Salzburger Festspiele - Dirigentin Mallwitz über Ruhm

Merken
Salzburger Festspiele - Dirigentin Mallwitz über Ruhm

Der Begriff Shootingstar trifft auf Joana Mallwitz ebenso zu, wie er falsch ist. Zum einen hat sich die junge deutsche Dirigentin (Jahrgang 1986) in den vergangenen Jahren zu einer der größten Nachwuchsstars ihrer Zunft aufgeschwungen. Zugleich hat sie ungeachtet ihres Alters diesen Weg fundiert von Heidelberg über Erfurt bis Nürnberg vorbereitet.

Am 2. August wird die Nürnberger Generalmusikdirektorin nun bei den Salzburger Festspielen die Premiere von Mozarts “Cosi fan tutte” in einer von ihr miterarbeiteten Strichfassung dirigieren. Mallwitz sprach mit der APA aus diesem Anlass über den Schmerz, bei Mozart zu streichen, die Verantwortung einer Generalmusikdirektorin für ihre Stadt, und warum sie die aktuelle Partitur immer bei sich trägt.

APA: Eigentlich hätten Sie heuer Ihr Salzburg-Debüt mit der “Zauberflöte” geben sollen. Nun ist es mit der “Cosi” doch gleich eine Premiere geworden. Erhöht das den Druck oder ist es für Sie die Gelegenheit, gleich richtig durchzustarten?

Joana Mallwitz: Auch die “Zauberflöte” hätte sich eigentlich wie eine Premiere angefühlt, da sie ja komplett überarbeitet worden wäre. Aber es kommen jetzt einfach viele Dinge für mich zusammen: Mein Debüt in Salzburg und das erste Mal das gemeinsame Arbeiten mit den Wiener Philharmonikern. Insofern macht die “Cosi” aus diesem Aspekt gar keinen solchen Unterschied.

APA: Gehen Sie als Dirigentin anders an eine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern heran, oder ist jeder Auftritt vor einem neuen Orchester gleichermaßen mit Anspannung verbunden?

Mallwitz: Die Wiener Philharmoniker sind natürlich ein besonderes Orchester und haben eine unglaubliche Tradition hinter sich, die sie mittransportieren. Zugleich kann ich selbst als Dirigentin meine Herangehensweise nicht ändern. Da muss ich genauso konzentriert und vorbereitet sein wie bei jedem anderen Orchester. Das ist eine Frage der Authentizität. Die wirkliche Zusammenarbeit gelingt nur, wenn ich dem Orchester vertraue und die Musiker umgekehrt mir vertrauen.

APA: Sie haben – wie auch die “Zauberflöte” – die “Cosi” bereits dirigiert. Wie sehr greifen Sie in diesem Falle bei der Vorbereitung auf Ihre alte Arbeit zurück?

Mallwitz: Als mich Markus Hinterhäuser angerufen hat mit dem Angebot, die “Cosi” zu machen, habe ich sofort zugesagt, ohne nachzudenken. Und ich habe dann gemerkt, dass es natürlich einen Unterschied macht, wenn Sie eine Partitur aufschlagen und sich gleich alles sehr warm anfühlt. Man kann direkt beginnen, in der Tiefe zu schürfen und muss sich das Werk nicht von Null weg erarbeiten.

APA: Sie tragen Ihre aktuelle Partitur tatsächlich stets bei sich?

Mallwitz: (lacht) Es ist richtig, dass ich die Partitur in diesem Falle immer sehr nah bei mir habe. Es steht einfach auch so unglaublich viel drin, was ich über die langen Monate notiert habe.

APA: Zugleich haben Sie nun für Salzburg eine Streichfassung der “Cosi” erarbeiten müssen. Wie sehr hat Ihnen da das Herz geblutet?

Mallwitz: Die Vorgabe war, dass wir – weil es keine Pause geben darf – in etwa auf zwei Stunden und zehn Minuten kommen. Und das ist natürlich massiv kürzer als das Original mit seinen drei Stunden. Ich habe dann gleich am ersten Tag mit Regisseur Christof Loy telefoniert, und wir sind praktisch zwei Tage durchgängig daheim mit unseren Partituren gesessen und haben uns permanent angerufen mit den Ideen. Das war ein beinahe schmerzhafter Prozess, bis ich irgendwann gesagt habe: Versuchen wir nicht den Ansatz, was wir alles streichen müssen, sondern eher, wie viel wir von Mozarts Geist in die neue Fassung übernehmen können.

APA: Sie hatten nicht das Gefühl, dass das Werk gleichsam sakrosankt ist?

Mallwitz: Klar ist, dass es sich um eine ganz spezielle Fassung für eine ganz spezielle Situation handelt. Ohne Corona würde man das nicht machen. Zugleich wäre aber Mozart der Erste gewesen, der seine Oper für die örtlichen Gegebenheiten bearbeitet hätte.

APA: Das Endergebnis ist nun also gewissermaßen ein Kondensat, oder haben Sie auch ganze Passagen gekürzt?

Mallwitz: Es ist tatsächlich eine sehr schnelle Version mit hohem Tempo geworden, weil wir sehr viele kleine Schnitte gesetzt haben. Andererseits sind teils auch ganze Arien entfallen – anders geht das nicht, wenn man 50 Minuten kürzen muss.

APA: Nun haben Sie in Salzburg die Sondersituation, dass Sie mit Christof Loy einen Regisseur an der Seite haben, der auch die Partitur lesen kann. Wie geht es Ihnen als Dirigentin grundsätzlich mit der Regie als zweites Machtzentrum bei einer Inszenierung?

Mallwitz: Wenn ich mir anschaue, wie es hier gerade in Salzburg funktioniert, kann ich ohne Übertreibung sagen: So soll es sein. Christof Loy und ich arbeiten Hand in Hand mit den Sängern. Es bleibt letztlich immer das gleiche Ziel: Wie kann ich den bestmöglichen Ausdruck für eine Situation finden? Da muss man als Dirigentin vielleicht auch einmal sagen, dass man an der einen oder anderen Stelle nicht sofort ins Piano gehen kann. Umgekehrt ist das aber auch der Fall. Und das ist nicht mit allen Theatermachern möglich. Es gibt definitiv Regisseure, bei denen ich aus meiner Erfahrung als Generalmusikdirektorin weiß, dass ich mit denen nie wieder zusammenarbeiten werde.

APA: Ist die Rolle als Dirigentin bei Mozart eine andere als beispielsweise bei einem Spätromantiker wie Mahler und seinem weit größeren Orchesterapparat?

Mallwitz: Bei Mozart ist man als Dirigent eher ein Mitspieler als bei Mahler. Mahler war ja Dirigent und hat die Musik auch in dieser Hinsicht geschrieben. Das heißt aber nicht, dass man bei Mozart die Führung aus der Hand gibt. Als Dirigent ist man letzten Endes immer der, der auch die Richtung vorgibt. Und da habe ich viel Erfahrung bei Mozart gesammelt: Ich habe tatsächlich jedes Jahr, seit ich 19 bin, zumindest eine Mozart-Oper dirigiert – bis auf vergangenes Jahr. Als ich Generalmusikdirektorin in Erfurt wurde, habe ich etwa eingeführt, dass wir jedes Jahr eine Mozart-Oper gespielt haben.

APA: Mittlerweile sind Sie ja Generalmusikdirektorin in Nürnberg. Können Sie sich vorstellen, eine solche Position auch in 20 Jahren noch auszuüben, oder zieht es Sie doch in Richtung der freischaffenden Dirigentin?

Mallwitz: Ich hatte nach meinen vier Jahren in Erfurt eigentlich gedacht, dass ich eine Zeit lang als freie Dirigentin tätig sein werde. Und dann hat sich doch Nürnberg ergeben. Man hat als Generalmusikdirektorin eine große Verantwortung für das Orchester, das Haus, das Kulturleben in der Stadt, und sollte sich daher gerade in einer Krisensituation wie dieser nicht ins Private zurück ziehen. Und natürlich muss ich ganz ehrlich sagen, dass es die freien Künstler in der jetzigen Coronakrise weit schwerer haben als diejenigen, die wie ich das Glück haben, an einem subventionierten Stadttheater engagiert zu sein. Insofern kann ich jetzt nicht sagen, was die Zukunft bringt.

APA: Dass Sie zugleich aber auch jemand sind, der gerne die Gestaltungsmöglichkeiten einer Musikdirektorin nutzt, zeigt sich ja etwa am Format der “Expeditionskonzerte”, bei denen Sie Werke gleichsam in ihre Einzelteile zerlegen und den Menschen näher bringen…

Mallwitz: Ich war immer jemand, der über einer Partitur gesessen ist und am liebsten rausgerannt wäre, um den Menschen auf der Straße zu sagen, wie wunderschön die eine oder andere Passage ist. Und jetzt kann ich das! (lacht) Und genau auf die Expeditionskonzerte sprechen einen dann auch Menschen an, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Damit erreicht man ein Publikum, das sonst vielleicht gar nicht so häufig ins Konzert oder die Oper geht. Und das ist tatsächlich ein Format, das man nur an einem fixen Haus umsetzen kann.

APA: Sie haben Ihren Berufsweg ja sehr fundiert aufgebaut und ernten nun die Früchte, dass auch Ihr Ruhm sich stetig mehrt. Wie gehen Sie mit diesem Aspekt ihrer Tätigkeit um?

Mallwitz: Es war mir anfangs gar nicht so klar, dass ich den klassischen Weg von der Repetitorin über die Kapellmeisterin eingeschlagen habe. Es ist aber etwas, das ich jedem angehenden Kollegen empfehlen würde! Im Bezug auf den Ruhm bedeutet er für mich vor allem, dass ich zunehmend weniger Kompromisse in der Arbeit eingehen muss, mehr Freiheit bei Projekten habe.

APA: Zum Abschluss noch ein Blick auf das Thema Nr. 1 dieser Monate: Befürchten Sie gerade in der Musikwelt irreparable Schäden durch den Corona-Lockdown?

Mallwitz: Dass es sich im Herbst noch nicht auf das Niveau von zuvor einpendeln wird, das ist uns mittlerweile, glaube ich, allen klar. Die Frage ist, wie lange die Phase dauert, bis ein Impfstoff gefunden ist. Und natürlich leiden hier vor allem die freien Künstler am meisten, aber auch all die Branchen, die damit verbunden sind – von der Agentin über den Tontechniker bis hin zur Gastronomie nahe dem Theater. Zugleich merke ich, dass der Hunger nach Kunst und Kultur bei den Menschen noch nie so groß war wie jetzt. Und das ist etwas, das wir einfach befeuern müssen in dieser Krise. Ich habe die Hoffnung, dass man begriffen hat, dass Kunst und Kultur etwas ist, das ganz essenziell zum Menschsein dazu gehört.

APA: Sehen Sie die Abhaltung der Salzburger Festspiele deshalb als entsprechenden Schritt in die richtige Richtung?

Mallwitz: Es ist ein enorm wichtiges Zeichen. Und zugleich haben wir alle natürlich die große Verantwortung, dass nichts passieren darf. Deshalb sind wir hier praktisch in einer freiwilligen Isolation: Restaurantbesuche in geschlossenen Räumen und Treffen mit Menschen außerhalb des Teams sind derzeit einfach nicht drin, damit im August alles gut über die Bühne geht.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Rapid hat sich am Montag für das laut Aussendung “geschmacklose” Fan-Transparent entschuldigt, das vor dem Heimspiel stundenlang auf der Tribüne des “Block West” des Allianz Stadions angebracht war. “Der Inhalt des Banners widerspricht dem Leitbild des SK Rapid. Wir bedauern, dass dieser sexistische Spruch den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat”, hieß es in der Mitteilung. Außerdem schrieben die Hütteldorfer: “Mit unseren Fans eint uns die Ablehnung von Fußball-Spielen ohne Zuschauer und das Verständnis des Protestes gegen diese – derzeit allerdings aus Gründen gegebene – Beschränkung. Im konkreten Fall aber wurde diese Kritik in einer Art und Weise geäußert, die mit den in unserem Leitbild festgeschriebenen Werten, für die unser Verein steht, in keiner Weise vereinbar ist.” Man wolle den Fans grundsätzlich die Möglichkeit der Meinungsäußerung im Stadion geben, “in diesem Fall ist die gewählte Wortwahl allerdings nicht zu akzeptieren und wurde das Transparent nach interner Kommunikation mit allen Beteiligten und dem an diesem Spieltag relativ spätem Eintreffen der Geschäftsführung im Stadion vor Spielbeginn auch abgenommen.” Abschließend wurde betont, dass “Sexismus, Diskriminierung und Rassismus von unserem Verein absolut abgelehnt werden”. Die Bundesliga forderte Rapid zu einer Stellungnahme auf. Eine Anzeige erfolge derzeit aber nicht, teilte die Liga am Montagnachmittag in einer Stellungnahme gegenüber der APA mit. Als Grund dafür nannte die Liga einen seit Herbst mit dem ÖFB laufenden Evaluierungsprozess zu diskriminierenden Vorfällen und dem Umgang mit diesen – auch auf Basis des seit Juli 2019 bei UEFA-Spielen zur Anwendung kommenden Drei-Stufen-Plans. “Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit allen am Fußball Beteiligten ab der neuen Saison nachhaltig Veränderungen herbeizuführen”, schrieb die Bundesliga. Vom “geschmacklosen Transparent im SCR-Fansektor” distanzierte sich die Liga in ihrer Mitteilung allerdings in aller Deutlichkeit. “Wir bekennen uns zu Werten wie Toleranz, Vielfalt und Offenheit und sind stolz darauf, dass der Fußball jeden Tag einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, zur Integration und zum Zusammenhalt liefert”, hieß es. “Leider kommt es aber auch zu Vorfällen, von denen jeder einer zu viel ist.”

Rapid entschuldigt sich für sexistisches Fan-Transparent

Wegen der Coronakrise waren seit Anfang April erstmals außerordentliche Zivildiener im Einsatz. Für rund 1.500 junge Männer bedeutete dies eine Verlängerung ihres Dienstes, dazu kamen insgesamt rund 3.000 freiwillige frühere Zivildiener. Mit Ende Juni ist dieser Dienst nun für die meisten zu Ende gegangen. Der Beschluss der Bundesregierung erfolgte mit 15. März, wobei man neben Verlängerung und freiwilligem Einsatz auch auf die Versetzung bestehender Zivildiener zu Corona-relevanten Einrichtungen (Krankenanstalten, Rettungswesen, etc.) setzte. Starttermin war der 1. April. Für 1.500 Aktive wurde der Dienst bis Ende Juni verlängert, zusätzlich traten rund 2.000 Freiwillige ihren Dienst an. Mit 1. Mai kamen noch einmal 1.000 Freiwillige dazu. Im Juni begannen keine weiteren a.o. Zivildiener, die bestehenden 4.500 blieben im Einsatz. Mit Ende des Monats endete nun der Dienst für alle verlängerten und für den Großteil der Freiwilligen. Nur noch einige 100 vom Mai-Termin sind weiter im Einsatz, hieß es im zuständigen Ministerium von Elisabeth Köstinger (ÖVP). Der heutige 1. Juli ist nun wieder ein normaler Dienstantrittstermin mit mehr als 1.200 ordentlichen Zivildienern, davon 600 bei Rettungsorganisationen. Für Köstinger hat sich die Maßnahme gelohnt, wie sie in einer schriftlichen Mitteilung erklärte. Es sei dies eine wichtige Stütze und Ergänzung für den Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsbereich gewesen. Sie dankte den rund 4.500 jungen Männern: “Sie haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass unsere Versorgungssysteme in der Coronakrise gut gehalten haben.” Es sei wichtig, den Zivildienst weiter zu stärken und weiterzuentwickeln, meinte die Ministerin.

Außerordentlicher Zivildiener-Einsatz großteils beendet

Ein Viertel der Nominierungen für den Deutschen Buchpreis ist heuer nach Österreich gegangen. Neben Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher (“Ich an meiner Seite”), Valerie Fritsch (“Herzklappen von Johnson & Johnson”) und Robert Seethaler (“Der letzte Satz”) haben es auch Helena Adler und Stephan Roiss mit ihren Romandebüts auf die 20 Titel umfassende Longlist geschafft. Die 1983 geborene Salzburgerin Helena Adler hat mit ihrem Roman “Die Infantin trägt den Scheitel links”, in dem sie sich mit großer Verspieltheit dem bäuerlichen Nachwuchs und dessen Überlebensstrategien widmet, bereits im Frühjahr die Kritiker überzeugt, der ebenfalls 1983 geborene Linzer Stephan Roiss stellt seinen in den kommenden Tagen erscheinenden Erstling “Triceratops” am 3. September beim Literaturfestival O-Töne im Wiener Museumsquartier vor. Im Vorjahr kamen gleich sechs der Nominierten aus Österreich. Ausgezeichnet wurde am Ende Sasa Stanisic für seinen Roman “Herkunft”. Für den seit 2005 vergebenen Deutschen Buchpreis, der den besten deutschsprachigen Roman des Jahres würdigt, hatten in diesem Jahr 120 Verlage 187 Romane eingereicht, so viele wie noch nie. Außerdem haben die sieben Jurymitglieder von sich aus weitere Romane einbezogen, so dass insgesamt 206 Titel gesichtet wurden, die zwischen Oktober 2019 und dem 15. September 2020 erschienen sind oder noch erscheinen. Weitere Nominierte sind u.a. Bov Bjerg, Arno Camenisch, Dorothee Elmiger, Thomas Hettche, Leif Randt, Anne Weber und Frank Witzel, der Buchpreisträger des Jahres 2015. “Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke”, ließ Jurysprecherin Hanna Engelmeier in einem Statement verlauten. “Der Jury eröffnete sich ein Panorama von überwiegend realistisch angelegten Romanen. Besonders viele Romane nutzen das (auto)biographische Erzählen, stark vertreten sind zudem Titel, die sich mit historischen Themen auseinandersetzen. Die Longlist spiegelt diese Schwerpunkte wider, greift aber zusätzlich Romane auf, die sich jüngeren identitätspolitischen Debatten widmen. Es freut uns, dass auch Bücher vertreten sind, die die Form des Romans aufbrechen und mit ihr experimentieren. Die Longlist repräsentiert so nicht nur eine Vielfalt von Themen, sondern auch die Vielfalt poetischer Ausdrucksformen dieser Saison.” Die weiteren Jury-Mitglieder sind die Literaturredakteure Katharina Borchardt, Felix Stephan und David Hugendick, die Literaturvermittlerin Chris Möller sowie die Buchhändlerinnen Maria-Christina Piwowarski und Denise Zumbrunnen. Die Shortlist mit den sechs Finalisten wird am 15. September veröffentlicht. Die Preisverleihung findet heuer coronabedingt ohne Publikum am 12. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Sie wird via Livestream übertragen. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die fünf Finalisten jeweils 2.500 Euro.

Deutscher Buchpreis: Fünf Nominierte aus Österreich

Bürgermeister Andreas Rabl im Gespräch über die neue Regierung, den Neuaufbau der FPÖ, den Kaiserjosef-Platz und die Zukunft der Messe.

Wegen steigender Infektionszahlen in Österreich wurde die Entscheidung über die Öffnung von Nachtlokalen verschoben. Frühestens ab 15. August könnten sie wieder aufsperren. Die in Aussicht gestellte Lockerung für die Nachtgastronomie und eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4.00 Uhr ab 1. August wird verschoben. Wie der Sprecher des Verbands der österreichischen Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger, am Mittwoch der APA sagte, wird erst Ende Juli entschieden, ob die Nachtlokale ab 15. August aufsperren dürfen. Hintergrund sind die gestiegenen Infektionszahlen. Entscheidung frühestens Ende Juli Vom Gesundheitsministerium hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA, dass die “derzeitige epidemiologischen Lage in Österreich weitere Öffnungsschritte aktuell nicht zulässt”. Im Zwei-Wochen-Rhythmus soll die Situation neu bewertet werden. “Mit den VertreterInnen der Veranstaltungsbranche und der Nachtgastronomie wird es weiterhin intensive und regelmäßige Gespräche geben, um die jeweils nächsten Schritte festzulegen”, betonte das Ministerium. Somit wird es frühestens Ende Juli eine Entscheidung geben. “Jeden Tag gibt es in ganz Österreich ‘illegale’ Partys und wir dürfen nicht aufmachen”, kritisierte Ratzenberger. “Auch ein Partytourismus startet bereits – etwa in die Slowakei. Dort darf bis 4.00 Uhr offen sein, in der Schweiz bis 6.00 Uhr.” Er forderte vom Innenministerium, dass gegen die illegalen Veranstaltungen vorgegangen wird. “Klar ist auch, dass bei geschlossenen Betrieben auch unangemeldete Großveranstaltungen im Freien nicht geduldet werden können – wir befinden uns dazu im engen Austausch mit dem Innenministerium. Auch in den geöffneten Betrieben der Gastronomie gilt – wie für sämtliche Bereiche im öffentlichen Raum – weiterhin der Ein-Meter-Abstand”, betonte das Ministerium.

Nachtlokale bleiben in Österreich weiterhin zu

Die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio 2021 ist nach Aussage des IOC-Mitglieds John Coates nicht abhängig vom Vorhandensein eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. “Der Rat der Weltgesundheitsorganisation lautet, dass wir weiter mit diesem Termin planen sollen, und das machen wir und das ist nicht abhängig von einem Impfstoff”, sagte der Chef der IOC-Koordinierungskommission.

Sommerspiele laut Coates nicht abhängig von Impfstoff