FPÖ Wien will Gastgärten sofort öffnen

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FPÖ Wien will Gastgärten sofort öffnen

Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp verlangt die sofortige Öffnung der Gastgärten in der Bundeshauptstadt. “Die Experten sind sich einig: Eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ist im Freien extrem unwahrscheinlich”, sagte er. Den Vorschlag, die Hälfte der Tische freizuhalten, um Sicherheitsabstände zu schaffen, hält er für “völlig absurd”.

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Weltweit bisher rund zehn Millionen bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen und etwa 500.000 Todesfälle sind die aktuelle Bilanz der Pandemie. “Das Virus kann uns alle treffen. Am meisten aber leiden die Ärmsten und die Alten”, sagte jetzt WHO-Europa-Regionaldirektor Hans Kluge im Gespräch mit der APA. “Glückwunsch an Österreich. Österreich und Länder wie Deutschland haben einen guten Job gemacht.” Nach SARS, der Influenza-Pandemie (“Schweinegrippe”) der Jahre 2009/2010 und anderen Ausbrüchen von Viruserkrankungen in den vergangenen Jahren inklusive der Ebola-Epidemien in Afrika mit verschleppten Fällen stellt sich die Frage, wie die Welt in eine Situation wie jene rund um SARS-CoV-2 kommen konnte. Kluge, langjährig als Arzt tätig und seit Anfang Februar WHO-Regionaldirektor für Europa: “Wir waren mit SARS, MERS und der Influenza-Pandemie gewarnt. Aber unser Gedächtnis ist, was schlechte Nachrichten betrifft, schwach. Was wir wirklich unterschätzt haben, das sind die Schnelligkeit, mit der sich SARS-CoV-2 ausbreitet und das Ausmaß an Verwüstung, die es anrichtet.” Sitz des WHO-Regionalbüros für Europa ist Kopenhagen. “Jeder Mensch, der jetzt SARS-CoV-2 zum Opfer fällt, ist eine Tragödie”, erklärte Kluge. Es ließe sich aber bereits sagen: “In Ländern, wo es eine gute medizinische Primärversorgung gibt und wo man es geschafft hat, die Spitäler zu schützen, konnte man Covid-19 besser managen. Denn Krankenhäuser sind oft ein Multiplikationsfaktor für Seuchen.” Das gleiche gelte für Altersheime und ähnliche Einrichtungen. “Am Anfang waren es die Jungen, die Skifahren waren und sich ansteckten. Aber gelitten haben dann besonders die alten Menschen, die infiziert wurden.” Zumindest in vielen Staaten Westeuropas sei man nunmehr beim Zurückdrängen der Pandemie ziemlich erfolgreich gewesen, betonte der WHO-Europa-Regionaldirektor: “Unsere Organisation umfasst aber nicht nur die EU, wir haben 53 europäische Staaten als Mitglieder.” Darunter befinden sich auch wesentlich ärmere und sozial schlechter gestellte Staaten, zum Beispiel Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR in Zentralasien. Genau hier sehe man, dass das SARS-CoV-2-Virus eben nicht vor Landesgrenzen Halt mache oder auf nationaler Ebene besiegt werden könne: “Ich hatte vor wenigen Tagen Gespräche mit den europäischen Ländern mit weniger als einer Million Einwohner, zum Beispiel mit Andorra, Island oder Malta.” SARS-CoV-2 bzw. Covid-19 suche einander benachbarte Regionen mit ähnlicher Struktur in ähnlicher Weise heim, nicht einzelne Nationalstaaten. Deshalb sollten alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie auch nicht nur national, sondern auf internationaler Ebene ergriffen und – im positiven Fall – auch wieder koordiniert beendet werden. Die Situation sei in Ländern wie Deutschland oder Österreich derzeit recht stabil, betonte der gebürtige Belgier: “Wir sehen hier keine ‘zweite Welle’. Das sind am ehesten ‘Zacken’. Aber die Biologie des Virus hat sich nicht geändert. Es wurde nur durch die verschiedenen Maßnahmen zurückgedrängt.” Man müsse aber besonders mit dem Herbst 2020 sehr aufmerksam sein und im Zweifelsfall schnell reagieren. “Was passiert, wenn dann eine Mutter mit zwei Kindern mit ‘Husten, Schnupfen, Heiserkeit’, womöglich Influenza oder vielleicht gar SARS-CoV-2 in eine Arztpraxis kommt? Wir arbeiten an einem Algorithmus, um hier Handlungsanleitungen parat zu haben”, sagte Kluge. Oberstes Gebot, laut dem WHO-Europa-Regionaldirektor: “Wir müssen alle jetzt schon verfügbaren Impfstoffe vermehrt anwenden.” Die Produktionskapazitäten für Influenza-Vakzine sollten erhöht werden. “Wir brauchen für die Zukunft auch Lager für ausreichend viele Schutzmasken und Schutzkleidung. Hier müssen strategische Vorräte angelegt werden.” Man befinde sich seit dem Beginn von SARS-CoV-2 in einem ständigen Lernprozess. Kluge: “Wissenschaft ist ein evolutionärer Prozess. Wir schreiten Schritt für Schritt voran. Das war beispielsweise so mit Hydroxychloroquin. Wir lernen.” Das sei auch so bei den Schutzmasken gewesen. Auch die WHO unterliege in der aktuellen Situation einem ständigen Lernprozess. Erkenntnisse würden geprüft, dann angenommen oder wieder verworfen. Derzeit gebe es jedenfalls kein Patentrezept gegen SARS-CoV-2, dessen Verbreitung oder die Covid-19-Erkrankung. Der WHO-Europa-Regionaldirektor: “Auch ein SARS-CoV-2-Impfstoff wird nicht das Wundermittel (‘Magic Bullet’; Anm.) sein. Aber wir von der WHO arbeiten daran, dass die Menschen, welche die Vakzine benötigen, sie möglichst gerecht verteilt auch bekommen.” Gerade in diesem Punkt sei die Organisation gefordert und gleichzeitig der beste Rahmen für ein gemeinsames Vorgehen der Länder der Welt. Mit einem wirksamen und breit anwendbaren Impfstoff sei am ehesten in etwa einem Jahr zu rechnen. Europa und die Welt aber sollten auch langfristig die Lehren aus SARS-CoV-2 bzw. Covid-19 ziehen, sagte Kluge: “Das Thema der öffentlichen Gesundheit gehört an die Spitze der Prioritätsliste der Politik. Gesundheit und Wirtschaftsleben sind kein Widerspruch. Ohne Gesundheit gibt es keine Wirtschaft. (…) Für die Zukunft werden wir aber auch strategische Reserven gegen neue Pandemien und Simulationsmanöver für ein gutes Reagieren mit Gegenmaßnahmen benötigen – genauso, wie dies auch Polizei und Militär regelmäßig organisieren.”

WHO-Europa-Chef Kluge: Glückwunsch an Österreich

“Wir sind von unserem Ziel noch weit entfernt”, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz der Regierung. Die Verdoppelungsrate bei den Erkrankungsfällen habe sich zwar von 2,5 Tage vor drei Wochen auf aktuell 5,9 Tage erhöht. Doch auch das ist noch zu hoch. Anschober erläuterte zusätzliche Maßnahmen, die die Regierung am Montag verkündete.

Grafik: Covid-Kranke in den Spitälern

Die ursprünglich für Mitte September geplante Wiedereröffnung des Wiener Raimund Theaters nach umfangreicher Generalsanierung fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Wie die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) am Montag mitteilten, soll das Haus nun erst am 28. Jänner 2021 mit dem Musicalhit “Miss Saigon” eröffnet werden. Durch den coronabedingten, mehrwöchigen Baustopp gebe es zwar kleine Verzögerungen, die allerdings weniger relevant seien, unterstrich VBW-Geschäftsführer Franz Patay gegenüber der APA. Die Arbeiten an Fassade und Dach sollen mit Ende des Monats großteils abgeschlossen sein, während der Vorplatz über die Sommermonate hinweg sein neues Aussehen erhält. Man liege nach wie vor im Budget bei der Sanierung. Der Hauptgrund für die Verzögerung sei deshalb, dass die Anreise des globalen Darstellercasts und die Produktionsvorbereitungen durch die geltenden Reisebeschränkungen derzeit nicht möglich seien.

VBW verschieben Eröffnung des Raimund Theaters auf Jänner 2021

Besucher der Klagemauer in Jerusalem sollen aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus die Steine nicht mehr küssen. Der für die heilige Stätte zuständige Rabbiner, Schmuel Rabinovich, hat diese Anweisung nach Beratungen mit dem Gesundheitsministerium ausgesprochen. Eine ähnliche Anweisung gab es bereits für Schriftkapseln (Mesusa), die gläubige Juden an Türpfosten befestigen und die von vielen traditionell geküsst werden.

Gläubige sollen die Klagemauer nicht mehr küssen

Heute, Donnerstag, sind im Bundeskanzleramt zwei Pressekonferenzen der Regierung angesetzt. Um 11.00 Uhr informieren Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) und Justizministerin Alma Zadic (Grüne) über die “Offensive gegen häusliche Gewalt”. Über neueste Entwicklungen in Sachen Corona-Virus berichten Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) um 12.30 Uhr.

Pressekonferenzen mit Zadic/Raab und Nehammer/Anschober

Noch vor kurzem hatte es geheißen, dass die Kinos erst mit dem nächsten Kultur-Öffnungsschritt Anfang Juli ihre Pforten öffnen können, nun ist es schon am Freitag soweit: Die heute veröffentlichte Novelle zur Covid-19-Lockerungsverordnung macht Filmvorführungen ab 29. Mai bei Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsbeschränkungen möglich. Zum Start sind bis zu 100 Besucher denkbar.   Dabei ist wesentlich, dass zwischen den Plätzen der Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird. Dieser gilt im übrigen von Sitzmitte zu Sitzmitte, was es vor allem modernen Lichtspielhäusern ermöglichen könnte, auf einen freien Sitzplatz zwischen den Besuchern zu verzichten. Eine Unterschreitung des Mindestabstands ist nur dann zulässig, wenn Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen.   Wie viele Kinos von dieser doch überraschend eingeräumten Möglichkeit einer früheren Öffnung tatsächlich Gebrauch machen werden, ist allerdings unklar. So ist auf der Website der Kinokette Cineplexx noch “Wir sind im Juli zurück” zu lesen. Auf die neue Situation bereits reagiert haben die Wiener Programmkinos, die heute eine Wiedereröffnung mit Mitte Juni angekündigt haben. Davor hätte man zu große Abstriche “an Qualität, Komfort und Programmkontinuität” verzeichnet, hieß es in einer Aussendung. Weitere Details zum Ablauf des Kinobesuchs sowie zum Programm wollen Gartenbaukino, Stadtkino im Künstlerhaus, Votiv Kino, De France, Filmcasino und Filmhaus in den nächsten Tagen und Wochen veröffentlichen.

Kinos können am Freitag wieder öffnen