Schwedens Ministerpräsident: "Tausende werden sterben"

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Schwedens Ministerpräsident: "Tausende werden sterben"

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise rechnet der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven mit Tausenden Todesfällen in seinem Land. Dass die Pandemie in Schweden langsamer verlaufe als in anderen Ländern, bedeute nicht automatisch, dass es deshalb weniger Schwerkranke oder weniger Tote geben werde, sagte Löfven am Freitag in einem umfassenden Interview der Zeitung “Dagens Nyheter”.

In Schweden verfolge man die Strategie, den Anstieg der Infektionsfälle zu verzögern, um die Gesundheitsdienste nicht zu überlasten, sagte der Sozialdemokrat Löfven. “Aber das beinhaltet zugleich, dass wir weitere Schwerkranke haben werden, die Intensivpflege benötigen, wir werden bedeutend mehr Tote haben. Wir werden mit Tausenden Toten rechnen müssen.

In Schweden gab es bis Freitag mehr als 6000 bestätigte Infektionsfälle. Bisher sind in dem skandinavischen EU-Land 333 Menschen mit Covid-19-Erkrankung gestorben. Die Schweden gehen bisher mit freizügigeren Maßnahmen als etwa Österreich und Deutschland oder seine skandinavischen Nachbarn Dänemark und Norwegen gegen die Corona-Pandemie vor, verfolgen aber ebenso das Ziel, die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen.

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Die Glaubensgemeinschaften haben sich am Mittwoch geschlossen hinter die Forderungen des Klimavolksbegehrens gestellt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen die Religions-Vertreter die Dringlichkeit des Anliegens und forderten die Bevölkerung dazu auf, das Volksbegehren zu unterzeichnen. Volksbegehrens-Sprecherin Katharina Rogenhofer freute sich über den “historischen Moment”. “Die Klimafrage ist die Frage der Zukunft der Welt”, sagte Kardinal Christoph Schönborn in seinem Statement. Er verwies auf Worte von Papst Franziskus: “Wir könne nicht verlangen, in einer kranken Welt gesund zu bleiben. Es liegt an uns, den Trend umzukehren”, habe der Papst gesagt. Für den evangelisch-lutherischen Bischof Michael Chalupka ist es vor allem Ziel, die Botschaft an die Menschen zu bringen. Neben einer klaren Analyse der Wissenschaft und einem klaren Blick, welche Maßnahmen erforderlich sind, sei es notwendig, “Bewusstsein in den Herzen und Hirnen der Bevölkerung zu schaffen”. Denn erst dann agiere die Politik. Die Religionen müssten sich gemeinsam dafür einsetzen, so der Bischof. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, mahnte ebenfalls zur Einsicht: “Es ist ganz einfach: Wir haben nur diesen einen Planeten. Wie wir mit unserer Erde, unserer Umwelt, umgehen, ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen überhaupt. Der vom Menschen verursachte Klimawandel kann niemanden kalt lassen.” Die Umwelt zu schützen, um sie für die Kinder und Enkelkinder und viele weitere Generationen bewohnbar zu halten, “muss als Gebot für die gesamte Menschheit verstanden werden”. Denn: “Klimaschutz ist nicht nur ein göttlicher Auftrag, sondern ein Zeichen des Hausverstandes. Bitte unterzeichnen Sie das Klimavolksbegehren und tragen Sie dazu bei, die Welt zu retten.” Auch der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic sprach die generationenübergreifende Bedeutung des Themas an. “Wir wollen in Zukunft zusammenstehen, Schulter an Schulter.” Auch gelte es, klimaschädliche Subventionen einzustellen, betonte er. Von einem “Zeichen des Verantwortungsbewusstseins gegenüber den Generationen nach uns” sprach der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural. Gleichzeitig brauche es auch “ein Zeichen der Solidarität gegenüber jenen Regionen der Welt, die besonders betroffen sind”. Es sei eine “Freude, interkonfessionell zu handeln”, denn das Thema betreffe alle. “Ich möchte daher Sie, meine Damen und Herren, bitten, das Volksbegehren zu unterstützen.” Auf die Auswirkungen jedes Handelns in der Klimapolitik verwies der Präsident der Buddhistische Religionsgesellschaft, Gerhard Weissgrab: “Jedes Handeln hat auch für andere Folgen”, sagte er. Die Glaubensvertreter unterzeichneten auch einen von insgesamt 85 konfessionellen Organisationen unterstützten offenen Brief an die Bundesregierung, in dem diese zu einer “engagierten Klimapolitik” aufgefordert wird (abrufbar unter ). “Wir wollen Brücken bauen und ein gemeinsames Zeichen für mutige Klimapolitik setzen”, heißt es darin. Rogenhofer sagte, die Politik müsse Verantwortung übernehmen. Eine Ziel für die Zahl der Unterschriften wollte sie nicht nennen, es sollten möglichst viele werden. Mit Stand Dienstagabend hatten rund 178.000 Personen das Begehren unterzeichnet, so die Sprecherin.

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Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auch auf die österreichische Wirtschaft, dennoch herrscht großer Optimismus für die Zeit nach der Krise. Dies hat eine am Montag publizierte Studie von Leitbetriebe Austria und dem Marktforschungsunternehmen Marketagent ergeben. Über 80 Prozent der 219 befragten Unternehmen, davon 90 ausgezeichnete Leitbetriebe, sehen sich stark oder sehr stark betroffen. Fast ein Drittel rechnet mit Umsatzrückgängen von über 30 Prozent, manche sogar von über 70 Prozent, 56,9 Prozent der Befragten erwarten Rückgänge bis zu 30 Prozent. Nicht weniger als 44 Prozent gehen davon aus, dass man erst 2021 oder gar später wieder “business as usual” haben wird. Weniger als 30 Prozent erwarten eine Rückkehr zum Normalbetrieb bis Ende des dritten Quartals 2020. Die gute Nachricht ist, dass eine klare Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft blickt. 81,5 Prozent sind optimistisch, zwei Drittel rechnen gar damit, dass ihr Unternehmen gestärkt aus der Krise herauskommen wird. “Praktisch überall, selbst in den am schwersten betroffenen Branchen, dominiert eher eine Jetzt-erst-recht-Stimmung”, berichtete die Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, Monica Rintersbacher. Keine Spur von Resignation sei zu bemerken. “Es werden neue Vertriebswege gesucht, neue Produktideen umgesetzt, Produktions- und Verwaltungsabläufe optimiert und manchmal auch völlig neue Geschäftsmodelle entwickelt”, berichtete Rintersbacher. All diese Eindrücke machen die Geschäftsführerin “deutlich optimistischer” als der alleinige Blick auf die Zahlen. Schon jetzt hat die Coronakrise zu Innovationen geführt: Gleich 61,1 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem Digitalisierungsschub, 53,7 Prozent betrachten Home Office sowie neue Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten als wichtige Chance. 40,3 Prozent sehen die Krise als Anstoß etwa zu Verschlankungen betrieblicher Abläufe, mehr als ein Viertel erschließt bereits neue Geschäftsfelder. Auch für Führungskräfte hätten sich die Ansprüche verändert, berichtete Marketagent-Marketingleiterin Lisa Patek. “An erster Stelle steht zwar der Punkt Entscheidungsstärke, aber danach folgen mit Aspekten wie Wertschätzung, Motivationsvermögen, Optimismus und Vorbildcharakter gleich vier Nennungen klassischer sozialer Kompetenzen.” Die größten Veränderungen erwarten die Leitbetriebe im Vergleich zu anderen Unternehmen. Der Digitalisierungsschub wird bei diesen zu 72 Prozent durch Corona erwartet, bei den sonstigen Unternehmen nur von 52,8 Prozent. Auch sonst werde es bei den Leitbetrieben zu mehr Innovationen, starken Änderungen der betrieblichen Strukturen und Abläufe kommen als im Durchschnitt aller österreichischer Unternehmen, verrät die Studie. Die Bundesregierung hat für 82 Prozent entweder einen “sehr guten” oder einen “eher guten Job” gemacht. Die großen Unternehmen vergaben hier allerdings weit bessere Noten als die kleineren. Die Leitbetriebe allein kamen auf 90 Prozent. Man habe allerdings bewusst nicht zwischen gesundheitspolitischen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen unterschieden und die Antworten seien großteils schon knapp nach den ersten Lockerungen abgegeben worden, erläuterte Rintersbacher.

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Die meisten Grenzen in Europa sind ab Montag wieder offen: Nach rund drei Monaten sollten die Kontrollen an den deutschen Grenzen um Mitternacht enden, gleichzeitig läuft die Reisewarnung für die meisten europäischen Staaten aus. “Ich bin froh, dass wir bei aller Vorsicht jetzt wieder mehr Freiheit wagen können”, sagte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) der “Bild am Sonntag”. Österreich öffnet ab Dienstag seine Grenzen für insgesamt 31 europäische Länder – darunter Italien – wieder. Auflagen bei der Einreise aus diesen Ländern wie ein verpflichtender negativer Coronatest oder eine 14-tägige Quarantäne gelten dann nicht mehr. Ausgenommen sind Schweden, Spanien, Portugal. Wegen der Pandemie hatte Deutschland am 16. März Grenzkontrollen an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark eingeführt. Die Regierungen in Polen und Tschechien hatten die Grenzen zeitweilig ganz geschlossen. Bis zum 11. Juni hätten deutsche Polizisten an den Grenzen 196.000 Zurückweisungen ausgesprochen, sagte Seehofer. Rund 6000 Beamte seien täglich im Einsatz gewesen. Für die Bundespolizei sei dies einer ihrer “schwierigsten Einsätze” gewesen. In Anbetracht der bevorstehenden Urlaubssaison warnte der deutsche Kanzleramtsminister Helge Braun aber vor neuen Ansteckungsgefahren. Würden Urlaubsrückkehrer aus einem Corona-Hotspot sich in ganz Deutschland verteilen und die Infektionsketten seien nicht zurückzuverfolgen, “dann kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten”, sagte er der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Die Deutsche Bahn (DB) kündigte am Sonntag an, ihr Angebot an Verbindungen ins Ausland schrittweise wieder hochzufahren. Bis Ende Juni werde der internationale Fernverkehr in alle erreichbaren Länder wieder aufgenommen, erklärte DB-Fernverkehrschef Michael Peterson. Einige Strecken ins Ausland waren auch in den vergangenen Wochen schon bedient worden. Bis Ende Juni sollen dann wieder alle Züge in die Schweiz, nach Österreich, Italien, Tschechien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Polen und in die Niederlande regulär fahren. Die offiziellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts laufen am Montag für die meisten europäischen Länder aus, für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU sollen sie noch bis Ende August gelten. Betroffen sind davon auch beliebte Reiseziele wie die Türkei, Nordafrika, Südostasien und die USA. Nicht alle Grenzen innerhalb Europas sind ab Montag frei passierbar. In Finnland und Norwegen gelten die Einreisesperren – mit bestimmten Ausnahmen – weiterhin. In Großbritannien müssen Reisende damit rechnen, trotz Aufhebung der Reisewarnung weiterhin nach der Einreise zwei Wochen in Quarantäne zu müssen. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Schweden dürfte weiterhin Bestand haben, da dort relativ hohe Infektionszahlen registriert werden. Spanien kündigte am Sonntag an, seine Grenzen am 21. Juni für Reisende aus der EU zu öffnen. Bisher war eine Öffnung zum 1. Juli anvisiert. An diesem Datum erfolgt auch für das Nachbarland Portugal die Grenzöffnung. Auf die Balearen sollen die ersten deutschen Touristen bereits ab Montag wieder reisen dürfen. Im Zuge eines Pilotprojekts sollen nach Angaben der Regionalregierung in Palma de Mallorca fast 11.000 deutsche Urlauber einreisen. Italien hatte seine Grenzen bereits am 3. Juni für Touristen aus Europa geöffnet. Griechenland, das ebenfalls stark vom Tourismus abhängig ist, will seine Grenzen am Montag für Urlauber öffnen und geht dabei besonders weit: Nicht nur europäische Touristen sollen einreisen können, sondern auch solche aus Japan, China, Südkorea, Australien und Neuseeland.

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