Distance Learning: Die guten und die weniger guten Seiten des Home Schoolings

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Distance Learning: Die guten und die weniger guten Seiten des Home Schoolings

Seit fast einem Jahr begleitet Schüler, Eltern und Lehrer nun schon das Distance Learning. Und die Meinungen darüber sind wenig überraschend äußerst vielfältig: 80 Prozent orten als Konsequenz eine Verarmung sozialer Kompetenzen, mehr als drei Viertel finden, dass weniger Stoff als im Präsenzunterricht vermittelt wird.

Positiv gesehen wird hingegen die Förderung der Selbstständigkeit, wie 70 Prozent angeben. Das zeigt eine OGM-Umfrage im Auftrag der Innovationsstiftung für Bildung. Für die Studie wurden Mitte November 802 Schüler über 14 Jahren, Lehrer und Eltern online befragt. Gleichzeitig wurde für bestimmte Themen ein Vergleich mit einer Befragung des gleichen Personenkreises aus dem Jahr 2018 gezogen – also aus einer Zeit vor Corona.

Unterstützung der Eltern notwendig

Ebenfalls knapp 70 Prozent orten ein Zurückfallen jener Schüler, deren Eltern ihnen beim Distance Learning nicht helfen konnten. Eine Mehrheit von 62 Prozent ist der Meinung, dass durch das Homeschooling Lehrer, Eltern und Schüler viele Kompetenzen erworben haben, die sie sich sonst nie angeeignet hätten und die später gut brauchbar sind.

So ist etwa die Zufriedenheit mit dem Software-Einsatz im Unterricht seit 2018 in allen Gruppen gestiegen – am deutlichsten bei den Schülern. Zeigten sich 2018 über alle Gruppen noch knapp zwei Drittel sehr zufrieden oder zufrieden, waren es 2020 knapp drei Viertel (unter den Schülern sogar 90 Prozent).

“Man muss das auch vor dem Hintergrund sehen, dass heute ein ganz anderer Anspruch an das Thema gestellt wird als vor zwei Jahren”, betonte Stiftungs-Geschäftsführer Jakob Calice am Mittwoch vor Journalisten. Bei rund 70 Prozent praktisch unverändert geblieben ist die Zufriedenheit mit der Hardware-Ausstattung.

Etwa drei Viertel der Befragten halten die Digitalisierung im Schulbereichgrundsätzlich für wichtig. Jeweils rund die Hälfte dieser Personen ist dabei der Ansicht, dass in Österreich die Digitalisierung an Schulen verschlafen wurde bzw. umgekehrt dass man dabei mit Maß vorgehen solle und Österreich auf einem guten Weg sei. “Überrascht” hat Jakob Calice, dass für immerhin 22 Prozent das Thema “maßlos überbewertet” wird. Sie sind der Meinung, dass es viel wichtiger sei es, Lesen, Schreiben und Rechnen zuerst analog zu lernen.

An digitalen Werkzeugen am häufigsten zum Einsatz an den Schulen kamen übrigens Tools für Onlinemeetings wie Teams oder Zoom, gefolgt von digitalen Lernplattformen, Mailverteilern, WhatsApp-Gruppen und digitalem Mitteilungsheft sowie etwas abgeschlagen Lern-Apps.

Home Schooling auch in Zukunft?

Immerhin zwei Drittel der Befragten können sich auch für die Zukunft eine Mischung aus Präsenzunterricht und Homeschooling vorstellen. 30 Prozent lehnen dies ab. Die höchste Zustimmung gibt es übrigens bei den Lehrern, die geringste bei den Eltern. Rund die Hälfte der Pädagogen fühlt sich gut vorbereitet, digitale Endgeräte systematisch im Unterricht zu verwenden, 39 Prozent sehen sich einigermaßen vorbereitet, zwölf Prozent dagegen nicht gut vorbereitet.

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