Nach Angriff auf Ölanlagen: Ölpreise auf höchstem Stand seit 2018

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Nach Angriff auf Ölanlagen: Ölpreise auf höchstem Stand seit 2018

Die Ölpreise haben zum Wochenstart mit zeitweise deutlichen Aufschlägen auf einen Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen reagiert. Während der Preis für Nordseeöl der Marke Brent am Montag erstmals seit Anfang 2020 über 70 US-Dollar stieg, kostete US-Erdöl so viel wie zuletzt im Oktober 2018. Bis zu Mittag kehrte am Markt jedoch Beruhigung ein, die Ölpreise fielen wieder zurück.

Ein Barrel (159 Liter) Brent kostete zu Mittag 69,44 Dollar (58,17 Euro). Das waren 8 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für US-Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 11 Cent auf 66,20 Dollar. Am Vormittag war der Brent-Preis bis auf 71,38 Dollar gestiegen, ein Fass WTI kostete bis zu 67,98 Dollar.

Verletzlicher Ölriese

Auslöser des Preissprungs war ein Angriff jemenitischer Huthi-Rebellen auf Ölanlagen Saudi-Arabiens. Obwohl der Angriff offenbar ohne große Schäden ablief, wurden Erinnerungen an einen ähnlichen Angriff im Spätsommer 2019 wach. Auch damals wurden Ölanlagen in Saudi-Arabien attackiert, seinerzeit wurden jedoch schwere Schäden angerichtet. Der Angriff hatte der Welt die Verletzlichkeit des Ölriesen Saudi-Arabien vor Augen geführt.

In Ras Tanura, das jetzt zu den Zielen der Rebellen zählte, befinden sich laut Experten von der Commerzbank die größten Ölhäfen und Exportterminals Saudi-Arabiens. Die Nachricht über den Angriff habe den ohnehin bestehenden Preisauftrieb am Ölmarkt verstärkt. Vergangene Woche hatte der Ölverbund OPEC+ seine Förderung zur Überraschung vieler Marktteilnehmer nicht angehoben. Vielfach war erwartet worden, dass die Produktion in der Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung erhöht wird.

Die Rohölpreise sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen und haben ihren schweren Einbruch während der ersten Coronawelle im Frühjahr 2020 wettgemacht.

 

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