Finnland macht Grenze zu Schweden und Norwegen dicht

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Finnland macht Grenze zu Schweden und Norwegen dicht

Finnland verschärft seine Grenzregeln gegenüber den beiden Nachbarländern Schweden und Norwegen. Erlaubt ist der Übertritt an diesen Grenzen nur noch für Gütertransporte und den “notwendigen Pendelverkehr” wie etwa Ärzte und Gesundheitspersonal. Die Maßnahme soll vorerst bis 13. Mai in Kraft sein.

Finnland verfolgt eine im nordeuropäischen Vergleich sehr strikte Corona-Politik. Gleichzeitig mit der Einführung der De-facto-Schließung der Außengrenze für den privaten Personenverkehr verlängerte die Regierung in Helsinki am Dienstag die bereits geltenden Reisebeschränkungen im Inland und führte eine allgemeine, 14-tägige Quarantänepflicht für alle einreisenden Personen ein. Bis Dienstag gab es in Finnland 2.308 bestätigte Corona-Fälle.

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Über eine Milliarde Menschen haben in Indien den Sonntag bei einer landesweiten Ausgangssperre zu Hause verbracht. Premierminister Narendra Modi hatte angesichts der Corona-Krise für das Land eine auf 14 Stunden begrenzte Ausgangssperre von 7 bis 21 Uhr ausgerufen. Zugleich sollte die Zeit genutzt werden, Indiens Kapazitäten im Kampf gegen die Pandemie besser einzuschätzen. In Indien sind aktuell 315 Menschen an dem Virus erkrankt, vier Personen sind bisher daran gestorben.

Ausgangssperre in Indien für einen Tag

Die Fluggesellschaft Emirates stellt wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab kommenden Mittwoch sämtliche Passagierflüge vorerst ein. Emirates könne den normalen Betrieb für Passagiere erst sicherstellen, wenn “Länder ihre Grenzen wieder öffnen und das Vertrauen ins Reisen zurückkehrt”, sagte Emirates-Chef Scheich Ahmed bin Said Al Maktum laut Mitteilung vom Sonntag. Die Passagierflüge würden so bald wie möglich wieder aufgenommen. Die weltweiten Frachtflüge fänden weiterhin statt. Die staatliche Airline mit Sitz in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten flog zuletzt 145 Ziele weltweit an, darunter auch Wien. Das Unternehmen beschäftigt etwa 60.000 Mitarbeiter und ist die größte Airline im arabischen Raum.

Emirates stellt Passagierflüge ein

Das größte Fußball-Stadion in Deutschland wird ab Samstag zum Behandlungszentrum gegen das Coronavirus. Die Nordtribüne des Dortmunder Signal-Iduna-Parks wurde nach Angaben von Borussia Dortmund vom Verein und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) entsprechend umgebaut. Das Zentrum ist täglich von 12.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. “Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt, für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt und durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen aktiv zu helfen, die potenziell vom Corona-Virus infiziert sind bzw. über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen”, erklärten die Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer in einer Mitteilung: “Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, dass diesen Menschen geholfen wird.”

Dortmund-Stadion wird zu Behandlungszentrum

Optimismus und Durchhalteparolen hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Bilanz- und Ausblick-Rede am Freitag im Bundeskanzleramt versprüht. “Es gibt schön langsam Licht am Ende des Tunnels”, sagte Kurz und kündigte sowohl ein wirtschaftliches als auch gesellschaftliches Comeback des Landes an. Er skizzierte in einer halbstündigen Ansprache, wie die Regierung das bewerkstelligen will. So sollen Jobs im Bereich Pflege und Digitalisierung geschaffen werden und Offensiven für den Kauf heimischer Produkte und für Unternehmensgründungen gestartet werden. Für das Home-Office sollen arbeitsrechtliche Regelungen geschaffen werden und Schulen schneller digitalisiert werden. Die Probleme mit der Gesetzgebung rund um das Corona-Krisenmanagement sprach der Kanzler von sich aus nicht an, auf Fragen zu diesem Thema versprach er eine bessere Einbindung des Parlaments und nahm das hauptverantwortliche Gesundheitsministerium in Schutz. Am Beginn der Pandemie hatte Kurz eine Reparatur der eilig beschlossenen Covid-Gesetze- und Verordnungen, die teilweise nicht verfassungskonform waren für nicht notwendig befunden, weil diese nur vorübergehend in Kraft seien. Inzwischen hat der Verfassungsgerichtshof etliche Verordnungen aufgehoben und auch bevorstehende Novellierungen dürften problematisch sein. Kurz stellte sich hinter das verantwortliche Gesundheitsministerium. Dieses sei bemüht, eine solide gesetzliche Basis zu schaffen. “Wir gehen auf die Kritik ein”, sagte der Kanzler und kündigte eine stärkere Einbindung des Parlaments ein. Auch beim Grenz-Chaos in Kärnten, das infolge einer Verordnung des Gesundheitsministeriums vergangenes Wochenende entstanden war, sah Kurz die Schuld bei den örtlichen Behörden und weniger beim Ministerium. “Das Jahr 2020 war bisher ein herausforderndes und in jeglicher Hinsicht noch nie da gewesenes Jahr, ein Jahr, das uns allen schon bisher viel abverlangt hat. Aber die gute Nachricht ist: Es gibt schön langsam Licht am Ende des Tunnels”, versprühte Kurz Optimismus. Es sei aus heutige Sicht sehr wahrscheinlich, “dass wir bereits nächsten Sommer zu unserer gewohnten Normalität zurückkehren werden können”. Fortschritte in der Entwicklung von Schutzimpfungen und Behandlungen sowie immer schnellere Testmethoden sollten dies möglich machen, sagte Kurz. Er schloss auf Nachfragen einen neuerlichen Lockdown zwar nicht explizit aus, aber er sagte, dass “wir alles tun, um das zu verhindern”. In den nächsten Monaten liege “noch eine herausfordernde Zeit vor uns”. “Es werden Wellenbewegungen sein, mit Erfolgen und Rückschlägen, mit Verschärfungen und Lockerungen.” Er appellierte daher an die Bevölkerung, auch diesen Herbst und Winter “so diszipliniert wie möglich” zu bleiben. Sollte in Österreich ein Corona-Impfstoff zugelassen werden, werde dieser sicher sein, meinte Kurz, um verunsicherten Menschen die Angst zu nehmen. “Ich garantiere, dass die österreichischen Behörden nur einen Impfstoff zulassen werden, der erprobt ist.” Er bekräftigte, dass es “keine Impfpflicht geben wird”. “Wer sich nicht impfen möchte, muss es nicht tun.” Kurz zeigte sich in seiner Bilanz- und Ausblick-Rede überzeugt, dass eine Rückkehr zur Normalität bis Sommer 2021 möglich sei. “Das Jahr 2020 war bisher ein herausforderndes und in jeglicher Hinsicht noch nie da gewesenes Jahr, ein Jahr, das uns allen schon bisher viel abverlangt hat. Aber die gute Nachricht ist: Es gibt schön langsam Licht am Ende des Tunnels. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Coronakrise kürzer andauern wird, als viele Experten ursprünglich vorhergesagt haben”, so Kurz. Auch wenn die vergangenen Monate sehr hart gewesen seien, sei Österreich bisher gut durch diese Krise gekommen, bilanzierte der Kanzler. Nun will er die Lehren aus der Krise ziehen und das wirtschaftliche Comeback einleiten. “Dieses Jahr werden wir knapp sieben Prozent unserer Wirtschaftskraft einbüßen. Aber wir können uns sicher sein: Nächstes Jahr kehrt das Wachstum zurück und unser Comeback wird beginnen”, so Kurz. Damit dies gelingt, wolle die Regierung die Attraktivität des Standortes stärken und so viele Menschen wie möglich, die aktuell arbeitslos sind, in Zukunftsbranchen vermitteln. Die Schwerpunkte werden in den Bereichen Digitalisierung und Pflege sein, wo besonderes Potenzial bestehe. Darüber hinaus soll es ein Gründerpaket geben mit einer neuen Körperschaftsform, die rasche und unbürokratische Gründung sowie Beteiligung von Mitarbeitern ermöglichen soll. Weiters sollen die Sozialpartner Vorschläge für eine verbesserte gesetzliche Grundlage für das Home-Office erarbeiten und eine Offensive für den Kauf heimischer Produkte gestartet werden. Als weiteren Schwerpunkt nannte Kurz die Bildung. Home-Schoolings habe gezeigt, dass Schulen schneller digitalisiert werden müssten und “Brennpunktschulen” mehr Unterstützung brauchen. Der Kanzler bekräftigte weiters das bereits angekündigte Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Alterseinsamkeit. Mehrere Ministerien sollen gemeinsam mit den Bundesländern an der Schaffung eines sicheren Umfeldes für Pflegeheime und Krankenhäuser arbeiten, um auch weiterhin bei möglicherweise wieder steigenden Infektionszahlen im Herbst und Winter Besuche und Kontakt zu ermöglichen. Dies rief bei Caritas, Hilfswerk und dem ÖVP-Seniorenbund ein positives Echo hervor. Der Kanzler kündigte ein neues Krisengesetz an. “Corona hat das letzte halbe Jahr uns als Politik sehr herausgefordert und viele öffentliche Institutionen an ihre Grenzen gebracht. In manchen Situationen haben wir gesehen, dass wir eine bessere gesetzliche Grundlage für rasches und effektives Handeln in Krisenzeiten brauchen. Wir werden daher als Bundesregierung ein neues Krisensicherheitsgesetz erarbeiten.” Das neue Gesetz soll eine moderne Grundlage für abgestimmtes Handeln einzelner Behörden, aber auch unbürokratische Beschaffungsvorgänge ermöglichen, “damit wir für die nächste Herausforderung gerüstet sind – ganz gleich ob es sich um eine Pandemie, einen Terroranschlag oder einen Cyberangriff handelt”, so Kurz. Kurz löste mit seiner Erklärung bei den Sozialpartnern die erwarteten Reaktionen aus. Arbeiterkammer und Gewerkschaftbund äußerten Kritik, ihnen fehlen vor allem Maßnahmen für die Arbeitslosen. Lob kam hingegen von der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und vom Bauernbund. Während sich ÖVP und ÖVP-nahe Organisationen mit Lob geradezu überschlugen, fiel die Bilanz der Opposition naturgemäß etwas gedämpfter aus. Die FPÖ sprach von einem “reinen Flop”, die SPÖ kritisierte den türkisen “Ego-Trip” und bezeichnete den Kurz-Auftritt als “PR-Getöse”. Die NEOS fanden in der Rede viele Schlagworte, aber wenig Substanz.

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Der Welser Musiker Stefan Sonntagbauer ist zurück im Geschäft. Mit seinem neuen Projekt LAMA will der ehemalige Krautschädl neu durchstarten.

Österreichs NBA-Legionär Jakob Pöltl sitzt wieder in seiner Wohnung. Die Coronavirus-Fallzahlen in einigen Teilen der USA sind zuletzt dramatisch angestiegen, auch in Texas gelten erneut deutlich strengere Maßnahmen. Für Pöltl kommt das ob des Verhaltens der Bevölkerung wenig überraschend. “Mit ein bisschen Hausverstand war das absehbar”, sagte der Wiener im Gespräch mit der APA. Die Basketball-Profiliga soll dennoch am 30. Juli in Orlando ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Pöltl und seine San Antonio Spurs reisen am 9. Juli nach Florida. Das ursprünglich schon davor geplante Mannschaftstraining wird wegen der verschärften Corona-Situation erst vor Ort möglich sein. Die 22 teilnehmenden Teams sind in Disney World in einer eigenen Quarantäne-Blase isoliert. Pöltl wähnt sich bei Micky und Donald besser aufgehoben als zu Hause in San Antonio. Im Bexar County wurden am Montag mehr als 10.000 Corona-Fälle registriert, darunter die Rekordzahl von 7.000 aktiven Erkrankungen. “Die Leute in Texas dürften das Ganze nicht zu ernst nehmen”, meinte Pöltl. “Es wird ein bisschen mühsam. Es hat nicht so gewirkt, als wäre den Leuten bewusst, dass wir mitten in einer weltweiten Krise sind.” Von den ohnehin nur einigermaßen strengen Regeln hatte man im Frühling bereits nach wenigen Wochen Abstand genommen. “Am ersten Tag danach war es überall bummvoll”, schilderte Pöltl. “Die Leute sind mehr oder weniger aufeinandergepickt, haben sich verhalten, als wäre nie etwas passiert.” Der 24-Jährige sieht nicht nur die lokale Kultur, sondern auch die US-Politik dafür verantwortlich. “Wenn man sich hohe Politiker ansieht und da interessiert sich keiner, dann werden sich viele Leute denken: Warum soll ich es ernst nehmen?” Mittlerweile seien Alarmierungs-Nachrichten an die Bevölkerung gegangen, dass sie zu Hause bleiben sollen, weil die Krankenhausbetten knapp werden. “Hoffentlich hat das jetzt wieder ein bisschen eine kräftigere Wirkung.” Pöltl selbst wird bereits jeden zweiten Tag einer Kontrolle unterzogen, knapp zehn Corona-Tests hat er bereits hinter sich. Die eigenen vier Wände verlässt der 2,13-Meter-Mann nur für Individualtraining. Jedem Profi ist ein Coach zugewiesen, der während der Einheiten Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe tragen muss. Das verwendete Halbfeld und der Korb werden nach jedem Akteur desinfiziert. “Es ist alles sehr vorsichtig, kontaktfrei.” In einem Monat soll aber der Vollkontaktsport Basketball betrieben werden. Dabei wurden vergangene Woche 16 NBA-Spieler positiv getestet. Auch in Florida sind die Fallzahlen zuletzt stark angestiegen. Einige Profis haben bereits angekündigt, der Fortsetzung der seit 11. März unterbrochenen Saison fernzubleiben. “Uns wurde oft erklärt, dass unsere Sicherheit im Vordergrund steht”, sagte Pöltl. “Hoffentlich bekommen wir es hin, dass es Sinn macht, weiterzuspielen.” Eine Komplettabsage hätte die NBA finanziell stark getroffen – und damit in weiterer Folge auch negative Auswirkungen auf die Spieler gehabt. Liga und Spielergewerkschaft bewerten die Situation laufend neu. Selbst eine Verschiebung des Neustart oder eine Absage seien laut Pöltl nicht gänzlich ausgeschlossen. “Im Moment sind wir aber immer noch auf Plan.” Nicht zu kurz kommen soll beim Neustart auch das Thema soziale Gerechtigkeit. Rund drei Viertel aller NBA-Spieler haben afroamerikanischen Hintergrund. Pöltl kann sich gut vorstellen, statt seines Namens einen Schriftzug wie “Black Lives Matter” auf dem Trikot zu präsentieren. Das Thema dürfe nicht wieder verschwinden. “Das Wichtigste ist, dass es relevant bleibt”, betonte Pöltl. Der Druck auf die US-Regierung müsse weiterhin bestehen.

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