Covid-Stadt Cremona feiert Baby-Boom

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Covid-Stadt Cremona feiert Baby-Boom

Während Italien weiterhin eine stark sinkende Zahl von Covonavirus-Todesopfern meldet, bekommt das Land auch verstärkt Signale des Neubeginns zu spüren. In der vom Covid-19 schwer betroffenen lombardischen Stadt Cremona kam von Freitag aus Samstag innerhalb von 24 Stunden eine Rekordzahl von 15 Babies zur Welt.

“Das ist ein außerordentliches Event für uns und ein Zeichen der Auferstehung der Stadt”, sagte Aldo Riccardi, Leiter der Gynäkologie-Abteilung des Krankenhauses von Cremona, in dem zehn Mädchen und fünf Buben, darunter ein Zwillingspaar, zur Welt gekommen sind. Italienische Zeitungen veröffentlichten am Dienstag die Bilder der stolzen Mütter, die zusammen mit ihren Neugeborenen im Krankenhaus posierten.

“Wir haben in den letzten Monaten zu viele Tote betrauert. Ich erinnere mich, als ich im Hof des Krankenhauses nur Leichenwagen sah. Wir sind glücklich, dass wir mit diesen Babys der Stadt ein Signal der Hoffnung geben können”, sagte Riccardi.

Auch der Bürgermeister von Cremona, Gianluca Galimberti, zeigt sich optimistisch. “Diese Kinder geben einer Gemeinschaft Hoffnung, die den Neustart nach sehr harten Zeiten schaffen will. Es gibt aber auch weitere positive Signale. Am Wochenende habe ich zwei Paare getraut und bis September sind wir mit Hochzeiten voll ausgebucht”, so Galimberti.

In der Stadt, die wegen der Produktion von Stradivari-Geigen international bekannt ist, sind wegen des Covid 1.117 Menschen gestorben. 72.000 Einwohner zählt die Stadt. In Cremona und Umgebung haben sich 6.610 Personen am Covid-19 angesteckt. Damit war Cremona die am stärkste betroffene lombardische Stadt nach Mailand, Bergamo, Brescia und Pavia.

Italien ist seit 2015 mit einem beispiellosen Geburtenrückgang konfrontiert. 2019 kamen so wenige Kinder wie zuletzt im Ersten Weltkrieg zur Welt. Demografen befürchten, dass sich die Coronavirus-Krise schwer auf die Geburtenrate in Italien auswirken wird. Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 1,29 pro Frau gehört das Land zu den Schlusslichtern in Europa. Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind die Italienerinnen durchschnittlich 31,7 Jahre alt.

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Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Zeiten der Covid-19-Pandemie ist für manche Menschen belastend. Kunststoff-Klarsichtvisiere in unterschiedlichster Ausführung gelten als mögliche Alternative. Sie sind besser als nichts, aber längst nicht gut. Laut Experten sind sie jedenfalls keine gleichwertige Lösung. Das erklärt auch die Österreichische Gesellschaft für Hygiene in einer Stellungnahme. “In letzter Zeit ist die Verwendung von Klarsichtvisieren (KLV) anstelle von Mund-Nasen-Schutz (MNS) zunehmend Thema. Ein KLV bildet eine mechanische Barriere für größere Tröpfchen, da diese, wenn sie direkt auf die Scheibe auftreffen, aufgefangen werden. Schwebefähige Kleinst-Partikel werden hingegen fast ungehindert an die Umgebung abgegeben, weil ein KLV die Ein-und Ausatemluft lediglich umlenkt”, schrieben die Experten der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP; ). Dem gegenüber würde eine Mund-Nasen-Schutz durch Filtrationswirkung auch einen Teil der mit der Ein-oder Ausatemluft anströmenden Partikel zurückhalten. Die Masken waren zu Beginn von Covid-19 nicht unumstritten. Mittlerweile herrscht unter Experten aber Einigkeit, dass sie ein Mittel zum Schutz sind, vor allem wenn Abstandhalten nicht möglich ist. Klarsichtvisiere wurden beispielsweise von Zahnärzten seit langem verwendet. Das ist aber eine besondere Situation. Die österreichischen Experten stellten zu dem Potenzial von solchen Kunststoffteilen fest: Sie könnten größere Tröpfchen eines Gegenübers vom Mund, der Nase und den Augen des Trägers fernhalten und die Augenbindehaut schützen. Gleichzeitig schlagen sich vom Träger abgegebene Tröpfchen natürlich an der Innenseite des Visiers nieder. Die Mimik bleibt erkennbar, die Visiere sind relativ einfach zu reinigen bzw. zu desinfizieren. Dafür können die Klarsicht-Visiere die Träger nicht vor Atem-Aerosolen anderer Personen schützen und auch nicht “andere Personen vor den Atem-Aerosolen” des Trägers schützen. Die Mindestanforderungen: Das Visier muss “deutlich unter das Kinn reichen”, bis zu den Ohren gehen – und die Verbindung des Kopfteiles mit der Stirn sollte durchgehend sein und dicht sitzen. Das Urteil der österreichischen Experten: “Aufgrund der derzeitigen wissenschaftlichen Evidenz können wir den Einsatz von Klarsichtvisieren nicht als gleichwertige Alternative zum Mund-Nasen-Schutz ansehen. Ein KLV kann eine Alternative für Personen sein, die aus medizinischen Gründen keinen MNS tragen können. Sie erreichen damit einen gewissen Selbstschutz und leisten gleichzeitig einen zumutbaren, wenn auch geringen Beitrag zu den derzeit getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit SARS-CoV-2.” Ganz ähnlich äußern sich auch die US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC/Atlanta). “Es ist nicht bekannt, ob Gesichtsvisiere auch nur irgendeinen Nutzen als Mittel zum Schutz anderer vor Partikel in der Atemluft haben. Das CDC empfiehlt nicht die Verwendung von Gesichtsvisieren bei normalen Alltagsaktivitäten oder als Ersatz für Masken.” Man müsse sie jedenfalls nach jeder Verwendung reinigen und desinfizieren. Für Kinder und Neugeborene seien sie keinesfalls zu empfehlen.

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