Polizei in Rio de Janeiro tötet fünf Menschen pro Tag

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Polizei in Rio de Janeiro tötet fünf Menschen pro Tag

In der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro und dem gleichnamigen Bundesstaat werden jeden Tag durchschnittlich fast fünf Menschen von der Polizei getötet. In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen 741 Menschen bei Einsätzen der Sicherheitskräfte ums Leben, wie das Nachrichtenportal G1 am Montag berichtete.

Das war die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erhebung vor 22 Jahren. Die Daten hat der Medienkonzern Globo über eine Anfrage auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes vom Institut für öffentliche Sicherheit erhalten. Die brasilianischen Sicherheitskräfte sind für ihr hartes Vorgehen bekannt. Wenn die schwerbewaffneten Spezialeinheiten der Polizei im Kampf gegen die Drogenbanden in die Elendsviertel einrücken, geraten auch immer wieder Unbeteiligte zwischen die Fronten. 78 Prozent der Opfer seien schwarz oder dunkelhäutig, berichtete G1.

Die Anzahl der von Sicherheitskräften getöteten Menschen stieg seit 2018 deutlich, als sich die Streitkräfte in Rio de Janeiro an Polizeieinsätzen beteiligte. Kritiker machen Rios Gouverneur Wilson Witzel für die Polizeigewalt verantwortlich, weil er mit harter Hand gegen die Kriminalität in den Armenvierteln vorgeht. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro spricht sich dafür aus, dass Polizisten nicht juristisch belangt werden können, wenn sie im Einsatz Menschen töten.

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Das Thermometer zeigt 34 Grad an und die Sonne brennt gnadenlos runter. Ein Lied zum Mitsingen nach dem anderen spielen die Musiker, während sich die Zuschauer kühle Getränke gönnen. Soweit hört sich das wie ein normales Donauinselfest an. Doch in diesem Jahr ist nichts normal und so spielte die Austropop-Band “Kraut & Ruam” am vergangenen Freitag nicht auf der Insel, sondern auf dem Parkplatz vor einem Simmeringer Einkaufszentrum. Die Musik dröhnt dabei nicht von einer Bühne, sondern einem umgebauten Doppeldeckerbus. Mobile Pop-Up-Konzertelautet die Antwort auf die Corona-Krise und so tourt das Donauinselfest im Rahmen einer Sommertour durch jeden Bezirk und stellt die Spontanität der Wienerinnen und Wiener auf die Probe. Mit “am Zentralfriedhof is Stimmung, wia’s sei Lebtog no net woar” singen die Musiker von “Kraut & Ruam” die inoffizielle Hymne von Simmering und hoffen auf ein Heimspiel. Die wenigen  Zuschauer*innen hier sind aber primär wegen ihrer Einkäufe da und sind verwundert über das Spektakel am Parkplatz. Das ist auch ganz im Sinne des Veranstalters. Thomas Waldner, Projektleiter des Donauinselfests, erklärt, dass man mit dem Konzept der Sommertour vor allem den öffentlichen Raum bespielen, Anrainer und Passant aber auch gar nicht zu lange stören möchte. Außerdem liege die Höchstgrenze an Zuschauer derzeit noch bei 100 Personen. Ab August dürfen dann doppelt so viele kommen: “Wenn es sich stauen sollte und zu viele Menschen kommen, dann müssen wir gegebenenfalls abdrehen und zur nächsten Station weiterfahren. Das ist aber bis jetzt noch nicht vorgekommen”, sagt Waldner, der die Organisation des Donauinselfests seit 2013 leitet. Heiße Gitarren und glückliche Musiker Im Bus ist die Stimmung tatsächlich gut. “Leiwand wars”, meint der Leadsänger der Band nach dem ersten Konzert des Tages und lobt ausdrücklich den Sound auf dem Bus. “Aber es war auch heiß. Auf meiner Gitarre hättest ein Spiegelei braten können”, erklärt der Gitarrist. Die Musiker sind aber vor allem glücklich, dass sie spielen können. Denn sie waren dieses Jahr für das eigentliche Event auf der Donauinsel bereits fix gebucht. “Wir sind emotional in ein ziemliches Loch gefallen, als das mit Corona losging. Das Produkt war fertig geplant und wir mussten trotzdem absagen”, erklärt Thomas Waldner. In nur zwei Wochen habe man das Konzept mit dem Tourbus aus dem Boden gestampft. Das wäre man laut Waldner vor allem den Künstlerinnen und Künstler schuldig gewesen, die gerade jetzt die Gagen dringend bräuchten. Wahlkampf unerwünscht 240 kleine Konzerte an 80 Tagen. Das ist das Konzept der Sommertour, um möglichst viele Menschen zu erreichen und zudem möglichst wenige gleichzeitig zu versammeln. Doch was haben die Wiener von nur spärlich besuchten Konzerten? “Es gibt noch immer viele Menschen in der Stadt, die gar nicht aus ihrem Grätzel herauskommen, die sogar vom Fenster oder Balkon aus zuhören”, erklärt Barbara Novak, Landesgeschäftsführerin der SPÖ Wien, die das Donauinselfest veranstaltet. Damit meint Novak wohl, dass viele Menschen aus Angst vor Corona weiterhin zuhause bleiben. Angst vor einem schlechten Ergebnis bei der Gemeinderatswahl im Oktober hat vor allem die SPÖ, die es sich wohl nicht leisten kann, genau im Wahljahr das Donauinselfest abzusagen. Wobei, wie Novak betont, der Wahlkampf hier nichts zu suchen habe: “Die Wienerinnen und Wiener haben es sich wahrlich verdient, einfach gute, kleinere Konzerte geboten zu bekommen – frei von Parteipolitik”, so Novak. Mit der “Kutscher’s Blues Band” finden die nächsten schon heute Mittwoch in der Brigittenau und Leopoldstadt statt, morgen Donnerstag dann “Viech” in Simmering und Favoriten. Uhrzeit und genaue Location werden immer erst kurzfristig bekannt gegeben, damit – ganz genau – eben nicht zu viele Menschen kommen.

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