Mathematik-Matura neu an den AHS

Merken
Mathematik-Matura neu an den AHS

Die Mathematik-Matura an den AHS bekommt bereits ab dem Haupttermin 2021 ein neues Punkteschema: Unter anderem werden die stärker textlastigen sogenannten Typ-2-Aufgaben weniger stark gewichtet, zudem wird eine “Best-of-Wertung” eingeführt. Ab 2026 wird die AHS-Mathematura überhaupt auf neue Beine gestellt – es soll auch Basic-Aufgaben geben, die ohne Technologieeinsatz gelöst werden müssen.

Für alle Matura-Fächer grundsätzlich beibehalten wird die heuer eingeführte Einberechnung der Jahresnote in die Maturanote, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) vor Journalisten. Prüfungsnote bzw. Jahreszeugnis werden zu je 50 Prozent gewichtet – steht man dann genau zwischen zwei Noten, “sticht” die Prüfungsnote. Neuerung ab dem kommenden Jahr: Diese Regelung gilt nur, wenn bei der Matura-Prüfung mindestens 30 Prozent der Maximal-Punkte erreicht wurden – so will man die Abgabe leerer Blättervermeiden. Außerdem werden im Maturazeugnis neben der Gesamtnote auch die beiden Teilnoten (Prüfung/Jahreszeugnis) verzeichnet.

Kein stabiles Instrument

Zurück zur AHS-Mathematura: Hier habe es angesichts der Klausurergebnisse der vergangenen Jahre Handlungsbedarf gegeben, so Faßmann. “Sie ist nicht unauffällig, sie ist auffällig – die Ergebnisse schwanken von Jahr zu Jahr. Sie ist nicht so ein stabiles Prüfungsinstrument wie die Matura in Deutsch oder Englisch.” Wenn nach dem positiven Abschluss der achten Klasse rund 50 Prozent der Maturanten nur einen Vierer oder Fünfer auf die Klausur bekommen, stimme etwas nicht. Dazu komme noch das komplizierte Punktesystem.

An den AHS gliedert sich die Mathe-Zentralmatura derzeit in einen Grundlagenteil (“Typ 1”) – und einen vertiefenden Teil (“Typ 2”). In beiden sind jeweils 24 Punkte zu erreichen, also insgesamt 48. Für ein “Genügend” müssen im Grundlagenteil 16 Punkte erreicht (wobei auch vereinzelte “Bonuspunkte” in Teil 2 gesammelt werden können) oder insgesamt 24 Punkte gesammelt werden, die genaue Ausdifferenzierung der positiven Note ergibt sich dann im vertiefenden Teil.

“Best-Of-Wertung”

Ab dem kommenden Haupttermin im Frühjahr 2021 soll sich das ändern: Der Grundlagenteil soll dabei unverändert bleiben (24 Aufgaben zu je einem Punkt), im textlastigeren und anwendungsorientierten vertiefenden Teil werden aber nur mehr zwölf Punkte vergeben – also insgesamt 36. In diesem vertiefenden Teil selbst gibt es dann eine Aufgabe mit vier unabhängig voneinander zu erreichenden Punkten sowie drei Aufgaben mit jeweils vier Punkten. Innerhalb dieser letzten drei Beispielen gibt es dann eine “Best-Of-Wertung”: Für die Benotung werden nur jene beiden herangezogen, in denen die meisten Punkte erzielt wurden.

Notenschema neu

So soll etwa auch ein Schüler, der mit einem Beispiel überhaupt nichts anfangen kann, trotzdem einen Einser bekommen können, so die Mathematik-Lehrerin Anita Dorfmayr. Sie ist Mitglied einer Beratungsgruppe um den Mathematik-Professor Michael Eichmair (Uni Wien), die die neuen Maturavorgaben erstellt hat. Außerdem gibt es künftig nur mehr eine Gesamtverrechnung der Punkte – in welchem Teil diese gesammelt werden, ist egal. Ein Genügend erhält, wer 17 Punkte schafft. Ab 22 Punkten gibt es ein Befriedigend, ab 27 ein Gut und ab 32 ein Sehr Gut.

Mit diesem Vorgehen könne man schnell Änderungen erreichen, so Eichmair. “Und die bisherige Vorbereitung wird nicht kompromittiert.”

Weiter gehen die Änderungen, die ab 2026 gelten sollen. Dann soll es einen Teil der Matura geben, der nur mit Papier und Bleistift geschafft werden muss – also ohne Technologieeinsatz wie Taschenrechner. Als Beispiel für mögliche Aufgaben nannte Dorfmayr die Berechnung von Prozentwerten oder das Umformen und Lösen einfacher Gleichungen – “die absoluten Basics, die jetzt in Vergessenheit geraten sind.” Außerdem soll bei offenen Aufgaben der Lösungsweg dokumentiert werden.

Längere Vorbereitung

Für diese komplett neue AHS-Mathe-Matura brauche es aber eine längere Vorbereitung, betonte Eichmair. Daher gilt sie erst für alle Schüler, die ab 2021/22 mit der Oberstufe beginnen – dann werde es auch die entsprechende Vorbereitung geben. Die Reifeprüfung soll sich dann auch an internationalen Vorbildern orientieren. Sein persönliches Vorbild seien die Niederlande, meinte Eichmair: “Dort werden auch kulturelle oder gesellschaftlich-politische Kontexte in die Aufgaben eingebettet, nicht nur naturwissenschaftliche. Und die Aufgaben sind durchaus humorvoll.”

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Der Attentäter, der beim Terror-Anschlag in der Wiener Innenstadt am 2. November vier Passanten getötet hat, dürfte gezielt auf weitere Opfer in Kirchen aus gewesen sein, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Das hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Donnerstag unter Verweis auf entsprechende Erkenntnisse der 60-köpfigen Ermittlungsgruppe “2. November” bei einem Pressegespräch am Minoritenplatz durchblicken lassen. Einzelheiten dazu gab Nehammer nicht preis. Die Kommunikation zum laufenden Ermittlungsverfahren sei das “Exklusivrecht” der Staatsanwaltschaft Wien, hieß es. Die Sprecherin der Wiener Anklagebehörde, Nina Bussek, meinte im Anschluss auf APA-Anfrage, sie könne Nehammers Angaben nicht kommentieren. Der Staatsanwaltschaft liege kein entsprechender Bericht vor. Verstärkte Bewachung Jedenfalls ordnete Nehammer am Donnerstag die verstärkte Bewachung von Kirchen und Synagogen in sämtlichen Bundesländern an. Die neun Landespolizeidirektionen sowie die Ämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurden dahin gehend informiert, Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) unterrichtete wiederum die betroffenen Kirchen- und Religionsgemeinschaften. Die Polizeikräfte würden ab sofort verstärkt vorKirchen, Synagogen und anderen religiösen Einrichtungen Präsenz zeigen, kündigte Nehammer an. Die freie Religionsausübung sei ein hohes Gut, dieses gelte es zu schützen. “Wir können nur gemeinsam in Österreich gegen den Terror kämpfen”, bemerkte der Innenminister. Es bedürfe eines “gesellschaftlichen Schulterschlusses”, um zu signalisieren, “dass wir uns vom Terror nicht einschüchtern lassen”. “Besonders heikle Phase” Ein konkretes Bedrohungsszenario gegen kirchliche Einrichtungen und Stätten der Religionsausübung liegt laut Nehammer gegenwärtig zwar nicht vor. Allerdings befinde man sich in einer “besonders heiklen Phase”, weil ein Terror-Anschlag erfahrungsgemäß Nachahmungstäter auf den Plan rufen könnte. Zukünftig werden bei bestimmten Anlässen wie terroristischen Bedrohungsszenarien oder Ereignissen, bei denen Anschläge nicht ausgeschlossen werden können, mobile Streifen des Einsatzkommandos Cobra/DSE (EKO Cobra) mit gepanzerten Fahrzeugen sowie uniformierte Cobra-Beamte mit schwerer Ausrüstung eingesetzt. Die “schnellen Eingreifgruppen” sollen im Alarmfall bewaffnete Täter oder Personen, von denen eine hohe Gefahr ausgehen könnte, identifizieren, orten, binden und gegebenenfalls neutralisieren. Die spezialisierten Beamten sind über die Sanitäter-Ausbildung hinaus in taktischer Verwundeten-Versorgung und der Sofortbehandlung von Schwerverletzten geschult. Sie können insbesondere bei der Erstversorgung von Schuss-, Stich- oder sonstigen schweren traumatischen Verletzungen rasche Hilfe leisten, betonte Brigadier Hannes Gulnbrein bei der Vorstellung der “Rapid Response Teams” am Minoritenplatz. Das EKO Cobra hat aktuell acht Standorte, nämlich in Wien, Wiener Neustadt, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt/Krumpendorf und Feldkirch. An jedem Standort steht neben einer “schnellen Eingreifgruppe” auch eine Bereitschaft rund um die Uhr zur Verfügung, sodass jeder Einsatzort in Österreich innerhalb von 70 Minuten erreicht werden kann. Die Anzahl der eingesetzten “schnellen Eingreifgruppen” ist situationsabhängig. Derzeit stehen sie flächendeckend im gesamten Bundesgebiet im Dienst. Zurückgegriffen wird auf sie hauptsächlich in Ballungszentren, Regierungsvierteln, Einkaufszentren, bei Sehenswürdigkeiten oder bei kritischer Infrastruktur wie Flughäfen.

Nehammer: Attentäter wollte in Kirche, Bewachung wurde nun verstärkt

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht mit seinen Stars hat der FC Barcelona dem Team und vielen Mitarbeitern die Arbeitszeit und damit den Lohn gekürzt. Der spanische Fußballmeister begründete die Eingriffe in die Verträge mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Laut spanischem Recht können Unternehmen im Falle höherer Gewalt zu solchen Mitteln greifen.

FC Barcelona kürzte Fußballstars das Gehalt

Starke Regenfälle haben in der Nacht auf Dienstag zu Vermurungen und Verkehrsbehinderungen in großen Teilen Österreichs geführt. In Steyr (Oberösterreich) wurde der Hochwasser-Voralarm ausgelöst, da sich die Enns einem Wasserstand von fünf Metern nähert. In Kärnten ist laut Ö3 die Bahnstrecke zwischen Feldkirchen und Villach nach Murenabgängen und Hangrutschungen an mehreren Stellen unterbrochen. Im südlichsten Bundesland rückten die Feuerwehren in der Nacht rund 200 Mal aus. Laut Polizei ist die L32 in Zlan (Bezirk Villach-Land) auf einer Länge von ca. zehn Metern vermurt. Wegen Untermurung brach die Böschung und verunreinigte die gesamte Fahrbahn. Die Straße bleibt daher bis Mittag gesperrt, eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet. Aufgrund der heftigen Gewitter kam es auch im Oberen Gurktal entlang der Landesstraße L64 und im Ortsgebiet Deutsch-Griffen zu mehren Murenabgängen und Überschwemmungen. Da mehrere Bäume auf die Fahrbahn zu stürzen drohen und die Straße teilweise durch Schlammmassen unpassierbar ist, wurde die L64 ebenfalls für den Verkehr gesperrt. In Salzburg sind laut Ö3 vor allem im Lungau, Pongau und Pinzgau die Feuerwehren im Dauereinsatz. In den vergangenen 48 Stunden fielen bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Oberpinzgau errichteten Freiwillige Feuerwehren mobilen Hochwasserschutz. Muren, ausufernde Bäche und überschwemmte Straßen sorgten auch hier für Verkehrsbehinderungen. In Vorarlberg gab es vor allem in Dornbirn und Feldkirch zahlreiche überflutete Keller und Tiefgaragen.

Regen sorgt für Hochwasser-Voralarm und Verkehrsprobleme

Auch das Geschäftsimperium von US-Präsident Donald Trump ist von der Coronavirus-Krise betroffen. Zuletzt hat für Aufregung gesorgt, dass auch er vom staatlichen Maßnahmenpaket profitieren könnte. Die oppositionellen US-Demokraten setzten aber eine Regelung durch, wonach Unternehmen im Besitz des Präsidenten, von wichtigen Regierungsmitgliedern und Parlamentariern keinen Zugang zu den Hilfskrediten bekommen sollen.

Doch kein US-Hilfspaket für Trump-Hotels