"Situation in den Spitälern nach wie vor sehr angespannt"

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"Situation in den Spitälern nach wie vor sehr angespannt"

Am Freitag sind in Österreich 4.954 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Es gebe “die ersten kleinen Schritte nach unten in den vergangenen Tagen”, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz. Bei der Auslastung der Intensivbetten sah er dagegen “noch keine Entwicklung nach unten”, Anschober ortete aber eine Stabilisierung. “Es muss in den nächsten Tagen viel stärker nach unten gehen”, sagte er daher auch zu den Neuinfektionen.

Trotzdem “dramatische Situation”

Auch in den Spitälern hat sich die Lage stabilisiert. 4.405 Personen waren noch hospitalisiert, 703 davon auf Intensivstationen. Trotz der sinkenden Zahlen sprach Anschober von einer “dramatischen Situation” in Österreich.

“Unkontrolliertes Infektionsgeschehen”

Intensivmedizinerin Uta Hoppe warnte in der ZiB2 am Freitagabend, dass die Gefahr noch keineswegs gebannt sei: “Wir sehen noch immer einen Anstieg der Spitalspatienten”. Die jüngste Patientin auf ihrer Station an der Uniklinik Salzburg sei 31 Jahre alt. Hoppe spricht auch von einer Übersterblichkeit, die es im Gegensatzu zum Fühjahr nun gebe.

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Anschober: "Tage der Weichenstellung"