EU drängt Pharmahersteller zu höherer Produktion

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EU drängt Pharmahersteller zu höherer Produktion

Aus Sorge vor Engpässen bei wichtigen Arzneien hat die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge die europäischen Hersteller aufgefordert, die Produktion hochzufahren. Dies berichtet die “Welt” (Mittwoch) aus einem Brief von Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides an mehrere europäische Pharmaverbände.

Gerade in deutschen Kliniken könnten wichtige Medikamente knapp werden, zitiert das Blatt aus einem Anhang des Schreibens. Schon für die kommenden Tage befürchteten die Krankenhäuser Engpässe etwa bei Anästhetika und Beruhigungsmitteln wie Fentanyl, Propofol, Ketamin, Lorazepam und Morphin. Insgesamt gehe es um 47 in der Intensivmedizin benötigte Wirkstoffe.

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Der bei der Regierungsklausur angekündigte Reparaturbonus, mit dem die Mehrwertsteuer auf Reparaturen gesenkt wird, gilt ab Herbst. Das gab Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch vor dem Ministerrat bekannt. Bis Ende 2022 werden 100 Millionen Euro bereitgestellt. Produkte länger zu gebrauchen sei nicht nur ein Beitrag für den Klimaschutz, sondern auch für Beschäftigung. Die Senkung soll an die Kunden weitergegeben werden, erklärte Gewessler auf Nachfrage. Wer etwa ein kaputtes Fahrrad reparieren lässt, soll sich zehn Prozent sparen. Der Bonus soll es nicht nur für Fahrradfahrer günstiger machen, ihr Rad reparieren zu lassen, sondern auch ein Impuls für die Werkstätten sein. Das derzeit laufende Klimaschutzvolksbegehren hat Gewessler “selbstverständlich selbst auch unterschrieben”, und zwar schon in der ersten Phase. “Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um Klimaschutz voranzubringen”, betonte sie.

Reparaturbonus ab Herbst

In Brasilien sind bereits mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten auf 80.120. Unterdessen wurden auch zwei weitere Minister positiv auf das Coronavirus getestet. Zuletzt waren täglich rund 1.000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bisher mehr Infektionen und Todesfälle in der Corona-Pandemie verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte das Coronavirus zu Beginn der Pandemie als “kleine Grippe” verharmlost und damit in der Bevölkerung Verwirrung über die Ernsthaftigkeit der Krankheit gestiftet. Auch wollte er aus wirtschaftlichen Gründen keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. Die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie hat Bolsonaro – der selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurde – an Gouverneure der Bundesstaaten und Bürgermeister delegiert. Nach Bolsonaro sind nach eigenen Aussagen auch Sozialminister Onyx Lorenzoni und Bildungsminister Milton Ribeiro positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit haben sich – nach General Augusto Heleno, Chef des Kabinetts für institutionelle Sicherheit, und Energieminister Bento Albuquerque – vier Minister in der Regierung des rechten Präsidenten mit Corona infiziert.

Coronavirus - Mehr als 80.000 Tote in Brasilien

Die Berliner Punkrock Band ZSK hat dem Charité-Virologen Christian Drosten einen Song gewidmet. In dem Youtube-Video mit dem Titel “Ich habe besseres zu tun” wehrt Drosten als Zeichentrickfigur nicht allein Coronaviren gekonnt ab. Der Song lobt humorvoll die erklärenden Podcasts des Wissenschafters und seine “schönen Haare”, thematisiert aber auch kritisch die Anfeindungen gegen ihn. Die Idee sei aus einer Bierlaune heraus entstanden, habe auch einen ernsten Hintergrund, sagte Sänger Joshi. Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Wissenschafter auf der ganzen Welt täten seit Monaten alles menschenmögliche, um Leben zu retten. “Bei uns gehört auch Christian Drosten dazu, der seit Anfang an mit seiner ruhigen und schlauen Art über das Virus aufklärt”, ergänzte Joshi. “Wir finden es furchtbar und erschreckend, dass er dafür angefeindet wird, sogar Morddrohungen erhält.” Der Song stehe deshalb für Dank und Solidarität. Drosten wirke auf die Band cool, er sei für sie “der Punk in der Wissenschaft”. Die 1997 gegründete Band ZSK, die in ihren Texten unter anderem gegen Rechtsextremismus auftritt, löste mit dem Lied auch ein Versprechen an ihre Fans ein. Vor zwei Wochen schrieb sie auf Twitter: “1.000 Retweets und wir schreiben einen Song, wo wir @c_drosten abfeiern. Titel: “Ich habe besseres zu tun”.” Schon nach zwei Stunden sei zur Überraschung der Band der Arbeitsauftrag erteilt gewesen, berichtete Joshi.

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Ein Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) sorgte Mittwochnachmittag für einen Einsatz der Feuerwehr.

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Bergsteiger können im Herbst wieder den Mount Everest und andere Berge im Himalaya besteigen. Das teilte das Tourismusministerium in Nepal am Donnerstag mit. Im Frühling hatte das Ministerium den höchsten Berg der Welt und die anderen Gipfel coronabedingt dicht gemacht. Nun können Abenteuerlustige wieder Bewilligungen für die Herbstsaison beantragen. Um den Everest und andere hohe Berge zu besteigen, muss man jeweils eine Gebühr bezahlen. In der Hauptsaison im Frühling mit den besten Wetterbedingungen kostet sie für den Everest 11.000 Dollar (9.400 Euro) und in der Herbstsaison 5.500 Dollar (4.700 Euro). Die Herbstsaison dauert gewöhnlich vom späten September bis zum frühen Dezember. Internationale Flüge nach Nepal soll es ab 17. August wieder geben, hieß es von den nepalesischen Behörden. Ob Ausländer zunächst in Quarantäne müssen und einen negativen Corona-Test vorlegen sollen, wollten die Behörden später mitteilen. Das Geld der Alpinisten aus dem Ausland ist wichtig für Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt. Ein durchschnittlicher Aufstieg kostet laut dem amerikanischen Bergsteiger und Blogger Alan Arnette rund 40.000 Euro. Kletterer mit hohem Budget geben auch das Doppelte oder Dreifache aus. Darin enthalten sind neben der Klettergenehmigung auch Kosten für Ausrüstung, Zelte, Inlandsflüge, Essen, Sauerstoffflaschen und ein ganzes Team von einheimischen Helfern. Diese befestigen Seile vor der Expedition, führen die Alpinisten sicher an Lawinen und Stürmen vorbei Richtung Gipfel, tragen ihr Gepäck zwischen dem Basislager und Höhenlagern hin und her, damit sie sich mit regelmäßigen Auf- und Abstiegen an die Höhenluft gewöhnen können, stellen Zelte auf und kochen während der sechs bis acht Wochen, die Bergsteiger im Schnitt für den Everest brauchen.

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Über die Auswirkungen, die das abrupte Einbremsen der Welt im Zuge des Covid-19-Lockdowns auf die Klimaerwärmung hat, wurde in jüngerer Vergangenheit viel spekuliert. Ein Forschungsteam mit österreichischer Beteiligung hat nun den Effekt abgeschätzt – und dieser ist marginal: Lockdown und Co verringern den Temperaturzuwachs bis 2030 nur um 0,01 Grad, heißt es im Fachblatt “Nature Climate Change”. Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Mobilität in den meisten Ländern zeitweise drastisch reduziert, was sich wiederum in gesunkenem Ausstoß an Treibhausgasen ausdrückte. Der Erstautor der Studie, Piers Forster von University of Leeds (Großbritannien), und seine Tochter Harriet machten sich im Lockdown daran, auf Basis der von Google und Apple bereitgestellten Bewegungsdaten aus 123 Ländern weltweit das Absinken des Ausstoßes von zehn Treibhausgasen zwischen Februar und Juni einzuschätzen. Aufgrund der Verschiebung der Schulabschlussprüfung von Forsters Tochter wurde das Unterfangen zum Familienprojekt, heißt es am Freitag in einer Aussendung der Uni Leeds. In der Folge wurde das Forschungsteam u.a. um Joeri Rogelj vom Imperial College London und dem Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien erweitert und die Datenlage verbessert. Das Team errechnete, dass die Konzentrationen der Treibhausgase im Lockdown zwischen zehn und 30 Prozent zurückgegangen sind. Das deckt sich auch gut mit Satellitendaten und Messwerten auf der Erde und ist vor allem auf die Rückgänge im Verkehr und Transportwesen zurückzuführen. Der Abschwächungseffekt auf das Fortschreiten des Klimawandels hält sich jedoch in sehr engen Grenzen: Laut der Analyse wird der zu erwartende Temperaturanstieg bis 2030 nur um 0,01 Grad Celsius geringer ausfallen – und das auch nur, wenn einige Lockdown-Maßnahmen bis zum Ende des kommenden Jahres aufrecht bleiben. Der Effekt, den die Pandemie mit sich bringt, macht das Erreichen des Zieles, die Erderwärmung bis 2050 auf ein Plus von unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, also nicht automatisch wahrscheinlicher. Allerdings schätzen die Wissenschafter die aktuelle Situation trotzdem als große Chance dafür ein, das Pariser Klimaziel zu erreichen. Schaffe man nämlich eine Art grünen Neustart in der Wirtschaft in Folge der Pandemie, dann könne man eine zusätzliche zu erwartende Erwärmung von 0,3 Grad bis 2050 verhindern. Das könnte laut Piers Forster den Unterschied zwischen dem Erreichen der Klimaziele und dem Verfehlen ausmachen. Für Rogelj ist zwar klar, dass der Knick in den Treibhausgasemissionen durch den Lockdown keine messbaren Auswirkungen auf die Klimaentwicklung haben wird. Die Entscheidungen, die aufgrund der Krise heuer getroffen werden müssen, “könnten uns aber auf einen sicheren Pfad in Bezug auf das Pariser Klimaabkommen führen”.

Studie: Corona-Pandemie bremst Klimaerwärmung nicht