Tierschutz-Demo eskaliert - ÖVP Spitzenkandidat soll handgreiflich geworden sein

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Tierschutz-Demo eskaliert - ÖVP Spitzenkandidat soll handgreiflich geworden sein

Bei einer Wahlveranstaltung der ÖVP gestern in Wels vor dem Schloss Lichtenegg ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Bei einer Demo des VGT (Verein gegen Tierfabriken) hat der Welser Spitzenkandidat Andreas Weidinger angeblich eine Tierschützerin gestossen und versucht ihr das Handy aus der Hand zu reissen. So berichtet heute die APA.

Bei der Demonstration wurde auf die Problematik des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung aufmerksam gemacht. Eine Tierquälerei, die von 95 % aller Menschen in Österreich abgelehnt wird. Eine Demonstrantin wurde festgenommen, zwei durchsucht. Begründung: die Demo sei in Wahrheit eine Ordnungsstörung und eine Verwendung der Straße zu verkehrsfremden Zwecken.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Der Vorfall erinnert mich an Kärnten 2004, wo der damalige Agrarsprecher der ÖVP, Robert Lutschounig, mir bei unserer Protestkundgebung anlässlich einer ÖVP-Wahlveranstaltung ins Gesicht geschlagen und unser Transparent zerrissen hat. Es ging seinerzeit um die ÖVP-Blockade gegen das Legebatterieverbot. Lutschounig stand dafür vor Gericht, musste sich entschuldigen und 700 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld leisten. Jetzt ein ähnlicher Vorfall in Wels, wieder ein gewalttätiger ÖVP-Spitzenkandidat. Herrn Weidinger brannten offenbar die Sicherungen durch, nur weil Tierschützer:innen gegen die ÖVP-Tierschutzpolitik protestiert haben. So ein Verhalten ist für einen Politiker völlig untragbar. Wer sich Tieren gegenüber so mies verhält, wie das die ÖVP im Bund und in OÖ tut, muss in einem Land, in dem Tierschutz ein Staatsziel ist, mit Protest rechnen. Wer das nicht verträgt, hat in einer demokratischen Regierung nichts verloren, der passt eher zu den Taliban nach Afghanistan.“

Und an Herrn Weidinger gerichtet: „Die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden ist Ihnen also wurscht, Herr Weidinger? Das ist eine wichtige Information, die wir Ihren potentiellen Wählern und Wählerinnen nicht vorenthalten wollen. Sie passt genau in die bisherige ÖVP-Linie zu Tierschutz – und zu Ihrer Gewaltbereitschaft. Gehen Sie daher bitte davon aus, dass wir in den nächsten Wochen bei sehr vielen Wahlveranstaltungen der ÖVP auftauchen werden. Die Menschen sollen wissen, welche steinzeitliche Tierschutzmentalität die ÖVP repräsentiert!“

Eine Stellungnahme der ÖVP zu dem Vorfall ist noch nicht erfolgt.

Foto (c) VGT.at

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