Krippe des Linzer Mariendoms wird restauriert

Merken
Krippe des Linzer Mariendoms wird restauriert

Die orientalische Krippe steht seit 1921 fix an ihrem Platz in der Krypta des Neuen Doms in Linz. Die Jahre zuvor wurde sie vor dem Herz-Mariä-Altar auf- und wieder abgebaut, was allerdings zu Beschädigungen an der 12 Meter langen und fünf Meter tiefen Anlage führte. Dazu kamen über die Jahrzehnte Staub, Schimmel und Firnisschäden, abgebrochene Teile, Risse, Farbveränderungen und -ausbrüche, teilte die Initiative Pro Mariendom in einer Presseaussendung mit. So wurde bei einer Befundung Anfang des Jahres deutlich, dass umfangreiche Maßnahmen um rund 250.000 Euro nötig sind. Die über 80 Figuren werden derzeit in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt gereinigt, restauriert, ergänzt und konserviert.

Das Wiener Atelier Prenner & Scheel führt diese Arbeiten – unter anderem Ergänzung von abgebrochenen Füßen, Händen, Ohren an den Figuren – mit umfassender Dokumentation durch. Rund 30 Figuren sollen bis zum Advent fertig sein, die Heiligen Drei Könige sowie rund 30 weitere Figuren sind im kommenden Jahr an der Reihe. Die Holzrestauratorin Petra Gröger nimmt sich der Korkkrippenbauten mit der Darstellung der Grotte und der Stadt Bethlehem an. Sie arbeitet in Wien und auch vor Ort in Linz.

Damit entsteht in der Krypta im Dom eine Art “Restaurierwerkstatt”, sagte Martina Noll von der Diözese Linz. Um die Restaurierungskosten von 250.000 Euro zu bewältigen, bittet die Initiative Pro Mariendom um Unterstützung etwa mit der Patenschaft für eine Krippenfigur.

Neben der analogen wird heuer auch eine virtuelle Krippe ausgestellt. Sofern die Coronamaßnahmen das wieder erlauben wird im Dom und im Deep Space 8K des Ars Electronica Centers projiziert, jedenfalls gibt es die Szenerie aber unter und am 3. Dezember via Ars Electronica Home Delivery zu sehen. Die Besucher erwarten dabei die digitalisierten Figuren, die das Kunstwerk für die Zukunft dokumentieren, und Experten wie Petra Weiss vom Bundesdenkmalamt und Dompfarrer Maximilian Strasser.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Die britische Polizei hat einen Messerangriff in der südenglischen Stadt Reading mit drei Toten offiziell als Terrorismus eingestuft. Bei der Attacke am späten Samstagabend in einem Park seien auch drei Menschen verletzt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der 25-jährige Tatverdächtige sei unter Mordverdacht festgenommen worden. Der Täter war am Samstag in Forbury Gardens auf die dort anwesenden Menschen losgegangen und hatte wahllos auf seine Opfer eingestochen. “Dies ist ein wirklich tragischer Vorfall, und die Gedanken der Thames-Valley-Polizei sind bei all den Betroffenen”, sagte Polizeichef John Campbell. Britische Medien hatten zuvor berichtet, dass es sich um eine Tat mit terroristischem Hintergrund handeln könnte. Der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge soll der festgenommene 25-Jährige Libyer sein. Großbritannien war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Anfang Februar verletzte ein vorzeitig aus der Haft entlassener Islamist drei Passanten in London mit einer Stichwaffe, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Ende November erstach ein Angreifer auf der London Bridge zwei Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) reklamierte beide Angriffe für sich.

Polizei stuft Angriff in Reading als "terroristisch" ein

Der Attentäter von Wien hat im Sommer versucht, in der Slowakei Munition zu kaufen. Nach Informationen von Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR scheiterte der Kauf an einem fehlenden Waffenschein. Die slowakische Polizei bestätigte den Kaufversuch am Mittwoch in einem Facebook-Posting. Demnach wurden auch die österreichischen Behörden über den Fall informiert. Die slowakische Polizei erhielt im Sommer die Information, dass verdächtige Personen aus Österreich versuchten, Munition zu kaufen. Es sei ihnen aber nicht gelungen, etwas zu erwerben, schrieb die Behörde auf Facebook. Sofort sei die österreichische Polizei informiert worden. Weitere Kommentare seitens der slowakischen Behörden werde es nicht geben, um die Ermittlungen in Österreich nicht zu gefährden. Bei der Justiz ist kein Hinweis über den versuchten Munitionskauf des 20-jährigen Terrorattentäters in der Slowakei eingegangen. Dies erklärte die Leiterin der Sektion Einzelstrafsachen im Justizministerium, Barbara Göth-Flemmich, am Mittwoch gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal. Wenn man darüber eine Meldung erhalten hätte, wäre das ein Grund gewesen, den Mann wieder in Haft zu nehmen. Wie Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, erklärte, sei der Journalstaatsanwalt erst in der in der Nacht des Anschlags informiert worden, dass es im Juli einen Kaufversuch gegeben habe. Im Vorfeld habe man davon nichts gewusst.

Munitionskauf: Wurde Warnung aus der Slowakei in Wien ignoriert?

Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) will nach dem Eintreffen der ersten Impfdosen im Land am kommenden Dienstag mit dem Impfen beginnen. Das sagte NHS-Providers-Geschäftsführer Chris Hopson am Freitag im BBC-Fernsehen. Premierminister Boris Johnson sprach von der größten Massenimpfung in der Geschichte Großbritanniens. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Mittwoch dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land überhaupt, das den Impfstoff zur breiteren Anwendung freigegeben hat. Bereits in der kommenden Woche wird mit einer Lieferung von 800.000 Impfdosen gerechnet. Millionen weitere sollen bis Jahresende hinzukommen. Als erstes geimpft werden sollen Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen sowie über 80-Jährige und besonders gefährdetes medizinisches Personal. Wegen der komplizierten Lagerung bei minus 70 Grad soll der Impfstoff aber zunächst nur in 50 Kliniken im Land verabreichtwerden. Später sollen weitere Zentren hinzukommen. Großbritannien gehört zu den Ländern, die besonders hart von der Pandemie betroffen sind. Nach offiziellen Angaben der Regierung sind inzwischen mehr als 60.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen.

Am Dienstag starten die Briten mit dem Impfen

Es war ein Rudiment, aus der Zeit gefallen wie Nierentische und Toast Hawaii. Ein antiquiertes Relikt aus einer Zeit vor der Klimakrise, in der der Pkw als Götze noch einen ganzen Lebensstil prägte: Das Autokino. Und doch feiert dieses Kind der 1950er, dessen letzter Vertreter eigentlich vor fünf Jahren in Österreich endgültig den Betrieb einstellte, dank Corona derzeit einen zweiten Frühling. Diente das Autokino hormongetriebenen Teenagern einst als einziger Rückzugsort, um der Moralwelt der puritanischen Erwachsenen und ihrer persönlichen Unschuld zu entkommen, bietet es nun Virenpanikern den beruhigenden Schutz der eigenen vier Wände auf Rädern ohne Kontakt zu möglicherweise infektiösen Fremden. Derzeit sprießen die Pop-up-Ausgaben der sicheren Variante des Kulturgenusses ohne Mundschutzpflicht und Abstandsregel geradezu aus dem Boden.

Autokinos: Relikt aus Opas Jugend feiert zweiten Frühling

Corona-Hilfen sind für die Gemeinden zu wenig. Es droht ein Verlust von 2 Milliarden Euro. Der soll – so der Vorschlag der SPÖ – mit einem neuen Fördermodell aufgefangen werden.

In Ländern mit einem relativ freien demokratischen System sind die Menschen zufriedener mit ihrem Regierungssystem, wie eine diese Woche durchgeführte Umfrage in zehn mittel- und osteuropäischen Staaten – darunter Österreich – ergab. Den größten Rückhalt hat die Demokratie demnach in Österreich, den geringsten in Bulgarien. Die Umfrage der slowakischen Nichtregierungsorganisation Globsec, über die auch das Ö1-Morgenjournal am Samstag berichtete, zeigte, dass in Österreich, Estland und der Tschechischen Republik das stärkste Vertrauen in die Demokratie herrscht. Nur in fünf der zehn untersuchten Länder würden mehr als 50 Prozent der Befragten eine liberale Demokratie einem autokratischen Herrscher vorziehen. In den zehn Ländern vertrauen im Schnitt nur 44 Prozent der Befragten den Medien. Nur in Österreich, Tschechien, Rumänien und der Slowakei glauben mehr als 70 Prozent, dass die Medien ziemlich oder völlig unbeeinflusst arbeiten können.

Umfrage zeigt großen Rückhalt für Demokratie in Österreich