Schröcksnadel: ÖSV-Damen auch durch Corona geschwächt

Merken
Schröcksnadel: ÖSV-Damen auch durch Corona geschwächt

Im Speed-Team hatten sich im Herbst mehrere Athletinnen mit dem Virus angesteckt. Tamara Tippler erkrankte mit schweren Symptomen, Stephanie Venier und Nicole Schmidhofer waren heftig genug bedient. Auch Mirjam Puchner und Nina Ortlieb waren von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen. Und auch bei den österreichischen Skispringern grassierte das Coronavirus. “Die Damen-Mannschaft und die Springer waren infiziert, die Damen haben sich bei einem Trainingskurs in einem Hotel angesteckt”, sagte Schröcksnadel. Bei den Ergebnissen könne man teilweise sehen, “die haben alle Corona gehabt”.

Dass ausgerechnet Tippler, die in diesem Winter drei Podestplätze herausfuhr, die mit Abstand konstantesten Leistungen bringt, könnte man als Gegenargument zu Schröcksnadel sehen. Andere, darunter Venier und Puchner, blieben bisher unter ihren Möglichkeiten. Schmidhofer erlitt bei einem Sturz in der Abfahrt von Val d’Isere schwere Knieverletzungen, ihre Saison war damit vorzeitig beendet. Ortlieb verletzte sich wenige Wochen später ebenfalls schwer am Knie. Auch andere gestandene Läuferinnen wie Cornelia Hütter, Bernadette Schild und Ricarda Haaser fehlen aktuell aufgrund von Verletzungen.

Vor diesem Hintergrund ist der Sieg im Nationencup für Schröcksnadel nicht mehr wirklich realistisch. Derzeit liegt die Schweiz mit 877 Punkten Vorsprung auf Österreich auch Platz eins. In der Saison 2019/20 hatte die Schweiz diese Wertung erstmals in der Ära Schröcksnadel seit 1990 wieder gewonnen – für den Tiroler ein Schönheitsfehler, den er in seiner letzten Saison als ÖSV-Chef eigentlich tilgen wollte. “Den Herren-Nationencup können wir durchaus gewinnen, die Schweiz hat ja auch einige Verletzte jetzt. Aber insgesamt wird es schwierig, weil die Damen so weit hinten sind”, erklärte Schröcksnadel. “Aufgeben werden wir es aber nicht.”

Seine Kritik an der Regierung beim Thema Corona-Schutzimpfungen erneuerte der Unternehmer. “Sehr dilettantisch” bezeichnete er das Management in der Anfangsphase, als es um die Organisation der ersten Impfungen ging. “Wir haben beim Sportministerium im Dezember deponiert, dass die Sportler geimpft gehören. Es läuft meiner Meinung nach sehr viel schief”, so Schröcksnadel. Er habe vertreten, dass Wintersportler vorgereiht werden sollten, denn: “Wir sind ja die Aushängeschilder für die Nation.” Dafür sei er öffentlich geprügelt worden.

Nun setze er sich dafür ein, dass Sommersportler, besonders jene, die Österreich bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten sollen, rechtzeitig geimpft werden. “Die gehen ein hohes Risiko ein. Viele sagen, die sind jung, denen passiert nichts. Aber das stimmt nicht.” Die Wintersportler würden erst vor der neuen Saison im Herbst drankommen, meinte Schröcksnadel. “Bis dorthin wird es sich beruhigt haben. Jetzt ist der Impfstoff knapp, aber in zwei, drei Monaten gibt es sicher genug.”

Er selber habe noch nicht einmal einen Termin für eine erste Impfung. “Ich bin 79, in fünf Monaten bin ich 80. Ich bin in der Risikogruppe”, sagte Schröcksnadel. Um sich nicht selbst zu gefährden, werde er der letzten Ski-WM in seiner Amtszeit in Cortina d’Ampezzo höchstens Ein-Tages-Besuche für Prestige-Wettkämpfe wie Abfahrt oder Slalom abstatten. “Aber ich bleib sicher nicht dort in einem Hotel.”

Bei der ÖSV-Länderkonferenz im Juni plant Schröcksnadel die Amtsübergabe an seinen Nachfolger. Als Kandidaten werden Kitzbühels OK-Präsident Michael Huber und Ex-Rennläufer Michael Walchhofer kolportiert, die Namen wollte er nicht kommentieren. “Ich wünsche mir, dass es einen Kandidaten gibt, dass man eine geordnete Übergabe machen kann”, sagte er nur. “Ich werde mich da nicht einmischen. Ich werde dann meine Erfahrung zur Verfügung stellen, wenn es so weit ist.”

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Im Dreikampf um die zwei Aufstiegsplätze in der Gruppe J der Europa League kann der LASKheute (18.55 Uhr/live DAZN) einen großen Schritt Richtung Sechzehntelfinale machen. Die Linzer empfangen den direkten Konkurrenten Royal Antwerpen und könnten den belgischen Cupsieger mit einem Sieg vielleicht entscheidend abhängen.   LASK und Antwerpen halten so wie Gruppenfavorit Tottenham, der um 21.00 zu Hause gegen Ludogorez Rasgrad spielt, nach drei Runden bei je sechs Punkten. Da die Athletiker das Auswärtsspiel in Belgien dank eines Treffers von Johannes Eggestein mit 1:0 gewonnen haben, würde bei einem vollen Erfolg im Rückspiel schon ein Sieg aus den noch ausstehenden Partien gegen Tottenham (3.12.) und Rasgrad (10.12.) zum Aufstieg reichen. Bei einem Remis am Donnerstag würde das gewonnene direkte Duell bei Punktegleichheit mit Antwerpen für den LASK sprechen. Thalhammer: “Sehe das Spiel nicht als vorentscheidend” “Ich sehe das Spiel nicht als vorentscheidend”, meinte Dominik Thalhammer, schränkte aber ein: “Wenn wir gewinnen Ja. Doch wir sind an einem sehr guten Tag auch in der Lage, Tottenham Punkte abzunehmen”, sagte der LASK-Trainer zur Ausgangssituation. Die Linzer gehen jedenfalls mit einer Mischung aus Respekt und viel Zuversicht ins Spiel. “Ich schätze Antwerpen nach wie vor hoch ein. Sie sind taktisch sehr gut. Es war im Hinspiel eine große Herausforderung und das ist es auch wieder. Doch es gibt uns schon Kraft, dass wir sie geschlagen haben”, sagte Thalhammer, der ein “enges, intensives und taktisch hochwertiges Spiel” erwartet. LASK muss umstellen Er muss im zentralen defensiven Mittelfeld allerdings umstellen. James Holland ist nach Rot im Hinspiel gesperrt, sein Ersatz Lukas Grgic verletzt. Zudem fällt auch der im Europacup so treffsichere Stürmer Marko Raguz aus. Im Mittelfeld wird wohl Mads Emil Madsen zum Einsatz kommen, an vorderster Front Eggestein. Madsen stand schon am Samstag in Hartberg in der Startelf, als aus Linzer Sicht nach starker Leistung nur das Resultat (1:1) nicht den Wünschen entsprach. “Ich habe in der ersten Halbzeit in Hartberg bei uns Aspekte einer Spitzenmannschaft gesehen. Doch wir haben weiter Möglichkeiten, uns zu verbessern. Es waren nicht genug Leute im Strafraum, um den Gegner zu beschäftigen”, analysierte Thalhammer.Davor hatte der LASK fünf Siege hintereinander gefeiert, während Antwerpen nach der Überraschung gegen Tottenham (1:0 am 29. Oktober) im November noch sieglos ist und in der heimischen Meisterschaft nach nur zwei Punkten aus den jüngsten drei Spielen von der Tabellenspitze auf Rang sechs zurückgefallen ist. Für Andreas Gruber ändert sich dadurch aber nichts. “Beide Mannschaften spielen ein ähnliches System, dadurch wird es wieder ein intensives Spiel werden, in dem es auf Zweikämpfe und das taktische Verhalten ankommen wird”, erklärte der Stürmer.

LASK will "The Great Old" aus Antwerpen alt aussehen lassen

Die gratis Yogastunde ist zurück! Am Donnerstag, den 18. Juni, von 7.00-8.00 Uhr, lädt das max.center wieder zum Yoga mit Petra Werner ein.

Gratis Yoga am 18. Juni im max.center!

750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und zum Abschluss noch 5 km Laufen. Das mussten heute die 233 Teilnehmer des Starlim City Triathlon hinter sich bringen. Alex Bründl konnte seinen Vorjahrestitel leider nicht verteidigen. Gewonnen hat der Deutsche Kilian Bauer.

Starlim City Triathlon

Der Welser Schüler Alexander Hubner gilt als ganz großes Talent der heimischen Fecht-Szene. Bei der U17 Florett-Weltmeisterschaft in Kairo (Ägypten) durfte er das Anfang April ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Mit vier Siegen und drei Niederlagen platzierte sich der Welser auf Position 23. Insgesamt nahmen am Bewerb 69 Athleten teil.

Welser Fechter bei WM in Kairo

Am vergangenen Sonntag genügte der SPG Walter Wels auswärts in Oberwart ein 3:3 um dennoch zwei Runden vor Schluss des Grunddurchganges den Einzug ins Final Four zu fixieren. Damit können die Welser auch befreit ins Max Center TT am kommenden Samstag den 14 März gegen Wiener Neustadt gehen.

Walter Wels steht im Final Four

Mit dem Sieg gegen den Cottage Tennisclub Pötzleinsdorf feiern die Spieler des ASKÖ TC Wels den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das Ergebnis stand zwar nach den Einzelspielen bereits mit 5:1 fest. Es war allerdings bei weitem nicht so eindeutig wie das Ergebnis vermuten lässt. In 3 Matches musste das Champions Tiebreak die Entscheidung bringen.

ASKÖ TC Wels feiert Aufstieg in die 2. Bundesliga