Pensionsgeschenke: Schnell gemacht, lange bis zur Korrektur

Merken
Pensionsgeschenke: Schnell gemacht, lange bis zur Korrektur

Während tausende neuer Frühpensionisten von der in der koalitionsfreien Zeit beschlossenen abschlagsfreien “Hacklerpension” profitieren, will die Koalition erst eine Evaluierung abwarten, bevor sie über eine Reparatur oder Rücknahme verhandelt.

Während die Abschaffung der Abschläge für “Hacklerpensionen” bereits reiche Früchte für jene trägt, die die benötigten 540 Beitragsmonate seit 1. Jänner dieses Jahres erreicht haben, wird eine Korrektur der im September im koalitionsfreien Raum beschlossenen Reform noch länger dauern.

Derzeit gebe es dazu keine Verhandlungen, heißt es aus der türkis-grünen Koalition – “Wir evaluieren das Thema, warten aber diesbezüglich den Bericht über die langfristige Entwicklung und Finanzierbarkeit der gesetzlichen Pensionsversicherung ab”, schreibt eine Sprecherin von Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) der Kleinen Zeitung.

Und das kann dauern: Wegen der schwer vorherzusagenden Wirtschaftsentwicklung hat die Koalition der Pensionsexperten-Kommission, die diesen Bericht liefern muss, im Zuge der Covid-Reformen mehr Zeit gegeben, diesen abzuliefern. Bis März kommenden Jahres läuft jetzt die Frist, die Grundlagen für die Reform zu liefern – allerdings will die Kommission noch heuer einen Zwischenbericht vorlegen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Walter Pöltner, Kurzzeitminister und Chef der Kommission, die Beschlüsse als “unverantwortlich und arbeitnehmerfeindlich” gegeißelt. Solange der Bericht der Kommission nicht vorliegt, wird also wohl nichts passieren – obwohl sich sowohl ÖVP als auch Grüne im Jänner zu einer Reparatur der Regelung bekannt haben.

Gnade der späten Geburt

Am Wochenende war bekanntgeworden, dasss sämtliche Pensionstypen im ersten Halbjahr 2020 starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahrverzeichneten, den mit Abstand größten die “Hacklerregelung” genannte Langzeitversichertenpension. Hier schnellten die Zuerkennungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um mehr als 54 Prozent auf 7.320 Neuantritte in die Höhe. Das heißt zugleich, dass es sich bei fast zwölf Prozent aller neu zuerkannten Pensionen um Hacklerpensionen handelte (Anteil im ersten Halbjahr 2019: 8,5 Prozent).

Nach Angaben der PVA sind die abschlagsfrei zuerkannten Hacklerpensionen im Schnitt um 305 Euro brutto monatlich höher als jene, die im vergangenen Jahr zuerkannt wurden. Die Bezeichnung “Hacklerpension” ist übrigens irreführend: in den seltensten Fällen erreicht sie jene, die landläufig mit dem Begriff Hackler gemeint sind: Arbeiter kommen kaum auf die vorgeschriebenen 45 Beitragsjahre, da Ersatzzeiten wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit nicht anerkannt werden.

Für die ÖVP, die der von SPÖ und FPÖ betriebenen Reform nur zugestimmt hatte, weil sie in dasselbe Gesetz wie die Pensionserhöhung und Teile der Steuerreform geschrieben worden war, ist das (ebenso wie für die Neos, die komplett gegen die Neuregelung waren) ein Konterpunkt gegen das Ziel, das effektive Pensionsalter an das gesetzliche heranzuführen. Die Grünen stoßen sich dagegen an dem Punkt, dass gerade die “Hacklerpension” de facto nur für Männer erreichbar ist. Frauen sind ausgeschlossen, weil das Mindestalter 62 gilt. Das Frauenpensionsalter liegt derzeit noch bei 60 Jahren.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Am Wochenende landete am Flughafen Wien-Schwechat eine AUA-Maschine, kommend aus Shanghai, mit insgesamt 12 Tonnen an dringend benötigter Schutzausrüstung. Die Schutzausrüstung wurde durch die Stadt Wien in intensiver Zusammenarbeit des Wiener Krankenanstaltenverbundes und des Landeseinsatzstabes, geführt durch die Berufsrettung Wien, organisiert. In Empfang genommen wurde die Lieferung von den Stadträten Peter Hanke und Peter Hacker. Im Rahmen der Lieferung konnten vom Wiener Einsatzstab 400.000 OP-Masken, 20.000 Schutzanzüge, 10.000 Gesichtsschilder und 20.000 Schutzbrillen entgegen genommen werden. Diese Ausrüstung wird ab heute an die Wiener Krankenhäuser, Pflegewohnhäuser, die Wiener niedergelassenen ÄrztInnen, Rettungsdienste und an weitere Einheiten der kritischen Infrastruktur nach erfolgter Kontrolle zur Verfügung gestellt. Wobei die Verteilung nach Priorität und aktuellen Lagerbeständen vorgenommen wird.

12 Tonnen Schutzausrüstung in Wien am Wochenende angekommen

Dieser Tage ist nicht alle Tage: Dem deutschen Rockmusiker Udo Lindenberg (“Alles klar auf der Andrea Doria”) setzt die Corona-Pandemie zu. Er sagte gegenüber der Funke-Mediengruppe, dass seine “ganze große Panikfamilie” durch die “grausame Pandemie einen schweren Blues abgekriegt” hat. Der 74-jährige Musiker will aber anderen Mut machen, in Ausnahmesituationen kreativ zu werden: Er selbst lenke sich mit der Malerei ab. “Wenn ich so richtig dabei bin, dann überkommt mich absolute Besessenheit ähnlich wie bei der Musik”, sagt der Sänger. Das Malen habe dabei auch “etwas Entspannendes” für ihn. Bekannt wurde Udo Lindenberg bereits in den 1970er Jahren. Sein Album “Andrea Doria” verschaffte ihm den Durchbruch. Sein Deutschrock wurde massentauglich – Rio Reiser und “Ton Steine Scherben” vor ihm hatten noch nicht jenen durschlagenden Erfolg wie es Lindenberg hatte.

Udo Lindenberg hat "schweren Blues abgekriegt"

Der italienische Filmmusikkomponist Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren in Rom gestorben. Dies teilte seine Familie mit, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Der gebürtige Römer starb demnach in einer Klinik an den Folgen eines Sturzes. Morricone, der mit den bekanntesten Regisseuren der Welt zusammengearbeitet hat, wurde mit zwei Oscars prämiert. Wie Morricones Anwalt und Freund Giorgio Assumma berichtete, starb der Maestro Montagfrüh. “Der Maestro war bis zum Schluss anwesend und voller Würde”, teilte Assumma mit. Der Filmkomponist konnte sich von seiner Frau Maria verabschieden sowie von Kindern und Enkelkindern. Er habe sich auch bei dem Publikum bedankt, von dem er stets Unterstützung für seine Kreativität erhalten habe, so der Anwalt. Viele Klassiker hat Morricone entworfen, darunter für ikonische Werke wie Brian De Palmas “The Untouchables – Die Unbestechlichen” oder Sergio Leones “Spiel mir das Lied vom Tod” und “Für eine Handvoll Dollar”. Für seine Leistungen wurde Morricone dutzendfach geehrt. Etliche seiner Soundtracks sind weltweit bekannt – allen voran die Mundharmonika-Melodie aus dem Western-Klassiker “Spiel mir das Lied vom Tod” aus dem Jahr 1969. Millionen Menschen kennen die Melodien Morricones, bringen sie oft aber nicht sofort mit seinem Namen in Verbindung. Der introvertierte Italiener blieb immer lieber im Hintergrund, Glamour war ihm fremd. Lange Zeit komponierte er unter zwei Pseudonymen. Preise waren ihm eher egal. “Erfolg kann schon befriedigend sein, aber die Musik muss stets pur und korrekt sein, niemals bloß ein Vehikel, um anerkannt zu werden”, schrieb er in seinem Erinnerungsbuch “Life Notes” (“La musica e oltre”). Geboren wurde Morricone am 10. November 1928 im Römer Stadtteil Trastevere in einer musikbegeisterten Familie mit vier Geschwistern. Sein Vater war Trompeter, und auch Morricone interessierte sich schon als Kind für die Musik, begann im Alter von sechs Jahren zu komponieren. 1938 schrieben ihn seine Eltern am Konservatorium in Rom ein, wo er Diplome in Komposition und Trompete erwarb und danach zunächst in Orchestern spielte. Von 1964 an arbeitete Morricone gemeinsam mit seinem ehemaligen Klassenkameraden, dem Regisseur Sergio Leone, für dessen Filme “Für eine Handvoll Dollar” (1964), “Zwei glorreiche Halunken” (1966) und “Spiel mir das Lied vom Tod” (1968) er die Musik schrieb, sowie mit Bernardo Bertolucci. Leone beteuerte immer wieder die Wichtigkeit von Morricones Musik für seine Filme, da dieser Dinge auszudrücken vermag, die sonst in Bildern hätten dargestellt werden müssen. Im Laufe seiner Karriere arbeitete der Römer mit weltbekannten Regisseuren wie Roman Polanski, Oliver Stone und Margarethe von Trotta zusammen. Aber auch klassische Musik und Fernsehmelodien hat er komponiert. 2007 erlebte Morricone mit dem Oscar für sein Lebenswerk die Krönung seiner Karriere, nachdem er zuvor die Hoffnung auf die begehrte Trophäe fast schon aufgegeben hatte. Fünfmal war der Italiener nominiert worden, aber stets leer ausgegangen. 2016 erhielt er im Alter von 87 Jahren den ersten Oscar für seine Filmmusik zu Quentin Tarantinos Western “The Hateful Eight”. Trotz seiner internationalen Erfolge war der grauhaarige Italiener mit der Hornbrille immer auf seine Privatsphäre bedacht. Morricone war seit 1956 mit Maria Travia verheiratet, gemeinsam hatte das Paar drei Söhne und eine Tochter. Einer der Söhne arbeitet ebenfalls als Komponist.

Filmmusikkomponist Morricone mit 91 Jahren verstorben

Rachel McAdams kennen die meisten von uns aus “Mean Girls”, “The Notebook” oder aus dem Netflix-Film “Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga” – nun scheint ziemlich eindeutig, dass die Schauspielerin derzeit mit ihrem zweiten Kind schwanger ist. Offiziell bestätigt ist zwar noch nichts – aktuelle Fotos, die auf “Page Six” veröffentlicht wurden, zeigen McAdams jedoch mit deutlichem Babybauch. Zu allem Überfluss wurde die Schauspielerin auch noch beim Betreten eines Shops für Kindermode gesehen. Da bleibt wenig Platz für ein Dementi – stattdessen sind wohl eher Glückwünsche angebracht. Für die Schauspielern ist es das zweite Kind. 2018 wurden Rachel McAdams und ihr Freund Jamie Linden Eltern eines Sohnes, dessen Namen sie bislang nicht mit der Öffentlichkeit teilen wollten.

Rachel McAdams soll wieder schwanger sein

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) fordert die Einbindung der Muslime in die von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) vorgestellte “Dokumentationsstelle Politischer Islam”. “In meiner Welt sollten sie eingebunden werden”, sagt Kogler im “Kurier”. Zuletzt hatte auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) die Einbindung in die “Dokumentationsstelle” gefordert. Man müsse “zwischen den vielen ganz friedlichen Gläubigen, die hier leben, und jenen ganz wenigen unterschieden, die in einer extremistischen politischen Parallelwelt leben”, betonte der Vizekanzler. Zur Kritik der Wiener Grünen, dass sich die Dokumentationsstelle nur auf den politischen Islam beschränke, bekräftigte Kogler, dass auch der zweite Teil der im Regierungsprogramm enthaltenen Vereinbarung, nämlich die Beobachtung von Rechtsextremismus und Rassismus, noch kommen werde. “Diesen nationalen Aktionsplan gehen wir natürlich an. Das sehen auch die Nationalratsabgeordneten von Wien so, und wir sind hier auch in Gesprächen mit Ministerin Susanne Raab.”

Kogler für Einbindung der Muslime in Dokumentationsstelle

Das Außenministerium warnt vor Reisen nach Kroatien und hat für das Land per Mitternacht die höchste Reisewarnstufe ausgesprochen. Grund sind deutlich steigende Fallzahlen bei Covid-19-Infektionen. “Die Reisewarnung kam überraschend, vor allem weil es durch das ganze Land geht”, sagte der Präsident des Österreichischen ReiseVerbands und TUI-Austria-Prokurist Josef Peterleithner am Montag zur APA. Der Tourismusexperte hätte eine partielle Reisewarnung für angemessen gehalten, statt pauschal dazu aufzurufen, das Land zu verlassen. Er ist verwundert, dass es keine regionale Differenzierung innerhalb Kroatiens gab wie etwa zuletzt etwa in Österreich mit St. Wolfgang oder in Spanien, wo auch zunächst Inseln wie die Balearen ausgenommen wurden. Konzentration auf Makarska, Pag In Kroatien konzentrierten sich die Corona-Erkrankungen beispielsweise auf die Markarska Riviera und die Insel Pag – Istrien oder viele Inseln hätte man weiterhin normal bereisen können, so der ÖRV-Präsident, der auch die “kurzfristige Kommunikation” der Regierung Freitagmittag mit Gültigkeit per Mitternacht von Sonntag auf Montag bemängelte. “Panikartige Aufbrüche” Bei der Rückkehr nach Österreich muss man nun einen Corona-Test machen oder zuhause in Quarantäne bleiben. “Es kam zu panikartigen Aufbrüchen, die zu Staus geführt haben – andere wiederum sagten, ich bin auf einer Insel oder einem Segelboot und gehe halt dann in Quarantäne“, berichtete Peterleithner. “Diese rasche Reisewarnung für Kroatien hat den Konsumenten verunsichert und kann Auswirkungen auf andere Destinationen haben”, meinte er weiters. Der Tourismus sei im Grunde genommen in einer Talsohle bei Auslandsreisen gewesen und sei nun ein wenig angelaufen mit Italien, den Balearen, Kroatien und griechischen Inseln. Kroatien ist dem Verband zufolge mit 1,5 Millionen Gästen und 7,6 Millionen Nächtigungen aus Österreich nach Italien die wichtigste Urlaubsdestination im Ausland. Wer eine Pauschalreise gebucht hat Urlauber, die eine Pauschalreise über ein Reisebüro oder Reiseveranstalter gebucht hätten, seien nun gegenüber Individualreisenden im Vorteil, da sie mit Bestehen der Reisewarnung kostenlos umbuchen oder stornieren können. Das ist gesetzlich in der Pauschalreiserichtlinie verankert. Wer selber mit dem Auto anreist und ein Hotelzimmer gebucht hat, hat hingegen kein Anrecht auf ein Gratis-Storno und ist nun auf die Kulanz des Beherbergungsbetreibers angewiesen. Denn dieser stellt seine Leistung nach wie vor zur Verfügung, der Kunde muss nach seinem Aufenthalt nur Corona-Bürokratie einhalten. “Kostenlos stornieren in den nächsten Wochen” Österreichs größter Reiseveranstalter TUI lässt jetzt “für die nächsten Wochen” kostenlos stornieren. “Für die nächsten Wochen, deshalb weil wir abwarten und weil die Reisewarnung ja vielleicht wieder aufgehoben wird”, sagte Peterleithner. “Wir warten einfach bis eine Woche vor Reiseantritt – manche Reiseveranstalter sagten auch früher ab, wenn etwa ein umfangreiches Programm mit zu organisieren ist.” Bei einer Reisewarnung kann der Kunde zurücktreten, wenn die Reise “zeitnah” ist. Besteht etwa eine Reisewarnung für das spanische Festland, kann er nicht auch aus Sorge einen Balearen-Aufenthalt gratis stornieren. “Angst ist kein Stornierungsgrund”, erklärte der Reiseexperte die Rechtslage. Urlauber, die aus einer Destination mit Reisewarnung nach Österreich zurückkommen, müssen entweder bei der Einreise ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen, das einen negativen PCR-Test bestätigt, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf; oder sie fahren über die Grenze nach Hause und machen dort umgehend (innerhalb von 48 Stunden) in einem Krankenhaus oder Testzentrum die vorgeschriebene standardisierte Untersuchung und müssen daheimbleiben, bis das Ergebnis vorliegt; oder sie machen keinen Test bleiben zehn Tage in Heimquarantäne. Ausweitung der Gratis-Drive-in-Coronatests gefordert Die Gratis-Drive-in-Coronatests für Kroatien-Heimkehrer, die in Wien angeboten werden, seien “begrüßenswert”, meinte Peterleithner. Der ReiseVerband plädiert nun aber auch für eine Ausweitung dieser Möglichkeit:“Ein Wunsch des ÖRV ist es, auch hinkünftig allen Urlaubern kostenlose Coronatests zu ermöglichen, die man entweder bei den Grenzen machen kann, oder in den einzelnen Städten”, sagte der Branchensprecher.

Kroatien: Reisewarnung kam für Veranstalter überraschend