Nächstes Corona-Ziel: Zahl der Infizierten halbieren

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Nächstes Corona-Ziel: Zahl der Infizierten halbieren

Erstmals ist auch der Kärntner Bezirk Hermagor orange, der steirische Bezirk Deutschlandsberg wurde dafür wieder grün. Gesundheitsminister Rudolf Anschober und seine Experten erklärten heute, die Lage habe sich österreichweit stabilisiert, aber auf (zu) hohem Niveau.

Die Corona-Kommission hat in ihrer Sitzung vom Donnerstag sechs Bezirke neu auf Orangegestellt und sieht daher in diesen Bezirken ein hohes Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Unter den Bezirken mit hohem Risiko befindet sich erstmals auch die Kärntner Region Hermagor, wegen eines im Zuge eines Almabtriebs entstandenen Clusters. Weiterhin gibt es allerdings keine Bewertung mit Rot.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober erläuterte heute die aktuelle Schaltung der Corona-Ampel, assistiert von Corona- Kommissionssprecherin Daniela Schmid.

Folgende Bezirke wurden Gelb auf Orange hochgestuft:

  • Neusiedl am See (Burgenland)
  • Sankt Pölten Stadt (Niederösterreich)
  • Mistelbach (Niederösterreich)
  • Scheibbs (Niederösterreich)
  • Hallein (Salzburg)
  • Hermagor (Kärnten)

Schon in der Nacht berieten die Bezirkshauptmänner mit den Gesundheitsstellen darüber, welche Schritte nun zu setzen seien. Gesundheitsminister Rudolf Anschober beschrieb eine “gute Stimmung”: Niemand verstehe die Einstufung als Bestrafung sondern im Gegenteil als Aufforderung, zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes regional gegenzusteuern. Mit sichtbaren Ergebnissen, wie etwa der nun erfolgten Rückstufung des Bezirks Kufstein. Es geht vor allem um das Bewusstsein: “Damit die Bevölkerung mitgehen kann mit den Maßnahmen, muss sie informiert sein über die Lage.”

Nächstes Ziel: Die Halbierung

Anschober betonte, das nächste Ziel sei es, die Zahl der Neuinfektionen zu halbieren, auch wenn das im Widerspruch zum europäischen Trend stünde. “Wir können das schaffen, wenn wir die Stimmung vom Frühling jetzt im Herbst wieder aufbauen.” Gemeint damit ist der Wille der Bevölkerung, konstruktiv alles dazu beizutragen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. “Dann können wir einen zweiten Lockdown vermeiden und wir können die Rücknahme der Reisewarnungen vermeiden, die uns so weh tun.” Geschafft habe man seit Mitte September zumindest die Stabilisierung, wenn auch auf zu hohem Niveau.

Kommissions-Chefin Daniela Schmid ergänzte, dass der Reproduktionsfaktor jetzt wieder unter 1 liege (688 Neuinfektionen bei 710 neu Genesenen). Die Altersstruktur sei zwar leicht ansteigend, mit durchschnittlich 37,8 Jahren aber immer noch niedrig, die Zahl der belegten Intensivbetten gehe zurück. In den letzten 24 Stunden wurden 21.839 Menschen in Österreich getestet – damit liege man bereits weit über dem im Frühling angepeilten Ziel von 15.000 Testungen pro Tag.

Geschlossener Mund-Nasen-Schutz

Jetzt gehe es darum, im privaten Bereich die Sensibilität noch zu verstärken und im beruflichen Bereich zu erreichen, dass auch Kellner, Verkäufer und Taxifahrer etwa möglichst einen geschlossenen Mund-Nasen-Schutz tragen und nicht offene Gesichtsvisiere, wie es auch der Empfehlung der Präventiv-Medizinier entspricht. Man setzt dabei auf Einsicht, nicht auf Verbote. Schmid: “Schließlich muss es jedem auch um den eigenen Schutz gehen. Es ist ja ganz klar, dass Tröpfchen von einem geschlossenen Mund-Nasen-Schutz besser abgehalten werden als von einem offenen Visier.”

Das Risiko, sich im gemeinsamen Haushalt anzustecken, liege übrigens zwischen 5 und 50 Prozent (je nach Alter), das Risiko, sich ohne Impfung  mit Masern anzustecken bei 95 Prozent.

Vernunft statt Gebote

Auch bei der Corona-Impfung setze man auf die Vernunft der Menschen, so Anschober: “Wir setzen auf die freiwillige Impfung”. Und er persönlich hoffe trotz der Umfragen, die die Impfvorbehalte zeigen, auf eine 50-Prozent-Durchimpfungsrate. Die Impfung werde aber, so Schmid, immer nur Teil der Präventionsstrategie. Ohne risikoreduzierendes Verhalten werde es nicht geben, absolute Sicherheit gebe es nicht. Das Tragen von Masken böte übrigens auch Schutz vor einer Ansteckung mit der “normalen” Influenza.

Sieben Bezirke haben nun eine mittlere Risikoeinschätzung statt einer geringen und sind daher von Grün auf Gelb gestellt worden:

  • Oberpullendorf (Burgenland)
  • Oberwart (Burgenland)
  • Villach Land (Kärnten)
  • Sankt Pölten Land (Niederösterreich)
  • Braunau am Inn (Oberösterreich)
  • Schärding (Oberösterreich)
  • Voitsberg (Steiermark)
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