Lockdown: Umsatz-Ausfälle von bis 80 Prozent werden abgedeckt

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Lockdown: Umsatz-Ausfälle von bis 80 Prozent werden abgedeckt

Um die Folgen des Lockdowns vor allem für Gastronomie und Hotellerie abzumildern, legt die Regierung ein Hilfspaket auf. 80 Prozent des Umsatzes, den sie im November des Vorjahres gemacht haben, sollen den Betrieben ersetzt werden. Die Hilfen sollen unbürokratisch über einen elektronischen Antrag direkt beim Finanzamt beantragt werden können und sollten innerhalb weniger Wochen abgewickelt sein. Das elektronische Antragsformular soll in spätestens zehn Tagen zur Verfügung stehen. Finanzminister Gernot Blümel verspricht: “Um diesen Umsatzersatz möglichst unkompliziert, unbürokratisch und rasch zu ermöglichen wird dieser anhand der Steuerdaten, die der Finanzverwaltung vorliegen, automatisch berechnet.” Die Beantragung erfolge dann eben über FinanzOnline, die ersten Auszahlungen sollen noch im November erfolgen.

Für Unternehmen, die nicht direkt vom Lockdown betroffen seien, aber dennoch aufgrund des Corona-Virus deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben, “ist der Fixkostenzuschuss eine wirksame Wirtschaftshilfe”. Nach den Querelen mit der EU-Kommission sieht er eine Einigung in Bezug auf den geplanten Fixkostenzuschuss der Phase II in greifbarer Nähe.

Alle anderen Hilfen seien allerdings einzurechnen, hieß es aus Regierungskreisen. Die Obergrenze habe man bei 800.000 Euroeingezogen. Bei Großbetrieben werde noch über eine höhere Grenzmarke verhandelt.  EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe Verständnis für die Hilfsmaßnahme signalisiert.

0-Stunden-Kurzarbeit kommt wieder

Darüber hinaus willdie Regierung für die betroffenen Betriebe auch wieder die alte Kurzarbeitsregelung aktivieren, wie sie beim ersten Lockdown gegolten hatte. Sie sah vor, dass Firmen die Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer auch auf Null reduzieren können, was zuletzt nicht mehr möglich gewesen ist.Laut Blümel laufen hier noch Gespräche mit den Sozialpartnern.

Über Hilfen im Kulturbetrieb werde noch nachgedacht, Lösungen seien aber in Sicht.

Man sei bei den Hilfsmaßnahmen bewusst großzügig, da die Monate vor dem zweiten Lockdown auch schon schwierig gewesen seien für die Hotellerie und die Gastwirtschaft, begründet die Regierung die Maßnahmen. Zu den Kosten ist zu hören, man rechne mit weit über einer Milliarde Euro.

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