Oster-Lockdown verlängert, weil "richtig und notwendig"

Merken
Oster-Lockdown verlängert, weil "richtig und notwendig"

Niederösterreich und das Burgenland sind Mittwochabend dem Beispiel Wiens gefolgt und haben die “Osterruhe” bis zum 11. April prolongiert. Kurz begrüßte den “gemeinsamen Weg” der drei Länder. Man habe sich auf ein regionales Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie verständigt, so Kurz. Dieses Vorgehen habe sich bewährt und wird auch fortgesetzt. “Die drei Bundesländer sind derzeit am stärksten betroffen, daher ist der Schritt der drei Landeshauptleute, den Lockdown gemeinsam zu verlängern, richtig und notwendig”, erklärte der Kanzler. In den anderen Bundesländern sei die Lage mit Blick auf die Intensivkapazitäten “stabil”.

Auch Anschober bezeichnete die Verlängerung als “wichtigen Schritt”, um der “ernsthaften Lage” auf den Intensivstationen zu begegnen. “Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt, die allerletzte Chance für eine Notbremsung“, warnte Anschober. Die Osterruhe müsse konsequent eingehalten, die Maßnahmen wie Mindestabstand, FFP2-Masken und Testungen in den nächsten Tagen konsequent verwirklicht werden.

Ost-Österreich im “Osterruhe”-Lockdown

Die drei östlichen Bundesländer, Wien, Niederösterreich und das Burgenland, sind angesichts der dramatischen Corona-Infektionszahlen und der drohenden Überlastung der Intensivstationen ab dem heutigen Donnerstag im Lockdown. Seit Mitternacht gelten Ausgangsbeschränkungen, Handel und körpernahe Dienstleistungen wurden erneut heruntergefahren, Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen. In Wien gilt zudem eine FFP2-Maskenpflicht an belebten Plätzen in der Innenstadt.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten rund um die Uhr. Das Verlassen des eigenen privaten Wohnbereichs ist nur aus den schon von früheren Lockdowns bekannten Ausnahmegründen erlaubt. Etwa zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr, Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen, Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens oder aus beruflichen Zwecken bzw. zur körperlichen und psychischen Erholung. Bei Zusammenkünften – sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien – gilt die “1+1-Regel”: Ein Haushalt darf sich mit maximal einer Einzelperson treffen.

Geöffnet bleiben lediglich Geschäfte mit Gütern des täglichen Bedarfs. Körpernahe Dienstleistungen, Freizeit- und Kultureinrichtungen sind wieder geschlossen, die Gastronomie ohnedies. In Wien gilt zusätzlich eine FFP2-Maskenpflicht.Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat umfassende Kontrollen durch die Polizei und das Büro für Sofortmaßnahmen angekündigt.

Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 11. April. Nach Wien haben am Mittwoch sowohl Niederösterreich als auch das Burgenland den Lockdown verlängert.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Wegen der Ausbreitung verschiedener Mutanten des Coronavirus kommt es auch in Österreich kommende Woche zu einer Verschärfung der Einreiseregelungen. Am Donnerstag sei der Entwurf einer neuen Verordnung Ländern und Sozialpartnern zur Begutachtung vorgelegt worden, nächste Woche soll er finalisiert werden, wie die APA am Freitag aus dem Gesundheitsministerium erfuhr. In dem der APA vorliegenden Entwurf sind verpflichtende Tests bei der Einreise – auch für Pendler – vorgesehen. Auch Grenzpendler müssten demnach ein ärztliches Zeugnis oder einen Testnachweis, der nicht älter als 72 Stunden ist, bei Einreise vorlegen – oder, sollten diese nicht vorhanden sein, eine zehntägige Quarantäne antreten. Bei Nachholen des Tests und einem negativen Testergebnis gelte die Quarantäne aber als beendet, heißt es in dem Entwurf. Aus dem Gesundheitsministerium wollte man sich dazu auf APA-Anfrage nicht äußern, da der Entwurf derzeit noch überarbeitet werde, sagte eine Sprecherin. Ursprünglich hätte die Verordnung bereits am Montag in Kraft treten sollen. Der tschechische Außenminister Tomáš Petříček freute sich am Freitagvormittag über die Verschiebung und erklärte via Twitter: ” Unsere Verhandlungen zu diesem Thema können fortgesetzt werden. Die Bedingungen ab dem 1. Februar bleiben unverändert (…).” Für tschechische Grenzgänger Richtung Deutschland gilt seit Sonntag die verpflichtende Vorlage eines negativen Corona-Tests (nicht älter als 48 Stunden) bei jeder Fahrt; nur in Sachsen genügen zwei Tests pro Woche. In Österreich müssen alle Einreisenden bisher eine Selbstverpflichtung zur Quarantäne unterzeichnen, andernfalls kann die Einreise verweigert werden. Erst nach fünf Tagen kann man die zehntägige Quarantänepflicht mit einem negativen Covid-Test vorzeitig beenden. Ausnahmen gibt es bei der Einreise für Pendler und den Güterverkehr. Pendler müssen keine Tests und Quarantäne machen. Sie müssen bei der Einreise aber glaubhaft machen, dass sie einen Arbeitgeber in Österreich haben. Zusätzlich gibt es die Verpflichtung zur Online-Registrierung vor einer Einreise nach Österreich.

Österreich verschärft kommende Woche Einreiseregeln

Inmitten der Coronakrise gibt es beim Stahl- und Technologiekonzern voestalpine in Teilbereichenzarte Signale einer konjunkturellen Entspannung. Deshalb will das Unternehmen seinen dritten Hochofen in Linz, der vorübergehend stillgelegt wurde, Anfang September wieder hochfahren, wie es am Freitag auf APA-Anfrage hieß. “Wir haben gesagt, wir fahren wieder hoch, wenn wir bei 80 Prozent der Auslastung sind, das ist jetzt der Fall”, sagte Konzernsprecher Peter Felsbach im Vorfeld der Vorstandssitzung am kommenden Montag zur APA. “Wir merken, dass es vor allem im hochqualitativen Bereich eine Erholung der Nachfrage gibt”, erklärte der Sprecher. In Summe fünf Hochöfen Die stufenweise Erholung vor allem in der Automobil-, Elektro- und verarbeitenden Industrie führe zu einem erhöhten Bedarf an hochqualitativen Stahlgütern und mache diesen Schritt möglich. Erste Anzeichen einer Verbesserung verzeichneten auch die Marktsegmente Maschinenbau und Energie. Im Bereich Luftfahrt sowie im Erdöl- und Gasrohrsegment hingegen läuft es aber nach wie vor schlecht. Da baut die voestalpine auch massiv Personal ab. Das Hochfahren des dritten Hochofens in Linz werde seit dieser Woche vorbereitet und starte Anfang September. Es dauert den Angaben zufolge dann rund einen Monat, also bis Anfang oder Mitte Oktober, bis die normale Produktionskapazität erreicht ist.  Die voestalpine erzeugt ihre Stahlprodukte in Österreich an zwei Standorten und betreibt dafür in Summe fünf Hochöfen – drei davon in Linz: einen großen und zwei kleine. Einer der beiden kleinen steht derzeit noch coronabedingt still und wird nun wieder angeworfen. Die drei Hochöfen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt haben eine Produktionskapazität von 5 Millionen Tonnen Roheisen pro Jahr – 60 Prozent davon entfallen auf den großen und jeweils 20 Prozent auf die beiden kleinen. Die Steel Division der voestalpine erzeugt in Linz Stahlprodukte für alle Premium-Automobilhersteller und deren Zulieferer, für die europäische Hausgeräte- und Maschinenbau- sowie die Energieindustrie. Am Hauptsitz der Metal Engineering Division der voestalpine in Donawitz stehen zwei weitere Hochöfen mit einer Kapazität von insgesamt 1,5 Millionen Tonnen (jeweils 750.000 Tonnen) – davon ist derzeit nur einer in Betrieb. Für den zweiten Hochofen in der Steiermark wurde die bereits geplante “Renovierung”, die sich nun über den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein zieht, wegen der Coronakrise “um ein paar Wochen vorgezogen”. Die “Zustellung”, wie die routinemäßige Wartung eines Hochofens auch genannt wird, startete im Juni und dauert laut Felsbach noch bis Oktober. Erst bei entsprechender Kundennachfrage werde dort ebenfalls hochgefahren. “Da werden wir kurzfristig entscheiden”, so der Sprecher. Die wirtschaftliche Entwicklung und das Ausmaß der Erholung variierten stark innerhalb des voestalpine-Konzerns nach Regionen und Marktsegmenten, hieß es. Durchaus solide entwickeln sich den Angaben zufolge auch die Technologiebereiche Bahninfrastruktur und Hochregallager. Besonders stark von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie getroffen seien hingegen die Branchen Luftfahrt sowie Öl- und Gasindustrie. Die auf die Produktion von Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie spezialisierte Gesellschaft voestalpine Tubulars im steirischen Kindberg ist auf ihrem wichtigsten Markt, den USA, seit 2018 zusätzlich mit Wettbewerbsnachteilen durch die Schutzzölle auf Stahlprodukte (“Section 232”) konfrontiert. Anfang August hatte das Management der Voest angekündigt, in Kindberg fast ein Viertel der rund 1.100 Beschäftigten einzusparen, bei voestalpine Aerospace in Kapfenberg sogar rund ein Drittel der knapp 800 Arbeitnehmer. Bis der “schwache Geschäftsgang” wieder in Schwung komme, sei es noch “ein sehr langer Weg”, hieß es seitens der Konzernführung.  

Voestalpine: Dritter Hochofen in Linz geht wieder in Betrieb

Zu Beginn der Coronakrise kochten viele Menschen zuhause, die Bestellungen bei Essenslieferanten gingen zurück. “Seit zwei Wochen gibt es aber einen deutlichen Aufwärtstrend”, sagte der Österreich-Chef der Essensbestellplattform Mjam, Artur Schreiber, zur APA. Bei den Bestellungen im Vergleich zu Vor-Coronazeiten sei man “bis jetzt noch im Minus”. Weil viele Beschäftigte im Home Office sind, gibt es auch weniger Essensbestellungen aus Büros. Zu Beginn der Corona-Beschränkungen schlossen aus finanziellen Gründen 20 bis 30 Prozent der Partnerrestaurants von Mjam, jetzt sperren wieder viele auf und zahlreiche Gastronomen haben sich in den vergangenen Wochen bei der Online-Bestellplattform angemeldet. Rund fünf Werktage – inklusive Zustellung der Hardware – dauert es, bis ein Restaurant an das Bestellnetzwerk “angeschlossen” ist.

Nach Flaute zieht Geschäft bei Essenszustellern an

Der bei den Alters- und Pflegeheimen erkennbare Impfeffekt ist in der breiteren Bevölkerung noch nicht angekommen. Wie aus der APA vorliegenden Zahlen der Gesundheit Österreich (GÖG) hervorgeht, sind die Coronavirus-Todesfälle vorige Woche wieder gestiegen – und zwar auch in der am stärksten geimpften Altersgruppe ab 85. Insgesamt weist die Statistik für die vorige Woche 155 Corona-Tote aus – mehr als in der Woche davor, aber um elf Prozent weniger als in der zweiten Februarwoche (174). Damals lag auch die Sterblichkeit der über 85-Jährigen in etwa auf dem aktuellen Niveau (34 pro 100.000 Einwohner), sank zwischenzeitlich dann aber merklich ab (auf bis zu 21), um nun wieder anzusteigen. Abzuwarten bleibt, ob der vorige Woche registrierte neuerliche Anstieg der Todesfälle in der ältesten Bevölkerungsgruppe ein kurzfristiger Ausreißer war. Florian Bachner von der Gesundheit Österreich betonte diesbezüglich, dass der Impfschutz in dieser Altersgruppe zwar bereits weit fortgeschritten aber noch nicht flächendeckend ist. Zuletzt hatten knapp sechs von zehn über 85-Jährigen ihre erste Impfung erhalten und etwa ein Drittel auch die zweite Dosis. Anders die Situation in den bereits weitgehend durchgeimpften Alten- und Pflegeheimen. Hier habe die Impfung die Sterblichkeit “drastisch reduziert”, betonte Bachner.

Corona-Impfungen reduzieren Todesfälle noch nicht

Sie galten als Symbole für den weltweiten Siegeszug von Kapitalismus und Globalisierung: die riesigen Bürotürme in den Geschäftsvierteln der Metropolen in aller Welt. Doch wegen der Coronapandemie haben Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Es wurde still in den Hochhäusern – und das vielleicht auf Dauer. Denn viele Chefs gehen davon aus, dass ihre Angestellten nach der Krise weiter von zu Hause arbeiten. Angenehmer Nebeneffekt für die Unternehmen: Sie könnten teure Büromieten in den Citys sparen. Der französische Autobauer PSA erwägt, die Telearbeit für Mitarbeiter, die nicht in der Produktion tätig sind, zur neuen “Referenz” zu erklären. Betroffen wären davon zehntausende Angestellte. Der US-Dienst Twitter will einigen Mitarbeitern sogar dauerhaft grünes Licht fürs Homeoffice geben.

Coronakrise gefährdet Zukunft der Bürotürme