Kundenschlangen vor den Modeketten

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Kundenschlangen vor den Modeketten

Nach sechswöchigem Corona-Lockdown haben Händler und körpernahe Dienstleister wie Friseure, Kosmetiker und Masseure heute, Montag, wieder aufgesperrt. Besonderer Andrang herrschte am Montagvormittag bei manchen Modeketten, die mit hohen Rabatten Kunden anlocken wollten. Sonst waren die Geschäfte nur teilweise gut besucht. Bei vielen Händlern stapelt sich noch die Winterware in den Geschäften. Wien größte Einkaufsmeile, die Mariahilfer Straße, war am Vormittag gut besucht. Kundenschlangen bildeten sich vor manchen internationalen Mode- und Schuhketten. Den größten Andrang gab es bei der US-Kaufhauskette TK Maxx, mehr als 100 Personen warteten vor der Filiale auf Einlass. Bei vielen anderen Händlern mussten Einkaufswillige nicht auf Einlass warten. Auch in der Kärntner Straße und am Graben in der Wiener Innenstadt waren zahlreiche Menschen auf Shopping-Tour. Zu Schlangen vor dem Geschäft kam es nur bei einer internationalen Modekette und bei einem US-Elektronikhersteller.

Die heimischen Handelsvertreter verweisen auf “strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen”. Im Handel müssen Kunden und Mitarbeiter mit Kundenkontakt eine FFP2-Maske tragen und im Kundenbereich gilt ein Mindestabstand von 2 Metern. Körpernahe Dienstleister und Gesundheitsdienstleister mit Kundenkontakt sind verpflichtet, spätestens alle sieben Tage einen negativen Coronatest vorzuweisen. Fehlt der Test, müssen die Beschäftigten anstatt eines Mund-Nasen-Schutzes eine FFP2-Maske tragen. Für den Besuch von Friseuren & Co ist ein negativer Coronatest notwendig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Es gelten nur die Ergebnisse von offiziellen PCR- oder Antigen-Tests, Selbsttests inklusive Schultests sind laut Gesundheitsministerium nicht gültig. Für Gesundheitsdienstleistungen sind keine Zutrittstests notwendig.

Im Handel gilt ab heute eine Beschränkung von 20 Quadratmetern anstatt 10 Quadratmetern pro Kunde, bei körpernahen Dienstleistungen sind 10 Quadratmeter pro Kunde vorgeschrieben. Überraschend hatte am Freitag das Gesundheitsministerium erklärt, dass die 20-Quadratmeter-Regel ab Montag auch für Supermärkte und Geschäfte des täglichen Bedarfs gilt, die auch während des Lockdowns offen hatten. Zeitlich sind die Öffnungszeiten nach wie vor auf 19 Uhr beschränkt.

Laut WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik und Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will geht der Modehandel “in Ware unter”. Viele Händler müssen Teile ihres Sortiments nach dem wochenlangen Lockdown mit hohen Preisnachlässen abverkaufen, um wieder Geld in die Kassen zu spülen. Auf positive Effekte hoffen die Händler auch durch Nachziehkäufe, etwa im Möbel- und Elektronikartikelbereich. Nachdem unter anderem der Mode- und Elektrohandel seit Weihnachten nicht offen hatten, werden viele Kunden wohl noch Waren umtauschen und Gutscheine einlösen.

Handelsverband-Geschäftsführer Will erwartet, dass im Lockdown “light” dem Handel noch zwischen 250 und 300 Millionen Euro Umsatz wöchentlich verloren gehen, weil die Kundenfrequenz durch Hygieneeinschränkungen und die bis vorerst Ende Februar gesperrte Gastronomie deutlich niedriger sein wird als in Vorkrisenzeiten. Auch Will rechnet mit hohen Preisnachlässen der Händler in den kommenden Wochen.

Weiterhin geschlossen ist die Gastronomie und Hotellerie, die für den Handel ein wichtiger Frequenzbringer ist. Hotels, Restaurants, Lokale und Cafés dürfen frühestens Anfang März wieder aufmachen. Weitere Öffnungsschritte will die Regierung Mitte Februar beraten.

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