"Es ist 5 nach 12": Seilbahnbranche drängt auf Regelung für Après-Ski

Merken
"Es ist 5 nach 12": Seilbahnbranche drängt auf Regelung für Après-Ski

In zweieinhalb Monaten beginnt die Wintersaison – und damit stellt sich aus Sicht der Touristiker und Seilbahnbranche auch die Frage, wie das bei den Gästen beliebte Après-Ski in Zeiten von Corona stattfinden soll. “Ich warne seit sechs Wochen, dass wir hier Regelungen brauchen. Es ist 5 nach 12”, sagte WKÖ-Seilbahnobmann Franz Hörl am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Hörl, der auch Tirols ÖVP-Wirtschaftsbundchef ist, fordert eine bundesweite Lösung. Seine Branche ist für eine verpflichtende Registrierung der Gäste beim Après-Ski und in den Diskotheken der Wintersportorte, für eine Zwischensperrstunde ab etwa 18.30 oder 19:00 Uhr, in der die Lokale gereinigt und desinfiziert werden, sowie für eine Reglementierung der Gästezahl.

“Ein kontrolliertes Après-Ski ist sicher besser als Partys in den Seitengassen”, so Hörl. Sollte die Politik es total verbieten wollen, dann sei das eine Entscheidung, für die es auch Entschädigungen geben müsse. Die Entscheidung müsse nur jetzt fallen, betonte der Seilbahnsprecher. “3 Prozent der Umsätze könnten 97 Prozent der Saison gefährden.”

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte erst vor wenigen Tagen Wintertourismus “unter ganz spezifischen Rahmenbedingungen” in Aussicht gestellt. Diese werden gerade vorbereitet. Es werde spezifische Regeln für Après-Ski geben. Anschober strebt überregionale Standards für den gesamten zentraleuropäischen Wintersport mit Italien, Frankreich und der Schweiz an, damit keiner einen Wettbewerbsnachteil habe. Branchensprecher Hörl hält gleiche Regeln für den gesamten Alpenraum für heuer für ambitioniert: “Ich denke, das wäre frühestens in der Saison 2021/22 zu erreichen.”

Die Interessenvertretung der Seilbahnunternehmen hat jedenfalls bereits einen Leitfaden für die Betriebe erstellt, damit die Wintersaison trotz widriger Umstände klappt. Eine entsprechende Verordnung gibt es noch nicht, darauf könne man nicht warten. Im Sommer sei die Verordnung drei Tage vor der Öffnung der Lifte gekommen, die Betriebe müssten aber länger planen, kritisierte Hörl.

Seilbahnen und Zahnradbahnen zählen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, das heißt, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht sowie die Einhaltung des Ein-Meter-Abstandes, sofern dies möglich ist. Auch im Anstellbereich ist die Maske zu tragen. “Das bindet sich im Winter in die Mode bestens ein”, findet Hörl. Die Bereitschaft zum Tragen einer Maske werde im Winter ohnehin größer sein als im Sommer, zumal dies auch ein Wärmeschutz sei.

15 Prozent der Bahnen sind geschlossen

85 Prozent der Fahrbetriebsmittel seien offen, wie Sessel- oder Schlepplifte. In den 15 Prozent der Bahnen, die geschlossen sind, sei für eine Belüftung gesorgt. “Wir empfehlen, die Fenster so zu schalten, dass sie erst gar nicht geschlossen werden können”, sagte Erich Egger, Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Salzburg sowie Vorstand der Schmittenhöhebahn AG. In allen Bahnen in Österreich liege die Fahrtzeit unter der kritischen Zeit von 15 Minuten. Damit die Verweildauer möglichst niedrig ist, seien die Geschwindigkeiten der Bahnen auch erhöht worden.

Hörl und Egger sind gegen eine Begrenzung der Gästeanzahl in den Gondeln und Kabinen. “Eine Begrenzung führt nur dazu, dass wir Warteschlangen produzieren”, sagte Hörl. Wo es möglich ist, sollen die Anstehzeiten so gering wie möglich gehalten werden. Das beginne schon beim Parkplatz. Liftkartensollen bereits online besorgt werden können, um den Kassenbereich zu entlasten. Leitsysteme sollen den Gästestrom lenken, Personal das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sowie die Einhaltung des Sicherheitsabstandes kontrollieren. Auch regelmäßige Durchsagen sollen die Skifahrer an die Maßnahmen erinnern.

Vieles von dem, was im Winter gelten soll, habe sich bereits in der laufenden Sommersaison bewährt. Das Tragen der Maske sei von den Gästen sehr gut und diszipliniert aufgenommen worden, sagte Egger. Viele Seilbahnen hätten beschlossen, ihre Mitarbeiter zu testen. “Das werden wir im Winter sehr intensiv durchführen”, so Egger. Damit sich die Gäste sicher fühlen, sollen alle getestet werden, vom Skilehrer bis zum Hausmeister.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Angesichts knapper Bestände an Schutzkleidung für medizinisches Personal hilft in Nordamerika die US-Fernsehbranche im Kampf gegen das Coronavirus aus: Die erfolgreiche Krankenhausserie “Grey’s Anatomy” des Senders ABC spendet unter anderem Handschuhe und Atemschutzmasken, die sonst bei den Dreharbeiten verwendet worden wären, wie die Produzentin Krista Vernoff mitteilte. Die ABC-Serie “Seattle Firefighters”, die in den USA unter dem Titel “Station 19” läuft, spendete der Feuerwehr im kanadischen Ontario 300 Schutzmasken. Zuvor war bekannt geworden, dass die Feuerwehrleute die Atemschutzmasken wegen Knappheit mehrfach verwendeten. “Sie waren unglaublich dankbar”, sagte Vernoff. Eine weitere Produktion aus dem Hause ABC, die im kanadischen Vancouver gedrehte Krankenhausserie “The Good Doctor”, übergab vor Ort hunderte Atemschutzmasken und Schutzanzüge.

US-Fernsehserien helfen mit Atemschutzmasken aus

Dass die Österreichischen Bundesbahnen Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, war schon bekannt. Die Rede war von Tausenden. Nun wurde bekannt, dass die Bahn bis zu rund 10.000 in Kurzarbeit schickt. Das berichtete das ORF-Radio-Ö1-“Morgenjournal” am Samstag. Weiter angewendet wird der Sonntagsfahrplan. Für nun langsam zurückkehrende Pendler werden früh und abends etwas mehr Kapazitäten geschaffen. “Die Kurzarbeit ist innerhalb des ÖBB-Konzerns mit Stichtag 1. April angelaufen, entsprechende Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und Management der jeweiligen Gesellschaften sind in Arbeit beziehungsweise abgeschlossen”, bestätigte ein ÖBB-Sprecher gegenüber der APA. Die Zahl von 10.000 Mitarbeitern, die in Kurzarbeit gehen sei eine “vorläufige Schätzung. Derzeit sind wir von dieser Zahl aber noch ein großes Stück entfernt.”

ÖBB schicken bis zu 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Grund für die Intensivierung der diplomatischen Kontakte zwischen Österreich und den USA ist laut dem ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, der Versuch Trumps, die Entscheidungsprozesse in der EU zu beeinflussen. “In gewisser Weise sieht Trump in Kurz eine Alternative zu Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel”, sagte Bolton der “Presse”. Um Einfluss auf die Entscheidungsprozesse in der EU zu nehmen, habe der US-Botschafter in Wien Trump empfohlen, mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu sprechen, so der frühere Nationale Sicherheitssprecher Trumps. Wien habe das Treffen im Weißen Haus in Washington bereits während des EU-Ratsvorsitzes im zweiten Halbjahr 2018 gewünscht. Zustande kam es erst im Februar 2019. Nur ein Jahr später lud Trump den Kanzler erneut ein, der Besuch wurde aber wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. Dem am Donnerstag nach Wien kommenden US-Außenminister Mike Pompeo warf Bolton vor, 2024 selbst als republikanischer Präsidentschaftskandidat antreten zu wollen – als politischer Erbe Trumps. “Deshalb klebt er so nah an ihm, sogar in Bereichen, wo ich weiß, dass Pompeo mit dem Präsidenten nicht übereinstimmt. Er widerspricht nicht einmal in privaten Unterredungen”, so Bolton, der eine Wiederwahl Trumps durchaus für möglich hält. “Die Chancen stehen 50 zu 50. Das Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen haben sich zuletzt negativ für Trump ausgewirkt. Er liegt in Umfragen zurück, aber bis 3. November ist es noch ein weiter Weg.” Der frühere Nationale Sicherheitsberater Trumps hat im Juni in einem Enthüllungsbuch schwere Vorwürfe gegen Trump erhoben. In dem Buch zeichnet Bolton ein verheerendes Bild des US-Präsidenten, dem er vorwarf, eigene politische Interessen über nationale Sicherheitsinteressen und das Wohl der USA zu stellen. Der außenpolitische Hardliner beschrieb Trump zudem als ahnungslos und inkompetent. Bolton war knapp eineinhalb Jahre lang Nationaler Sicherheitsberater und schied im September 2019 im Streit aus dem Weißen Haus aus.

Bolton: "Trump sieht in Kurz eine Alternative zu Merkel"

Die FPÖ hat am Donnerstag wieder an der Ausgestaltung des Demonstrationsrechts gerüttelt. Sind zu viele Proteste angemeldet, sollten diese an bestimmte Orte verlegt werden können, forderte Parteichef Norbert Hofer. Der “außenpolitische Berater” der FPÖ, Norbert van Handel, stellte zudem infrage, ob auch zu Anliegen demonstriert werden soll, die nichts mit den “Problemen des Landes zu tun haben”. Um Maßnahmen gegen die Coronakrise vorzuschlagen, gründeten die Freiheitlichen ihr eigenes “Expertengremium”. Vorsitzender ist Norbert van Handel, der gleichzeitig “außenpolitischer Berater” der Partei ist. Er wandte sich vor allem gegen “Demonstrationen, die hier keine Rolle spielen”, wie etwa jene der “Black-Lives-Matter”-Bewegung oder den Kurdenprotesten in Wien-Favoriten. Grundsätzlich bekannten sich Hofer und Van Handel zum Demonstrationsrecht, “Black Lives Matter” sei auch ein gerechtfertigtes Anliegen, sagte der FPÖ-Obmann. Dennoch sei etwa eine “numerische Einschränkung” von Protesten sinnvoll und: “Wenn es sehr viele Demonstrationen gibt in der Innenstadt, dann sollte man ab einer bestimmten Anzahl eine Fläche zur Verfügung stellen”, schlug Hofer vor. Die FPÖ hatte bereits mehrmals eigene Demo-Zonen gefordert. Nicht nur an der Gestaltung von Demos rüttelte Hofer in Zusammenhang mit der Coronakrise, sondern auch an der Bezahlung von Politikern. Er will eine “leistungsgerechtere” Entlohnung, denn “Politiker können nicht immer gleich viel verdienen, egal ob es Menschen im Land gut oder schlecht geht”. So könnten die Gehälter an gewisse Indikatoren zur Lebensqualität geknüpft werden, schlug der FPÖ-Chef vor. Er will zudem auch den Österreichkonvent wiederbeleben. Zur Pandemie selbst meinte Hofer allgemein: “Die Lage ist unter Kontrolle.” Der “leichte Anstieg” sei auf die vermehrte Reisetätigkeit zurückzuführen. Leider würden andere Staaten “Fake-Tests” durchführen, weswegen Österreichs Regierung Kontakt zu diesen Ländern herstellen solle. Kritik übte Hofer auch an der Meldepflicht bei Verdachtsfällen, die im Herbst zu einer Überlastung der Hotlines aufgrund von grippalen Infekten und Schnupfen führen werde. “Ich weiße darauf hin, dass wir keinen Ausnahmezustand haben, dass es keinen Krieg in Österreich gibt”, warnte Hofer auch vor Einschränkungen der Freiheitsrechte durch die Regierung. Die Art, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zudem Maßnahmen wie die Corona-Ampel präsentiert, sei zudem “in hohem Maße infantil”. Österreich sei keine Volksschule.

FPÖ-Chef Hofer will Demonstrationen örtlich einschränken

Der Iran will nach Angaben von Präsident Hassan Ruhani die strengen Corona-Vorschriften im Land leicht lockern. Vom kommenden Samstag an sollen einige Geschäfte in den Provinzen unter besonders strengen hygienischen Auflagen wieder geöffnet werden, wie Ruhani am Sonntag bekanntgab. Für die Hauptstadt Teheran gilt diese Regelung erst eine Woche später vom 18. April an. Allerdings bleiben Sporthallen, Stadien, Schwimmbäder und andere Orte, an denen es zu größeren Menschenansammlungen und damit einer höheren Ansteckungsgefahr kommen könnte, weiterhin geschlossen. Größere Veranstaltungen bleiben verboten, um eine neue Ansteckungswelle zu vermeiden. Ab Samstag dürfen auch zwei Drittel der Beamten wieder zur Arbeit – allerdings nur in der Zeit von 7.00 bis 14.00 Uhr. Schulen und Universitäten bleiben mindestens bis zum 18. April geschlossen. Ebenso geschlossen bleiben bis dahin die religiösen Stätten, auch sollen bis auf Weiteres landesweit keine Freitagsgebete veranstaltet werden. Der iranische Corona-Krisenstab werde in seiner nächsten Sitzung am 12. April über weitere Maßnahmen beraten, sagte Ruhani dem Webportal des Präsidialamts zufolge. Der Iran wurde von dem Virus besonders hart getroffen. Nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums gab es bis jetzt mehr als 3.400 Tote und 55.000 Infizierte. Medienangaben zufolge hat die Corona-Krise 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahmgelegt. Ein großes Problem sind die öffentlichen Verkehrsmittel in den Großstädten, wo die erforderlichen Kontaktbeschränkungen wegen der vielen Passagiere nicht eingehalten werden können.

Iran will Vorschriften leicht lockern

Nach dem Motto „Tu’ Gutes und motze den Christbaum auf“ zeigten sich die zahlreichen BesucherInnen bei der Weihnachtsaktion „Pimp The Christmas Tree“, die sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreut, wieder sehr spendenfreudig.

Viele Spielzeugspenden bei „Pimp The Christmas Tree“