Neues von der Corona-Front: Am Tag vor dem Lockdown

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Neues von der Corona-Front: Am Tag vor dem Lockdown

Der Marathon des österreichischen Gesundheitsministers geht in die nächste Runde: Seit einem halben Jahr ist Rudolf Anschober(Grüne) im Corona-Dauereinsatz. Am Samstag verkündete die Regierung den zweiten Lockdown, der mit dem morgigen Dienstag, 9 Uhr in Kraft tritt.

Warum man sich dazu entschlossen hat und wie sich die Zahlen entwickeln, will Anschober bei einer Pressekonferenz zur “Aktuellen Corona-Lage” erörtern, gemeinsam mit dem Infektiologen Herwig Kollaritsch, dem Intensivmediziner Klaus Markstaller und Virologin Monika Redlberger-Fritz. Bei der Sitzung des Hauptausschusses im Parlament am Sonntag hatte sich Anschober optimistisch gezeigt, dass es mit den Maßnahmen gelingen werde, die Infektionszahlen in Österreich zunächst zu stabilisieren und dann schrittweise wieder abzusenken. Er verwies darauf, dass die Verordnung “in Rekordtempo” umgesetzt werde. Und das sei auch “absolut notwendig, denn es ist ein Wettlauf mit der Zeit, dass die Maßnahmen rechtzeitig wirken, bevor Österreichs Intensivstationen überlastet sind”.

Die Tiroler Intensivmedizinerin Barbara Friesenecker von der MedUni Innsbruck hat am Sonntagabend zur Coronakrise klargestellt, dass das größte Problem im Intensivbereich die Personalzahl ist. Gerade die Betreuung von Covid-19-Intensivpatienten ist sehr aufwendig, schilderte sie in der ORF-Sendung “Im Zentrum”. “Es braucht eine sehr hohe Pflegeexpertise”, konstatierte Friesenecker.

Engstelle Personal

“Es ist eher anzunehmen, bevor uns die Ressourcen und die Betten ausgehen, gehen uns die Personen aus, die solche Patienten auch betreuen können”, sagte Friesenecker, auch Vorsitzende der ARGE Ethik in der Anästhesie und Intensivmedizin. “Wir sind nicht so ausgelegt, dass wir eine Pandemie bevorraten können. Wir sind so ausgelegt, dass wir im Normalbetrieb sehr knapp sind.” Die Ärztin sagte, dass ein länderübergreifender Koordinatorfür Intensivplätze in der Zeit der Pandemie “sehr gut wäre”.

Friesenecker warnte auch vor Überlegungen, im medizinischen Bereich oder auch in Alters- und Pflegeheimen Menschen arbeiten zu lassen, die zwar das Coronavirus laut einem PCR-Test noch in sich tragen, aber deren Ct-Wert nachweist, dass sie nicht infektiös sind. “Das halte ich für ausgesprochen riskant”, betonte die Intensivmedizinerin. Man setze diese Menschen der Gefahr aus, dass sie durch die Arbeit krank würden, indem sie am Arbeitsplatz weiter belastet würden.

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