Dominique Meyer: "Schmutzwäsche nicht öffentlich waschen"

Merken
Dominique Meyer: "Schmutzwäsche nicht öffentlich waschen"

Der ehemalige Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, will “die Schmutzwäsche der Zusammenarbeit mit Franz Welser-Möst nicht öffentlich waschen”. Das betonte der mittlerweilige Intendant der Mailänder Scala auf APA-Anfrage zur Kritik seines Ex-Generalmusikdirektors.

“Und auch seine direkten und indirekten persönlichen Angriffe werde ich nicht kommentieren – wiewohl ich mich schon frage, warum der international erfolgreiche Dirigent das nötig hat und was er mit den nachweislich falschen Aussagen bezweckt”, meinte Meyer. Außerdem wies er nebenbei darauf hin, dass die vereinbarte Frist, in der sich Welser-Möst nicht zu seiner Staatsopern-Zeit äußern dürfe, eigentlich noch bis zum 5. September laufe.

Welser-Möst hatte Meyer unter anderem vorgeworfen, die Staatsoper zu einer Art Touristenattraktion gemacht zu haben, die international an Reputation verloren habe. Kritik übte er auch an Sängerauswahl und szenischer Umsetzung.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Die Schutzmaßnahmen im Zuge der Coronakrise dürften bei der Post heuer einiges an Kosten verursachen. “Bei den coronabedingten Zusatzmaßnahmen gehen wir von bisher aufgelaufenen Kosten von ca. zehn Millionen Euro aus, die sich im Lauf des Jahres noch deutlich erhöhen,” sagte Post-Chef Georg Pölzl am Freitag im Interview mit den “Oberösterreichischen Nachrichten” (OÖN).   Als Vorsichtsmaßnahme, um weitere Infektionen zu vermeiden, arbeiten die Post-Mitarbeiter aktuell “in Kleingruppen, die Schichten beginnen mit zeitlichem Abstand zueinander, und alle Personen werden bis auf Weiteres wöchentlich getestet”, so Pölzl weiter. Im Mai hatte es in zweien der 15 Logistikzentren der Post Corona-Infektionscluster gegeben. Die Vorkrisenprognose von 200 Mio. Euro operativem Gewinn (EBIT) für das heurige Jahr sei “unrealistisch. Covid-19 und bank99 verursachen Zusatzkosten und Erlösschmälerungen, die auf das Ergebnis drücken werden”, so Pölzl zu den “OÖN”. Dennoch laufe die im April gestartete bank99 gut, man habe bereits mehr als 30.000 Konten. Die Anlaufkosten, die für den Aufbau der Bank nötig seien, habe man erwartet. Der Post-Chef rechnet damit, dass die Bank ab 2023 profitabel sein wird.

Corona hat die Post heuer schon 10 Mio. Euro gekostet

Traumhafte Wohnung (40 m2) mitten in der Welser Innenstadt zu vermieten! Ab sofort verfügbar, inkl. kleiner Innenhofterrasse.

Tolle 2 Zimmer Wohnung Wels Innenstadt zu vermieten!

Der Chef von Rewe Österreich, Marcel Haraszti, fordert die radikale Liberalisierung der Arbeits-und Öffnungszeiten. Mehrere Mitarbeiter könnten sich einen Arbeitsplatz teilen, schlug Haraszti in einem Interview im “Standard” (Freitag) vor. Bei den regulären Ladenöffnungszeiten hatte sich Haraszti bisher eine Ausweitung von 72 auf 76 Stunden pro Woche gewünscht. Nun beschreibt er seine Wünsche detaillierter. “Wir brauchen eine komplette Liberalisierung der Öffnungszeiten. Den Sonntag nehme ich davon aus. Unter der Woche aber zwischen acht und neun Uhr abends: Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Mitarbeiter gerne hier arbeiten würden, Studenten etwa nach der Uni. Die Zuschläge erhöhen den Verdienst deutlich.” In der Stadt bis 23 Uhr In der “Kronen Zeitung” hatte Haraszti Ende November zum Thema Ladenschluss erklärt, “wir müssen regionaler werden.” Deshalb sollten zum Beispiel Filialen in der Stadt bis 23 Uhr offen halten dürfen, während man an Standorten, die von Pendlern stark frequentiert werden, schon ab sechs Uhr in der Früh aufsperren möchte. Derzeit gehe das eben nicht. “Denn wir haben das älteste Öffnungszeiten-Gesetz Europas.” Es gebe kein Land, das prädestinierter sei für den Onlinehandel als Österreich. “Die Amazon-Manager schmunzeln über Österreich. Sie sind dankbar für die Öffnungszeiten aus den 50er-Jahren”, meint der Rewe-Boss im “Standard”. Er geht davon aus, dass Amazon in Österreich sicher vermehrt Lebensmittel ausliefern werde. Haraszti fügte hinzu, dass, wer nicht wolle, bei der Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Bipa, Penny) aber auch nicht länger arbeiten müsse. Längere Öffnungszeiten würden nicht auf die Kosten der Mitarbeiter gehen, sagte er im Interview. Auch viele Jungunternehmer würden gerne abends länger offen halten. “Eine Tankstelle darf rund um die Uhr verkaufen, ein Kiosk nicht. Das ist Doppelmoral.” Außerdem: “Wir beklagen uns ständig über den Onlinehandel, schaffen aber in Österreich keine Rahmenbedingungen, um wettbewerbsfähig zu sein.” Zustellung am Sonntag Sonntags würde er gern online Lebensmitteln ausliefern. “Man kann sonntags ja auch eine Pizza bestellen. Am Sonntag sind die meisten Menschen zu Hause. Das sollte kein Tabu sein.” Der Umsatz, den Rewe mittlerweile via Internet im Land umsetzt, entspreche 17 Billa- und 14 Bipa-Filialen. Heuer habe es um 80 Prozent mehr Bestellungen gegeben als im Vorjahr. An die Beschäftigten zahlt Rewe Österreich für die Leistungen in der Coronazeit heuer zwei Prämien. Im Frühjahr waren es 200 Euro je Vollzeitmitarbeiter. Nun seien es erneut 200 Euro. Flexibilität wünscht sich der Rewe-Manager auch bei den Arbeitszeitmodellen. “Zwei, drei Mitarbeiter könnten sich etwa einen Arbeitsplatz teilen und sich dafür selbst die Stunden einteilen.”

Öffnungszeiten: Rewe-Chef fordert die komplette Liberalisierung

Die Coronapandemie hat – wenig überraschend – optisch und inhaltlich den Festakt am Heldenplatz anlässlich des Nationalfeiertags dominiert. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellte die Bevölkerung auf harte Herbst- und Wintermonate und bevorstehende “Anstrengungen” ein: “Die nächsten Monate werden ein Kraftakt für uns alle.” Bundespräsident Alexander Van der Bellenappellierte an den Zusammenhalt, denn “wir sitzen gemeinsam in einem Boot auf sehr unruhiger See”. Festakt mit Abstand Der Festakt fand in einer sehr abgespeckten Form statt. Sowohl die traditionelle Leistungsschau des Bundesheeres, die sich zum 25. Mal gejährt hätte, als auch Führungen durch die Hofburg, das Parlament und die Ministerin fanden nur online statt oder fielen überhaupt aus. Lediglich die Kranzniederlegungen durch den Bundespräsidenten und die Bundesregierung wurden wie üblich abgehalten. Die ebenfalls traditionelle Angelobung von Rekruten fand eingeschränkt statt, es wurden nur zwölf statt wie ursprünglich geplant 300 Rekruten angelobt. Auch das Wetter spielte nicht ganz mit, der Überflug von drei Eurofightern und vier Saab 105 war aufgrund der dichten Wolkendecke nur zu hören, aber nicht zu sehen. Der Heldenplatz wurde großräumig abgeriegelt, um die wenigen Zuschauer, die gekommen waren, auf Abstand zu halten. “Wir müssen zusammenhalten” Van der Bellen grüßte explizit jene Rekruten, deren Angelobung am Heldenplatz abgesagt wurde und appellierte an den Zusammenhalt. “Wir müssen zusammenhalten, um gut durch dieses Unwetter zu kommen.” Solange es keinen Impfstoff gibt, sei das beste Rezept zur Überwindung dieser Pandemie der Zusammenhalt. “Das Aufeinander-Schauen. Das gegenseitige Helfen. Diese sehr österreichischen Eigenschaften, sie helfen uns jetzt in der Pandemie”, sagte der Bundespräsident. Kanzler Kurz erinnerte zunächst an die Bedeutung des heutigen Nationalfeiertags. “Der Friede, die Freiheit und der Wohlstand, den wir oft als selbstverständlich erachten, ist in Wahrheit alles andere als selbstverständlich.” Den großen Teil seiner Rede widmete er aber der Coronapandemie. “Diese Krise ist, ohne Zweifel, eine der härtesten Herausforderungen, die wir als Gesellschaft seit dem zweiten Weltkrieg zu meistern haben.” “Wir werden mit dem Virus leben müssen” “Ich weiß, diese Krise verlangt uns allen viel ab.” Viele seien “erschöpft, wollen von Corona nichts mehr hören und können einfach nicht mehr”. Ihnen wolle er als Staatsbürger sagen: “Ich verstehe das. Auch ich möchte keine Maske tragen müssen, keine Einschränkungen erdulden und Feste feiern, wenn es mir danach ist”. Aber als Regierungschef sei es nicht seine Aufgabe, zu sagen, was manche hören wollen. “Daher muss ich Ihnen leider sagen: Wer werden noch viele Monate mit dem Virus leben müssen. Wir werden durchhalten müssen, bis ein Impfstoff uns eine Rückkehr zur Normalität möglich macht.” Wenn Frust, Unmut oder Wut stärker werden, solle man sich daran erinnern, “dass diese Krise nicht von Dauer ist und ein Ende absehbar ist”. Der Kanzler lobte alle Institutionen des Landes und besonders das österreichische Bundesheer, das “in dieser Krise Großes” geleistet habe. “Die letzten Monate haben wiedermal gezeigt: Ohne ein funktionierendes Bundesheer sind Krisen wie diese nicht zu bewältigen.” Die Ausstattung des Heeres werde für die Regierung daher eine Priorität bleiben. Auch Verteidigungsministerin Tanner bedankte sich bei den Soldaten des Bundesheeres für ihre Leistungen. Beginnend mit der ersten Welle haben tausende Soldaten an der Bewältigung der Krise gearbeitet und Millionen von Arbeitsstunden geleistet. Und jetzt, “mitten in der zweiten Welle, müssen wir feststellen, dass dieser Kampf noch lange nicht gewonnen ist und wir weiterhin unser Heer zur Bewältigung dieser Krise brauchen”. Die Coronakrise und die damit verbundene erstmalige Aufbietung der Miliz hätten gezeigt, wie wichtig die Miliz sei und dass in diesem Bereich viel zu tun sei. “Die Miliz muss regelmäßig üben und auch personell gut ausgestattet sein.” Dem Bundesheer obliege die militärische Landesverteidigung, das müsse auch in Zukunft so sein. Die Soldaten der Zukunft müssten aber viel mehr können als bisher. “Sie müssen für den digitalen Kampf und die Abwehr von Terrorangriffen oder auch Blackouts bereit sein”, so die Ministerin. Aber es brauche auch ein Umdenken in der Gesellschaft. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Bereitschaft das Land zu verteidigen bei vielen Menschen sehr gering sei. “Dies ist ein drastisches Zeugnis und eine große gesellschaftliche Herausforderung. Diese umfassende Landesverteidigung müssen wir wieder zum Leben erwecken. Sie muss in Schulen, Unternehmen und sogar in den Familien stattfinden”, so Tanner. Die Fernsehübertragung des Events durch den ORF wurde immer wieder durch Kurzfilme unterbrochen, in denen der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky Grundwehrdiener vorstellte. Darunter auch ein in Tschetschenien geborener Soldat, der von seinen Kindheitserinnerungen an den Krieg in der russischen Teilrepublik berichtete und der Behindertensportler und Paralympics-Sieger Walter Ablinger. Am Abend steht noch die traditionelle TV-Ansprache des Staatsoberhaupts am Programm.

Festakt am Heldenplatz: "Müssen zusammenhalten, um gut durch dieses Unwetter zu kommen"