickelte und bereits in Phase-III der klinischen Tests befindliche Vakzine (AstraZeneca) verwendet Virusvehikel, die auf Schimpansen-Adenoviren beruhen. “Unser Impfstoff basiert auf zwei sogenannten Vektoren, modifizierten Viren, die das Genmaterial des Coronavirus in die menschliche Zelle bringen. In diesem Fall sind das Adenoviren, die eine sehr leichte Form der Grippe auslösen. Sehr vereinfacht ausgedrückt, funktionieren die Vektoren wie ein Zug, der Genmaterial des Coronavirus-Stachels (Spike- oder S-Protein an der Virusoberfläche, mit dem das Virus an Zellen andockt; Anm.) in die Zelle transportiert. Der Körper fängt dann an, diesen Stachel zu bekämpfen, und bildet Antikörper”, wurde der Chef des russischen Staatsfonds, Kirill Dmitrijew, vor wenigen Tagen in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” in einem Interview zitiert. Die russischen Wissenschafter bauten offenbar auf bereits bestehende Impfstoff-Technologieplattformen auf. Dmitriejew: “Das Besondere ist, dass es sich um eine leicht veränderte Version zweier früher in Russland entwickelter Impfstoffe handelt: ein Impfstoff gegen das Ebolavirus, der schon zugelassen ist und den dasselbe Institut vor sechs Jahren entwickelt hat; das andere ein Impfstoff gegen das MERS-Virus (…). Und damit hat Russland einen Vorteil, den manche im Westen gerne übersehen: Wir nutzen eine schon bekannte Plattform für unseren Impfstoff. Deshalb habe ich mich damit impfen lassen und es meinen 74 Jahre alten Eltern auch empfohlen.” Bei dem russischen Covid-19-Impfstoff werden zwei im Abstand von 21 Tagen erfolgende Immunisierungen mit den Antigenen auf den zwei Adenovirus-Vehikeln durchgeführt. Damit will man vermeiden, dass sich das Immunsystem gegen die Vektoren selbst wendet und somit den Effekt der Immunisierung einschränkt. Bisher wurde die Kandidat-Vakzine erst bei weniger als hundert Probanden erprobt. Dmitrijew aber erklärte: “Wir beginnen jetzt mit der dritten Phase der klinischen Studien, auch in anderen Ländern, etwa im Mittleren Osten. (…) Wir planen, noch im August mit der Herstellung des Impfstoffs zu beginnen. Im September sollen dann medizinisches Personal und Lehrer auf freiwilliger Basis geimpft werden. Die Massenimpfung der Bevölkerung soll später in diesem Jahr starten.” “Registriert ist das alles nur als Phase-I”, sagte Impfstoffexperte Kistner. Er lese bisher auch nur von geplanter “Massenproduktion” der russischen Vakzine. Die Zulassung eines Impfstoffs sei eine Sache, die Massenproduktion eine ganz andere. Es gebe auch schon Interessenten aus dem Westen. “Es sind schon 20 Länder auf uns zugekommen, die unseren Impfstoff kaufen und mit uns produzieren werden. (…) Zwei europäische Nationen sind schon auf uns zugekommen. Wir werden demnächst fünf weltweite Produktionspartner nennen”, sagte der Chef des russischen Staatsfonds weiter. Vor einigen Tagen befanden sich weltweit und außerhalb von Russland Kandidat-Vakzine von Sinovac (China), der Universität von Oxford (AstraZeneca) und Moderna (USA/mRNA-Impfstoff) in der Phase-III der klinischen Prüfung. Das ändert sich aber von Tag zu Tag. Insgesamt werden weltweit fast 200 mögliche SARS-CoV-2-Impfstoffe entwickelt. Renommierte Mediziner in den USA warnten ebenfalls. “Aktuell würde ich mir den (Impfstoff; Anm.) nicht verabreichen lassen. Ganz sicher nicht außerhalb einer klinischen Versuchsreihe”, sagte Scott Gottlieb, der frühere Chef der US-Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel-Sicherheit (FDA). “Niemand weiß, ob es sicher ist oder ob es funktioniert. Sie bringen die Mitarbeiter im Gesundheitswesen und ihre Bevölkerung in Gefahr”, schrieb der aus Österreich stammende Wissenschafter Florian Krammer, Virologe am New Yorker Krankenhaus Mount Sinai, auf Twitter. Die Crux liegt darin, dass es sich bei einem SARS-CoV-2-Impfstoff um die erste Vakzine dieser Art handelt. Bei der saisonalen Influenza-Vakzine gibt es von zugelassenen Impfstoffen, die sich von Jahr zu Jahr nur wenig ändern, eine ganz andere Situation mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Phase-III fehlt bei russischem SARS-CoV-2-Impfstoff

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 246.315 Tiere für Tierversuche verwendet. Das sind um 3,6 Prozent mehr als im Jahr 2018, zeigt die Tierversuchsstatistik des dafür zuständigen Wissenschaftsministeriums. Die Regierung hat nun eine Initiative zum Ausbau von Ersatzmethoden von Tierversuchen beschlossen. So wird etwa die Förderung der Ersatzmethodenforschung auf 600.000 Euro verdoppelt. Das Tierversuchsgesetz (TVG) sieht vor, dass Tierversuche in vier Schweregrade eingeteilt werden: Unter die Kategorie “gering” fallen “kurzfristig geringe Schmerzen, Leiden oder Ängste” oder Versuche ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere, beispielsweise Ohr- oder Schwanzspitzenbiopsien. Sie machten 2019 knapp zwei Drittel der verwendeten Tiere aus (148.259). Als Schweregrad eins (“keine Wiederherstellung der Lebensfunktion”) stuft das Gesetz sogenannte Terminalversuche ein, die gänzlich unter Vollnarkose durchgeführt werden, aus der das Tier nicht mehr erwacht. In diese Kategorie fielen im vergangenen Jahr 6.147 Tiere. Versuche, die “kurzzeitig mittelstarke Schmerzen, Leiden oder Ängste oder lang anhaltende geringe Schmerzen” verursachen, etwa bei chirurgischen Eingriffen unter Narkose mit mittelschweren postoperativen Schmerzen, mussten im Vorjahr 71.471 Tiere erdulden. Als “schwer” werden Versuche eingestuft, bei denen “starke Schmerzen, schwere Leiden oder Ängste oder lang anhaltende mittelstarke Schmerzen, Leiden oder Ängste”, wie sie etwa bei Verpflanzungen artfremder Gewebe (Xenotransplantationen) oder bei der vollständigen Isolierung geselliger Tiere über einen längeren Zeitraum auftreten. 2019 entfielen 20.438 Tiere in diese Kategorie. Nach Verwendungszweck werden die meisten Tiere für angewandte Forschung im Bereich Infektionskrankheiten des Menschen (56.601) eingesetzt, gefolgt von Grundlagenforschungen in den Bereichen Onkologie (28.709) und Immunsystem (23.683). Die am häufigsten bei Versuchen eingesetzten Tiere sind Mäuse (205.858), mit großem Abstand gefolgt von Zebrafischen (8.981) und anderen Fischen (15.809) sowie Ratten (4.748). Im Zuge der kürzlich vom National- und Bundesrat beschlossenen Novelle zum Tierversuchsgesetz – die Anpassungen wurden aufgrund einer Änderung der EU-Richtlinie notwendig und betreffen vor allem die Berichtspflichten – hat die Regierung auch eine Initiative zum Ausbau von Ersatzmethoden von Tierversuchen im Ministerrat beschlossen. Sowohl in der EU-Richtlinie als auch im TVG ist die strikte Anwendung des sogenannten “3R-Prinzips” vorgeschrieben. Demnach sollen Alternativen zu Tierversuchen gefunden (“Replace”), Tierversuche vermindert (“Reduce”) und die Bedingungen für die Zucht, Unterbringung, Pflege und Verwendung von Tieren in Tierversuchen verbessert (“Refine”) werden. Um dieses Prinzip weiter zu stärken wird die derzeit bestehende Förderung zur Erforschung von Ersatzmethoden ab 2021 auf 600.000 Euro jährlich verdoppelt. Künftig werden diese Mittel nicht mehr vom Wissenschaftsministerium, sondern vom Wissenschaftsfonds FWF vergeben. Auf 100.000 Euro wird zudem die Förderung des “3R-Zentrums” erhöht – eine gemeinsame Initiative der heimischen Medizin-Unis. Ziel dieses Vereins ist u.a. die Information der Forscher über mögliche Ersatz- und “Refine”-Methoden, die Weiterbildung sowie der Austausch auf europäischer Ebene. Weiters wird ein mit 10.000 Euro dotierter Staatspreis ausgelobt, der jährlich für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben werden soll, deren Ergebnisse bzw. Zielsetzung im Sinne des 3R-Prinzips sind. Einen solchen Staatspreis gab es bereits, zuletzt vergeben wurde er im Jahr 2000.

Zahl der Tierversuche gestiegen - Ersatzmethoden im Fokus

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) fördert mit ihrem neuen Programm “Heritage Science Austria” künftig die Erforschung des materiellen kulturellen Erbes mit insgesamt 4,5 Millionen Euro. Einzelne Projekte werden mit 300.000 bis 600.000 Euro unterstützt, Forschungsvorhaben können bis 15. September eingereicht werden, teilte die ÖAW am Mittwoch mit. “Heritage Science” ist ein Forschungsfeld, das natur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen wie Archäologie, Konservierungswissenschaften, Bauingenieurwesen, Physik und Chemie interdisziplinär verbindet. Im Mittelpunkt stehen dabei außergewöhnlich bewahrenswerte Objekte und Sammlungen in Museen, Bibliotheken und Archiven, aber auch archäologische Fundstätten sowie Denkmäler. “Kriege und Konflikte bringen kulturelle Schätze weltweit in Gefahr, durch die Folgen des Klimawandels können historische Denkmäler oder Kulturerbestätten beschädigt werden”, so der Numismatiker und ÖAW-Vizepräsident Michael Alram in einer Aussendung. “Heritage Science kann dazu beitragen, Zerstörtes wenigstens virtuell zu rekonstruieren oder geschichtsträchtige Bauwerke ‘klimafit’ zu machen.” Das Programm wird aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung finanziert. Die Dauer der Förderung beträgt maximal vier Jahre, Erkenntnisse werden per Open Access der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anträge können von mehreren Institutionen gestellt werden. Neben exzellenter Forschung soll auch benötigte Infrastruktur wie Geräte oder Computer vor Ort finanziert werden. Das Thema des Projekts muss dezidiert interdisziplinär ausgerichtet sein, Partnerschaften mit Kulturerbeeinrichtungen sind ausdrücklich erwünscht.

Neues ÖAW-Förderprogramm zur Erforschung des Kulturerbes

Ein Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) sorgte Mittwochnachmittag für einen Einsatz der Feuerwehr.

Einsatz der Feuerwehr bei Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in Marchtrenk

Von 16.- 18. Juli findet im Minoritenkloster erstmals das neue Veranstaltungsformat für den Handel, das „Sommer-Outlet“, statt. Zu unschlagbaren Preisen wartet eine große Auswahl an Mode, Brillen, Taschen,Koffer und modischen Accessoires für sie und ihn von Top Labels aus bekannten Stores aus der Welser City auf alle Besucherinnen und Besucher.

Neues Veranstaltungsformat in Wels - Das Sommer Outlet im Minoritenkloster

Die mit Donnerstag erfolgte Öffnung der österreichischen Grenzen für alle Nachbarländer außer Italien hat bereits erste reziproke Maßnahmen hervorgerufen. Ab Freitag können Österreicher ohne Beschränkungen nach Slowenien einreisen, teilte die Regierung in Ljubljana mit. Tschechien kündigte wiederum eine Grenzöffnung an, die schon in der Nacht auf Samstag erfolgen könnte. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis sagte am Donnerstag, dass Tschechien die Beschränkungen an den Grenzen zu Österreich und Deutschland sowie für Einreisende aus Ungarn früher als geplant aufheben wird. Für den Freitag um 7.00 Uhr habe er eine außerordentliche Sitzung des Kabinetts einberufen, die das beschließen sollte, kündigte Babis während seines Besuches im Karlsbader Kreis an. Laut der Nachrichtenagentur CTK schloss er nicht aus, dass die bisherigen Beschränkungen “vielleicht schon ab Freitag Mitternacht” – gemeint ist die Nacht von Freitag auf Samstag – aufgehoben würden. In der Slowakei könnte eine ähnliche Entscheidung bevorstehen, deutete Außenstaatssekretär Martin Klus an. “Ich erwarte, dass in den nächsten Stunden zumindest über Österreich, Ungarn und einige weitere Länder, die wir schon zuvor als sicher eingestuft hatten, verhandelt wird.” Die Slowakei und Tschechien hatten am Donnerstag die gemeinsame Grenze geöffnet. Am Tag der Öffnung der Grenzen Österreichs hat sich das Verkehrsaufkommen an den verschiedenen Übergängen unterschiedlich gestaltet. Während in Westösterreich – etwa in Kufstein, Salzburg, am Kärntner Loiblpass und sogar am Brenner – am Donnerstag bereits vermehrtes Verkehrsaufkommen zu beobachten war, hielt sich der Verkehr im Osten eher in Grenzen. Österreichische Europaabgeordnete haben unterdessen eine Wiederherstellung des grenzkontrollfreien Schengen-Raums gefordert. “Sobald es die Sicherheit für die Menschen in Europa und deren Gesundheit erlaubt, muss der freie Personenverkehr wieder gewährleistet sein”, sagt der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl vor Verabschiedung einer Resolution zum Schengenraum im Justiz- und Innenausschuss des EU-Parlaments. “Unter besonderer Berücksichtigung der Ausbreitung des Virus muss die EU-Kommission als Hüterin der Verträge die volle Wiederherstellung der Reisefreiheit vorantreiben”, forderte auch die SPÖ-Europaparlamentarierin Bettina Vollath. Die FPÖ sieht indes in der Entscheidung Österreichs, seine Grenzen zu den Nachbarländern bis auf Italien zu öffnen, einen “Verrat Südtirols” durch die Volkspartei. “Es habe sich gezeigt, “dass die Autonomie Südtirols im Ernstfall keinen Pfifferling wert ist, ebenso wenig wie das Papier, auf dem die Europaregion geschrieben steht”, sagte der freiheitliche Südtirolsprecher und Nationalratsabgeordnete Peter Wurm laut Aussendung. Für Personen, die aus Italien oder nicht-angrenzenden Ländern nach Österreich einreisen, gilt nach wie vor die Pflicht zur Quarantäne bzw. einem Gesundheitsattest. Das stellte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in einer Aussendung klar. Konkret wurden Einreisen aus Kroatien als Beispiel genannt. “Wenn man z. B. in Kroatien gewesen ist und z. B. über Slowenien wieder nach Österreich einreist, ist im Moment weiterhin ein Gesundheitsattest oder eine 14-tägige Heimquarantäne erforderlich”, hieß es in der Mitteilung. Kroatien gilt als eines der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher.

Slowenien öffnet ab Freitag Grenzen für Österreicher