Kritik an Österreichs Strategie für Gebäudesanierung

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Kritik an Österreichs Strategie für Gebäudesanierung

Bis 2050 sollen alle älteren Gebäude in Europa so saniert werden, dass sie fast ohne Ausstoß von Klimagasen geheizt und gekühlt werden können. Kritik an der von den Bundesländern erarbeiteten langfristigen Renovierungsstrategie für Österreich übt nun Global 2000. Damit werden “die Klimaziele aber verfehlt und die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie missachtet”, hieß es.

“Diese Strategie ist ein Teil der österreichischen Klimastrategie und sollte zeigen, wie im Gebäudebereich die Klimaziele erreicht werden”, sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Das tut sie seiner Meinung jedoch nicht. “So vergeben wir die Chance, tausende Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Wirtschaft zu beleben.” Die Umweltschützer forderten Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) als Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz auf, eine Generalüberholung der Strategie zu veranlassen. Die Umweltorganisation prüft zudem rechtliche Schritte, um eine Überarbeitung der EU-rechtswidrigen Strategie zu erreichen.

Das Dokument, das die Vorgaben der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) erfüllen soll, ist laut Global 2000 “völlig ungeeignet”, die österreichischen Klimaziele zu erreichen. Die Strategie ist formal ein Teil des integrierten Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP). Es werden damit aber weder die Anforderungen der EPBD erfüllt noch handelt es sich um ein Dokument, das mit dem vorliegenden NEKP kompatibel ist, kritisierte die Umweltschutzorganisation.

Schon die Ziele der langfristige Renovierungsstrategie seien mit nationalen Klimazielen nicht vereinbar. Gefordert sei laut EU-Gebäuderichtlinie ein Fahrplan zur Verringerung der Treibhausgase um 80 bis 95 Prozent bis 2050, rechnete Global 2000 vor. Die vorliegende Strategie ziele aber auf eine Reduktion im Ausmaß von 71 bis 85 Prozent ab und wähle damit eine deutlich unambitioniertere Bandbreite als gefordert, so die Umweltschützer. Die Ziele seien zudem unvereinbar mit dem aktuellen Nationalen Energie- und Klimaplans, der einen vollständigen Ausstieg aus fossiler Energie und Netto-Null-Emissionen bis 2050 vorsehe. Das aktuelle Regierungsprogramm der Bundesregierung verfolge sogar noch ehrgeizigere Ziele. Bis 2040 soll Klimaneutralität erreicht werden. Sowohl die Ziele des NEKP 2019, als auch das Ziel der aktuellen Bundesregierung können laut Global 2000 mit der vorliegenden Strategie somit nicht erreicht werden.

Ein Grund dafür sei die zu geringe Ambition bei der Sanierungsrate. In der aktuellen Strategie sei keine Steigerung vorgesehen. Das widerspreche dem aktuellen Nationalen Energie- und Klimaplans, der eine Verdoppelung der Sanierungsrate vorsieht, klagte Global 2000.

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