Landestheater NÖ feiert nächste Saison 200-jähriges Bestehen

Merken
Landestheater NÖ feiert nächste Saison 200-jähriges Bestehen

Mit dem am Dienstag präsentierten Spielplan für die kommende Saison feiert das Landestheater Niederösterreich sein 200-jähriges Bestehen. Wegen Verschiebungen aufgrund der Coronakrise werden die eigentlichen Festlichkeiten aber erst in der zweiten Saisonhälfte stattfinden. Mit Schillers “Kabale und Liebe” wird dabei ein Stück zu sehen sein, das bereits 1820 auf dem Programm gestanden ist.

“2019 hatte das Landestheater die höchsten Erlöse seit seinem Bestehen. ‘Am Königsweg’, ‘Hamlet’ und ‘Der Parasit’ haben alle Erwartungen übertroffen”, zog Geschäftsführerin Olivia Khalil Bilanz. Ab Mitte März mussten jedoch sämtliche Vorstellungen und Vermittlungsarbeiten wegen des Coronavirus abgesagt werden. “Wir standen im März mit einigen Produktionen kurz vor den Premieren”, erinnerte sich die künstlerische Leiterin Marie Rötzer an den Beginn der Maßnahmen.

“Seit April sind alle Mitglieder des Hauses in Kurzarbeit”, so Khalil. Zwar hatte das Theater einen großen Einnahmenverlust, doch wollten etwa 30 Prozent der Besucher eine Gutschrift statt einer Rückerstattung für bereits erworbene Tickets. In der kommenden Saison sollen die Kartenpreise trotz Inflation nicht angehoben werden. “Wir wollen alle Maßnahmen der Regierung einhalten”, fuhr die Geschäftsführerin fort. Sitzplätze könnten wegen der unsicheren Situation derzeit auch nur reserviert werden, erst zwei Wochen vor der Vorstellung würde man die Karten online oder postalisch verschicken.

Dennoch hat sich das Landestheater für Rötzer mit ihrer aus dem Theatertagebuch und Streams vergangener Aufführungen bestehenden Online-Präsenz als “sehr gute Lösung” in die nächste Spielzeit gerettet. “Wir haben tolle Resonanz bekommen”, berichtete die künstlerische Leiterin.

In der Jubiläumssaison will man unter dem Motto “Weltbürger*innen Theater” in die Zukunft schauen. Dabei sollen weiterhin die Schwerpunkte sowohl auf Internationalität und Vielsprachigkeit als auch auf Regionalität und Bürgernähe gelegt werden. So soll die neue Saison Uraufführungen, Klassiker, Gastspiele und Kinder- bzw. Jugendtheater bieten.

Ruth Brauer-Kvams Inszenierung von Molières “Die Schule der Frauen” wird am 18. September die Saison eröffnen. “Die Schauspieler freuen sich, endlich wieder spielen zu können. (…) Es wird bunt, es wird laut, es wird natürlich feministisch, aber es wird lustig”, freute sich die Universalkünstlerin nach der ersten Probewoche. “Ich will, dass die Schauspieler sich selbst und ihren Beruf feiern!”

Der auf Klassiker spezialisierte Regisseur Stephan Rottkamp wird Schillers “Kabale und Liebe” in Szene setzen. Die für März geplanten Premieren von Felix Hafners Inszenierung von “Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull” nach Thomas Mann und Miroslav Krlezas “Christoph Kolumbus” in der Regie von Rene Medvesek wurden auf September bzw. Oktober verschoben.

Thomas Manns “Der Zauberberg” wird in Kooperation mit Luxemburg aufgeführt, außerdem stehen Nestroys “Der Talisman” und Shakespeares “Othello” auf dem Programm. “Das Stück war schon lange vor der Black Lives Matter-Bewegung auf dem Programm, erfährt aber traurigerweise wieder Aktualität”, so Rötzer. Die Regie führt hier Rikki Henry, der bereits für seine Hamlet-Inszenierung im Landestheater hochgelobt wurde.

Als Gastspiele werden ab Dezember unter anderem Goethes “Faust” vom Schauspielhaus Zürich und Daniel Kehlmanns “Die Reise der Verlorenen” vom Schauspielhaus Köln gegeben. Als Lesungen stehen Barbara Petritsch und Nikolaus Habjan mit Werner Schwabs “Die Präsidentinnen” und Ursula Strauss mit Stefan Zweigs “Brief einer Unbekannten” auf dem Programm.

Für Kinder und Jugendliche wird das Klassenzimmertheater mit u.a. einer Gandhi-Biografie fortgesetzt. Zudem sind Mira Lobes “Ein Städtchen Drumherum” und Otfried Preußlers “Das kleine Gespenst” zu sehen.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Keiner allzugroßen Beliebtheit erfreut sich unter den Tiroler Studenten offenbar die Umstellung des Universitätsbetriebs auf Fernlehre. Laut einer Umfrage der ÖH Innsbruck unter mehr als 3.200 Studenten gaben 41 Prozent an, dass eine ausreichende Anpassung “nur vereinzelt” gegeben sei, teilte die ÖH am Freitag in einer Aussendung mit. Des Weiteren bedeute die Fernlehre aus Sicht der Mehrheit der Studenten einen erheblichen Mehraufwand. Zwei Drittel gaben laut ÖH an, das Gefühl zu haben, mehr Leistung erbringen zu müssen. Lob gab es jedoch für einzelne Lehrende, die gute virtuelle Lehre anbieten. Viele Professoren würden die Studenten aber auch im Stich lassen und sich nicht melden.

Studenten teils unzufrieden mit "Distance Learning"

Beim Super Sale Day am Freitag, 29. November erwarten Sie in den zahlreich teilnehmenden Shops exklusive Rabatte & Aktionen, nur gültig an diesem Tag.

SCW Super Sale Day

Außenminister Alexander Schallenberg hat neuerliche Grenzschließungen in der Coronakrise nicht ausgeschlossen. “Nur weil wir jetzt Staaten auf Grün gesetzt haben, heißt nicht, dass wir die Situation nicht weiter genau beobachten”, sagte Schallenberg im APA-Interview. “Wenn es notwendig ist, werden wir natürlich auch wieder entsprechende Maßnahmen setzen.” “Natürlich ist es unser Ziel, dass es nicht wieder dazu kommt”, sagte Schallenberg zu Grenzschließungen. “Unser Ziel ist es, möglichst schnell die Reisefreiheit wieder herzustellen. Das ist im 21. Jahrhundert kein Luxus, das ist eine Notwendigkeit”, betonte er. Allerdings sei jeder Öffnungsschritt “mit einem gewissen Restrisiko verbunden”. Man sei bei der Pandemie “noch nicht über den Berg”. Schallenberg zeigte sich aber zuversichtlich, dass etwaige Ausbrüche “lokal oder zumindest regional” unter Kontrolle gebracht werden könnten und ein “Überschwappen” auf andere Länder verhindert werden könne. Zugleich baut er auf die in der ersten Welle gewonnenen Erfahrungen. “Im Fall einer zweiten Welle bin ich zuversichtlich, dass wir auf europäischer Ebene ganz anders reagieren würden (als bei der ersten Welle, Anm.).” Die EU-Staaten würden dabei “sehr viel koordinierter” vorgehen. Schallenberg verteidigte zugleich die Entscheidung des Außenministeriums, ungeachtet der Grenzöffnung allen Staaten dieser Welt ein hohes Sicherheitsrisiko zu attestieren. “Das ist auch eine logistische Angelegenheit”, verwies er auf Rückreiseprobleme im Fall einer plötzlichen Grenzschließung. “Vergessen wir nicht, wie das war im März”, sagte Schallenberg. Es sei “nicht ausgeschlossen, dass es auch in Zukunft geschehen könnte”. Konsequenzen der Reisewarnungen Der Außenminister trat zugleich Berichten über mögliche dienstrechtliche Konsequenzen für Auslandsreisende entgegen. “Reisewarnungen des Außenministeriums haben keine rechtlichen Konsequenzen, sondern sind Hinweis und Appell. Wenn man in diesem Sommer aus geschäftlichen Gründen, aus familiären Gründen oder um Urlaub zu machen, ins Ausland fährt, sollte man sich sehr wohlinformieren, wie die Situation vor Ort ist, wie komme ich auch im Fall des Falles auch wieder zurück, wie sieht es vor Ort mit Mobilität, mit Sicherheit und Gesundheitsversorgung aus.”

Schallenberg schließt Rücknahme von Grenzöffnungen nicht aus

Nach massiver Kritik verschiebt US-Präsident Donald Trump seine erste Wahlkampfveranstaltung seit mehr als drei Monaten. Die Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) werde nun am kommenden Samstag statt wie geplant am Tag davor stattfinden, teilte Trump auf Twitter mit. Zeitpunkt und Ort für Trumps Kundgebung waren vor dem Hintergrund der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in die Kritik geraten. Am kommenden Freitag (19. Juni) wird in den USA “Juneteenth” begangen, an dem Tag wird des Endes der Sklaverei gedacht. Tulsa war zudem 1921 Schauplatz eines Massakers durch einen weißen Mob an der schwarzen Bevölkerung. Historiker werten dies als schlimmsten Zusammenstoß zwischen Weißen und Schwarzen in den USA nach dem Ende des Bürgerkriegs. Hunderte Menschen wurden getötet. An der Wahl des Datums und des Ortes für die Kundgebung war vielfach Kritik laut geworden. So warf etwa die demokratische Senatorin Kamala Harris dem Republikaner Trump vor, Rechtsradikale zu ermutigen. Trump teilte in der Nacht zu Samstag mit, “viele meiner afroamerikanischen Freunde und Unterstützer” hätten vorgeschlagen, das Datum aus Respekt für “Juneteenth” zu ändern. Mit der Verschiebung komme er dem nach. Trump schrieb, mehr als 200.000 Unterstützer hätten sich bereits um Tickets für die Veranstaltung in Tulsa beworben. “Ich freue mich darauf, alle in Oklahoma zu sehen!” Trump hatte in einem am Freitag ausgestrahlten Interview Vorwürfe zurückgewiesen, dass er das Datum bewusst gewählt habe. Der Präsident – der sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt – sagte dem Sender Fox News: “Meine Kundgebung ist eine Feier.” Der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt hat in den USA Proteste und eine Debatte über Rassismus und Polizeigewalt entfacht. Trump hat Floyds Tod mehrfach verurteilt und das Recht auf friedliche Demonstrationen betont. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land zu zeigen. Floyd war am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis (Minnesota) getötet worden. Ein weißer Beamter hatte dem 46-Jährigen sein Knie fast neun Minuten in den Nacken gedrückt – trotz Bitten Floyds, ihn atmen zu lassen. Die Ermittler klagten den Polizisten daraufhin unter anderem wegen Mordes zweiten Grades an. Auch drei weitere an dem Einsatz beteiligte Polizisten wurden angeklagt. Trump hatte zuletzt eine Wahlkampfveranstaltung am 2. März in Charlotte in North Carolina abgehalten. Danach hatte die Coronakrise Kundgebungen unmöglich gemacht. Die Pandemie ist in den USA noch nicht überwunden. In einigen US-Bundesstaaten gibt es neue Ausbrüche mit teilweise stark ansteigender Anzahl von Infektionen. Trumps Wahlkampfteam weist darauf hin, dass bei Erkrankungen infolge des Besuchs von Kundgebungen keine Haftung übernommen wird.

Trump verschiebt Wahlkundgebung nach Vorwürfen

ach einer Pause an den Kartagen und am Ostersonntag nimmt Papst Franziskus ab Ostermontag die Feier seiner seit einem Monat live übertragenen Frühmessen wieder auf. Auf “Vatican News” werde der Gottesdienst in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta ab 13. April wieder täglich um 7.00 Uhr und auch mit deutschsprachigem Kommentar übertragen, kündigte die deutschsprachige Redaktion des Vatikan-Portals laut Kathpress an.

Ab Ostermontag wieder Frühmessen mit dem Papst

Österreichs Exekutive soll bei Verstößen gegen Corona-Beschränkungen gleich am “Tatort” Bußgeld kassieren. Eine diesbezügliche Verordnung des Gesundheitsministeriums soll noch diese Woche erlassen werden und in Kraft treten.

Corona-Strafzettel direkt von Polizei