ÖH-Chefin will Massentests als Rückkehrticket an Hochschulen

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ÖH-Chefin will Massentests als Rückkehrticket an Hochschulen

Die Studierenden schlagen Alarm: Die Situation an den Hochschulen und Universitäten sei aus der öffentlichen Kommunikation verschwunden, aber auf die Bildungsinstitutionen dürfe mitten im Lockdown nicht vergessen werden. Die Studenten fordern klare Regelungen, flächendeckende Tests und die Aussetzung der Studienbeiträge.

Die Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), Sabine Hanger, will über Massentests den Studenten ein Rückkehrticket an die Hochschulen ermöglichen. “Mit dem neuerlichen Lockdown bis Mitte Jänner sind wir Studierenden seit fast einem Jahr durchgehend im Distance Learning“, hieß es in einer Aussendung. Der Fernunterricht könne aber nicht auf Dauer das Leben und Lernen vor Ort ersetzen.

Funktionieren könne die Rückkehr über Massentestungen, wie sie zunächst für die Schüler Anfang des kommenden Jahres angedacht waren. “Gepaart mit hybrider Lehre und allen nötigen Schutzbestimmungen ist das die beste Möglichkeit, dass die Lehre vor Ort wieder möglichst sicher stattfinden kann”, so die Bundesobfrau der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG). In den nächsten Wochen soll dazu gemeinsam mit Bildungs- und Gesundheitsministerium sowie den Hochschulen ein Plan erarbeitet werden.

Sonderschulen ab 7.1. offen

Die Sonderschulen werden wie im zweiten Lockdown auch ab 7. Jänner Präsenzunterricht abhalten. Sie sind damit als einzige Schulform vom grundsätzlichen Wechsel ins Distance Learning ausgenommen. Laut einer Mitteilung des Bildungsministeriums finden auch die ab 11. Jänner auf dem Plan stehenden schriftlichen Prüfungen des Matura-Wintertermins statt.

An Sonderschulen ist ein Umstellen auf Fernunterricht teilweise aufgrund der Einschränkungen der Schüler nur schwer möglich, daher bleiben sie auch nach den Ferien im Präsenzunterricht. Schüler, die sich coronabedingt nicht in der Lage sehen oder nicht in der Lage sind, am Unterricht teilzunehmen, können von diesem befreit werden. Vertreter der Sonderschulen haben die Verpflichtung zum Präsenzunterricht im vergangenen Lockdown scharf kritisiert. Sie forderten die Möglichkeit, für Schüler mit Lernschwierigkeiten oder leichten Behinderungen, die im Frühjahr gut mit Distance Learning zurechtgekommen sind, ebenfalls Fernunterricht anbieten zu dürfen.

Matura-Termin findet statt

Wie geplant abgehalten wird der Winter-Nebentermin der Reifeprüfung. Dieser startet mitten im Lockdown am 11. Jänner mit den Klausuren in Spanisch und den Minderheitensprachen. Auch die schriftliche Matura in Mathe (12.), Deutsch (13.), Englisch (14.) und Französisch (15.) fällt in die Zeit der Schulschließung.

An den Berufsschulen, AHS-Oberstufen und BMHS gibt es von 7. bis 15. Jänner grundsätzlich Distance Learning – klassen- bzw. tageweise sind aber Präsenzphasen möglich. In diesen sollen vor allem Schularbeiten und Tests vorbereitet bzw. durchgeführt werden.

An den Volks-, Mittel- und Polytechnischen Schulen sowie den AHS-Unterstufen wird der Unterricht ebenfalls per Distance Learning abgehalten. Gleichzeitig gibt es wie im zweiten Lockdown eine Betreuungsmöglichkeit an den Schulen.

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