ÖGK befürchtet 2020 Defizit von bis zu einer Milliarde

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ÖGK befürchtet 2020 Defizit von bis zu einer Milliarde

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) befürchtet angesichts der Corona-Krise für heuer ein Finanzierungsdefizit von bis zu einer Milliarde Euro. ÖGK-Arbeitnehmer-Obmann Andreas Huss hat deshalb am Mittwoch von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) eine Ausfallshaftung des Bundes verlangt. “Die Corona-Pandemie schlägt auch in unserer Krankenversicherung, der Österreichischen Gesundheitskasse, wie eine Bombe ein”, so Huss. Erste Abschätzungen zeigen, dass im März rund 160 Mio. Euro weniger an Beiträgen geflossen sind als im Vorjahr.

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Die mit Donnerstag erfolgte Öffnung der österreichischen Grenzen für alle Nachbarländer außer Italien hat bereits erste reziproke Maßnahmen hervorgerufen. Ab Freitag können Österreicher ohne Beschränkungen nach Slowenien einreisen, teilte die Regierung in Ljubljana mit. Tschechien kündigte wiederum eine Grenzöffnung an, die schon in der Nacht auf Samstag erfolgen könnte. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis sagte am Donnerstag, dass Tschechien die Beschränkungen an den Grenzen zu Österreich und Deutschland sowie für Einreisende aus Ungarn früher als geplant aufheben wird. Für den Freitag um 7.00 Uhr habe er eine außerordentliche Sitzung des Kabinetts einberufen, die das beschließen sollte, kündigte Babis während seines Besuches im Karlsbader Kreis an. Laut der Nachrichtenagentur CTK schloss er nicht aus, dass die bisherigen Beschränkungen “vielleicht schon ab Freitag Mitternacht” – gemeint ist die Nacht von Freitag auf Samstag – aufgehoben würden. In der Slowakei könnte eine ähnliche Entscheidung bevorstehen, deutete Außenstaatssekretär Martin Klus an. “Ich erwarte, dass in den nächsten Stunden zumindest über Österreich, Ungarn und einige weitere Länder, die wir schon zuvor als sicher eingestuft hatten, verhandelt wird.” Die Slowakei und Tschechien hatten am Donnerstag die gemeinsame Grenze geöffnet. Am Tag der Öffnung der Grenzen Österreichs hat sich das Verkehrsaufkommen an den verschiedenen Übergängen unterschiedlich gestaltet. Während in Westösterreich – etwa in Kufstein, Salzburg, am Kärntner Loiblpass und sogar am Brenner – am Donnerstag bereits vermehrtes Verkehrsaufkommen zu beobachten war, hielt sich der Verkehr im Osten eher in Grenzen. Österreichische Europaabgeordnete haben unterdessen eine Wiederherstellung des grenzkontrollfreien Schengen-Raums gefordert. “Sobald es die Sicherheit für die Menschen in Europa und deren Gesundheit erlaubt, muss der freie Personenverkehr wieder gewährleistet sein”, sagt der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl vor Verabschiedung einer Resolution zum Schengenraum im Justiz- und Innenausschuss des EU-Parlaments. “Unter besonderer Berücksichtigung der Ausbreitung des Virus muss die EU-Kommission als Hüterin der Verträge die volle Wiederherstellung der Reisefreiheit vorantreiben”, forderte auch die SPÖ-Europaparlamentarierin Bettina Vollath. Die FPÖ sieht indes in der Entscheidung Österreichs, seine Grenzen zu den Nachbarländern bis auf Italien zu öffnen, einen “Verrat Südtirols” durch die Volkspartei. “Es habe sich gezeigt, “dass die Autonomie Südtirols im Ernstfall keinen Pfifferling wert ist, ebenso wenig wie das Papier, auf dem die Europaregion geschrieben steht”, sagte der freiheitliche Südtirolsprecher und Nationalratsabgeordnete Peter Wurm laut Aussendung. Für Personen, die aus Italien oder nicht-angrenzenden Ländern nach Österreich einreisen, gilt nach wie vor die Pflicht zur Quarantäne bzw. einem Gesundheitsattest. Das stellte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in einer Aussendung klar. Konkret wurden Einreisen aus Kroatien als Beispiel genannt. “Wenn man z. B. in Kroatien gewesen ist und z. B. über Slowenien wieder nach Österreich einreist, ist im Moment weiterhin ein Gesundheitsattest oder eine 14-tägige Heimquarantäne erforderlich”, hieß es in der Mitteilung. Kroatien gilt als eines der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher.

Slowenien öffnet ab Freitag Grenzen für Österreicher

In der Ostukraine sind bei einem Großbrand in einer Kleingartensiedlung mehrere Menschen getötet worden. Nach vorläufigen Angaben seien in der Ortschaft Smoljanynowe im Luhansker Gebiet fünf Leichen gefunden worden, teilte der Zivilschutzdienst in Kiew am Dienstag mit. Neun Menschen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gekommen. Der Ort liegt im Regierungsgebiet rund 25 Kilometer von der Front entfernt, wo prorussische Separatisten gegen ukrainische Soldaten kämpfen. Es soll auch einen zweiten Brandherd näher an der Front geben. Die Ursache des Feuers ist bisher unklar. Trockenes Gras soll nach ersten Erkenntnissen Feuer gefangen haben, starker Wind und Trockenheit sollen den Brand verstärkt haben. Daraufhin seien in der Kleingartensiedlung etwa 80 Häuser und rund 30 Wohnhäuser im Ort abgebrannt. Mehr als 400 Feuerwehrleute aus mehreren Regionen seien im Einsatz, um den Brand auf etwa 90 Hektar zu löschen. Man könne keine Löschflugzeuge einsetzen, weil diese von den Separatisten abgeschossen werden könnten, sagte der Chef der Gebietsverwaltung, Sergej Gaidai, dem Radiosender NW. Im Frühjahr sorgten heftige Brände im radioaktiv belasteten Gebiet um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl für Schlagzeilen. Es dauerte Wochen, bis das Feuer auf einer Fläche von mehr 11.500 Hektar gelöscht werden konnte. Für einen der Brandherde soll Brandstiftung die Ursache gewesen sein.

Großbrand in der Ostukraine

Dazu gehören den Angaben zufolge Deutschland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Irland, Italien, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen. In elf EU-Staaten können Nutzer von Corona-Warn-Apps noch in diesem Herbst ihre Kontakt-Daten anonym länderübergreifend abgleichenund sich so vor möglichen Infektionen warnen lassen. Eine entsprechende Schnittstelle für Smartphones in einer ersten Staatengruppe sei seit Anfang dieser Woche aktiv, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Europäischen Kommission in Brüssel. Das Gateway soll am 17. Oktober mit den Datenbeständen der jeweiligen nationalen Corona-Warn-Apps verbunden werden. Man habe das neue System zunächst mit sechs Ländern getestet – Ziel sei es, bis Mitte oder Ende Oktober dann elf EU-Mitglieder in einer “ersten Welle” dabei zu haben. Dazu gehören den Angaben zufolge Deutschland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Irland, Italien, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen. Frankreich, wo die Ansteckungen mit dem Coronavirus zuletzt wieder besonders stark zugenommen hatten, ist vorerst nicht darunter, weil sich die Verantwortlichen für ein anderes technisches Konzept entschieden haben. Man hoffe jedoch, dass alle übrigen EU-Länder “so rasch wie möglich” dazu stoßen können. Ohne Frankreich gebe es bereits in 15 EU-Staaten bereits nationale Corona-Warn-Apps, die im Prinzip kompatibel seien. Drei weitere seien in Arbeit. Es habe in den vergangenen Wochen eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten gegeben – sowohl in epidemiologischen Fragen als auch zur Sicherheit privater Daten bei der Nutzung. Verbraucher sollen nun mit einer Informationskampagne von den Vorteilen eines europaweiten Corona-Warnsystems per Smartphone überzeugt werden. Nach dem Vorbild der deutschen App, die inzwischen rund 18 Millionen Mal heruntergeladen wurde, tauscht die Software über Bluetooth-Funk verschlüsselte Daten zwischen Handys aus, deren Besitzer sich nahekommen. Die Kommission betonte, dass ausschließlich zufallserzeugte Schlüssel und ein anonymisierter Datenverkehr zum Einsatz kommen. Wird eine Virusinfektion bekannt, erhalten Kontakte des Betroffenen übers Mobiltelefon einen Warnhinweis. Der Austausch der Informationen funktioniere nun auch bei Aufenthalten in verschiedenen EU-Staaten.

EU-Länder tauschen Daten der Corona-Warn-Apps aus

Die Coronakrise hat den Alltag der älteren Bevölkerung in Österreich massiv verändert. Die Auswirkungen der Covid-19- Maßnahmen auf Menschen im Alter 60 plus hat die Med-Uni Graz im Mai erheben lassen. Einer ersten Auswertung zufolge wurden die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung von SARS-CoV-2 mehrheitlich als Belastung empfunden, teilte die Universität am Mittwoch mit. Der Lockdown im März und die gesetzten Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben in Österreich maßgeblich dazu beigetragen, die Anzahl an Covid-19-Erkrankungen und schweren Krankheitsverläufen so gering wie möglich zu halten. Wie sich die Restriktionen auf das Befinden der älteren Bevölkerung ausgewirkt haben, wurde an der Med-Uni Graz mit vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) erhobenen Daten analysiert. In der laut Med-Uni repräsentativen Erhebung wurden im Mai österreichweit 557 Personen ab 60 Jahren in Telefon- und Onlineinterviews befragt. Wenig überraschend gab eine große Mehrheit der befragten Personen an, von den Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 im sozialen Leben betroffen zu sein, schilderte Erwin Stolz vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Med-Uni Graz. Er hat mit seinen Kollegen die Daten ausgewertet. Demnach haben den Befragten vor allem der Besuch von Restaurants (82 Prozent), sowie Sport- und Kulturveranstaltungen (75 Prozent) gefehlt. Etwas weniger als zwei Drittel der Befragten habe angegeben, dass die generelle Einschränkung der Bewegungsfreiheit (63 Prozent) sowie der Umstand Kinder und Enkelkinder nicht sehen zu können (58 Prozent), als belastend empfunden wurde. Rund 44 Prozent der Befragten empfanden Einschränkungen bei ärztlichen Routineuntersuchungen, Therapien oder anstehenden Operationen als negativ. Immerhin waren rund zwei Drittel der befragten Personen von einer Vorerkrankung betroffen, die für den Verlauf von Covid-19 ein Risiko hätte darstellen können. “Insbesondere Bluthochdruck bei 42 Prozent, aber auch chronische Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit je 15 Prozent. Krebserkrankungen bei 8 Prozent sowie ein geschwächtes Immunsystem bei vier Prozent, wurden genannt”, listete Stolz auf. Insgesamt waren die Sorgen bezüglich zukünftiger negativer Auswirkungen der Pandemie weniger stark ausgeprägt, wohl aber waren 35 Prozent sehr oder ziemlich besorgt hinsichtlich fortgesetzter Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. 28 Prozent machten sich Sorgen, Kinder und Enkelkinder auch künftig nicht sehen zu können. “Unsere ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass ältere Personen, die angaben stärker davon betroffen zu sein, gleichzeitig auch eine geringere Lebenszufriedenheit und mehr depressive Symptome zeigten sowie ängstlicher und einsamer waren”, führte Stolz weiter aus. Mit Ausnahme von Ängstlichkeit, sind diese Zusammenhänge jeweils stärker ausgeprägt bei Personen, die an einer oder mehreren obig genannten chronischen Erkrankungen leiden. Personen mit chronischen Erkrankungen könnten daher eine besonders vulnerable Gruppe für eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit darstellen und von psychosozialer Betreuung im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie profitieren. Deren Ende ist ja derzeit noch nicht abzusehen. Um die längerfristigen Folgen der Pandemie auf die psychische Gesundheit Älterer zu untersuchen, will das Team weitere wiederholte Erhebungen durchführen. 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Erhebung hätten bereits zugestimmt, an der fortlaufenden Studie teilzunehmen.

Ältere empfanden Corona-Maßnahmen mehrheitlich als belastend

Als Reaktion auf die Rassismus-Debatte in den USA hat die Oscar-Academy die Entwicklung neuer Kriterien zur Oscar-Nominierung angekündigt. Eine neu ins Leben gerufene Arbeitsgruppe werde neue “Repräsentations- und Inklusionsstandards” erarbeiten, deren Erfüllung künftig Voraussetzung für eine Oscar-Nominierung sei, teilte die Academy am Freitag mit. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Oscars diverser zu machen. Bereits seit Jahren beklagen Kritiker unterschwelligen Rassismus bei der Oscar-Vergabe. Die diesjährige Oscar-Verleihung sei nicht von den neuen Regeln betroffen, teilte die Academy mit. Zur den Details der neuen Kriterien äußerte sich das Gremium nicht. Ziel sei es jedoch, dass “gerechte Einstellungspraktiken und Diversität vor und hinter der Kamera” zu fördern. Die Academy kündigte ferner eine Veranstaltungsreihe mit Diskussionsrunden zum Thema Diversität an. Demnach soll es unter anderem eine Talk-Runde mit dem Vorstandsmitglied Whoopi Goldberg zur “nachhaltigen Wirkung rassistischer Sprachbilder und gefährlicher Stereotype in Hollywood-Filmen” geben. Die Academy-Mitglieder einigten sich überdies darauf, dass es künftig in der Preiskategorie Bester Film grundsätzlich mindestens zehn Nominierungen geben müsse. Bisher schwankte die Zahl der Nominierten jährlich zwischen fünf und zehn Filmen. Unklar blieb, wann die Oscar-Verleihung im kommenden Jahr stattfinden soll. Berichten zufolge soll der ursprünglich geplante Termin am 28. Februar wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

Oscar-Academy will Kriterien für mehr Diversität

Seit dem Vorjahr können Besucher der Nationalbibliothek online über “Das besondere Objekt” abstimmen, das für jeweils zwei Monate aus dem Archiv geholt und der Öffentlichkeit präsentiert wird. Ab Dienstag kann nun im Prunksaal eine Schatulle mit 22 Reiseführern bewundert werden, die einst im Besitz von Kaiserin Elisabeth war. Ein Expertenvortrag zum Objekt folgt am 21. Juli. Die Schatulle stammt aus jenem Teil von “Sisis” Privatbibliothek, der in den 1950er-Jahren in den Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek gelangte. Darunter befand sich ein größerer Bestand an Reisehandbüchern. Die in der Schatulle aufbewahrten Reiseführer zu Städten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie sind in rotes Leinen mit Goldprägung gebunden. “Sie waren wohl ein Geschenk des Verlages Leo Woerl an die Kaiserin”, wie es in der Ankündigung heißt. Interessanter Nebenaspekt: An nur drei Orten der aufgelisteten touristischen Ziele hat sich die Kaiserin tatsächlich aufgehalten: Budapest, Ischl und Gastein: “Ein möglicher Grund dafür, dass die Bücher bis heute praktisch keine Gebrauchsspuren zeigen.” Die nächste Onlinewahl startet am 20. Juli auf der Website der ÖNB. Dabei stehen drei mittelalterliche Prachthandschriften zum Thema Advent zur Auswahl, das Siegerobjekt kann dann ab 17. November im Original besichtigt werden.

Nationalbibliothek zeigt Reisehandbücher von Kaiserin Sisi