Öffentliche Gottesdienste starten wieder, auch Taufen wieder möglich

Merken
Öffentliche Gottesdienste starten wieder, auch Taufen wieder möglich

Damit endet die dreiwöchige Phase, in der ab 17. November nur Messen im kleinsten Kreis mit maximal zehn Personen zulässig waren, die im Vorhinein namentlich erfasst sein mussten, berichtet die Kathpress.

Begangen werden kann damit auch am Dienstag der Feiertag Maria Empfängnis, an dem Kardinal Christoph Schönborn den Festgottesdienst im Wiener Stephansdom feiern wird. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, steht an diesem Tag der Festmesse im Salzburger Dom vor.

Für die Feier dieser öffentlichen Gottesdienste gelten jene Schutzmaßnahmen, die die Österreichische Bischofskonferenzam Freitag in Form einer neuen Rahmenordnung veröffentlicht hat und die landesweit gilt. Die wichtigsten Regeln sind, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern bei Gottesdiensten einzuhalten ist. Sowohl in geschlossen Räumen als auch im Freien ist dabei ein Mund-Nasenschutz zu tragen. Einzig der Priester trägt keine Maske, lediglich bei der Kommunion.

Gemeinde- und Chorgesang sind nicht möglich, jedoch dürfen bis zu vier Solisten die Gottesdienste begleiten. Trauungen sowie die gemeinsamen Feiern von Erstkommunion und Firmung “sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben”, heißt es in dem Regelwerk. Taufen können nun wieder im kleinsten Kreis stattfinden.

Strenge Abstandsregeln

Ungewöhnlich für manchen Messenbesucher sein dürfte, dass es nötig sein kann, jede zweite Kirchenbank abzusperren, um den Mindestabstand einzuhalten. Menschenansammlungen vor und nach den Gottesdiensten, vor den Ein- und Ausgängen sind unbedingt zu vermeiden”, ein “Willkommensdienst” hat auch darauf zu achten.

Darüber hinaus sollen “Gottesdienste in der gebotenen Kürze” gefeiert werden. Wo es möglich ist, soll an Wochentagen der Gottesdienst in der großen Kirche statt in der Wochentagskapelle stattfinden. Die Taufbecken werden geleert und desinfiziert. Bei der Kollekte darf der Korb nicht weitergereicht werden.

Detailregeln für die Feier von Weihnachtsgottesdiensten befinden sich noch in Ausarbeitung und sollen bis Ende der Woche vorliegen.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Drei Tage nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt hat der Nationalrat in einer Sondersitzung der Opfer gedacht. Es war eine eigentümliche Sitzung, mit einer Mischung aus Gedenken, Durchhalteparolen – und einer harten politischen Auseinandersetzung um die politische Verantwortung für Behördenfehler vor dem Anschlag. Es war Justizministerin Alma Zadić (Grüne), die die stärksten Worte für den Anschlag fand: “Lassen wir uns nicht spalten. Dieser Täter hat am Montag versucht, unser Land zu spalten und Chaos zu verursachen. Er hat versucht, uns gegeneinander aufzuhetzen, Migrantinnen gegen Österreicher, Christen gegen Muslime, er und seine Ideologiegenossen wollten uns zu jenen Monstern machen, wie er selber eines war”, so die Ministerin; “Und ich sage: Es wird ihm nicht gelingen. Wir werden weiter unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat hochhalten, wir werden weiterhin unsere Werte hochhalten, wir werden weiter füreinander da sein.” Misstrauensantrag gegen Nehammer Wie sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet hatte, kritisiert die FPÖ Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) scharf. “Was Sie Kommunikationsfehler nennen, ist das Todesurteil für vier unschuldige Menschen gewesen”, so Klubobmann (und Amtsvorvorvorgänger Nehammers) Herbert Kickl. An der Stelle des Innenministers wüsste er, was nun zu tun sei, legte er Nehammer einen Rücktritt ans Herzen. In seinem Haus habe es ein furchtbares Versagen gegeben: “Dieser islamistische Anschlag hätte verhindert werden könne.” Die FPÖ hat einen Misstrauensantrag gegen Nehammer eingebracht -die SPÖ wird ihn unterstützen. Deren Parteichefin Pamela Rendi-Wagner stieß sich vor allem daran, dass Spitzen der ÖVP versucht hatten, vermeintliche Fehler der Justiz in den Vordergrund zu rücken. Warum also werde in der Öffentlichkeit immer das Gemeinsame betont, wenn man dann das genaue Gegenteil tue, fragte sich die SPÖ-Vorsitzende. Es gehe nicht um Vernebelung, Ablenkung und Plattitüden, es gehe auch um die Übernahme von Eigenverantwortung, empfahl sie den ÖVP-Ministern. Nun müssten die Vorgänge ehrlich aufgearbeitet werden mit dem Mut, auch Fehler einzugestehen. So sei zu hinterfragen, wie es passieren konnte, dass der Täter unbemerkt ein Kriegsgewehr beschaffen habe können und warum er nicht engmaschig kontrolliert worden sei, nachdem aus der Slowakei die Information gekommen war, dass der Mann dort Munition kaufen habe wollen. Versprechen von Transparenz und Reform Nehammer selbst versprach Transparenz bei der Aufarbeitung. Zudem soll der Informationsfluss zwischen den Behörden verbessert werden. Man habe die Herausforderung, einerseits mögliche weitere Terroristen “zu jagen”, so der Innenminister, und andererseits, “Nachschau zu halten, wo Dinge nicht so gelaufen sind, wie sie hätten laufen sollen”, räumte Nehammer ein. “Es ist die Kommission, die Klarheit schaffen soll”, verwies er auf das bereits angekündigte unabhängige Untersuchungsgremium. “Es ist noch nicht die Zeit, abschließende Befunde zu erstellen, welche Umstände und welche Fehler wo gemacht worden sind”, entgegnete der Innenminister der Opposition. Man müsse “schonungslos hineinschauen dort, wo es noch Nachbesserungsbedarf gibt”. Man sei bereits dabei, den Verfassungsschutz neu aufzustellen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) forderte mehr rechtliche Möglichkeiten im Kampf gegen Extremisten. Es brauche eine bessere Handhabe im Umgang mit Gefährdern, meinte der Regierungschef. Explizit verlangt Kurz eine Reform des neuerlich in die Kritik geratenen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Dieses habe in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichen Gründen einen massiven Schaden erlitten: “Diesen gilt es nun zu reparieren.” Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat sich für einen “Neustart” und eine “Neuausrichtung” des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) ausgesprochen. “Es werden dort auch Missstände zu beseitigen sein”, meinte Kogler. Die Tat müsse konsequent aufgeklärt werden, und man müsse aus Fehlern lernen. Der Vizekanzler verwahrte sich aber auch gegen “voreilige Schuldzuweisungen”. Es werde eine unabhängige Untersuchungskommission geben, man werde jene, die möglicherweise Fehler gemacht haben, identifizieren. Aus den Erkenntnissen sollen auch Konsequenzen gezogen werden, versicherte er.

"Er hat versucht, uns zu jenen Monstern machen, wie er selber eines war"

In Steinerkirchen an der Traun (Bezirk Wels-Land) ist Sonntagabend ein PKW-Lenker mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und in der Böschung gelandet.

Alkolenker bei Unfall in Steinerkirchen an der Traun mit Auto in Böschung gelandet

Aus Sorge vor Engpässen bei wichtigen Arzneien hat die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge die europäischen Hersteller aufgefordert, die Produktion hochzufahren. Dies berichtet die “Welt” (Mittwoch) aus einem Brief von Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides an mehrere europäische Pharmaverbände. Gerade in deutschen Kliniken könnten wichtige Medikamente knapp werden, zitiert das Blatt aus einem Anhang des Schreibens. Schon für die kommenden Tage befürchteten die Krankenhäuser Engpässe etwa bei Anästhetika und Beruhigungsmitteln wie Fentanyl, Propofol, Ketamin, Lorazepam und Morphin. Insgesamt gehe es um 47 in der Intensivmedizin benötigte Wirkstoffe.

EU drängt Pharmahersteller zu höherer Produktion

Im Herbst sollen die Schulen grundsätzlich im Normalbetrieb starten – wenn es die Corona-Infektionslage zulasse. Das betonte erneut Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Donnerstag im Unterrichtsausschuss des Nationalrats. Bei Verdachtsfällen soll an Schulen mittels der neuen Gurgelwasser-Methode getestet werden. Im Ministerium diskutiere man mit Experten derzeit diverse Szenarien. Am realistischsten sei derzeit jenes mit lokalen Corona-Ausbrüchen, so Faßmann. Die Gurgelwasser-Methode wird derzeit etwa in Wien an Schulen erprobt. Vorteil: Während die Entnahme eines Nasen-Rachen-Abstriches für den PCR-Test zum Nachweis des Virus mittels Wattestäbchen über die Nase vor allem für Kinder unangenehm ist, muss mit der neuen Methode nur rund eine Minute gegurgelt werden. Proben mehrerer Schüler werden zu sogenannten Pools zusammengefasst. Die einzelnen Proben werden nur dann durchanalysiert, wenn der zusammengefasste Test positiv ausfällt. Auf begrenzte Infektionsfälle soll dann (wie schon jetzt) mit einer Quarantäne für die betroffene Klasse reagiert werden, bei mehreren betroffenen Klassen eventuell für die ganze Schule usw., hatte Faßmann zuletzt wiederholt betont. Im Notfall werde es wieder einen Schichtbetrieb oder Distance Learning geben, meinte er im Ausschuss.

Schulen starten im Herbst mit Normalbetrieb und neuen Tests

Verschwörung oder Fakten? Eine Umfrage der Uni und der TU Graz zeigt, wie sehr Corona polarisiert. Ein Drittel glaubt etwa, das Virus sei im Labor entstanden. Das Coronavirus polarisiert die Gesellschaft. Das spüren wir, das sehen wir jeden Tag in den sozialen Medien oder merken es in Gesprächen. Wie sehr die Meinungen in diesem Thema auseinandergehen, belegt nun auch ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Graz und der TU Graz. Dabei haben die Forscher über 2500 Personen im deutschsprachigen Raum (Deutschland Österreich, Schweiz) befragt und die zugehörigen Accounts von 119 Twitter-Usern aus diesem Sample analysiert. „Es gibt keinen Trend in eine Richtung. Es zeigt sich ein differenziertes Meinungsbild in der Gesellschaft“, berichtet Beate Klösch von der Universität Graz. Wie sehr, zeigt sich vor allem in einer Frage. Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten glaubt an eine natürliche Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen. Ein Drittel ist jedoch der Meinung, dass das Virus bewusst von Menschen im Labor entwickelt wurde. Zwei Prozent glaubt gleich gar nicht, dass Corona überhaupt existiert. Interessant sei dabei auch: „Frauen glauben tendenziell häufiger, dass das Virus von Menschen entwickelt wurde. Ebenso Personen mit einem niedrigeren Bildungsniveau“, sagt die Soziologin. „Überrascht hat uns auch, dass 15 Prozent angegeben haben, dass sie nicht sagen könne, woher das Virus stammt“, erklärt Klösch und ergänzt: „Das weist entweder darauf hin, dass sich die Leute nicht festlegen wollen, dass sie es nicht wissen, oder ihre Meinung dazu nicht äußern wollen.“ Im Hinblick auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wird die Polarisierung der öffentlichen Meinung ebenso deutlich sichtbar. So befinden sich in Bezug auf die generelle Impfpflicht für einen zukünftigen Impfstoff, die Sammlung von Kontakt- und Bewegungsdaten zur Rückverfolgung von Infektionsketten (Contact Tracing) und das freiwillige Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken sowohl Befürworter als auch Gegner in ähnlichem Ausmaß. Die höchste Zustimmung zeigt sich für die Einführung einer Impfpflicht (51 Prozent stimmen absolut bzw. eher zu), die stärkste Ablehnung lässt sich gegenüber dem Tragen von Schutzmasken beobachten (45 Prozent stimmen gar nicht bzw. eher nicht zu). Wobei Österreich den Maßnahmen kritischer gegenübersteht, als etwa Deutschland. „Interessant war für uns auch, dass Österreich im Ländervergleich die geringste Besorgnis aufgrund der Corona-Pandemie aufweist“, erklärt Klösch. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz würde man die Maßnahmen auch am stärksten ablehnen. Mit Blick auf die Social Media-Nutzung, die ebenso Teil der Umfrage war, zeigt sich ein unterschiedlicher Umgang mit Maßnahmen. Eine Impfpflicht und das Tragen von Schutzmasken lehnen Facebook-Nutzer tendenziell häufiger ab als Personen, die diesen Kanal nicht verwenden.

Ein Drittel glaubt, das Virus sei im Labor entstanden