Tokio-Macher legen Rettungsplan vor

Merken
Tokio-Macher legen Rettungsplan vor

Für die Rettung der Sommerspiele 2021 setzt IOC-Chef Thomas Bach alle Hoffnungen in die Improvisationskünste der japanischen Olympia-Macher. Von einer Vielzahl an Notfall-Szenarien sprach der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bevor die Gastgeber am Freitag bei der ersten Online-Session in der Geschichte des IOC ihr Maßnahmenpaket für die verschobenen Spiele vorstellen wollen.

Olympioniken in Quarantäne, extra gelockerte Einreisebestimmungen für Athleten und Funktionäre und ein umfassendes Hygienekonzept für ein aufs Minimum reduziertes Sportfest – so könnte der Corona-Plan aussehen. “Da gibt es sehr gute Fortschritte”, meinte Bach. Geisterspiele in leeren Arenen will man aber unbedingt vermeiden. “Olympische Spiele hinter verschlossenen Türen ist etwas, das wir nicht wollen”, sagte Bach in Lausanne nach Beratungen der IOC-Exekutive, die eigentlich kurz vor der ursprünglich für 24. Juli vorgesehenen Olympia-Eröffnung in Tokio stattfinden sollten.

Doch auch nach der Verschiebung werden die Olympia-Macher die Zweifel an einer Austragung des weltgrößten Sportereignisses einfach nicht los. Einer jüngsten Umfrage zufolge glauben 77 Prozent der Japaner nicht, dass die Sommerspiele im kommenden Jahr wirklich in Tokio stattfinden können. Selbst wenn noch vor der nun für 23. Juli 2021 geplanten Eröffnung in Tokio ein Impfstoff gegen das Virus gefunden ist, bezweifeln Experten, dass die Folgen der Pandemie rechtzeitig bewältigt sind und die Sportwelt bereit für das Mega-Ereignis ist.

“Wir haben viele Sorgen darüber gehört, ob Olympia und die Paralympics tatsächlich ausgetragen werden können, und auch Vorschläge, die Spiele abzusagen”, räumte der Präsident von Japans Olympischem Komitee, Yasuhiro Yamashita, ein. Ein Anstieg der täglichen Neuinfektionen vor allem in Tokio hatte zuletzt in Japan die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle geschürt. “Wir durchleben eine Situation, die niemand vorher erlebt hat, und wollen uns darauf konzentrieren, was wir jetzt zu tun haben”, sagte Yamashita.

In kniffligen Verhandlungen haben die Gastgeber inzwischen wohl fast alle Wettkampfstätten auch für das kommende Jahr wieder sichern können. Offen war zuletzt noch, ob auch das olympische Dorf dann in vollem Umfang genutzt werden kann. Klar ist aber, dass die Verlegung die Japaner und auch das IOC hunderte Millionen Euro zusätzlich kosten wird. Deshalb drängen die Planer in Tokio auf massive Einsparungen bei Pomp und Programm.

“Wir wollen, dass diese Spiele genügsame Spiele sind, die sich auf das Wesentliche, den Geist und die Botschaft dieser Olympischen Spiele konzentrieren”, betonte Bach. Wie das genau aussehen soll, daran arbeitet seit der Olympia-Verlegung Ende März eine Taskforce. Auf der 136. IOC-Session, die wegen der Pandemie statt als zeremonielles Hochamt in Tokio nun als Video-Konferenz angesetzt ist, werde es “einen vollständigen Bericht” zum Zwischenstand der Planungen geben, kündigte Bach an.

Dass die für 2022 in Senegals Hauptstadt Dakar geplanten Olympischen Jugendspiele um vier Jahre auf 2026 verlegt wurden, sei kein Signal für ähnliche Überlegungen in Richtung Tokio, beteuerte Bach. Die Situation sei nicht vergleichbar. Immer wieder haben das IOC und die Gastgeber bekräftigt, dass eine weitere Verschiebung der Sommerspiele ausgeschlossen ist. Wenn auch 2021 wegen der Corona-Pandemie kein Olympia in Tokio möglich ist, sollen die Spiele abgesagt werden.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Nach dem Tod das Afroamerikaners George Floyd und den anhaltenden Protesten haben die vier noch lebenden früheren US-Präsidenten systematischen Rassismus in den USA verurteilt. Jimmy Carter, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama kritisierten in Stellungnahmen die anhaltende Ungleichheit und die Benachteiligung Schwarzer in den USA. Bei allen klang auch – mehr oder weniger direkt – Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump mit. Trump hat Floyds Tod mehrfach scharf verurteilt. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über anhaltende Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land. Obama sieht die friedlichen Proteste als Chance, Fortschritte im Kampf gegen den “institutionalisierten Rassismus” in den USA zu machen. Die jüngsten Ereignisse seien eine “unglaubliche Chance”, weil vielen Menschen bestehende Benachteiligungen erstmals bewusst würden. Der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis stellte sich hinter die friedlichen Proteste im Land und kritisierte Trump als Spalter. Er sei der erste Präsident, den er erlebe, der sich nicht darum bemühe, das Land zu einen, sondern seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten, schrieb Mattis im US-Magazin “The Atlantic”. “Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung”, schrieb der pensionierte General. Die Ereignisse dieser Woche hätten ihn “wütend und entsetzt” zurückgelassen, erklärte der 69-Jährige. Der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd war einer offiziellen Autopsie zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Die Infektion stand jedoch nicht in Zusammenhang mit seinem Tod, zumal sie seit April bekannt war und er “höchstwahrscheinlich” keine Symptome mehr hatte, wie es in dem am Mittwochabend veröffentlichten Autopsiebericht hieß. Floyds Familie habe der Veröffentlichung zugestimmt, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits unter Berufung auf die Autopsie erklärt, dass Floyd am Montag vergangener Woche wegen des brutalen Polizeieinsatzes gestorben war. Ein Polizist in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Hals des am Boden liegenden Floyds gedrückt. Der 46-Jährige war festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Minnesota erhebt gegen alle vier beteiligten und inzwischen entlassenen Polizisten Anklage. Hauptangeklagter ist der weiße Ex-Beamte Derek Chauvin, dem nunmehr Mord zweiten Grades zur Last gelegt werde, wie Senatorin Amy Klobuchar mitteilte. Ihm drohen damit bis zu 40 Jahre Haft. Nach mehrtägigen Massenprotesten im Raum Los Angeles wurden mehr als 60 Menschen wegen Plünderungen, Raub oder Körperverletzung angeklagt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in der kalifornischen Millionenmetropol mit. Sie unterstütze friedliche Demonstrationen, müsse aber gegen Leute vorgehen, die plündern und zerstören, sagte Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey. Es drohen ihnen bis zu dreijährige Haftstrafen. In Las Vegas wurden drei mutmaßliche Rechtsextremisten unter dem Verdacht festgenommen, sich unter die Demonstrationen gegen Rassismus gemischt und zu Gewalt angestachelt zu haben. Die drei Männer hätten die “legitime Wut” der friedlichen Demonstranten für ihre eigenen “extremistischen Bestrebungen” ausnutzen wollen, erklärte der für Nevada zuständige Bundesanwalt Nicholas Trutanich.

Alle lebenden Ex-US-Präsidenten verurteilen Rassismus

Der bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzte niederländische Radprofi Fabio Jakobsen hat nach Angaben seines Teamchefs schwere Verletzungen im Gesicht erlitten. “Alle Knochen in seinem Gesicht sind gebrochen”, sagte Patrick Lefevere, der Manager des Rennstalls Deceuninck-Quick Step, am Donnerstag im belgischen Radio. Der Zustand sei “sehr schlimm. Wir beten weiter, dass er überlebt.” Laut einer offiziellen Teammitteilung war der Zustand von Jacobsen nach einer Gesichtsoperation in der Nacht am Donnerstagvormittag “stabil”. Er solle im Laufe des Tages im Spital in Kattowitz aus dem Tiefschlaf geholt werden, hieß es. Lefevere hatte am Abend zuvor gesagt, dass Dylan Groenewegen, der seinen Landsmann im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit abgedrängt hatte, eine Gefängnisstrafe verdiene. Diese Worte bedauere er nicht, sagte Lefevere nun. “Wir werden Schritte unternehmen, um bei der UCI und der Polizei Anzeige zu erstatten.” Der wie der später disqualifizierte Groenewegen bei dem Hochgeschwindigkeitscrash ebenfalls zu Sturz gekommene Marc Sarreau zog sich Sehnenrisse in der Schulter zu. Der Franzose muste die Rundfahrt aufgeben. Groenewegen drohen als Verursacher des Massensturzes Sanktionen vom Radsport-Weltverband (UCI).

Radsportler Jakobsen erlitt mehrere Knochenbrüche im Gesicht

Zwei Verletzte hat Samstagnachmittag ein Verkehrsunfall auf der Eberstalzeller Straße bei Steinerkirchen an der Traun (Bezirk Wels-Land) gefordert.

Zwei Verletzte bei Verkehrsunfall in Steinerkirchen an der Traun

Durch die Covid19-Pandemie steht unser Gesundheitssystem vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Eine dieser Herausforderungen betrifft die Beschaffung von adäquatem Arbeitsschutz für das medizinische Personal mit direktem menschlichem Kontakt. An vorderster Front stehen hier Allgemeinmediziner und Pflegekräfte. Der Lions Club Marchtrenk/Welser Heide konnte eine limitierte Auflage an Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 erwerben und spendete diese dem Bezirksalten- und Pflegeheim Marchtrenk.

Lions Club spendet Masken an Pflegepersonal und Allgemeinmediziner

In Gunskirchen (Bezirk Wels-Land) standen die Einsatzkräfte in der Nacht auf Mittwoch in einem Wohnhaus bei einem Brand eines Adventkranzes im Einsatz.

Brand eines Adventkranzes in einem Haus in Gunskirchen sorgt für nächtlichen Einsatz