Dionne Warwick wird 80

Merken
Dionne Warwick wird 80

Selbst die Coronapandemie kann Dionne Warwick nicht aufhalten. Zwar musste die US-Sängerin ihre Tour – angekündigt als die letzte – auf kommendes Jahr verschieben und ihre regelmäßigen Auftritte in Las Vegas zunächst absagen. Doch die Musikerin, die am 12. Dezember 80 Jahre alt wird, verlegte ihre Shows kurzerhand ins Internet, gibt Konzerte per Livestream und Interviews per Instagram.

Warwick, die im Vorjahr noch zwei Alben veröffentlicht hat und bei den Grammys für ihr Lebenswerk geehrt wurde, gilt als fleißig, eigensinnig, stur und willensstark – “ein harter Knochen mit einer Stimme aus Gold”, wie die britische Zeitung “Telegraph” einmal schrieb. So hat sich die Musikerin eine erfolgreiche Weltkarriere erarbeitet: Zahlreiche Grammys und andere Auszeichnungen, Dutzende längst zu Klassikern gewordene Hits wie “I Say a Little Prayer”, “I’ll Never Fall in Love Again” oder “That’s What Friends Are For” und mehr als 100 Millionen verkaufte Alben.

Eine Familie von Gospelsängern

Geboren wurde Warwick am 12. Dezember 1940 in East Orange, einem Vorort von New York im Bundesstaat New Jersey, in eine Familie von Gospelsängern hinein. Ihre Kindheit sei “wundervoll” gewesen, sagte Warwick jüngst dem “Guardian”. “Jede Familie kannte wie selbstverständlich jede andere Familie.” Mit ihrer Schwester, Mutter und Tante sang sie im Chor. Ihre jüngere Schwester Dee Dee wurde später ebenfalls eine bekannte Soulmusikerin.

Die 2012 mit nur 48 Jahren gestorbene Sängerin Whitney Houston war eine Cousine und für Warwick wie “das kleine Mädchen, das ich nie hatte”. Kurz bevor Houston tot in einer Badewanne in einem Hotel in Beverly Hills gefunden wurde, ertrunken nach zu viel Alkohol und Drogen, habe sie noch mit ihr telefoniert, erzählte Warwick dem TV-Sender ABC. “Sie war so aufgeregt und fröhlich. Sie hatte doch alles in der Welt, um dafür zu leben. “Heute will Warwick über die Tragödie nicht mehr sprechen. “Warum? Sie lebt nicht mehr. Wir sollten uns an das erinnern, was sie bekannt gemacht hat: Musik. Das ist ihr Erbe, und nur darüber will ich sprechen.”

Warwicks eigene Karriere begann noch in ihrer Schulzeit, als sie als Background-Sängerin im Harlemer Musikclub Apollo einsprang und dem Songwriter-Duo Burt Bacharach und Hal David auffiel. Die drei schlossen sich zusammen und produzierten einen Verkaufsschlager nach dem anderen, zehn Top-40-Hits in acht Jahren. Schon das Debüt “Don’t Make Me Over” schaffte es in die Charts. Ihren ersten Grammy gewann sie 1968 für “Do You Know the Way to San Jose”. Es folgten Hits wie “I Say A Little Prayer” (1966) und “I’ll Never Fall in Love Again” (1970).

Sie tourte um die Welt und berühmte Kollegen wie die Reggae-Ikone Bob Marley und die Schauspielerin Marlene Dietrich wurden zu Freunden. “Sie hat mich behandelt, als ob ich ihre Tochter wäre, und ich habe sie liebevoll Mama genannt”, erzählte sie einmal dem “Observer”. “Sie war eine wundervolle Lady, und sie hat mir beigebracht, was Haute Couture bedeutet – sehr zum Leidwesen meiner Steuerberater.”Die 70er-Jahre waren schwieriger für Warwick – mit der Trennung von Bacharach, der Kündigung ihrer Plattenverträge und dem Scheitern von zwei Ehen mit demselben Mann, dem 1983 gestorbenen Schauspieler William David Elliott. Aus dieser Beziehung hat Warwick die Söhne David und Damon, die inzwischen ebenfalls im Musikbusiness arbeiten.

 

In den 90er-Jahren lebte Warwick zeitweise in Brasilien und griff die Klänge des südamerikanischen Landes 1994 auch in dem Album “Aquarelo Do Brasil” auf. Nach Brasilien wolle sie irgendwann auch wieder zurückkehren, sagt Warwick. Zunächst wolle sie weiter auftreten – “solange ich den Menschen das Vergnügen bereite, das sie bei meinen Konzerten zu haben scheinen, und solange ich es so gut mache, wie ich kann”. Wenn das nicht mehr möglich sei, dann wolle sie sich “ehrenvoll verabschieden”, nach Brasilien. “Das ist mein Paradies. Wenn ich das Showbusiness hinter mir lasse, will ich dort leben.”

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Du willst für Halloween einen coolen Look ohne Kriegsbemalung? Die Macherei und WT1 zeigen Dir wie du schnell, günstig und einfach einen schaurig schönen Look kreierst. Mehr dazu im Detailtext.

Halloween DIY - THE HARLEKIN

Grillen zu Hause ist das Eine – begrillt werden von Grillmeister Franz Kupetzius das andere. Er läutet den Beginn der Wiedereröffnungen mit einem Post-Lockdown Frühschoppen am ESV Platz ein und wir waren natürlich mit dabei.

Der kanadische Popstar Justin Bieber (26, “Sorry”) hat sich enttäuscht über die stilistische Einordnung seiner jüngsten Grammy-Nominierungen geäußert. Der 26-Jährige war am Dienstag in vier Kategorien nominiert worden – dreimal davon unter Pop, auch mit dem Album “Changes”. Aus Biebers Sicht ein Fehler: “‘Changes’ war und ist ein R&B-Album. Es ist seltsam, dass es nicht als solches anerkannt wird”, hieß es in einer Stellungnahme des Sängers auf Instagram. Von den Akkorden über die Melodie bis zu Gesangsstil und Drums sei seine neue Platte “unbestreitbar und unverkennbar” ein R&B-Album. Sein Statement ergänzte Bieber mit den Worten: “Bitte versteht dies nicht als Undankbarkeit, es sind lediglich meine Gedanken. Nehmt sie an oder nicht.” Die Grammys zählen zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt, sie werden in rund 80 Kategorien vergeben. Etwa 13.000 Mitglieder der veranstaltenden Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Die aktuellen Nominierungen umfassen den Zeitraum vom 1. September 2019 bis zum 31. August 2020. US-Sängerin Beyoncé geht mit den meisten Siegchancen in die Verleihung. Die 39-Jährige sammelte neun Nominierungen in acht Kategorien ein. Die für den 31. Jänner 2021 geplante Grammy-Gala soll vom Comedian Trevor Noah (“Daily Show”) moderiert werden.

Bieber enttäuscht über Nominierung: "Changes" ist doch R&B

Eine Welserin die in Indien Karriere macht. Jessica Done, ihr Traum war nicht Hollywood sondern die Bühne von Helene Fischer. Gelandet ist sie schlussendlich bei Bollywood und der indischen Cricket Liga. Doch nun geht weder das eine noch das andere die in London-Lebende ist gestrandet. In Österreich, am Attersee.

Auch die Kultur stand nicht still. Im Museum Angerlehner, in der Galerie die Forum oder auch unter freiem Himmel fanden Vernissagen statt. Und der Kornspeicher in nur wenigen Wochen neu saniert und ist nun eine der neuen Adresse für Kleinkunst.

Ein ordentlicher Haarschnitt – kaum denkbar, aber den kann sich nicht jeder leisten. Denn oft ist das Geld knapp. Wie ein Mensch fühlen möchte man sich trotzdem. Darum fahren die Barber Angels durchs Land und kämpfen mit Schere und Rasierer gegen Armut.