Nach Unfall bei Eisriesenwelt im Pongau - Sperre dauert an

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Nach Unfall bei Eisriesenwelt im Pongau - Sperre dauert an

Einen Tag nach dem tödlichen Steinschlag am Zugangsweg zur Eisriesenwelt bei Werfen (Pongau) ist derzeit nicht abschätzbar, wie lange die Sperre des beliebten Ausflugsziels dauern wird. Die Eishöhle und der Zustieg dürfen seit dem Unfall nicht betreten werden. Die Alpinpolizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen, außerdem werden die Sicherungseinrichtungen überprüft.

Wie der Bürgermeister von Werfen, Hubert Stock, am Montag zur APA sagte, sollen Geologen und Fachleute noch heute damit beginnen, die Unfallstelle genau zu begutachten und möglicherweise weitere Gefahrenstellen zu finden. Zugleich werde erhoben, ob – und wenn ja, welche – zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind, um die Sicherheit der Besucher in Zukunft zu gewährleisten. “Die Eisriesenwelt wird aufgefordert, ein entsprechendes Konzept zu erstellen”, sagte Stock. “Erst dann kann der Betrieb wieder aufgenommen werden.”

Derzeit ist der Weg von der Bergstation der Seilbahn zum Höhleneingang teilweise mit Schutzgalerien aus Beton gesichert. Der Geschäftsführer der Eisriesenwelt, Friedrich Oedl, war zum Unglückszeitpunkt auf Urlaub in Griechenland. “Wir stehen derzeit in ständigem Kontakt mit ihm”, sagte Seilbahn-Betriebsleiter Michael Rieder zur APA. Er ging am Montag davon aus, dass vorbeugende Felsräumarbeiten im Gestein über dem Weg als Schutzmaßnahme angesichts der großen Kalkwände nicht sinnvoll sind.

“Es wird möglicherweise darauf hinauslaufen, dass wir die Schutzgalerie erweitern oder Schutznetze installieren müssen, um einem tragischen Vorkommnis wie gestern vorbeugen zu können”, sagte Rieder. Wie er erklärte, seien die Schutzgalerien früher aus Holz, später aus Stahl und schließlich aus Beton errichtet worden und immer wieder ausgebaut worden. “Mir ist aber nicht bekannt, dass es während der Touristensaison je einen Unfall durch Steinschlag gegeben hat.”

Zu dem Unglück war es am Sonntag gegen 11.30 Uhr gekommen. Rund 400 Höhenmeter oberhalb des Einganges zur Eishöhle in knapp über 1.600 Metern hatte sich ein etwa ein bis zwei Kubikmeter großer Felsblock gelöst. Der Block stürzte in die Tiefe und zersprang in viele kleinere Teile. Dabei wurde der Zubringerweg auf einer Breite von 100 Metern von Steinen getroffen. Der Weg ist dort zwar größtenteils durch die Steinschlaggalerien überdacht, einige Brocken stürzten aber auf den ungeschützten Bereich.

Dabei wurde ein 14-jähriger Bursch aus dem Irak von einem etwa 25 Kilogramm schweren Stein am Oberkörper getroffen und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Trotz Reanimation durch die sofort anwesenden Höhlenführer und später durch das Notarztteam eines Rettungshubschraubers konnte der Jugendliche nicht mehr gerettet werden. Der 14-Jährige war mit seinen Eltern Teil einer 24-köpfigen Reisegruppe aus dem Salzburger Flachgau. Auch ein 19-jähriger Pongauer wurde bei dem Felssturz von einem Stein am Bein getroffen und verletzt. Nach dem Abtransport des Verletzten und des Verstorbenen wurden die rund 300 Besucher der Eisriesenwelt in Kleingruppen aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Wie der Geologe des Landes, Gerald Valentin, nach einer ersten Begutachtung der Unfallstelle aus der Luft erklärte, dürfte der starke Regen am Samstag den Untergrund aufgeweicht haben. Der Gesteinsbrocken lag dabei auf einer mit Erde gefüllten Kluft. Der Regen machte das Erdreich rutschig, dazu kam der Druck des Wassers. Dadurch habe sich am Sonntagvormittag der Block letztlich gelöst.

Die Eisriesenwelt gilt mit einer Länge von 42 Kilometer als größte Eishöhle der Welt. Zu Spitzenzeiten besuchen pro Tag bis zu 2.500 Menschen die Schauhöhle, die etwa einen Kilometer in den Berg hineinführt. Dazu noch ein Hinweis für Bergsteiger und Kletterer: Von der behördlichen Sperre betroffen ist auch “Hochkogel-Steig”, der hinauf ins Tennengebirge und zum Leopold-Happisch-Haus führt.

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