Paris erwägt generelle Corona-Maskenpflicht

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Paris erwägt generelle Corona-Maskenpflicht

Paris setzt im Kampf gegen Corona weiter auf das Tragen einer Maske. “Nichts ist unmöglich”, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Souyris am Montag mit Blick auf eine generelle Maskenpflicht in der gesamten Stadt. “Das Wichtigste ist, dass in dicht besiedelten Gebieten Pariser und Touristen die Maske aufsetzen. Das ist noch nicht der Fall”, sagte Souyris dem Sender BFMTV.

Wenn die Menschen das nicht verstehen würden, müsste man die Maskenpflicht überall einführen, so stellvertretende Bürgermeisterin, die in Paris die Gesundheitsagenden innehat. Frankreichs Hauptstadt wurde Ende vergangener Woche als corona-aktive Zone eingestuft. Das heißt, dass die Zahl der aktiven Corona-Fälle besonders hoch ist. Gleichzeitig sind aber Krankenhäuser und Intensivstationen nicht überlastet. Die Stadt hatte im Zuge dessen die Maskenpflicht unter freiem Himmel ausgeweitet.

Masken sind nun etwa auch auf der Prachtmeile Champs-Elysees und in zahlreichen Vierteln Pflicht. Zuvor galt das nur in vereinzelten Straßen. Die Stadt hängt auch vermehrt Plakate auf, um die entsprechenden Bereiche zu kennzeichnen. Wer sich nicht an die neue Regelung halte, müsse zumindest im Moment noch keine Geldstrafe zahlen, so Souyris.

“Es gab eine stärkere Zirkulation des Virus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber”, sagte Nicolas Peju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung “Le Monde”. Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

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Weltweites Wettrennen: Um so viel Geld geht es beim Covid-Impfstoff

Am Donnerstag ist Equal Pension Day, das ist jener Tag an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten haben werden. Frauen bekommen demnach durchschnittlich um 825 Euro im Monat weniger Pension als Männer, das entspricht einer Differenz von 41,86 Prozent. Wie Berechnungen der Stadt Wien für den Städtebund anhand von Statistiken der Pensionsversicherung ergeben, hat sich der Equal Pension Day heuer im Vergleich zum Vorjahr zwar um einen Tag nach hinten verschoben. Diese “Verbesserung” kommt allerdings nur aufgrund des Schaltjahres zustande, de facto sind die Frauenpensionen nahezu gleich niedrig geblieben. Im Vergleich zum Jahr 2015, als erstmals diese Auswertung vorgenommen wurde, hat sich jedoch eine Verbesserung um vier Tage ergeben. Starke Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern. Wien ist das einzige Bundesland, das den Equal Pension Day erst im September (2.9.) feiert, Kärnten am 4. August, alle anderen Bundesländer begehen diesen Tag zwischen 7. Juli (Vorarlberg) und 29. Juli (Salzburg). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Wien um drei Tage verbessert, Burgenland und Salzburg um zwei Tage, alle anderen Länder nur um einen Tag. Im Vergleich zu 2015 ist der Equal Pension Day in Wien sogar um zwölf Tage nach hinten gerutscht, im Burgenland um acht und in Niederösterreich um sechs Tage. Schlusslicht ist Tirol mit einer Verbesserung um nur einen Tag. Für die Pensionslücke von 41,8 Prozent machen die Autoren der Untersuchung mehrere Gründe aus. So haben Frauen im Schnitt zehn Beitragsjahre weniger als Männer, größtenteils verursacht durch betreuungsbedingte Erwerbsunterbrechungen – denn das durchschnittliche Antrittsalter zur Alterspension unterscheidet sich nur durch rund drei Jahre. Bei den 2018 neuzuerkannten Alterspensionen erreichten nur zwei Prozent der Frauen jene 45 Versicherungsjahre, die 80 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens als Pension garantieren. Bei den Männern waren es 52 Prozent. Dazu kommt die Lohnschere, die sich auch in der Pension auswirkt: Frauen verdienen in Österreich in Vollzeit um 19,7 Prozent weniger als Männer, was deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,7 Prozent liegt. Und Frauen arbeiten oft in schlechter bezahlten Branchen.

Equal Pension Day: Seit 2015 um vier Tage verbessert

Während die Ausgangsbeschränkungen österreichweit doch noch bis Ende April andauern, endet mit morgen, Dienstag, ein Tiroler Spezifikum: Die sogenannte Vollquarantäne. Dies teilte Landeshauptmann Günther Platter(ÖVP) am Montag in einer Videopressekonferenz mit. Gemäß der Verordnung durften Bürger bisher nur in Ausnahmefällen von einer Gemeinde in eine andere fahren.

Tiroler Vollquarantäne endet mit Dienstag

Das Defizit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) wird durch die Coronakrise mehr als verdoppelt. Für heuer wird mit einem Verlust von 447 Millionen Euro gerechnet, geht aus der aktuellen Gebarungsvorschau hervor, die der APA vorliegt. Im Februar war man noch von einem Defizit von 175 Mio. Euro ausgegangen. Dabei sind die den Unternehmen gestundeten Beiträge noch gar nicht mit einberechnet. Diese summieren sich bisher in der gesamten Sozialversicherung auf rund 1,1 Milliarden Euro. Allerdings haben sich die Stundungen zuletzt deutlich eingebremst. Im März machten diese noch 800 Mio. Euro aus, im April nur noch 200 Mio. Euro. Wie viel von diesen Stundungen tatsächlich verloren ist oder noch nachgezahlt wird, lässt sich noch nicht sagen. Endgültige Abschreibungen in Folge von Firmenpleiten folgen in der Regel mit einer Verzögerung von drei bis vier Jahren. Das Defizit der ÖGK wird den Prognosen zufolge in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Für 2021 wird noch eine Stagnation der Verluste bei 444 Mio. Euro (Februar-Vorausschau: 178 Mio.) erwartet, für 2022 aber ein Anstieg auf 614 Mio. Euro (Februar: 295 Mio.) Obwohl eigentlich eine fünfjährige Vorausschau vorgesehen ist, werden die Zahlen für 2023 und 2024 von der ÖGK vorerst noch nicht veröffentlicht. Klar ist aber schon, dass die Prognosen für diese beiden Jahre sicher nicht besser ausfallen als für 2022. Im Februar war man für 2023 und 2024 von jeweils mehr als 500 Millionen Euro ausgegangen. Kumuliert war man damals von einem Bilanzverlust in fünf Jahren von 1,7 Milliarden ausgegangen. In der ÖGK begründet man diese Nichtveröffentlichung vor allem damit, dass es auch vom Wirtschaftsforschungsinstitut für diese beiden Jahre noch keine Prognosen gibt. Obwohl die jetzt vorhergesagten Defizite deutlich ansteigen, verweist man in der ÖGK darauf, dass die Lage nicht so dramatisch sei, wie es noch vor zwei Monaten ausgeschaut hat. Obmann Andreas Huss als Arbeitnehmervertreter hatte da noch von einem Verlust zwischen 600 Millionen und einer Milliarde gesprochen, wobei die Arbeitgeber jedoch vehement widersprochen haben. Und man verweist in der ÖGK auch darauf, dass das Defizit ohne Corona im Vergleich zur Februar-Vorausschau wohl nicht gestiegen sondern eher gesunken wäre. Damals war man noch von einer Steigerung der Beitragseinnahmen für heuer von 4,2 Prozent ausgegangen, nun erwartet man nur noch ein Plus von 0,8 Prozent. Die Differenz macht etwa 420 bis 430 Mio. Euro aus und damit fast so viel wie das jetzt prognostizierte Defizit für heuer von 447 Mio. Euro. Trotzdem betont man in der ÖGK, dass man dringend und nachhaltig Geld vom Bund brauche. Und dafür hat Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auch schon die ÖGK zu Gesprächen für nächste Woche eingeladen. Die bestehenden Rücklagen der ÖGK reichen ohne Gegenmaßnahmen nur noch für gut zwei Jahre. In der Eröffnungsbilanz hatte die ÖGK mit 1. Jänner 2020 ein Reinvermögen von 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Ohne Maßnahmen wäre dieses Vermögen, das zu einem guten Teil nicht in Barem besteht, theoretisch 2022 weg, geht aus der APA vorliegenden internen Berechnungen der ÖGK hervor.

ÖGK-Defizit durch Coronakrise mehr als verdoppelt