Häusliche Gewalt im Lockdown

Merken
Häusliche Gewalt im Lockdown

Auch in den Monaten März und April sei nur ein geringer Anstieg verzeichnet worden. Frauenministerin Raab: “Aber jeder Gewaltakt ist einer zu viel”. Die Befürchtung bei Frauenhilfsorganisationen war groß, dass häusliche Gewalt in Zeiten des Corona-Lockdowns zunehmen könnte. Frauenministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) präsentierten zu diesem Thema heute eine Studie.

“Gewalt hat in unserer Gesellschaft weder im öffentlichen Raum, noch im privaten Bereich Platz.”  Mit diesem Satz begann Innenminister Nehammer seine Ausführungen. Der Kampf gegen häusliche Gewalt sei jedoch nicht leicht, “weil die Polizei ja immer erst gerufen wird, wenn schon etwas passiert ist”. Österreich habe hier eine Vorreiterrolle im Kampf gegen häusliche Gewalt, in Form von Polizeihandhabe und Meldestellen. Annäherungs- und Betretungsverbote seien hier gut greifende Mittel. Nehammer appellierte an Betroffenen, sich bei der Polizei zu melden, “die Sie nachhaltig schützen kann”. Auch Zeugen von Gewalt sollen sich melden, “Zivilcourage” sei hier wichtig. “Und besser ein Mal 133 zu viel gewählt, als ein mal zu wenig.”

Frauenministerin Raab erinnerte daran, dass in diesem Bereich 2019 36.000 Anzeigen und damit den höchsten Wert seit 10 Jahren verzeichnet wurden. 16 Frauenmorde habe es heuer bis August bereits gegeben, 39 Frauenmorde waren es 2019. “Jede fünfte Frau gibt an, mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und oder sexueller Gewalt geworden sind”, erklärte Raab.

Raab: “Kein signifikanter Anstieg”

Im Lockdown seien die Hilfsangebote für Frauen deutlich erhöht worden, mit Helplines in diversen Sprachen und Chats. Dennoch habe man keinen signifikanten Anstieg bei der häuslichen Gewalt verzeichnet. Es gab jedoch einen “leichten Anstieg” bei der Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote. Während es im Februar 886 waren, stieg der Wert im April auf 1.081. “Fazit ist also, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern hier gut durch die Krise gekommen sind”, erklärt Raab. “Aber: Jeder einzelne Gewaltakt ist einer zu viel.” Auch im Bereich der Migrantinnen und Migranten sei es Raab wichtig, gegen Gewalt, Zwangsheirat und Co. vorzugehen.

“Sich als Frau aus einer Gewaltbeziehung zu befreien, ist ein sehr schwieriger Schritt”, erklärt Raab. Deshalb braucht es hier auch viel Sensibilität bei den Polizeibeamten, die im Einsatz sind. Deshalb werde es einen gemeinsamen Gipfel mit internationalem Austausch zu diesem Thema geben.

Bachmayer: Vertrauen in Regierung in Krisenzeiten

Der Leiter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts OGM, Wolfgang Bachmayer, erklärte daraufhin die Ergebnisse der Studie. Im Bereich der Wahrnehmung der Befragten, welche Art der Kriminalität im Lockdown zugenommen hat, waren 56 Prozent der Meinung, dass häusliche Gewalt zugenommen habe. Das öffentliche Bild zu häuslicher Gewalt habe sich durch mediale Berichte erhöht, die persönliche Wahrnehmung habe sich aber nicht verändert, so Bachmayer. “Von einem enormen Anstieg im Bereich der Gewalt kann keine Rede sein.”

Die Corona-Krise sorge zudem dafür, dass das Vertrauen in die Politik steige, “weil die Gesellschaft zusammenrückt und sich hinter den Regierenden schart”.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Schlagersänger Michael Wendler (47, “Egal”) und seine Freundin Laura Müller (19) haben sich vor dem Standesamt das Jawort gegeben. “WIR HABEN GEHEIRATET”, schrieb der Musiker am späten Freitagabend auf Instagram und postete dazu aktuelle Fotos. Demnach wurde in Florida, der US-Heimat des Paares, geheiratet. “WIR SIND ÜBERGLÜCKLICH!” Der Fernsehsender RTL, der die beiden derzeit für die Doku-Soap “Laura und der Wendler – Jetzt wird geheiratet!” begleitet, wird in wenigen Wochen die kirchliche Hochzeit in Las Vegas live übertragen. Der singende Speditionskaufmann, der sich selbst “Der Wendler” nennt und seine fast 30 Jahre jüngere Frau sind immer wieder Thema in Boulevard-Medien. Zuletzt sorgte der Streit um den künftigen Nachnamen der Brautfür Schlagzeilen. Müller heißt jetzt Norberg – so wie Wendlers Ex-Frau Claudia.

Michael Wendler und seine Laura heirateten vor US-Standesamt

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben als erste arabische Nation erfolgreich eine Raumsonde in Richtung Mars geschickt. Eine in Japan entwickelte Trägerrakete vom Typ H2A hob Montagfrüh vom südjapanischen Weltraumbahnhof auf der Insel Tanegashima ab, wie der japanische TV-Sender NHK berichtete. Die Mars-Mission trägt den Titel “Al-Amal”(Hoffnung). Der Start der Trägerrakete war eigentlich in der vergangenen Woche vorgesehen gewesen, musste aber wegen schlechten Wetters verschoben werden. Mars-Jahr Ziel der Mission ist es, das erste vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr zu erfassen. Die 1.350 Kilogramm schwere Raumsonde soll unter anderem die Atmosphäre sowie Wetterveränderungen und den Wechsel der Jahreszeiten beobachten. Die Forscher wollen mit den Ergebnissen auch der Frage nachgehen, wieso das Wasser auf dem Mars verschwunden ist. Forscher an mehr als 200 Hochschulen und Instituten sollen erstmals die Gelegenheit haben, die Mars-Atmosphäre zu jeder Tages- und Jahreszeit zu beobachten. 450 Millionen Kilometer Auf ihrer Reise zum Mars legt die Raumsonde 450 Millionen Kilometer zurück und fliegt mit etwa 121.000 Stundenkilometern durchs All. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, soll die Mars-Mission aber auch die Wirtschaft und den Bildungssektor der VAE weiter voranbringen. Die Emirate wollen in der Zukunft unabhängiger vom Erdöl werden und bauen ihr Weltraumprogramm stark aus. Im Herbst vergangenen Jahres schickten die Emirate ihren ersten Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. Der Leiter der Mission, Omran Sharaf, dankte Japan zuvor für die Unterstützung. Der Auftrag aus den Vereinigten Arabischen Emiraten für einen Start mit der vom japanischen Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries entwickelten H2A-Rakete ist der bisher vierte, den die asiatische Hightech-Nation aus dem Ausland hereinholen konnten. Um das Geschäft mit der Beförderung von Weltraumflugkörpern herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Japan will dabei mitmischen.

Vereinigte Arabische Emirate schicken Sonde Richtung Mars

Schweden führt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schärfere Begrenzungen von öffentlichen Versammlungen ein. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Teilnehmern werden verboten, wie Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt gab. Bisher lag diese Grenze bei 500 Personen. Von der neuen Maßnahme seien unter anderem Examensfeiern, Hochzeiten und Beerdigungen betroffen, fügte Sozialministerin Lena Hallengren hinzu. Laut Innenminister Mikael Damberg gilt die neue Begrenzung ab Sonntag.

Schweden begrenzt Versammlungen auf 50 Teilnehmer

Laut einer Gallup-Umfrage haben 64 Prozent der Bevölkerung Angst, dass sie oder jemand in ihrer Familie sich anstecken könnte. Das sind deutlich mehr als noch vor wenigen Tagen: Da hatten nur 44 Prozent angegeben, Angst vor dem Virus zu haben.

Mehrheit der Österreicher zunehmend besorgt

Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden schlagen vor, dass die Nothilfe für die von der Coronakrise am stärksten getroffenen Staaten einmalig und auf zwei Jahre befristet sein soll. In einem gemeinsamen Positionspapier betonen die vier Länder, sie wollen mit Krediten zu günstigen Bedingungen helfen. Eine Vergemeinschaftung von Schulden lehnen die vier Länder ab.

Österreich für befristete Notkredite als EU-Coronahilfe

Gute Nachrichten: TV-Entertainer Stefan Raab und der Eurovision Song Contest verbindet eine lange Freundschaft. Die fällt, im Gegensatz zum diesjährigen ESC, auch nicht aus: Raab wird am 16. Mai den “Free European Song Contest” veranstalten.

Stefan Raab organisiert Ersatz-Songcontest