LASK zieht wegen Punkteabzug nicht vor Schiedsgericht

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LASK zieht wegen Punkteabzug nicht vor Schiedsgericht

Der LASK verzichtet nun doch auf einen Einspruch gegen die reduzierte Strafe des Protestkomitees der Fußball-Bundesliga. Diese Kehrtwende gab die Clubführung am Dienstag bekannt. Damit bleibt es bei dem Abzug von vier Punkten für die aktuell drittplatzierten Linzer, welchen das zweitinstanzliche Komitee in der Vorwoche ausgesprochen hatte.

Damals hatte der LASK noch einen Rekurs beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht angekündigt. Dazu kommt es aber nicht. Die wegen der Durchführung verbotener Teamtrainings während der Corona-Pause zuletzt vielfach kritisierte Vereinsspitze begründete dies mit der – laut Ansicht der Clubjuristen – bereits erfüllten Einhaltung der notwendigen Sorgfaltspflicht nach zwei Instanzen und der Sorge um das Wohl des gesamten Fußballs.

“Wir glauben, wenn wir nunmehr das Ständige Neutrale Schiedsgericht anrufen oder vielleicht sogar ein ordentliches Gericht, dass die Dauer nicht im nächsten Monat vorbei sein könnte, sondern dass es mindestens sechs, wenn nicht zwölf Monate oder länger dauern würde. Dies wäre für die Liga schlecht, dies wäre für unsere Fans und den LASK schlecht, und vor allem für den Fußball”, erklärte Club-Präsident Siegmund Gruber.

Ursprünglich waren den Linzern von der Liga sechs Zähler abgezogen worden. Diese Sanktion hatte man beeinsprucht und die erwähnte Reduktion erwirkt. Die Ende Mai vom Senat 1 ebenfalls verhängte Geldstrafe von 75.000 Euro war aber aufrecht geblieben.

Um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden und die Sorgfaltspflicht als Organe des Vereins wahrzunehmen, habe man den bundesligainternen Instanzenzug wahrgenommen, erläuterte Gruber. Weiter wolle man aber nicht mehr gehen. “Daher sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Urteil des Protestkomitees zu akzeptieren.” Diese Entscheidung sei dem Verein auch aus finanziellen Gesichtspunkten heraus nicht leichtgefallen. “Obwohl wir mit vier Punkten mehr sicherer Dritter wären, und dies mindestens drei Millionen für uns bedeutet hätte, akzeptieren wir die Strafe, weil wir die Liga nicht ins Chaos stürzen wollen. Auch wenn viel Geld auf dem Spiel steht, wer den LASK kennt, weiß, dass Geld nicht über allem steht. Monetäre Werte sind keine Triebfeder für uns”, sagte der Club-Präsident.

Druck von Sponsoren, der Liga, aus der Politik oder anderen habe es bei der Entscheidungsfindung jedenfalls nicht gegeben, meinte Gruber auf Nachfrage und betonte außerdem, dass man auch bei einer noch ausstehenden Titelentscheidung keinen Einspruch mehr eingelegt hätte. “Wir hätten uns Zeit lassen können. Das wollten wir eben nicht, dass man uns dann Taktiererei oder politische Spielchen mitvorwirft. Dadurch haben wir die Liga in eine Situation gebracht, dass in den nächsten zwei Runden die Resultate nur auf dem Platz ausgespielt werden.”

Gruber und auch sein Vize Jürgen Werner bekannten einmal mehr, dass man mit den verbotenen Trainings einen Fehler begangen und für den man sich entschuldigt habe. Der Verzicht auf den Gang zum Schiedsgericht sei auch mit den Spielern abgesprochen, erzählte Werner, der den Fokus nun wieder ausschließlich auf das Platz lenken will. “Wir wollen das Geschehen wieder ganzheitlich auf den grünen Rasen verlegen und die Nebenschauplätze so gut wie möglich ausblenden.” Mit dem Fehler sei man vom richtigen Weg abgekommen, jetzt wolle man den in den letzten Jahren erarbeiteten guten Ruf als “sympathischer Club” komplett wiederherstellen.

Neben der verhängten Strafe drohen den Clubverantwortlichen auch noch mögliche persönliche Sanktionen wie Funktionssperren. Er werde jedenfalls für die von ihm genehmigten Trainingsverstöße geradestehen, wiederholte Werner frühere Aussagen. Wichtiger sei derzeit aber, dass das “Thema für die Mannschaft und für Fußball-Österreich” erledigt sei. “Ich glaube, das sollte die Bundesliga nicht belasten, dass das bis in den Herbst hineingeht”, verwies er auf die nun ausbleibenden Folgen.

Abgesehen von der leidigen Causa überlegt der Club, aufgrund der angekündigten Corona-Publikumsbeschränkungen vom Paschinger Stadion schon im Herbst wieder auf die Linzer Gugl zu übersiedeln. Sollten dort mehr Fans möglich sein als in Pasching, dann werde man Linz wählen, betonte Gruber. Entscheidung sei aber noch keine gefallen. Die Frage der Zuschauerzulassung sei jedenfalls für das Gesamtbudget von großer Bedeutung. Bezüglich des lange geplanten Umbaus der Gugl will der Club noch im Juli Konkretes vorlegen, der Beginn der Abbrucharbeiten soll Ende des Jahres erfolgen.

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China räumte Konsulat in Houston

Im ersten Quartal 2020/21 hat die Voestalpine einen Verlust nach Steuern in Höhe von 70 Millionen Euro erlitten – nach einem Gewinn von 90 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Ein massiver Nachfrageeinbruch in nahezu allen Ländern und Abnehmerbranchen infolge der Covid-19-Pandemie drückte die Verkaufserlöse gegenüber der Vorjahresperiode um 28,1 Prozent von 3,3 auf 2,4 Milliarden Euro. Insbesondere in Europa, wo die voestalpine zwei Drittel ihres Umsatzes erzielt, hätten der Stillstand der Automobilindustrie und die generelle Schwäche im industriellen Bereich belastet. Hinzu kamen sinkende Stahlpreise infolge der lahmenden Nachfrage, gleichzeitig blieben die Erzpreise wegen der guten Stahlkonjunktur in China aber hoch. Das habe sich zusätzlich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) war im ersten Jahresviertel des laufenden Geschäftsjahres mit minus 74 Millionen Euro negativ (Vorjahr: plus 124 Millionen Euro) und auch operativ verbuchte die voestalpine einen Verlust (EBIT) von 49 Millionen Euro (Vorjahr: plus 157 Millionen Euro). Einzig vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen war das Ergebnis (EBITDA) mit 158 Millionen Euro positiv, aber nicht einmal halb so hoch wie im ersten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres (371 Millionen Euro). Stellenabbau Angesichts der Krise baute die Voest auch massiv Stellen ab – der Personalstand verringerte sich im Jahresabstand um 7,3 Prozent auf weltweit 47.894 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), “entsprechend der geringeren Produktionsauslastung”. Heuer im Juni seien in Österreich rund 10.400 und in Deutschland rund 2600 Arbeitnehmer des Konzerns in Kurzarbeit gewesen. Hinzu kamen international weitere 2300 Mitarbeiter in kurzarbeitsähnlichen Modellen – so etwa in Großbritannien, Rumänien, Belgien, Frankreich und den USA. Angesichts der “immer noch herrschenden Volatilität in einem unsicheren von Covid-19 beeinflussten Marktumfeld” konzentriert sich die Voestalpine eigenen Angaben zufolge weiterhin auf Kostenmanagement und Ergebnisstabilisierung. Gleichzeitig blieben die Anstrengungen im Bereich Working Capital Management hoch und Ausgaben für Investitionen niedrig, um sowohl den Cashflow als auch die Bilanzstruktur zu stärken. “Eine stufenweise Erholung der Nachfrage” Mit dem Ende des Lockdowns im ersten Quartal habe “eine stufenweise Erholung der Nachfrage” eingesetzt. Das Ausmaß der Verbesserung variiere nach Regionen und Marktsegmenten. Im zweiten Geschäftsquartal sei – wie über den Sommer üblich – mit einer saisonal bedingt etwas schwächeren Nachfrage zu rechnen, etwa aufgrund von Kundenstillständen. “Vor diesem Hintergrund bleibt die Erwartung von Beginn des Geschäftsjahres aufrecht, dass der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2020/21 ein EBITDA zwischen 600 Millionen und 1 Milliarde Euro erwirtschaften wird”, so CEO Herbert Eibensteiner. Das positive EBITDA im ersten Quartal 2020/21 sei vor allem auf “konsequentes Kostenmanagement und die rasche Umsetzung von ergebnisoptimierenden Maßnahmen im gesamten Konzern” zurückzuführen. “Darüber hinaus verfügen wir nach wie vor über eine ausreichende Liquidität”, betonte der Konzernchef. Das Eigenkapital der Voest sank im Berichtszeitraum (per Ende Juni) von 6,7 auf 5,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die Nettofinanzverschuldung von 3,9 auf 4 Milliarden Euro. Das Gearing (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) verschlechterter sich entsprechend von 58,1 auf 71,7 Prozent.

Im 1. Quartal: Voestalpine rutscht tief in die Verlustzone

Nachdem die Asylantragszahlen in Europa in den vergangenen vier Jahren konstant zurückgegangen sind, wurde 2019 erstmals seit 2015 wieder ein leichter Anstieg um elf Prozent verzeichnet. In Österreich hingegen gab es erneut weniger Anträge (minus neun Prozent), wie aus dem am Donnerstag präsentierten Jahresbericht des EU-Asylbüros EASO hervorgeht. 2019 wurden demnach in Österreich um 86 Prozent weniger Asylanträge gestellt als 2015, dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise. Nur 1,7 Prozent aller Anträge im EU-Raum inklusive Großbritannien, der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein (EU+) im vergangenen Jahr erhielt Österreich, das damit an 12. Stelle (von 32) liegt. Auf nur vier Länder – Deutschland, Frankreich, Spanien und Griechenland – entfielen 66 Prozent, also zwei Drittel aller Asylanträge, wie der EASO “Asylum Report 2020” zeigt. Einige Länder, darunter Zypern, Frankreich, Griechenland, Malta und Spanien, verzeichneten sogar höhere Zahlen als im “Krisenjahr” 2015. Das liegt vor allem an dem großen Zuwachs von Asylsuchenden aus Venezuela, Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Staaten, auf die unter anderem das beträchtliche Plus von 118 Prozent in Spanien zurückzuführen ist. Dies ist auch ein Grund für den EU-weiten Anstieg auf 738.425 Asylanträge (2018: 665. 920, 2017: 735.005), wobei rund zehn Prozent davon Folgeanträge waren. 2019 kletterte Venezuela somit auch in die Top 3 der Herkunftsnationen. Syrien und Afghanistan bleiben auf Platz eins und zwei. 96 Prozent der Asylgesuche von Venezolanern wurden positiv beschieden. Das liegt weit über dem Durchschnitt der Anerkennungsrate, der bei rund 40 Prozent liegt. Insgesamt ist diese bei Erstentscheidungen innerhalb der EU+ äußerst unterschiedlich, wie das EU-Büro für Asylfragen (European Asylum Support Office) anmerkt. In Tschechien etwa waren nur zehn Prozent der Entscheidungen positiv, in der Schweiz hingegen 88 Prozent. Im Vergleich zu 2018 sank die Zahl der Erstentscheidungen um elf Prozent. Österreich verzeichnete hier mit einem Minus von 60 Prozent (minus 21.000) den stärksten Rückgang der 32 Länder. Eine Ausnahme stellte Spanien mit einem Plus von fast 390 Prozent dar, die wiederum mit dem großen Anstieg lateinamerikanischer Anträge erklärbar ist. Die Zahl der offenen Fälle sank in Österreich im Vorjahr um fast 30 Prozent. EU-weit sind aber “bei weitem mehr” Entscheidungen ausständig als noch vor 2015, was veranschauliche, unter welch großem Druck das Asylsystem in Europa weiterhin stehe und arbeite, erklärt EASO. Einen markanten Anstieg gab es in Österreich bei Anträgen von unbegleiteten Minderjährigen. Während EU-weit ihr Anteil um 13 Prozent sank, stellten hierzulande um 121 Prozent mehr unbegleitete Kinder einen Antrag auf Asyl. Sie stammen allen voran aus Afghanistan. Einen Grund für diese markante Entwicklung sieht der EASO-Datenexperte Teddy Wilkin über die 2019 im Vergleich zum Jahr davor wieder höher frequentierte “Balkanroute”, über die ein Großteil der Flüchtenden nach Österreich kommt. Zudem hält sich etwa ein Viertel aller unbegleiteten Minderjährigen in Griechenland auf, von wo aus viele versuchten, nach Zentraleuropa zu gelangen, erklärte er auf APA-Anfrage. Mehrmals erwähnt wird in dem EASO-Bericht auch die umstrittene Verstaatlichung der Betreuung und Rechtsberatung von Asylwerbern in Österreich sowie noch unter Türkis-Blau beschlossene Gesetzesänderungen. Kommentieren wollten die Experten diese jedoch auf APA-Anfrage nicht. Auch wenn die EU-weiten Asylantragszahlen im laufenden Jahr angesichts der Coronakrise bisher relativ gering sind, rechnen die EASO-Experten mit einem erneuten Anstieg. Die Agentur erinnerte einmal mehr daran, dass es “keine Anzeichen für weniger Bedarf an internationalem Schutz ” gebe. Die EU+-Staaten sollten sich deshalb mittelfristig auf einen Anstieg der Asylzahlen vorbereiten, vor allem auch aus ärmeren und stark von Covid-19 betroffenen Ländern, empfehlen die Experten.

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