Salzburger Festspiele: Memorandum für die nächsten 100 Jahre

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Salzburger Festspiele: Memorandum für die nächsten 100 Jahre

Am Vortag des 100. Geburtstages der Salzburger Festspiele haben die drei Mitglieder des Direktoriums und Landeshauptmann Wilfried Haslauer als Vertreter des Festspielfonds am Freitagnachmittag ein zehn Punkte umfassendes Memorandum unterzeichnet. Darin werden grundsätzliche Gedanken für das zweite Jahrhundert des Festivals festgehalten.

Wobei viele dieser Grundsätze schon bei der Gründung von zentraler Bedeutung waren. So betrachten sich die Festspiele weiterhin als ein Friedensprojekt, setzen weiter auf Internationalität oder versprechen den Versuch, der Kunst – “selbst unter widrigsten Umständen” – zu dem ihr gebührenden Stellenwert zu verhelfen. Weiters wird der Auftrag festgeschrieben, kommende Generationen für die Kultur zu begeistern und Künstlerkarrieren zu fördern. Und als zentraler Schüssel gilt weiterhin die höchste Qualität, der auch Vorrang vor der Kommerzialität zu geben sei.

“Vieles klingt selbstverständlich. Aber es war wichtig, dass man es einmal formuliert, es muss einmal gesagt werden”, so Haslauer bei einem Pressegespräch. Ein reines Festschreiben der Gründungsideen sei das Memorandum aber nicht, denn damals sei es künstlerisch ein Anschluss an die Barockzeit gewesen. “Da sind wir heute weit darüber hinaus.”

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler erinnerte an die drei Gründungsziele, die nach wie vor gelten: das Friedensprojekt, die höchste Qualität bei Musik und Theater und die wirtschaftliche Bedeutung des Festivals, die gerade heuer durch Corona wieder augenscheinlich geworden sei.

Punkt zehn des Memorandums bezieht sich auf aktuelle Pläne: Innerhalb der kommenden zehn Jahre sollten die großen Bauvorhaben im Festspielbezirk realisiert werden. Hier geht es um dringend nötige Sanierungen und Erweiterungen. Die Details dazu sollen in einigen Wochen vorgestellt werden.

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