Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit dürfte kommen

Merken
Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit dürfte kommen

Die Sonderbetreuungszeit gab es bereits im Frühling als Ergänzung zum Pflegeurlaub, wenn Kinder oder zu Pflegende während des Lockdowns zu betreuen gewesen waren. Was bisher fehlte, war ein Rechtsanspruch. Das heißt, der Arbeitgeber musste seine Zustimmung geben. Die Kosten für den Dienstgeber übernahm der Staat bisher zu einem Drittel, im Herbst sollten es 50 Prozent sein. Laut ÖGB soll es nun sogar eine volle Kostenübernahme durch den Bund geben. Außerdem wird die Sonderbetreuungszeit nicht bis Februar sondern bis Juni ermöglicht.

“Wir haben als ÖGB in den letzten Monaten Thema Druck aufgebaut und nicht lockergelassen”, freute sich ÖGB-Frauenchefin Korinna Schumann. “Gerade jetzt, wo wir uns bereits im zweiten Lockdown befinden und an Schulen und in Kindergärten coronabedingt große Unsicherheit herrscht,¯brauchen Eltern€¯mehr denn je Entlastung und Unterstützung bei der Kinderbetreuung.”

Die Sonderbetreuungszeit soll bis Juni 2021 verlängert und auf vier statt bisher drei Wochen ausgedehnt werden – gültig rückwirkend mit 1. November.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Die Koalition bringt heute ihr nächstes Gesetzespaket zur Bewältigung der Coronakrise im Nationalrat ein. Beschlossen werden sollen die zwölf Vorlagen allerdings erst kommende Woche. Neben der gesetzlichen Regelung für die Risikogruppen gibt es unter anderem Erleichterungen bei Krankengeld und Familienbeihilfe. Steuerlich privilegiert wird der Mund-Nasen-Schutz.

Nächstes Gesetzespaket zur Coronakrise am Weg

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftern zufolge weltweit bereits mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging Mittwochfrüh (MESZ) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Inzwischen gibt es demnach bereits mehr als 18,5 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Erst vor rund zweieinhalb Wochen war die Schwelle von 600.000 Toten und 14 Millionen bestätigten Infektionen überschritten worden. Seither hat sich die Pandemie unter anderem in den USA, Brasilien, Peru, Mexiko, Indien und Südafrika weiter ausgebreitet. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Laut der Johns Hopkins Universität gibt es dort bisher etwa 4,8 Millionen bestätigte Infektionen und rund 157.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit etwa 2,8 Millionen bekannten Infektionen und rund 96.000 Todesfällen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA etwa starben der Hopkins-Uni zufolge 47,5 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Brasilien 45. In Großbritannien liegt dieser Wert jedoch bei 70, in Italien bei 58 und in Schweden bei 56 – in Deutschland bei elf, in Österreich bei rund acht. Die Webseite der Hopkins-Uni wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus. Die WHO sprach in ihrem Lagebericht vom Dienstag von bisher 18,1 Millionen bestätigten Infektionen und 691.000 Todesfällen. Die Corona-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China.

Johns Hopkins Uni meldet über 700.000 Covid-Tote weltweit

Die von der Bundesregierung verkündete Reduktion der Besucherzahlen bei Veranstaltungen wirkt sich auf die Kulturbranche nur marginal aus. So waren bisher indoor bei zugewiesenen Sitzplätzen 1.500 Personen möglich, ab Samstag reduziert sich diese Zahl auf 1.000. Und künftig ist das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes auch während einer Vorstellung verpflichtend. Bei den Bundestheatern regierte man auf die neuen Beschränkungen gelassen: Die Beschränkung gewähre “jedenfalls die Aufrechterhaltung unseres regulären Spielplans und ist das Ergebnis des guten Dialogs mit der Kulturpolitik”, so Holding-Geschäftsführer Christian Kircher auf APA-Anfrage. “Wir hoffen weiterhin auf die Treue unserer Publikums und danken schon jetzt, dass es all diese Maßnahmen verständnisvoll mitträgt.” Die Bundestheater hätten ihre Verantwortung zur Bewältigung der Pandemie getragen und hätten restriktive Präventionskonzepte geschaffen, um den Spielbetrieb unter den derzeitigen Bedingungen aufrecht zu erhalten. “Diese Bemühungen wurden von der Politik auch anerkannt.” Im Wiener Konzerthaus war man auf drohende Einschränkung “bereits vorbereitet”, wie es auf APA-Anfrage hieß. Bisher waren mit dynamischer Bestuhlung maximal rund 1.150 Gäste möglich, aber durch die Mehrfachdurchführung von Konzerten sei man bereits bisher “flexibel” gewesen. Nun werde man jene Tickets, die die Kapazität von 1.000 übersteigen, auf andere Termine umbuchen. Was die neue Maskenpflicht während der Vorstellungen betrifft, hält das Konzerthaus fest, dass man diese bereits vor der neuen Regelung im Haus eingeführt hat. Und auch im Musikverein nimmt man die Ankündigungen ruhig auf. Bereits bisher habe man aufgrund der geltenden Abstandsregelungen die Grenze von 1.000 Besuchern eingehalten, hieß es aus dem Klassiktempel gegenüber der APA. Und die Verpflichtung, den Mund-Nasen-Schutz auch während der Aufführung zu tragen, habe man schon am vergangenen Freitag eingeführt.

Neue Maßnahmen ohne große Auswirkungen auf Kulturbetrieb

Hausbesitzer locken mit mietfreien Monaten, Bürotürme und frühere Touristenmagneten sind verwaist. Hunderttausende haben das sonst so pulsierende New York wegen der Coronakrise verlassen. Momentaufnahme oder Vorbote eines Umbruchs? Als Laila Said ihre Wohnung in New York Mitte März verließ, hatte sie nur einen Koffer bei sich. “Ich dachte, ich bin eine Woche weg oder so”, erzählt sie. Die Angestellte eines Reise-Unternehmens musste wegen der Coronapandemie ins Homeoffice wechseln. Das kleine Zimmer in ihrer WG in Brooklyn kam dafür kaum in Frage, der gut organisierte Haushalt ihrer Mutter in Südkalifornien schon eher. So verließ Said die Krisen-Metropole – ohne zu ahnen, dass sie nicht mehr wiederkommen würde. Die Geschichte der 31-Jährigen hat sich in den vergangenen Monaten so oder so ähnlich hunderttausende Male wiederholt. Zunächst flohen die Wohlhabenden in Scharen aus der Upper East Side, der Upper West Side oder Soho in ihre Sommerhäuser. Dann gingen diejenigen, die ihre Jobs entweder verloren oder aber ihr virtuelles Büro wie Said an anderen Orten aufschlugen. Zeitweise stand gefühlt an jeder Straßenecke ein Umzugswagen. Leere Gebäude allerorts Wenn man dieser Tage durch Manhattan geht, ist es auffallend leblos im Zentrum des westlichen Kapitalismus. In Midtown und Downtown stehen die Bürotürme auf Standby, ohne die Touristen am Times Square, beim Empire State Building oder bei der Freiheitsstatue ist New York dieser Tage so leer wie vermutlich seit Jahrzehnten nicht. Auch im Fall von Laila Said wurde klar, dass ihr Büro in New York erst einmal geschlossen bleiben würde. Ihre Mitbewohnerin räumte deshalb ihr Zimmer für sie leer, verkaufte die Möbel, packte Kleidung und Dokumente in mehrere Koffer und schickte sie mit der Post vom Atlantik an den Pazifik. Zurückkommen ist für Said keine Option: “Das würde bedeuten, dass ich mich erneut auf einen Mietvertrag oder eine Miete festlegen müsste, und es besteht eine große Unsicherheit darüber, was die Zukunft für alle beruflich und damit finanziell bereithält.” Es gibt Heinweise, dass etwa zehn Prozent der Beschäftigten diesen Sommer in Büros in Manhattan zurückkommen werden und nur etwa 40 Prozent zum Ende des Jahres AUS DER ORGANISATION “PARTNERSHIP FOR NEW YORK” Der amerikanische Turbo-Kapitalismus, der gerne ohne Sicherheitsgurte unterwegs ist, wurde vom Coronavirus beispiellos ausgebremst – im Bundesstaat New York gingen im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat rund 1,4 Millionen Jobs verloren, in New York City stieg die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 20,4 Prozent. Die Sorge ist groß, dass sich die Wirtschaft eben nicht im Rekordtempo erholt. Viele der bisher verloren gegangenen Jobs liegen in der Service-Branche und in kleinen Betrieben, von denen ein großer Teil die Krise nicht überstehen dürfte. Doch die massiven Auswirkungen zeigen sich auch in den Geschäftsvierteln Manhattans. Die Spitzenpreise dort brauchen Spitzenverdiener: Nicht wenige Manhattaner stecken die Hälfte ihres Gehalts in ihre Wohnung – bei Zwei-Zimmer-Wohnungen sind das schon mal 5.000 Dollar. Im Juni war die Zahl der leerstehenden Wohnungen den Analysten der Immobilienfirma Douglas Elliman zufolge so hoch wie seit 14 Jahren nicht. Nun sinken die Preise und Vermieter locken mit kostenlosen Monaten. Eine Studie der Organisation “Partnership for New York” legt nahe, dass viele Büroangestellte keinen Grund dazu haben, sich in der Stadt aufzuhalten. Es gebe Hinweise, dass “etwa zehn Prozent der Beschäftigten diesen Sommer in Büros in Manhattan zurückkommen werden und nur etwa 40 Prozent zum Ende des Jahres”, heißt es. Es gibt Heinweise, dass etwa zehn Prozent der Beschäftigten diesen Sommer in Büros in Manhattan zurückkommen werden und nur etwa 40 Prozent zum Ende des Jahres AUS DER ORGANISATION “PARTNERSHIP FOR NEW YORK” Und die Frage dürfte auch sein, wie tief der Einschnitt in das pulsierende New Yorker Geschäftsleben mit fancy Businesslunchs und After-Work-Drinks in vollen Bars ist. Einige Arbeitgeber scheinen gerade zu merken, wie gut (und kostensparend) dezentrales Arbeiten funktionieren kann. Ein Architekt hat sein Büro im schicken Brooklyner Viertel Dumbo für immer dicht gemacht. Einer seiner Mitarbeiter sagt, die Agentur sei produktiver als je zuvor. UNO-Hochhaus verwaist Auch das Hochhaus der Vereinten Nationen am East River ist seit Monaten fast komplett verwaist, viele der Mitarbeiter sind in ihre Heimatländer geflogen. Die Arbeit der Weltorganisation läuft trotzdem “auf Hochtouren”, wie ein Sprecher sagt. Die UN scheinen keine Eile damit zu haben, ihren Gebäudekomplex wieder mit Leben zu füllen. “Ich persönlich liebe es, aus der Ferne zu arbeiten”, sagt auch Laila Said. Ihr Team habe deutlich kreativer gearbeitet als im normalen Arbeitsalltag und bewiesen, dass das bei amerikanischen Arbeitgebern sonst so ungeliebte Homeoffice funktionieren kann. “Ich glaube, die Ansicht hat sich auf beiden Seiten verändert”, glaubt Said, die in den Beschränkungen und Unwägbarkeiten der Pandemie neue Freiheiten gefunden hat. Vor wenigen Tagen hat ihr Arbeitgeber sein New Yorker Büro wieder geöffnet, kommen muss nur, wer will. Said aber plant nicht, zurückzukommen: “Ich finde eher eine Stadt, die besser zu meinem Lifestyle passt”. In Los Angeles etwa könne sie sich für ihr Gehalt deutlich mehr leisten.

Verändert die Corona-Pandemie New York für immer?

Italienische Verhältnisse in Frankreich: Bereits seit zwei Wochen wird in den elsässischen Krankenhäusern Triage betrieben – weil es an Beatmungsgeräten fehlt. Rettungsdienste leisten über 80-jährigen Covid-Kranken schnelle Sterbehilfe.

Elsass: Patienten über 80 Jahre können nicht mehr behandelt werden

Die derzeit freiwillig eingesetzte Corona-App des Roten Kreuzes speichert Kontakte auf Wunsch bald automatisch. Ab Donnerstag werde es eine Aktualisierung geben, kündigt Bundesrettungskommandant Gerry Foitik an. Auch Verdachtsmeldungen können in der aktualisierten Version abgegeben werden. Knapp 200.000 Menschen nutzen laut Rotem Kreuz derzeit die App.

Corona-App speichert Kontakte bald auf Wunsch automatisch